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Der Israelit · 1906-05-29 · 22 (29.5.1906) · p. Seite 15

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
22 (29.5.1906)
Date
1906-05-29
Page
Seite 15 (sequence 17)
Language
German
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Mai 11* Mi. Tn o»raftit leite!."> ')Ix >: N. Siofor« Sinne wirkten. 1M63 erschienen die ersten Anstallsstatuten, die Schule war nunmehr eine VorbcrettungSanstalt für jüdische Schullebrünge geworden. Tie tifll. Regierung UnterfrankenS empfahl zugleich im Kreisamrsblatte die Anstalt Otlensosers. Den Elementarunterrichk erteilte ein christlicher Lehrer in Hochdkrg. — seit 1x63 durste auch der an der Anstalt wirkende Rabb.-Kandidat Jakob ährenreich kleinentarunterricht erteilen, während ls6i die Anstellung eines «Deiten ständiaen Lehrers!;->»!-« wurdr R (5 berief de« Rabbinatskandidalen David Hosmann aus Vcrbo,'» ihm folgte 1x7» Rabb.-Kandidak Bernhard Krakauer _au$ Nickolsburg und verschiedene andere, endlich 1875 der jetzige Keiler der SchuleHerr Hauptlehrer Eschwege. Es ist wohl selbstverständlich, da» R. (Siofor nur die besten uno benifensten Lehrkräfte aussuchtc und nach wie vor die Seele des ganzen Organismus blieb. Die Schule bedurfte reichlicherer vie kalasekas. Schon um die Mitte der vorigen Jahrhunderts hat die Falascdasrage einmal die jüdische Oe'sentlick keil beschäftigt, In den .Archive» Jsra,-lites" de richtete darüber der Orientalist Pbilor« ne Luzatio in einer Reibe von Artikeln, die interessante Mitteilungen über die Falascvas enthalten. Auch im ״Israelit" und im ".יי:׳ wurde die Frage erörtert. Rach einem 1xeN im ״Jeschurun" verössentlichten Bericht über die Falaschas, erließ im Jabre 18«l5> Rabbiner Hilde» heimer dv einen ,.Höchstwichtigen Ausruf" an alle seine (Glaubensgenossen, in welchem zu einer unver ziiglichcn Aktion für die abessnnischen Juden ausge fordert wurde. Rabbiner Hildesheimer hatte es, wie -...Bl-, fiTTTr ויו! hiiiiimhiUI •1|r י-ז^י --*י«••■! ■mm In der Pause. Spenden, und R. (*. wandte sich in Zikularen .an die edlen Herze» Israels", agitierte mit gutem Erfolge für Jahrzeilsstiftungen und ging selbst mit dem besten Beispiele voran, indem er sich, seine Frau, Eltern und Verwandte, mit fast 15»» Gulden ״einkaufte". Den großen Mühen der Einkassierung. Buchung und einer ausgebreiteten Korrespondenz unterzog sich R. E. freudig und ohne jegliches (Entgelt. 'Wie ein Vater sorgte er für die idealen und materiellen Bedünnisse seiner Bachurim. R. Elosor war bereits 74 Jahre alt, als er daran ging, sein Haus zu bestellen, die Zukunft seiner Schule'so viel als möglich zu sichern. Die Statuten wurden revidiert und die Prinzipien festgelegt, nach welchen alle Vorstände der Zukunft zu verfahren haben. Die Anstalt sollte stets für תורך, עבירה ־גפיריח הסדים zugleich wirken und auf solider Grundlage weiter bauen mit Gottes Hilfe. Znm 'Nachfolger wurde der bisherige erste Anstaltslehrer Rabb.-Kand. I. Ehrenreich bestimmt, zum Kassier Herr S. Eldod—Höchberg. Auch wurden mehrere Stiftungsrevisoren ernannt.^Daß die Wahl eine gute war, bezeugt der heutige Stand der Schule, bezeugt der Geist wahrer ראה ׳»!