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Der Israelit · 1906-06-07 · 23 (7.6.1906) · p. Seite 3

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
23 (7.6.1906)
Date
1906-06-07
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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7. Juni 190«?. Ter ^«ratltt rntf גיד יr M IHicbtunci der Tendenzen des Verbands der deutschen Juden bewegen ftd. diese Wünsche, nicht die von diesem befürwortete äußerliche Gleichstellung ist es die wir erstrebten, sondern eine genauere Präzisierung der von dem Lchulverband zu leistenden Beitrag״ und eine weitergrhrnde Fürsorge für die von den Lnnagogcngemeintrn anzusiellenden Religionslesrer als sie das Gesetz vorsieht, dat uns am Herzen ge legen. Aber wir erlennen es dankbar an. daß die Mebrheitsparteien und die Regierung den Bedürs nissen des jüdischer, 2chul>vesens in wohlwollender Weise Rechnung getragen haben. Wir wissen es zu schätzen, daß der Ü 24 des Gesetzes nickt nur die nn verminderte Bewahrung des Kl»lu»» «zur» sondern '0gar einen gewissen Fortschritt bedeutet, insofern er dem Gesetz von 1847. wonach von den Kommunen ein Zuschuß an die jüdischen Volksschulen zu zahlen ist. auch für die n e n p r e n ß i s ch e n Pro vinzen Geltung verschafft, und auch, in Verbindung mir den Erklärungen des Herrn Minisierialdirckl-trs 3ck'vartzkovss, dem bisher die Unterstützung des Staates völlig entbehrenden R e - ligionsunierricht nicht unwesentliche Z ׳.! - scküsse a u s öffentlichen ')Mitteln sichert. In die Freude über den errungenen Grrolg inisckt sich nur das Bedauern über die inneren Verhältnisse der preußischen Iudenheit, die bei dem Ringen um das kostbare Gu: der ,üdischen schule zunächst den Ginsluß der als Führer üch ausspielenden Verbands- Kreise zu bekämpfen und somit ein gut Teil Krcisr raitzlos zu verausgaben halte. Tie Liebenswürdigkeilen, mit denen die ״gesetzestreuen Verbände und Vereine" jetzt nach beendeter Schlacht von dem Moni Kur der liberalen Iudenheil bedacht »»erden. sind der glänzendste Beweis für die Richtigkeit de-c von ihnen versvlaten Politik. Li b n e das Ginore׳»en dieser grsesirsl reuen ״Verbänne und Vereine" könnte der Verband der deutschen Juden heute vielleicht aus den Trümmern der jüdischen Volksschule ein 2iegesfess feiern, dessen Katzenjammer noch einige Generationen hindurch der preußischen Iudenheit in ollen Gliedern liegen möchte — trotz Gleichberechtigung und obli gatorischem ״Religions" Unterricht. Mselk «WMwdecibaw. Der bndischr fcßrrrat an &m ״Jsraflit Vom 2ekretcnitlt des Badischen Oberrats gebt uns mit dem Ersuchen um Veröffentlichung folgende Berichtigung zu: ״In einem in Nr. 22 des ״Israelit" vom 2l». Mai 11*0♦; veröffentlichten Ausruf der Herren Tr. Breuer. Rabbiner der Lhnagogengemeinde ״Israelitische Religionsgemeinschaft" zu stzrankfnri a. M., Tr. Gähn, Provinziolrabbiner zu stzuldo, Tr. Hosfmann. Rabbiner und Rektor des R 1b binerseminars zu Berlin. Tr. Lerner. Tber rabbiner zu Altona, ist dehuuptel. daß ״ein Laien beamter des kLberrats den allerdings mißglückle» Versuch wagen dirrfte, ein von ihm verfartes Ge betbuch, das die Messiashossnungen Israels ver leugnet, an stelle der alten Tenllah Gemeinden und schulen auszudrängen." Tiefe Behauptung ist in jeder Hinsicht unwnbr: 1. Kein Laien'׳ea!n!er des Tberrats hat in Gebetbuch verfaßt. 