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Der Israelit · 1906-06-07 · 23 (7.6.1906) · p. Seite 5

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
23 (7.6.1906)
Date
1906-06-07
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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L«1le '> Sir ־.'; ^nni 1!*Cm־». Das Ctl für 3 חזיfmp«Üf«(tUr ׳11]סז Das vor züglickste. Das remftf s<in. Im iraftat Menacko. n-crden uns verschiedene SZuialitätfn und deren Ge winnung geschii-ert. 7״:ir da- V!i«ft im Heiligtum,- tarn nur die erste Sorte in Betracht. Der Priester wcch« über Die Reinheit und Heiligkeit. Wie leicb: könne» srenlDe Bestandteile beiqemiicdt werden und das Lickt b.cnnt trüber. Immer und immer wieder wurde dieser Versuch gemacht, jedoch G. s. D. der geblich. Bald war ti Nom mit seiner Macktsiille bald Griechenland mit seiner Kunst und Wiffenschatt, mir seiiier stnnebestrickenden Schönheit und!einen veriänglichen Reizen, in neuerer Zeit webt Der Stur.» von der Trüinmerstätte des einstigen Babnlon ber und möchte das Licht trüben, wenn nicht gar aus löschen. Uns hat jedoch die Pricstcrfamilie der Makkabäer gelehrt, mit dem Herzblut .11, käwpsen für Das reine Licht, für das reine Del. Sie baben unkgelehrt, selbst dann nicht zu ver'.agen. wenn falsche Priester in unserer eigenen Milte das Del trüben und falschen. Die mögen ftolן am ihre Mehr rochfn, itnfci ^2! דזי* ץ״« •:»״# d«n Dien der Wenigen über die Bielen gelehrt. Nur rein strahlt unser Geisteslicht rein. Gottekgesebe lasten sich so wenig ummodeln, wie Naturgesetze. Das 7״. 7״!re׳ wird einstens über den Erdenrund strahle», mag es a!1ch noch so lange dauern. Seien wir ge duldige Wächter und Wärter beim heiligen Leuchter. Das Licht am Leuchter sollte sich n a ttj innen wenden ״ ידc “ל פ״.‘-. Unsere Aufgabe ist zunächst eine nach innen gewandte. Gk gibt im eignen Kreise genug ui tun. Dchristen zur Verteidigung, zur An Preisung des Judentums, zur Verteidigung des Tal muds. zur Verteidigung unserer sittlichen Welt »uschauiing und sozialen llbenbüriigkei! smd ja Mit unter recht angebracht und geistreich. Doch not wendiger als das Schwert zur Abwehr, tut uns die Kelle zum Ausbau. Wo nichts gebaut wird, was soU da verteidigt werden? Ignoranz und infolgedessen Indisserentismus smd in jüdischen Kreisen ungeheuer gwachlen! Der Leuchter möge darum vor allem nach innen strahlen. Der Lehrstand Israels möge nach di?׳er Rickinng leine Pries.erpslicht begreifen. אל פיל ־;• דפ:-ה. Lernen wir erst Selbstachtung, ehe wir non andern Respekt fordern. Den beleidigten Juden zu spielen, ohne Jude zu sein, ist lächerlich, ist erheuchelte Entrüstung. Nach innen, in unsere Häuser, in unsere Gemeinden, in jegliche jüdische Drganisation bat erst das wahre Lickt zu dringen, dann ist unsere Aufgabe leicht, unser Ziel erhaben und dock erreichbar. Kundert Mre Staatsjudentum. (Schluß.) Jacobson, der Präsident des Westlälischen Kon ststvrrums in Kaffe!, hatte unterm 18. Januar 1810 an sämtliche Rabbiner des Königreichs ein Schreiben gerichtet, welches.den Genus; von Hülsensrüchten am Pesach nicht nur erlaubt, sondern diesen Genusi sogar von den Nabbincn geradezu fordert, ״um mit gutem Beispiel voranzugehen." Dagegen