Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 23 (7.6.1906)
- Date
- 1906-06-07
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7. Ii*V. Tet ei!« 7. :,fr 2 t falle trc es sich um dik ftritit eines t״^lifch־*n Ö'fifSy-־(?r.tmur'e handelte. nicht geschehen. iüir denken. daß falle. wir der hier gemeinte. durchaus nicht vereinzelt dnsiehen. Tie Red.) Dir Misrachisirn können unsrrrs Grachtens nickt rrwartrn, das.׳ derartige Erörterungen ganz unterbleibrn. aber sie hatten dir Pflickt, eine Presse zu schossen, die solche, von, Standpunkt der Gesetzestreue zu verwerfenden Aus führungen entschieden zuriickweist. Je cnergiscirer und frühzeitiger derarllge Streitsraaen .1״»g»»r.1c,1״ werden, um so besser für den Zionismus und seine gesetzt s,reue Gefolgschaft. Ter Telegiertentag fand seinen Abschluss durch eine grosse, öffentliche Volts vec'ammlunq. Karlsruhe, ö. Mai. Tas seit langem an gekündigte Gebetbuch des Oberrats liegt nunr.ebr endlich fertig vor. Schon bei »lüchtiger Turchsickt z-wi sich, dass die aus die W i e d e r h e r ׳ st e!! u n g von Z ׳. o n und Jerusalem sowie aus den P e r i ö n l i ch e n M e s s i a s bezüglichen Stellen, entioeder ganz ausgemerzt, oder in sninboliiierender Weise verwässert sind, gebende kritische Besprechung behalten wir uns vor. Ta der Oberrat zur Tinsührung des Gebetbuchs in den Schulen und Snnaqogen der Zustimmung der Synode bedarf, werden die nächsten Snnodalwablen darüber zu entscheiden baden, ob in Baden der Glaube an את ד־םשית•: ,p־:־•: p:: und :ד:תי .-m.-. wirklich offiziell abgeschasst nerden soll. Leider hat sich die Snnode bisher noch immer mit dem Odcrrate in solchem Masse identifiziert, dass sie in den ''lugen der Ausseniveit iaun, als selbständiges Gedilde erscheint, und es schon eines gewaltigen Grwachens der tsjeister bedarf, wenn da Wandel geschasst werden soll. Oesterreich-Ungarn. Wien. 3 t. Mai. Ter Oberste Gerichtshof hotte kürzlich ein Urteil des Landcsgerichtes Lemberg zu überprüfen, das den Postbeamten Kasimir Iablonski wegen Entführung eines 16jährigen Judenmädchens zu einem MonatKerker verurteilt bat. Iablonski hatte bei einer befreundeten christ lichen Familie die 16jährige Recha Olmüx, die Tochter eines jüdischen Geschäftsmannes, kennen ge kernt, die nach seiner Angabe schon feüber die Absicht halte, zum christlichen «Glauben iiderziitreten. Gines Tages traf das Mädchen mit Iablonski aus der Strasse zusammen. Iablonski setzte ne in einen Wagen und führte sie zu einer befreundeten Fcau, wo er sie mehrere Tage verborgen hielt, ü'ach seinen! Diktat schrieb die Olmütz an ihren Vater einen Brief des Inhalts, sie sei, um ihr Seelenheil zu retten, zum (Christentum übergetreten und nach Russland abgereist. Iablonski bemühte sich inzwischen, sie in einem Leinberger Kloster unterzubringen: da ihm das aber nicht gelang, schistte er sie mit einem Brief in das Kloster der Felizianerinnen nach Krakau, wo die Olmütz tatsächlich gekauft wurde. Dann kehrte sie nach Lemberg zurück, wo sie einstweilen bei der Trau, de! der Iablonski sie kennen gelernt. Quartirr nahni. Gines Tages wurde Recha Olmütz von ihrer Schwester auf der Gaste gesehen. Ihr Vater nahm die Hilfe der Polizei in Anspruch, um die Tochter zurückzu'rlangcn und dies gelang ihm auch. Jab׳ lonski wurde vor dem Lemberger ׳frkcnnlnisgencht wegen Entführung zu einem Monat Kerler verurteilt mit der Begründung, dass er das Mädchen listigerweise, das heisst ohne Zustimmung der essltern, entführt habe. Tie dagegen erhobene Ricktigkeitsbeschwerde wurde vom Obersten Gerichtshof vorworsen. Prag, 29. Mai. Am 11. d. M. bezog die VwT , (TI . I i v u a . r J. .. & <*{(« «•»I#« iuuiju^: O V I 4 » V U t I W* « |\ ‘ ״**'״ ח ן ״’ Räume. Das Institut verdankt seine Begründung dem Prager jüdischen Volksverein. Gs bestes seit dem Jahre 1990 und hat während der sechs Jahre seiner Wirksamkeit viel Segen in den minderbemittelten Schickten der hiesigen jüdischen Bevölkerung ge