2. Gin Gebetbuch der bczeichneten Art ist überhaupt von keiner zu dem Tberrate in Beziehung stehenden Persönlichkeit versaßt oder mitverfaßt worden, ll. Gin Versuch, irgend ein Gebetbuch einer isrcielK-!scheu Gemeinde oder 2ckuie des Großberzogtums auszudrängen, hat nieder vonsetten eines iveltlicken noch eines geistlichen Beamten des LberraG statt gefunden. Karlsruhe, den 1. Juni lft<V>. Zeirctariat des Großh. Tberrats der Israeliten. Triefen." Vom badisthen Lberrat. der zu den ällesie», treuesten und jedenfalls ausmerksamsirn Lesern des ״Israelit" gehört, würden wir eine Bericktiaunz auch ohne Berufung aus Paragiapb 11 des Preßgeietzes selbstverständlich jederzeit ausgenommen haben, eine Berichtigung zumal, die einen so oerdlüssenden Tai bestand m׳t einem so bewunderungswürdigen stilistischen Geschick darzustellen versteht. Ilure» zu ssüchten. Ja. selbst ׳eine eigene Iran und Tochter Hallen kein Verständnis für seine Forschungen. Asarjad^aber war von dem Einlressen seiner Beiürchlungen felsenfest überzengl. II. Iem'eils des Po. einige Meilen von I-errara befand sich ein kleines Törr'chen: Lchiobello iml Rainen. Aus diesem Torfe bezog Asarjab ,'einen Hausbedarf an stzleu'ch waaren, da die Lchechuapervallnilse m Ierrara nichi nach dem Wunsche des sroinmen Rabbi geordnel waren, während in »Tchiobello einer seiner Lckuler die Zchechilah versah, nnb der Rabbi daher verstcherl war, daß hier allen seinen peinliche» Ansvrderunge» an das Kaichrus enlfprvchen sei. Ter Lok» des Metzgers von Lchiobello brachle iäglich selbst dir bestellte Lendung in das Haus Asariads und durch diesen regelmäßige» Besuch des sjungen Mannes kam es. daß die einzige Tochter de» *^efetjrten den inyge». hübschen Meligerburichen näher kennen und lieben lernte. Wenn auch Gebaljah Gmanuelo wenig gelernt balle, so bewunderle doch die.Tochter des Rabbi, deren Wissen nicht gering war, seine angeborene Klugheit und seinen Mgner Witz und sie bossle, daß wenn er erst ihr itzarie sein werbe, sie, wie es ähnlich einst die i^allin Rabbi Akibas getan, ihn von seinem jetztigen Handwerk abbringen und zum Ltubiui» der heiligen Lehre werbe »übren können. Lein« Eltern waren vermögend, batten auch noch einen anderen Lobn, der sich dem Gewerbe widmen koiuilr, auch ne belaß ein kleines von der wroßmuner ererbtes Vermögr!» und siwäre alles in bester Lrbnung gewesen, wenn nicbi ein scheiubar unüberwindlicher Hinderniß. sich in den Weg g״ stellk hätte: der Widen'iand des Vaters. Rw und nimmer, io sagte er. könne er dulde», daß sein einziges Kind den -obn einer ungelebrien Familie heirale. Alle Einwend nngen balien nichts, und selbst die Mutter, die anfangs ebenso gegen die Verbivdnn» eingenommen war und er», als sie sab, daß lhr einziges Kind unglücklich werden könne, wenn inan nichi »acdgebe, ihre Ersinnung änderie, auch >ie konnte de! dem eisernen Willen, den Asarjab i» dieser Lache zeigte, nichts ausrickuen. III. P7» io beiter kritischer Kops A»ar,ad dei Roisi war, wie i'ebr auch ,'eine Bedeutung al« Wahrh«11׳'»ch«r und ,Minder »euer Pfade de», «Sebiele der Beleuchtung der Agada nir alle Zeilen »nuiustrilteii bleiben wirb, die Menschen kenninis des i^eledrien war »ich! allzu groß Lo schenkte er einem alten Hausbieiier, der