wendet sich das Pariser Zentral Konststorium an Jacobson in einem hebräischen Schreiben, datiert vom 15. Ädar I desselben Jahres, worin das Ungesetzliche und daher Ungerechtfertigte dieses Vorgehens mit Berufung auf 2-pwc׳ z׳v ausgesprochen wird. Das Schreiben ist unterzeichnet von: David Sinzheim, Präsident und Großrabbiner des Zentral- Konsistoriums: Abraham de Bologna, Grosirabbiner, Menacbem Deutz, Grosirabbiner*). Und 57 Jahre später, am 2-t. März 1867, hat t« Präsident desselben Zentral-Konsistoriums den Abfall vom göttlichen Gesetze in so feierlicher, offizieller Weise in der Shnagoge von Frankreich vor der heiligen Thoralade proklamiert, dasi sich der Präses des Konsistoriums von Kolmar. Grand- Rabbin Klein, zu einem vom 1. April 1867 datierten flammenden Protest genötigt sah. aus welchem folgender Passus genügen dürfte, um die jähe Klun zu veranschaulichen, die seitdem zwischen dieser Behörde und dem von den Vätern überlieferten Judentum klafft: *t Beide Schriftstücke Mind abgedruckt in: Geschichte t>et israrl. Gemeinde Halberstadt ron Rabbiner Tr B H, Auerbach S. 215 und 225. _Ter Israelit_ ״Wir uiune» erklären, daü tieien unlieilvoUrn, unierein KuNu» den Strieg erklärenden Lehren gegenüber, au» dem Munde de» Prandenlen einer religioien Verwaltung» bebörde. wetche allmählich dadm gelangt ist. >1ck> allen!»raeliNichen Gemeinden ,Irankreich» zu iudstinneren. in in tbrer Hand dir ganze Zukuun. alle Ziele de» ׳raiizosiichen Iubentuni« halt, einen ungeniestenrn Ginstusi an׳ die Heranbildung der Rabbiner »bl. idnen? iplome erteilt und ne mit ibren Aemter» bekleidet iür die rra»>ö׳ischeu Israelurn nur die Wahl bleibt eniweber bleiben ne wirklich lreu dein Glauben ihrer Rater, bann bnrien ste kem erlaubte» Mittel berablaume-a um b,e iüeiabr bi^ ihrem Stulius und lbrer »^ew>ne»»srelhetl droht abzn wehren: ober teile» i!< die Amichlen. u-cKt« der Herr Pranbeul des Zentral.itonnstoriuin» verkündet hat. so iiinste» ne mit der Autrichligkeit ihrer «eele und der Gbrlichken ihrer Ueberzeugung zu der tttegicrung geben und erkläre»: ״T.rs Judentum, welche« Ilir erkannt habt und welches Ihr besoldet, ist nicht das, in welche», w!r »cvu» leben wollen. Obgleich >r1׳r den Raine» de»- selbe» tlir da» neue Religion» «»stein beibehalle» wolle», welches aber iin «chohe uiiserer- Philosophie auszcbilbel ivirb. weisen wir knie :!teligionsiibliiige» znrnck ll»b bestreiten manche seiner Togmen. Run beim, ivie kem andere» rallonalistlsche», beisinches vaiillieistiiche» «nstem den, .?'>1<< ««׳<׳r L-7st 7a!!!. so widerstreilei es unsere», »Gewisse», ban die Regierung, irregesubrl durch die Gleichheit de» .'lamens. noch weiier ihr Budget mit '.'tnsgabe» zu G״»ne״ eines siullus belaste, ber aus seine sz-reigebigkeu kein 7>!echl Hai und zu Gunsten von Beamte», denen die Be rechligung ihres Taiein» sehn." lins interessiert jedoch, wie bereits ־1»««*י*♦, hier nur die Tatsache, die in den zitierten W!-rIe1>. durch die Vemerknng charaklerisirri ist, dasi das französische Zentral Konsistorium allmählich dabin gelangt ist, sich allen israelitischen Gemeinden Trankreicks zu substituieren. Diese Allmählichkeit wird am präg nantesten in den ״Dfsenen Briefen" veranschaulicki, hi* 6!n h?