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Der Israelit · 1906-06-07 · 23 (7.6.1906) · p. Seite 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
23 (7.6.1906)
Date
1906-06-07
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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xwr Crzicb UNL un i>hb 5m lfil< Bund und Uerband. V.!Dar nickt ritterlich von den ge'etzestrcuen Mitgliedern de» Franlsurter Lchrcrvereins, daß ne genau in dem Momem, wo eine orihodore vereinig ung geschafseit ivrrdtn sollte, ostentativ dem Verband beitraten: aber nachdem der Fehler einmal begangen war, Hütte es in ihrem ureigensten Interesse gelegen, den radikalen Tendenzen im Verband cntgegenzu wirken. Und dazu bot sich ja reichlich Gelege11I!ei!. Wir verlangen ja wahrlich nicht, das; s׳e sich etwa als lie Gendarmcn im Verband anfspielen und jeder Kundgebung im Verbandsorgan, dir un'cr religiöses Empfinden verletzt, enigegentreten sollten, obwohl sie auch hier wenigstens bei einigen Gelegenheiten ihren Einfluß hätten geltend macken dürsen. Aber in den wichtigsten fragen mußten sie doch o»׳en Stellung nehmen, ivenn sie nickt schwere Verantwortung auf sich labten wollten. Wir haben es auch nick! daran fehlen lassen, die Herren nachdrücklickst auf ihre Verpflichtung aufinerksam zu machen und theoretisch waren sie ganz unserer Meinung, dass nach mancher Seite hin Wandel geschaffen werden müsse. Sa!var vor allem de: Kampf um d:e Erricht ung der Vezirksrabbinate, der zu jener Zeit begann und der so seltsame Blüten getrieben hat. Ist es doch so weit gekommen, daß im Verbandsorgan allen Ernstes die Frage erörtert und verneint wurde: ״Ist die Einrichtung von Bezirksrabbinaten religions gesetzlich zulässig?" Und das tat derselbe Herr Bahr- Waldenburg, der sich in einer andern Frage als ein so warmer Anhänger des gesetzestreuen Judentums kcnnzrlchnete. Hier ging er Hand in Hand mit dem radikalen Herrn Nabbine: Sr. Eoblrnz Bielefeld! Man muß sein ganzes Leben unter ganz abnormen religiösen Verhältnissen verbracht haben, um zu begreifen, wie religiös veranlagte Männer einer Verewigung solcher Zustände, wie sie in einem aroßen Seile Norddenttcklands. besonders aber in Westfalen und Nheinland herrschen, daS Mort reden können. Es kann nun unsere Ausgabe nick! sein, die Frage der Errichtung von Bezirksrabbinaten hier!veilläufig zu erörl'rn: aber nur das Eine möchten wir unsere Frankfurter freunde fragen: ״Billigen Sicdie Ausführungen der Herren Sr. Eoblenz. Bähr. Steinhardt und Nansenberg, und wenn nickt, warum haben Sic so hartnäckig dazu geschwiegen?" Und nun gar, alS'Woln Auricb auf dem Via» erschien' Er hat doch in der Fraae de- Erms.'-s den Standvunlt eines gesehestreuen Lehrers mannhaft verteidigt und zwar in ganz einwanosreier Form. Sa zu hat er sich noch als warmen Anhänger des Verbands bekannt. Warum hat man mir verschränkten Armen zugesehen, wst die Sr. Spanier- Magdeburg und Stern»Nepzin über ihn hergefaüen sind und wie Steinhardt die Pfeile seiner Freunde noch in Gift tauchte? Warum bat Wolfs keinen Helfer gefunden? Mußte man sich nickt sagen, daß wenn er jetzt unterliegt, die Sache der gesetze-treucn Lehrer in Kaitel stark gefährdet sei? Aber man Hörle die Schmähung S. R. Hirsch's und man schwieg dazu; man hörte, was noch schlimmer war, daß Steinlxirdt S. N. Hirsck als Autorität für das Erpos«'- ansüh.te und noch immer blieb alles stumm wie zuvor. Und der Antrag der Sstiriesen' Eine wie günstige Geiegemieir ovt er oen Franifuriern. ihren Einfluß zu betätigen. Sie hätten ja nur zu winken brauchen: ״Euer Antrag geht nicht weit genua: der Nabbinerschutzparagraph, das ist's, Inas!vir brauchen. Wenn Ihr dcn aufnehmt, so könnt Ihr au« unsere llnterstützung rechnen." Ai-er Iveder vorher noch aus der Kasseler Tagung hielt man es der Mühe wert, an die Seile der Sstiriesen zu treten. Und nun m Kassel selbst. Tas famose offizielle Protokoll erwähnt gerade bei der wichtigsten Gelegen beit, bei der Besprechung des Fortbildungspro aramms. den Vertreter der Frankfurter Vereiniaung mit keinem Worte. Hat er vielleicht nickst» z» sagen gehabt? Sock ja! Nack dem Bericht eines zut״r lässigen f.hrcnzeug-n sprach er sogar sehr beftiq gegen das Erposi-, aber er schloß mit der Mahnung zum Frieden, denn der Feind stehe vor den Toren. «Wen er damit meinte, das brauchte er nickt näher zu er klären: die Broschüre des Herrn Sr. Eutin '-Tertv.rTt?'