nichts weniger als zuver lässig war. se»! unbebiiigtes Vertrauen Eäsare det Monte verstaub es, sich durch glatte Reden in das Herz des Ec leh>>e,i cn:z!:sch!c:Le::, und er war e" auch, der den Rabbi in seinem Widerstande gegen die Heirat der Tochter mit den! iiingeii Gmanuelo bestärkte. Ter 1u»g« Eebaljah Gmanuelo, obschon nicht gelekrt. be׳'aß in nicht geringem Maße die Gabe Menschen in die Herze» zu schaue», nnb so warnte er Eattin »nd Tochter des Rabbi o'ters vor dem alten Hausdiener. Tiefem binwieberilm entging die seiudliche cheunuung des Lchiobellaners -nicht und ,, tat alles Mögliche, um den Wüiiichen de» ju»gen Manne» jede Hossnung zu raube». Rur noch kurze Zeit mußte er die Verbindung biiiauszukchieben suchen, dann hatte er sein Lchaichen im Lichern nnd die Iamilie Ross» mochte dann tun. was ihr beliebe 1*t balle ׳"ich nämlich durch jabrelange llnterichlagunge» schon ein bübiche» Vermögen au» die Leite geschasst »nd wartete nur au» einen Tag, an dem alle drei Mitglieder der Familie cimiial zugleich das Hau» verlassen würben. An diesem Tage wollte er die goldene •*^»»׳«?»ו lium* keine» Herrn, eine herrlich getrreben« Arbeit, die der berübmte Benvenulo t'elllnl nach der Zeichnung eines mit Rossi befreundeten Marannen ge'chmiebel, entwenden und ne e׳ne1n Minister des Herzogs, mit dem er bereits Handels rüii,) 1ua,, fiu dkl» Preis von ' Lire vcrkanien Rlit den, «^elde wollte er den Haien erreichen und da» erstc best- Schm beininen. ״m den Ltaub Italien» von den Iüßen -u ichüi ielii Es war an jenem Morgen, von dem wir bei Beginn unserer Grzablung berichteten. Wir sinken del Monte in dem Lkubirzimwer des Rabbi Aiarjah hielt sich feit einiger Zen ein Ebamaleon, jene Eldechsenart. die man m Süd Italien nicht ׳eilen in der Lind« zum Wegiangen der lästigen Iliegei» häll. Asarjab batte in Uebereinstimmung mit der Vulgata und Laissa Eaon. »estgestelll. daß die»'«« Tier da» Tmichemerk der Bibrl ist und aus dessen täglich wechselnder Wik ist uns denn' Isl nicht irgendwo in 'Baden ein Kreis von Männern zusaininengetrrten. um die bis dahin als »zriitnUkö nöiriixpul'I׳- bedandelle» Inleiessen des gesetzeslreurn Iudriilums mit vereinten "rösten zu lvahren, und war es nichl so etwas ,nie der l*nt wurf eines neuen Gebetbuchs. was die unmit'-lbare Beranlaffung zu jenem Zusammenschluß der Gesetzes, treuen bildete? Trä»1׳!ten jene 'Männer als sie ihren Weckruf in die Lande hinausriesen ’ Träumte die qe- *HrrfT# י4.ייי —ן♦ n״r s«» > * als sie jenen Gntwiirs aussuhrück bes«rach lind kritiich velenchtete? Bewahre, lieber LeKr. -s har alle» seine Richtigleil. man muß nur »» derickiigen verstehen׳ da» Gebetbuch ist liderhaupt nicht verfaßt, sondern in!: qesichtrt, geordnet und zu sammengesiellt worden, und der Inspirator der erlösenden badischen Gebetsdogmatik isi kein Ber faffer. sondern eben nur ein Inspiralvr. lind A >1 f d r a n q e n . ein Gebetbuch ausdränaen ' 20 etwas g«b»s i!n ׳.