§ 5lonfifforiu!n5 bfr (Miron!*? Herr B Oradjs in Bordeaur. im Januar und Mäcz 18'6 veröffentlicht hat. Sie sind abgedructt im Ieschurun, Iahrg. I I I, S. 150 ss. und werden dort von Samson Raphael H j r s ck mit der Bemerkung begleitet: ״Wir können nicht um bin. diese unerh orten Uebergrisfe eines Zentral Konsistorium» allen denen als ernste Warnung zu signalisieren, die in einer Zentralisation die Heilung unserer Zustande erblicken." Aus diesen an das sr.inrösische Zentral Kon sistorium gerichteten Darlegungen ergibt sich, dasi das organische Reglement vom 10. Dezember 186״, Das Dulch Dekret vom 17. März 1808 sanktioniert wurde, obwohl es sich der Zufriedenheit sämtlicher französischer Israeliten erfreute, dennoch ssinfmal in einer Weise geändert und organisiert wurde, dasi jede spätere Aenderung eine Verschlechterung im Vergleich zu dem früheren Zustande beDeutet. ״Das organische X»■♦ f t**«f .-־.י.,8 £ 4.£״. Janfr^f Oil y»1;< IC י , »sj» vb m. vt uiur, ^uirntTV «✓**- x |U>»1u»׳ Konsistorium in diesem Augenblick z» erwirken be strebt ist, soll, wie man sagt, ihm das Recht übertragen, ganz allein alle Radbinen und G r o fz R a b b i n e n zu er. nennen. Auf diese Weise würde es sich mit einem Schlagt die ganze religiöse Macht z u f ü k! r e n . mag cs dieselbe in eigenem Namen ausüden oder durch den Zentral-Ober R abbiner ausüben lassen, welcher so Dann in Betreff der Rabbiner Er- Nennungen eine weiter ausgedehnte Macht haben würde, als dieieniae. womit s e l b st der P a p st bekleidet ist." Es wird nun dem Zentral Konsistorium, das nur eine administrative, aber keine legislative Macht besitzt, nachgewiesen, wie es Gesetze zu machen suche, statt sie auszusühren, wie es seine Meinungs- Aeusierunaen dem Kultusminister als Willensausdruck der Israeliten vorlegte und diesen hohen Beamten anging, daraufhin Ordonnanzen und Dekrete zu erlassen! Durch diese Äusorclung ihre« Spiels ioulden die Spieler etwas — vorsichtiger. Aber dasi, sie es nickt aufgegeben baben. zeigt sich sechs Iakre sväber durch ein von Navoleon III. unterzeichnetes Dekret vom 29. August 1862. Durch dieses Dekret liegt fast alle rrligiöfe Machtvollkommenheit in Händen des Zentral- Konsistoriums, und nicht einmal mehr der Schatten einer Scheinrepräsentanz der Gemeinden wie bisher. ernenn! obne Die geringste Mitwirkung der Gemeinden alle Obevrabdine». i'd übt dieselbe Machtvollkommen heit über die jüdifwen Gemeinden in Algier, über Gemeinden, die an Sprache und Sitten ihm fremd, durch weite Entfernung von ihm geschieden sind und Die mit Der polistschen Abhänaigkeit des Landes so mit auch die relicji׳'ff Selbständigkeit eingebüsit baden. Und oiet'e Behörde besteht au» neun Mit gliedern, von ׳velcben nur eines ein Rabbiner ist.!vuh.i1>>- >!e un-errn oer raiwiiiitmeii »vin'eniman und Dein jüDisch religiösen Leben völlig srcmd ae.zen über stcben. .Ta» 8-!rt!-*«f>■ nnirt>rttla, sihreidl dazu «amio-.t :Harbatl Hir'ch. .an׳ welche», das ganze!etzige vvlitische «laalsgebaudt Z-rankreich» beruht, ist ׳ur dl>- rel>g»׳ien Angelegenheiten der Jude» nicht Vorhände»: es 1» ׳ür die Radbinaiswable» völlig, inr die Uonststvrialwablen last vernichlel " ,Ie'churun Zabrg IX « Nach dieser Vemichtung der polirilcst religio!e» Gemeinde Autvnv.nie blieb ausier bem Judentum selbst nichts mehr zu vernichten übrig. Die ötfent licht ofsizieUe Lossagung von deni bistoci'ch über lieferten Judentum tolote dann flinf '>>זזו!.