stiftet. B-'i der Konstituierung beschloss man zunächst, erst wenn 10.009 Kronen Anteile gezeichnet und ringezahlt seien, mit der Geschäftstätigkeit zu beginnen. Ader die große Zahl der Darlehenssucher. dir sich alshold an die Kasse wandten, nötigte zu einem früheren Beginn. Während der ersten Iakre harte da« In slitut mir grossen Schwierigkeiten zu kämvfen, heule stehf es jedoch gesichert da. Tie Summe der Anteile, lic eingezahlt wurden, berrägt gegenwärtig etwa 120,0<X) Kronen: dazu tominen noch etwa :1<0<*«,0י Kronen Sparkinlogen und ein Reservefonds von fast 30,,100 Kronen. Ter Tarlebensdestand beläuft sich aus ca. 600,000 Kr. Im ganzen wurden seit der Gründung mehr als 7 Millionen Kronen ausgrlieheir. Belgien Brüssel, 1. Juni. Im Verfolge meines Berichts von Gute Marz bin ich heule in der angc nehmen Lage, Ihren Lesern von der weiteren gedeih lichen Onlwicielung unserer neuen Gemeinde, für welche der Vorstand unermüdlich tätig ist, Milteilunz machen zu tonnen. Am vor r*r:tr hatten wir das Glück, 1111 ftteu Rabbiner. Herrn Salomon Bamdergrr aus Aschasfendurg, drgriissen zu können. Seine Anlritls rede, in der er Kin Programm entwickelrr, machte auf alle Hörer nachhaltigen Gindnut. und ivic er die Worte aus der Hapbtorad jenes Sabbats •א־שתיך ״ די בא:”"ich verlobe dich mir in Treue" als Parole wäblle, so versichern auch wir unseren geistigen Führer unseres festen Venrauens daraus das: wir in ihr״, die gecionete Persönlichkeit erblichen, eine neue Zeit für das gesetzestreue Iudenium in Brüste! derdcizuführen; wir geloben ihm bie Treue, die unerlässlich ist Uü ieine hohe Mission in einer Stadl, in der die massgebenden und einilussreicken Männer das über Ürferte Judentum ak etwas Nebrrlebtes und Unze:! gemäßes betrachten zu dürfen glauben. — Temnäctch wird Herr Rabb. Bamberger eine örrentüche Rrlr gionsschule eröttnen, und es ist bereits beschlossen, dass nach Abschluss l er noch schtvebenden Verband lungen betreff״ der Miete und Ginrichrung eines neuen Lehe und Betraumes. der aber jedenfalls vor ד׳ ד "'1ר sertiggestellt fein >oird.'täglich jedem Mir glied (Kelegenhri! zum Thora Lernen geboten werden soll. — Bei der jetzt beainnenden Reise Saison dürste die Nackrickt von vielen Lesern mit Freude au! genommen iverden. dass in unserem provisorischen Bcilokrl. 142 nie Bon Artevelde, im Mirrclpunkt der Stadt, morgens und abends regelmässiger Gottes lienst nach altem Ritus abgehalten wird. Tic ת!«ית: Institutionen ist unser Rabbiner nach Kräsren zu erweitern bemüht, und au׳ feine 'Veranlassung ist jetzt auch ein neuer Fleischladen von einem Mitglied« unserer gesetzestreucn Gemeinde eröffnet worden. Wir hoffen, dass unter Gottes Beistand dieselbe immer Mehr erstarke» und blühe» wird, und dies UNI so eher, je mehr die bisher schon vewiesene Anteilnahme ein zelnec begeisterter Glaubensgenossen in Ihrer Ttadt uns rveiterhin zu Hilfe kommt. « fl I a 1» 0. London, 1. Juni. Am veraanaenen Sonn tag fand hier die erste Tc'egicrrcnvkrsammlung dee jüdisch - territorialistischen Pereinigung Englands statt. Ten Vorsitz führte Herr Lucien Wolf, linker den Anwesenden befanden sich auch zahlreiche Christen, Lord Kinnaird, Generalmajor Sir Alfred Turner, der berühmte Schriftsteller Sir A. Gonan Doyle, 2>rr Holman Hunt und an dere angesehene Persönlichkeiten. Tie Sagimaen, deren Annahme beschlossen wurde, bezeichnen als Aufgabe der Ilo die Beschaffung eines Terrikoriums auf autonomer Grundlage für die Juden, di» ihre Heimatländer verlassen möchten. Tas Territorium soll ein solches sein, in ivelchem eine autonome Ver waltuug erreichbar und die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung jüdisch sein würde. Jede Person, di, mindestens 1 .?chillina Beitrag zu zahlen sich verpflichtet, kann Mitglied dir Iko werden. — Am abend hielten die Territorialisien eine stark besuchte öflcnt liche Bersammlung ab. in welcher Zanawill die Hauptrede hielt. Ter Redner verlas ein Schreiben