!i'ßt jö bfrfl.5?r^ctjirnfn.) ii'iit doch gar nicht anders aufzufassen als: ״Auch wenn Ibr das Ervof׳'- gutbkißet, wir werden nickt austreten und wir bitten die anderen Geoner desselle», es gerade so zu macken." Wenn man die ״jesährlick keit des E'-vos.-s für das aesetzestreue Judentum so genau kennt wie Heer Sr. Härter, dann muß man den Gegner '.׳or die Wahl stellen: entivedrr Ihr ver licrt uns, oder Ihr traget unseren religiösen Be dcnk-.n Rechnung und dann muß es zurückgezogen werten. Man hat es vorgezogen, stck löblick zu unterwerfen. So hat man den Kamps aufgegeden, bevor man ihn rcckr begonnen. Tie Zahl der Unterlassungssünden ließe sich noch um ein Beträchtliches vermehren, aber die aufgk;ähi<en genügen hosrentlich. Wenn aber uj1 angesehenes Mitglied ser Frank furter Vereinigung an uns die entrüssete Frage richtet, ob wir es denn so gering rinschätzen, was sie erreicht, daß nämlich der Verbanosvorstand jüngst erklärt bat. er wolle alles vermeiden, wos religiöse Streitigkeiten Hervorrufen könne, so antworten wir׳ ״Das ist die verdammte Pflicht und Schulbiakeit eines jeden Vorstandes, so zu handeln." Üllenn man freiwillig einem Verbände beitritt, so kann man doch wahrlich verlangen, daß. die religiösen Gefühle der Mitglieder nickt verletzt werden. Und wenn dersrlbe Herr mit großer Genugtuung darauf hinweist, daß es ihnen mit großer Müde gelungen sei. die große Gefahr zu verhindern, daß eine gekürzte Ausgabe des Rödelheimer Siddur erschein«, so erwidern wir: ״Es ist Herengokd, waS Ibr für einen Erfolg ausgebet." Da man nun bei der Propaganda für den Verband gern auf daS Beispiel Frankfurts hinweist. und da ein anderes angeselxner Mitglied der Trank furter Vereinigung öffentlich erklärt hat: ״Der baverische Lebrerverein tritt dem Verbände bei. oder er wird gesmengt." so waren wir gezwungen. aus fükrlich nach;!!weisen so siebt die Tätigkeit und so nehmen sich die Erfolge derjenicnn aus. die nickt rasch genug >1 den 'verband kommen konnten. Tem banerifcken?!׳rein aber mögen die Kämpfe rrU-ort bleiben die anrer»mn IN gegenkeiiigee *»rpittrיי*»»*g und dann zur Sprengung geführt baden Anmerkung der S ck r i» t l e i t u n g : In der Verwaltung des bäurischen Leb.rrvereinlegt man W׳׳rt daraus zu konstatieren, daß sie s. ,׳{. doch nicht!0 ganz für den Eintritt in den Verband gewonnen war. wie «» dem Außenstehenden scheinen >״nn!e: Neioung dafür w>1.- allerdings nori׳׳noen. Korrefpondenzen und Da<bri(Men. Königsber g. Herr Adolf P e r i ״, in Königsberg schreibt uns: Von einem Kreise angesehener 'Männer iß in diesen Tagen ein Aufruf zur Begründung einer ״Zentral Hztsstassc für jüdisch« Lebrer im deutschen Neiche" versandt worden. Trotzdem der Zweck einer solchen Stiftung nur allgemein symparhiich berühren kann, sehe ich mich, als einer der Männer die seit langer Zeit Mir ׳me zentrale Srganisation unterer destel-enden Lehrer hilf* und 'tlersorgung^-Iassen wirEam sind, doch genötigt, gegen die Begründung dieser neuen ßnii: össrntlich Einspruch zu erhercn. Zunächst dürste es jedrm mit Len Verbälrnissrn unseres jüdischen Versorgungskassenwesens näher Vertrauten längst erkenntlich geworden sein, daß, ein wesentlicher Grund für die geringe Leistungsfähig teil desseshen in der bereit» b«ssebend»n N»b«r fülle an solchen Lehrerbilsstaffen zu sehen is: be stihen doch für viele unserer Provinzen a»ß׳r den mehreren für ganz Deutschland gültigen Kassen gar schon zwei Sonderkassrn ihres speziellen Bezirke». Da muß natürlich nicht nur eine Zertplitleruna der materiellen Kräfte, sondern auch eine ungleiche und vielfach ungerechte Ausnützung dieser allgemeinen Mittel di.׳ zur Veltpraunq der jiidjtchen Lehrer zur Verfügung stehen, eintreten und die Leistungsfähig kcit unserer Kassen im einzelnen darunter sehr leiden. Was nun die Notwendigkeit einer ZrntralhilfS kaffe zur Förderung der Znelle und Ausgaben unserer Einzelkassen io den verschiedenen Bezirken unseres Landes anbetrifft, so ist dieselbe, wiallen Einzeweihten vetannt ist. von uns zuerst und immer mit größtem Nachdruck betont worden, und zwar nicht sowohl als eine criue Zuschußkaffe für diese als Grundlagen unsere- LehrerversorgunqSwefen» in Deutschland anzusehen den provinzialen HilsSkassen, sondern mehr noch im Sinne einer Kasse, die dir höhere Bestimmung hat. die VersaraunaStätigkeit dieser Einzeltassrn einheit lich zu organisieren unv durch entsprechende Beihilfen an dieselben die Ge'vährung einer gleichmäßigen (einigermaßen befriedigenden) Min»

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