־ spater, wi> es ob:» kurz ikizzie:t wurde. Die Parteigänger des staatli.ben Z>׳ang«- IuDeiitums lassen sich Durch die Lehren der lK-smjchte und also auch durch die lsrsahrungen an der Hand dietrc hundert Iabre Siaat.judent'.im »ick-׳ aus d-m Konzept bringen. Sie wären ja sonst leine Parteiganger. Sic weisen von ibr>n Kathedern, obne das; sich ein Haar ihres Prosefforenzopses brweal. mit lächelnde.- Ruh» Daraus hin. dost ibnen das alles längst bekannt sei. dgsi ihnen aber nichts scrner läge, als eine Einmisch>:ng in die religiösen Interna und als Anleguna einei?.׳vangsjacke nack französischem Schnitt zur Icffelung ber Freiheit D-cs jüb1ich>-n tstemeinbckörp-r-7. Wenn auch alle Welt oon der lffahrha»tigkeit dieser Versicherung überzeugt wäre, t'o wäre sie Dock nicht minder von der Wahr beit übrrieuat. Dasi der reckte Appetit mit dem Offen kommt, dasi di« Herren nicht Die c.sten und nicht die letzten sind. Die Dem Reiz D-«s ststisibraucks einer in ihre >>and geleaten Macht nur schwer widersleben können, dasi Das System stärker ist. als seine Mackrer. dasi ihre Hand ivvh! stark genug :sr, ber Gesamtheit ein Netz ü^r Dir Köpfe zu iverten. aber nicht stark genug es zu oer hindern, dass, sich seine Maschen zusammen ziehen und den Uebertölpelten jede Beivegungssreibeit rauven. und wie die banalen Grfabrunaeii alle beisien, die sich ein-'m bei solcher Gelegenheit oon selb׳'! aufdränaen. Wrr aber durch keine Verbandsnieierei auf irgend eine Partei eingeschworen und dadurch nicht gründefkst geworben ist. der wirb nws vo.w zwcimai überlegen, ob er seine Hand dazu bieten ׳'oll, innerhalb der deutschen Iudenbrit durch staatlichen Zwang die Gemeindesreiheit lahm zu legen, wie es jenseits der Vogeken seit hundert Jahren geschehen ist. — Die Männer, die man an der Spitze diese. Btv.rguna sieht, stehen in ihrem politischen Leben üoerast aus Seiten der Ireiheit und des Iortschrilts und derlangen als «onteauenz bieses ihres Skanvvuniirs mit den aufgeklärten, nicht voreingenommenen Gebildeten aller bolitiscker Schattierungen die Trennuna des Staates oon Der Kirche. Nur für ihren eigenen, heimischen Kreis verfallen sie in alte Rückständigkeit und verlangen, ohne vor dem Wibersprnch mit stck selber zitrückznschrecken. die Gängelung und Bemutteruna der Iudenheit durch den Staat. Hundet Jahre haben in Frankreich genügt, um das verrottete Staatsjudenlum unter die Toten zu werfen. Der Hauch der neuen Zeit hat die raffiniert ausgekünstelle Fesselung der Gemeindesreiheit wie ein Kartenhaus hinweggeblasen. So schmerzlich es auch berührt, dasi Juden selber dre alten Iesseln wieder hrvorholen und sie dem freien jüdischen istemeindrwesen anlegen möchten, wir vertrauen nächst Gott dem gesunken Sinn der veulschen Iuvenheib diesem Hauche der neuen Zeit, er wird auch mit diesem Anachronismus fertig!verden. Was Hände bauten, können Hände stürzen. Das Haus d»r Ireiheit hat uns Gott gegründet! 1

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