tzhamberlains, in welchem es heisst: ,Tie Tatsache, dass ick jetzt nickt im Amte bin, vermindert unver weidlich die Aussichten, dir ich hätte haben können, mich nützlich zu erweifen. Wenn ick aber zu irgend einer Zest Gelegenheit baden sollte, einem praktischen Vorschlag einen Dienst zu er,eigen, so werde ich bereit sein, dies >u tun." Am Schlüsse drr Versammlung ward eine im Sinne de« erw'äbnten Stakutr gehaltene Resolution angenommen. <1 m < r i t «. Lin inihglilcktkg L»n!r,uisn1iüttvp1virtii 11115 tiuOrrrs. t'lUv, ״iisertm 1?vrr<svo»bent»ni. Baltimore, 27. Mai. '1 on» cuininv 1-hc-/voi»! olan, wie dei Ihnen gibt es auch hier in A.nerita immer Leute, die, vom Insten 'Willen befreit, keinen sehnlicher׳» Wunsch kennen, als die angeblich zerspiilterten >tra!ie zu sammeln und unter einen Hut z» bringen. So »׳urdc denn unter dem Gindructe der furchtbaren Greignist. ui Russland vv» einigen wohlmeinenden Personlict:- leiten das Pro:ekt einet G e s a >n I v e r t r r t n n g bkr amerikanischen I u d e n h e i I anzeregl allerdings nickl im entiernlesten in ker Absicht, enva staatliche Obhur 'iir hie religiösen 'IKdürs nisse des amerilanischen Judentums zu erlangen. Bei der st.iklcn Trennung von Staar und glirckr, dir dei uns ja g>1-1׳!jcherweise durckgrsührt ist, wäre ein solcher Gedanle von vornherein anssicklslos. Tie Väter des Zentralisarian-vroieties treten nun nach dem s:r!n ,icinlich >:ebei.!4״r1ischer ''veif,• aearveirei, dieser Tage mir dem Gntivuir eines Statnl» heioor, de. die >:chaisu!1a »ines Berir'inngskörvers ssic dir g'samie ameritanifche I.itenheii und zu die'em Zwecke die Üinkeiliing der Union in :edn Wahldistri'ie vorfchlug Zwe.k des Verbandes soll rein: ,dir Tachr d c s I u d e n l u >>• - zu söroern und;:vcirens die diirgerlicken und religiösen Reckte bee Juden überall, wo drr׳ nö'.ia ersct:einr. zu vertridiaen." Odgleich ei» Teil rer amerrtaniichen Presse in der Tat den an g»lcuerlichen Standpunkt ve.lral, dass alle indischen Geneiiideu. seien sie ortbodor ronservariv oder lc:ormi׳rr zur Verfolgung r,rn religiöser ׳',wecke silllebe wohl vereinigen könnt,״ ist das Proietl in der am >9. Ma> stailgekabten zweiten ZusammenkunK tec Roiabeln unter starkem Protest mi׳ ei»e׳u Be gräbnis erster Klaffe bedach: worden. Sine Reibe angesehener Männer unter den Geladenen hatten dem Vorsitzenden ein Schreiben qeschickr, irorin unter anderem ansgetübrr >״ird, dass der Zn^ck des deahsschtigtev Brrtr»t11ngstörr׳er; mit dem Aufdruck, .di, c^ache des ^,ukentums zu sordein". l>enn doch allzu unklar auaeakd'n sei.!'־ine derartige Absicht, so heissk es weiter, möchte in Zukunr: allen Arten vonBersuchen Tür und Tor öOnen, die reliaiö'e Freiheit der Juden und die Autonomie der bestehenden Gemeinden und Vereine in Frage zu stellen. Tas Projett hat überhaupt einen etwas hierarchischen Beigeschmack Tiefe Worir, die, wie ich glaube, zurzeit auch bei Ihnen in Deutsch land aktuell sind, haben denn auch ihre Wirkung nick: vcrseklr. -- Ter bekannte temiieramentvolle Führer der amerikanischen Zionisten. Tr. M a g n e s. ist zuvi zweiten Rabbiner ber sashionablen Gemeinde lbmanuel in Rewyork gewählt worden. Gegenüber der Richtung dieser Gemeinde ist Tr. M., der wegen seiner Beredsamkeit und Liebenswürdigkeit aus dem letzten Baseler Kongress alle Herzen gewann, noch konse.vakiv zu nennen. Seine Wahl wird von der zionistjschen Presse sowohl, wie von den Blättern konservativer Tendenz mit grossem Gnthusiasmus de grusst. — An der (5 o 1 u m b i a N n i v e r s i t a t in Rewyork waren die Prüfungen dieses Iabr aus ten 31. Mai. den zweiten Tag mr, festgesetzt. Auf das Verlangen der Studierenden und Gesucken der rrrrinigten orkhgdoten «steweinden ksindigke die Uni t-ersität offiziell an, dass sie in diesem Falle und auch in Zukunft alle Massnahmen treffen werde, um jüdische Studierende vor irgend welchen Konflikten zwischen ihren studentischen Pflichten und ihrer «ligiösen Ueberzeuqung zu bewahren.