בינה\ von dem die Anstalt Heine noch getragen und durchweht ist. Inzwischen ist manche Forderung der Zeit an sie herangetreten, es mußte ans moderne Ansprüche Rücksicht genommen werden. Doch würde R. Elosors Geist heute in der Schule erscheinen mit der Frage בא• חד־ש בבה״ד, er könnte höchstens veränderte Formen sinden, der alte, echtjüdische Sinn und Lebensgeist ist derselbe geblieben durch 6 Jahre, dank der würdigen Nachfolger, die leider frühzeitig ihrem Wirken entrisien wurden, dank der jetzigen Leitung, die im Ausblicke zu jenem großen Manne ihre Ausgabe begreift. Das Ende des Jahres 563» ,1876) war herangekommen, die Selichostage angebrochen, da bauchte R. Elosor am 23. Elul seine reine Seele aus! — Seine Schüler betrauerten ihn wie Kinder. Ilnd wer nach Höchberg kommt, der vermag sich auch heute noch an der Lebensarbeit des hriovlrugciidcii Mauues richtig zu erfreuen und zu erwärmen.- 1) ti« tlt bif« bet schon oben ais sdm»grrfr>bn חחח .H■ jona Rosendaum'Zell erwabnte der-emge Jtmur des iRabb.״ Seminar« zu Berlin. Herr Tr. T Hofmann. er sagt, Schlaf und G c w i i s e n s r u h e g e raubt, daß in Abessynien enoa 215»,׳-»» unserer Glaubens' riider lebten, die fast die ganze jüdische Pflichtenlehre im Laufe des ל-״: aus dem Bewußt sein verloren hätten und nun den eifrigen Be kchrungsoersuchen englischer Missionare preis-gegeben seien. Er mahnte die Juden der Kulturwell in leic>enschartl׳rb»n Wor'.en an ihre Verpflichtung, dem »׳eshick dieser Brüderrrx- ש;שב־ כין ihre Aunnerk samteit zu'uwenten und schlug vor, überall .Komitees zu bilden, die Spenden in Geld, sowie und Ritualgegenständen eulgegen.zunehmen hätten, und empfahl ferner, drei Vertrauensleute nach Abenimien zu entsenden, welche sich der Ausgabe unterziekrn wür den, die Kenntnis der Geseyeslebre bei den Falaschas wieder zu ernv-len und sie für die jüdisch Levensaus gäbe znrückzngewinnen. In einem anderen Artikel des Ieschurnn von demselben Jahre behandelte Rabbiner Dr. Guggenb.kinier דצ־י־ ausführlich die Frage, ob die Falaschas Wirklich als Juden zu betrachten seien. Au» Grund einer Gutachtens des R. David b. Simra, das sich in dem zu Livorno gedruckten Teile der ״:׳י r ־r ,־•צ —vr besindet, und anderer Nachrichten, koinmk er zu dem Resultat, daß die Frage entschieden zu bejahen sei. Er stellt fest, daß die Falaschas Juden sind, deren Vorfahren mindestens vor 18»» bis 2»»0 Jahren in Abessynien ein wandertk׳,. Daraus erklärt sich, daß ihnen die Kenntnis der mündlichen Lebre. die ia erst später niedergeschrieben wurde, abhanden gekommen ist und daß sie nur die 24 Büüirr der Bibel — nämlich in ihrer Sprache, dein Ambariscken. besitzen — ferner auch, rab sie von der Zerstörung des zweiten Tempels nichts wissen. Die Eristenz schwarzer Falaschas ist leicht zu verstehen, wenn man bedenkt, daß die Falaschas einst unter selbständigen Königen lebten, die verfchiedentkich, so z. B. im 1». Jahrkundert der g<w. Zeitr-chniing. die Oberherrschaft über die anderen Könige errangen, und daß in solchen Zeiten zahlreiche Nebertrine zum Judentum vorgekommen sein mögen. Die Falaschas mit äthiopischem Nassentupus sind eben Nachkommen der zum Judentum übergetrerenen Eingeborenen. Rabbiner G'.iggen; heimer bezeichnet es als den höchsten dringendsten, uns allen obliegenden -ac, ״die Mittel her beiz»sch.1ssen. um unsere avessnnilwrn Glauben genossen zur wahrhaften Erkenntnis der görrli. m Lehre gelangen zu lassen, und ihnen hierdurw . einzig« Waffe zu reichen, die zum sicheren Sie. hden durch die Bekekrungssucht ihnen beveirstebeu Kämpfen erforderlich ist." Trotz aller eindringlichen Mahnungen >nc׳ Männer ist noch bisKxutc nicht» für die Falaschas gesa»i>e׳>. Die Missionare!edvai haben ihre Tätig kei: fortgesetzt und und auch jetzt eifrig am Werk. Es ist sonderbar, daß die jüdische Well, so opse'bereit sie sonst ist, sich hier von den Proselytenmachern de׳ schämen läßt. Herr Feitlovitch, ein junger Forscher, der 1!4«יי Abessnuien bereist hat. spricht die Heber zeugung aus. daß die früher zahlreichen, glücklichen und bevölkerten Gemeinschaften der Falaschas lang inm durch die vereinte Tätigkeit der M i s s i o n a r e und der christlichen Häupter des Landes verschwinden »׳erden, w e n n die Juden (Europas ihnen nicht z » Hilfe kommen. Wir geben aus dem Berichte Feiklovitch's hier einige in ieressantc Auszügen Am 2». Juni 1!