«lobten Lande dee badischen Kon jisiorialsreikni! nickt! Ter badisikie 'Lderrat vrrbietet nur Geschichtsbücher, die ihm nickt Zusagen, Gebethucher inspiriert, »edigiert und ediert er nur aus wissensckxistlich reliaionspbilosophischem Interesse, ohne an ihre Ginsiihriincz in die seiner Gewalt unterft<Uten 2 ckuIen und 2nnagog-׳n iin inifsrntest-'n zu denken! Wleniqer konsistorialsrolx issemüter lebten allerdings des lsslaudens. d»rß einer mit staatlicher Machivvllkommenheit ausgerüsrten Bedördr. die sich mit der Inspiralion von (Vebel lüct»ern besaßt, auch ohne die Anivenduna von Polizeigrwalt oder 2trafeinau>׳rtierung der Mittel »1u»ä»rrlki zu Girbvle sirhen, 1t 111 üiiiit Töisgemeinden von der Bortresslichkeit neuer Gedetordnungen zu überzeugen allein wir sind nun. und mit uns giwiß alle Gesiunuttni-nenonr» in und außelhaib Badens, durch die Berichkigung des Tderrats eines besseren b-lehrt und h,nren nur no»k> in Ten ul dekünsligen «sseichichtsschreibers, der "uns das llkätsel löst, wie der Gntriinunasilurin grgen da» gar null vorhandene badische Gebetbuch entstehen konnte und zu weläreii, praktischen Zwecke oksizielle :׳Kbelbücher verfaßt, pardon inspiriert werden. «^instloeile» vertveiten wir unsere Lestr auf die an anderer 3teile unseres Blattes veröffentlichte Korrespondenz aus Karlsruhe, die eine interessante Illustration zu der oherrärlickien Bericktiauna bildet. <2>1rve, oie durch die ber Grd« cutnrigenden Tunile berittstußl wurde, koniil« er zenau den Tag de» ^intresse»» de« ׳Erdbebens bestimmen Ter Rabbi betrachtete aus« Au» mertsamne da» drollig« Tier, bas auf de» kleinen Leiterche». die aus der!tzennerbank angebracht waren, heruinkletterte. ,Zuweilen i'chnellle es blnzschneU »eine ,Zunge weil dervor, au deren knopfsormig verdickter und klebriger Lpuz« dlreb dann immer eine ,tzliege basten ..Liehst Tu. (täsare. da» Tier ist heme pechrabenschwarz, eine (trschemung die ich noch nie beobaltilet« und die mir da» (*«uw»«« der Katattrophe »ur heute Rachmulag au» das Bestimmteste klar macht Tie Z-arbenveränderunae» diese« Thier:» enolgen nnl der größte» Regelmäßigkeit und zwar im eng'ien -Zuiammenbang »ni den Vorgängen unier der (krde Ist unten alle« normal so ist da« Tier grünlich wie >ed« gewöhnlich« Gidechs«, treten aber >!! den Tlesen starke Ver> ettt i.i tturh 0* nr!1!f hrni« tiinf»! ,tr.titfir.iiiit ..**•, ״ ‘ס ־ ־ ׳ * * v י*••*** ”*ה י‘•• י• * ,״».«• * ׳*•*•«ק ־» ti schillert oft m allen ,Farben und an kritischen Tage» wird es schwarz wie die Nacht t*« ist ,'alich. daß e» nach eigener Wabl die ltzarb« verändern könne, wie da« dumme Volk meint.M Tir vertraue »ch. lieber tkäsar«. »ch Hab« schon langst mein Vermöge» und meine werivollsten Bücher nach finale dell' l^milia »einer klemen Liadt bei Modena» zu einem treuen Ureunde gebracht, bier bade ich nur noch meine kostbare l^hannkalamp« und unsere stlbernen Labbakleuch'er ,Ich ,luchte beule mit ,־Vrau und Tochter in eine der Rach barstädr«. nimm Tu diese l^egenstand« lokort. nacho-m wir abgeressl sind, stüchte damit in eine« der Ltädchen am Meere. In einige» Tagen schreibst Tn mir an die Adresse meine« ^renndes in Filiale und wir lassen T ich dann wieder ZU uns kommen " Tel Monte ,reute sich uiiierlüh gar sehr, daß endlich der von »bm 10 beiß rrjebnir Tag. an dem da» Haus ihm allein übrrla'sen blieb, gekommen sein soll»« Auch er dielt, wa« brr sslelehrte von einein Erdbeben sagte, für Pban lästeret, stellte stch aber io. als wenn er fest daran glaubt«, und versprach alle« aut» Beste zu besorgen. "ז:• vom?ramme;r: hauckien. be.nqemS«- anqebanck»».' 1 Lchluß »olgt 1

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