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Der Israelit · 1906-05-29 · 22 (29.5.1906) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
22 (29.5.1906)
Date
1906-05-29
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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ml i Aus\XJe t f uncf JLek illustrierte Beil i sraeli 1 c»Ae zum Ltätten ver Thora in Deutschland. H. Lin Ausflug nach Höchberg. (-cblußi Nachdem wir so die vrllichen Verhältnisse und das .vnitptfätftlidhfte aus der geschichtlichen Vergangen׳ ׳!eil Höckbergs feinten gelernt,') treten wir der dorltgen Talmud-Thora-Schulc naher. Wenn auch so vieles im Laufe der Zeit sich im Gcmrindclcben geändert, das :!בי־ רד des ר־ אלעזד דל ist sich gleich gedlieden: denn?הדד? "יא köunen keine Konzessionen an den Zeitgeist macken. Nicht als od mau den gerechten 'Anforderungen de Gegenwart keine Rechnung trage! Ist doch die?"?-Schule — wie oben betont - - eine den königlichen Anstalten gleickaeordiiete Präp.irande»- schule. Da? Erfreuliche ist nur der sich in eiserne׳ K onieguenz gleichbleibende jüdische Ol ei st in ihr. lind biefen (Meift hat ihr die machtvolle Persönlichkeit des großen Gründers דל unvergänglich cingchaucht, ihr den Stempel seiner (Hröße ausgeprägt für immer. Die Schule ist sein Lebenswerk. ihre Geschichte seine Lcbensgeschichle. Ehe wir letztere skizzieren, wollen wir der Anstalt erst einen Besuch abslanen. ) Ich trat durch einen kleinen überbauten Hofraum ein, an den sich, rückwärts gelegen, der eigentliche geräumige Hof anschließt. Von diesem führt eine Pforte nach dem sogenannten Spiel- und Tummelplatz, der erst vor vier Jahren um fast 7000 Mk. erworben wurde, eo. auch zu einer Vergrößerung der Anstallsgebäude. Einige begucme Stufen führen in den Parterre-Raum des Hauses, der vom .staffier Der Anstalt, Herrn Samuel Eldod bewahr! wird'). Mit freundlichem ישליש עליבש empfing mich der Genannte, ei» Vetter von Rabbi Elosor, und seit dessen Tod (1H76) Kassier des StifiungsvermögenS. Ter?בן ׳שסיניש יגבור ist nicht nur durch sein Ehrenamt als Kassier mit der Schule eng verwachsen, er lebt auch in der Erinnerung aller ehemaligen Schüler der Anstalt als der sorgfältige Hüter aller frommen Traoitionen aus -'s Zeit. Diejenigen, welche R. Elosor C. selbst nickt kannten, haben doch eine Vorstellung von denen peinlicher Beobachtung der Mizwoth, von dessen Feier der ׳"־ט r׳rישב, von dessen tiefer Andacht beim liebet, von dessen opferfreudiger Hingabe an die Anstalt und ihre Zöglinge durch Herrn Samuel Eldod! Es freute mich ungemein, den Kassier und seine ihm ebenbürtige Gattin so rüstig zu treffen wie vor mehr als 2,'» Jahren, und ebenso הדף בכד«״ח wie von jeher. Auch dir gcgeuwartige Schulerfchar zahl! ibn gewissermaßen zu den Lehrern der Talmud-Thora durch das vorbildliche, ganz der >ידדה ׳׳(בהד gewidmete Vebcn. Mit Rar und Tat, in väterlicher Liebe und Hingebung stets Lehrern und Schülern zur Seite stehend, genießt er bei beiden die gleiche Verehrung und Achtung. Ich hatte den ehrwürdigen Herrn beim?":ישיש und!????-Lernen gestört und wurde mit Beweisen echt jüdischer Gastfreundschaft überhäuft, denen ich mich indeß — da die Zeit meines Ansenthallcs kurz bemessen war -- entreißen mußte mir den besten Wünschen für sein und seiner «Gattin ferneren Lebensabend. Im ersten Stock des Hauses befinden sich die Lehrräume. Im Flur, von dem aus man in jeden der drei Kurse gelangen kann, sehen wir den Gesamt׳ stundruplan hangen. Ein Blick darauf lehrt, daß hier nicht nur חיב״ש mit נביא־ש, ריש"׳, jüdische Geschickte, Tksilla-Uebcrscvcn, Grammatik. Miichna und Gemara gelernt wird, sondern auch alle profanen Disziplinen einschließlich Musik.(Gesang, Violine, Klavier, Harmonielehre.׳ Stenographie ist wahlfreies Fach genannt. Der Stundenplan zeigt uns ."> Lehrkräfte an, davon 4 jüdische: Vor allem den rührigen Hauptledrer Herrn 1) ^)nrereinereii diieiteliwcki. duh der Veüi unLer Der ,Frank;. .Na." und ehemalige :'!?׳chtta-sabgeoidnere Leopold Lvnneman» ans Höchberg stamm;. 2' Bei den (ibrn'tfn E>.» spricht man beute noch non dem ÄnstaltSgründer »nter der kurzen Bezeichn»,.g .Red Loser'. 