>»4 erreichte ich Adoua, die erste Stadt des Ntgus. die man auf dem Wege von Erntbrca antristl. Hier ist die Residenz des Dedjadje Garesselassie, des General Gouverneirr» dieser Pro vinz: als ich in diese Stadt einzog, stellte ich mick׳ dein stellvertretenden .Kommandanten des Dedjadie vor, da Ictzirrcr sich zu der Zeit im Lande Ekvus beim Negu» befand. Dan? >>en Empsthlungen, die ich für ilm hatte, nahm er mich gut auf und ließ mich von einem seiner Onizicrc mit seinen Soldaten bis nach Aroum be gleiten. Dies ist die frühere Hauptstadt des äthiopischen Reicher und liegt eine halbe Tagereise weit von Adoua. wo, wie man mir gesagt hatte, einige Falaschas Familien wohnten. Bei ineincr Ankunft in Aroum, der Hauptmann von Adoua batte inir eine Eskorte mitgegeben und mich dem Oberhaupt von Aroum empfohlen — stieg ich bei letzterem ab Auch hier wuroe ich nicht weniger gut ausgenommen, Er gab mir Aliskiinst über die Bewohner dieser Stadt und ich hatte bald die Freude. mit eigenen Augen die Eristenz der?falaschas von Aroum zu 'enstatieren. Unter dem Vor>״ande. mein Feldbett reparieren zu lassen, ließ ich einen dieser Falaschas holen, die selben steben in dem Ruf ״alle Handwerke" zu ver slthen. Aus diese Weise konnte ich, ohne Mißtrauen zu erregen, zum ersten Male mit einem von ihnen sprechen. Ich richtete Fragen an ihn, ich versuchte von ihm ausführliche Details über die Falaschas dieser Stadt zu erfahren. Dann forderte ich ibn auf, mich n>it einigen seiner Gefährten zu besuchen, um eine allgemeinere Unterhaltung zu haben und zwischen uns regelrechte Beziehungen herzustellen, durch die ich nijch immer besser über ihr Wesen unterrichten könnte. Tags darau' einpsjng ich den Besuch mehrerer Falaschas, mit weichen ich mich ausführlich unterhielt. In diesem Gespräch teilte ich ihnen mit. daß ick» ein Glaubensgenosse von ihnen sei. Es kostete mich Mühe, sie davon zu überzeugen, sie wollten es nicht glauben und sagtcii: ״Alle «Europäer, die zu uns kommen, saaen. sie seien Juden, das ist aber nickt wahr. denn sie haben alle das Evangelium gepredigt. Es soll llbrigei.s keine Inden weiter aus der Welt geben. Es wird bald vierzig Jahre her sein, da kam auch ein Weißer her, der tick Jude nannte, er hieß Josef'»! auch er hatte uns die Eristenz der Juden in Europa versichert: er batte uns versprochen, sich für uns zu interessieren und seine Brüder, die eine Gesellschaft zur Bildung und Belehrung ihrer Glaubensgenossen gegründet haben, zu bitten, daß sie uns Lehrer und Rabbiner ckücken, auch uns zu unterrichten, damit wir reckt auf den Wegen Moses wandeln. Zu diesem Zwecke ging einer unserer Brüder mit ihm, um zu studieren;,י!״ unsere europäischen Gefährten zu sehen. Nun. wir haben niemals irgend welchen Beweis der Sumvakbie, nickt die aeringste Nachricht von diesen weißen Juden, aus die wir unsere Hoffnung und unser Ber'rauen gesetzt, erhalten. --Wir hatten tan Weg gesucht: wir wollten bis Jerusalem geben aber wir konnten ihn nickt finden. Es ist also ckcker. daß nickt allein dieser Joftf tot ist. sondern auch alle 1׳ sie iprarben bau Z»oteph Hal-vv.

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