3, Ter «rilnder batte da« ganze Kebaude tür die -Lute erworben »n Berein mit »e.nen Verwandten, der Fam Eldod. Asstaltsgebaiide. IN. Esckweae, den ersten Präparandenlehrer Herr:! L. K. Ehrcnreich und Herrn Emanuel Eldod, Sohn des Anstallskassiers. Von den christliche» Lehrkräften ist einer als 2. Präparandenlehrer angestelll, ferner fungiert seit Herbst 1004 noch ein jüngerer jüdischer Lehrer. Zu meiner großen Freude halte ich Gelegenheil, dem jüdischen Unterricht anwohnen zu können. Ich war erstaunt über die prompten Antworten, welche auch auf schwierigere Fragen aus der t*)׳:r??׳? erfolgten. Da konnte man mit großer Sachkenntnis sprechen hören über die verschiedenen r־r)״:, über *'•וי ייייי• יך" דייי fi #יי •y**" 11»1K *וי •*יייייי h0T Vtt# 1 1, < 1/1 1« ^׳—י IIE » , m/it 1•»« ׳ •ייv / , mvv* v»v?אבו־ פלא:׳ und die הילד׳־, über .j'iv דאיי״?א, über הגי טישא? ׳טהרה, kur; über alles, was man nur durch regelrechte? ,Lernen" erreichen kann. Wo sind heutzutage »och solche Begriffe heimisch im Volkes Sicher gehört hierzu Quellenstudium, reguläres .Lernen", bei dem selbst — nack den! A»׳-׳pn!che der Gemara der traditionelle .Nigun" nicht Nebensache ist. Welche Müde kostet es aber, die jungen Leute, meist ohne besondere Vorkenninisie den Volksschulen entnommen, soweit zu fördern, eine MO'chnad mit Bartinora oder gar ein Stückchen Gemara mir Raschi und leichteren Tosesoll, zu ecsassen! 'Welche Mühe mach: hier schon das Lesen, das Abteilen von Frage und Antwort, abgesehen vom logischen Verständnis! Da hilft keine «Grammatik und sonstige» Univerialnnttel. da Hilst kein Mundspitzen es muß gepsiffen werde». Wie die Verhältnisse nun einmal liegen, können wir für das .Lernen" nicht warten, bis uns die Grammatik als Mittel zum ,׳'»weck zu Hilfe kommt. Wir müßten dann gar zu sehr warten: es muß frisch angevackr werden! Dabei gewinnt ja auch sofort der Grammatikunterricht wieder, von welcher Tatsache ich mich bei meinen Ehanukabesuche in H. zu meiner größten Freude überzeugen konnte. Freilich muß der Erfolg auf das Konto der strengen Achtsamkeit des Lehrer» aus durchaus korrektes Lesen gesetzt werden. Daran, wie überhaupt an Ausdauer und Geduld, lassen -s die Lehrer der Talmuy-T Hora-Schule nicht fehlen. Beim Mischna und Gcmara-Unterricht hörte ich auch רב?׳ א:ד?א, welche den Unterricht und die ganze Klasse belebten, selbst die jüngste» Zöglinge P' ■ UU^lLTUimU.1 U'״l,״״״ll״,״״״ .״ i‘. an den ieliaen Stifter der Schule. "?'?-:׳ביט. . den schönen und köstlichen Lehren, die hier I in anzithender Form vorgetragen wurden, lauschen zu dürfen. Da« Bewußtsein, eine eigenartig hübsche Ehanukafeier zu genießen, erfüllte mich in dieser Stunde. Sind doch die Hasmonäer nur zur Ehrenrettung der .הד? ins Feld gezogen, ist doch nur um der?אפע Preis ihr und aller andern Helden Blut gkffossen. Der Geist solcher Streiter aber kann nur in einer solchen Schule erzeugt, nur im .Lernen" gesunDcn werden, und Rabbi Iochanan den Sakkai hatte Recht, wenn er in seinem Schar»- und Fernblick für das Judentum und dessen Ausgabe von dem römischen Machthaber nur die Verschonunq der Lehrbäuser zu Iabne auSerbat. Dort wurden stärkere Waffen geschmiedet als Die römischen es waren. Die Grundidee des?:׳:?-Festes tritt einem gewiß viel erhabener und lebendiger vor die Seele in einer?'?-Schule als bei io mancher modernen .Makkabäerfeitr." die nicht jüdischen Eharakter trägt. Daher kommt es auch, daß das Fest der Thorarcttung gerade von deבהי־יט!,׳ einer?׳*ביב io recht begangen werden kan», sie bringen ihm das innigste Verständnis entgegen, wie ich mich auch in Höchberg überzeuge» konnte. Der Grundsatz der Schule:?׳:??"? עש דיך אי war ja auch die Kampf Parole zwischendrin Judaismus und Hellenismus der Syrerzeit. Ich bemerkte zu meiner Freude, daß neben positiven Religionskenntnissen den Schülern auck Hinweise auf die Erscheinungen der Zeit, die von verderblichem und gefährlichem Einstuß sind, übermittelt wurden. Da» ist ein Gebot der Notwendigkeit, ׳: לאפיליישr?r דע מה! Es ist klug, die jungen Leute im voraus immun zu machen gegen da» schleichende Gist einer seichten Aufklärung des Unglaubens, eS ist ratsam, frühzeitig genug neben der Kelle zum Au'bau auch die Waffe zur Abwehr zu reichen.

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