Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 22 (29.5.1906)
- Date
- 1906-05-29
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Air. 22. ®eite fi. * ''Ter ,Israeli«. 29. Mai 1906. (^S^LAVSMÄLVLLLlN!?mcL stiLLlki^Lkrrn. deutsches Reich. Der allgkMkink Aabbmervkrbanö und dik Lknlralorganisalion. «2i»,1 unserem.tlr,rrespondenlen.> 1*. 'Berlin, 27. 3)iai. Koma locuta eM! '.Uiit allen flehen eine Dumme Kai der ״Zentralausschuß des deutschen Raobin.rverbandes" die Grklärung tum Beschluss er Koben, die wir in Dir. 2>> mitzuteilen in der Lage waren, wonach er sich ״mit aller Girtschiedenheil gegen alle Bestrebungen aussvr'ckt, die aut staatlich tu organisierende lonststoriale, snnodale oder ähnliche Ginr! htuugen innerkal!׳ der jüdisctren Gesaintbeit hin sielen". Diesem ersten Teile bat er einen zweiten anaesuat, wonach er ״in der Einrichtung von staats gesetzlich ansiierlennenden Betirtsravbinaten, wie in der Einrichtung von Landes und Provin;!alver künden die;weckenlsvrceirendste Lösung siebt, »in den besonders in den!leinen «Gemeinden obwalienden t'Nißständen cnrg׳aen;11trk1cn". Die ent'chiedene Absage. weiche der eene Teil der 1frflär»na an die verlmngiiisvollen Agitationen für Beglückung der vreusischen ^udengemeinden mil dem RostnUhen i^etenentwurr erleilt, in mit unge rei'.ter trcurc tu begrüßen. 'Wenn eine Körversckqs,, in -er ncken aefe״cvUenen Rabbinern die radikalsten Reformer ihren Blak, einnedmen, ihre Trimme warnend a.egen die ara"ierende Zevtralisteriingssnc! t erbeb:, io wird man den dagegen gerichteten Ad 1oehrdest׳ekungen süglick nicht länger das Stigma der Benrclling ״rückschrittlicher" jldeen anbasten, sie nich: der Anwaltschaft rür ortkodore Austritts und Devarationsaeliißc׳ teiben dürfen. Zur dem Zentral aussch-uüe des .Rabbiner 'Berbandes sitzen tudem Männer, •it aus nächster Nabe und am eigenen .׳;örger ^ie vmeiseibatten Segnungen der Badisch׳» D!״rrarsversavung tennen gelernt baben, denen das Würuembergische. das Glsästisckk, das Bäuerische V->t׳ast׳!nass׳astem wobl bekannt und veriiaut in: er vereinigt Llertreier der altt'retit',Heben Pr> vinten m׳' ihrer uneingeschränkten istem׳indea»t-׳no1n>e mit den Prooin;ia! und Landrabbinern der neueren Irr werkungen. in denen die verschiedenartigsten Drgani ׳ati-meu und Berwaltunastorme» stck bi-,- aiu den heutigen Tag -׳rbalten Iiaaen. '.Uian wird gegen eine i■ tus.riiimeirgesttzle Bersammluiig deii Bor wur׳ der Boreingenominenbeil für oder gege!, ein Dvstem schwerlich erbeben können: man nird ihr die Dachlenntnis und llrteilssäaig leit über bas. was in Aabrkeit den jü-isclren Gcmcinbei: a׳n meisten trommt. nicht gur al'snrechen können: und endlich, man wird :uaeüfhen m.iner> יי.יז'\ mären die Dckädli.bk eiten des bis beria-'n Zustandes ׳uirtlich '0 grob. >״ie ne mit arger Uckenrei'״>ng non den?Hibrern d<-r Zentralisterunas bcweguna stets geschildert werden, unmöglich die Ge. meindeautonomie eine so ungeteilte und uneingeschränkte Anertenn.iing. die Beschränkung derselben nicht ein» so »inmrilige Abweisung hätte sinken können, wie ne in jener inflärnna tum Ausdruck kgt. D>e .Gerren von: D. tst. B. iu׳rrden also au! daran tun, el'vas Wasser in ibren Nein tu schulten: dab. gegen den Willen sämtlicher Aal׳ bi ne 7 B׳.cr.s>!!s lediglich ihnen tu Gefallen. die Regierung die «Gemeinden ihrer Selbständigkeit berauben iollie der dlohe Gedanken schon entb-'ilt eine io de leitigende Insinuation, das. er besser unausaesprohen kleibi. Die Bedeutung jener Erklärung als eines v׳r urteilenden Berdikrs von nicht tu iiberdietender Deutlichkeit und Entschiedenheit über die Wühlereien, dir nun seit Jahr und Tag die preußischen Gemeinden beunruhigen, kann daher nicht hoch genug eiliges hätzt werten, .׳tonnte man nur der Erklärung;weiten Teil dasselbe Kob erteilen! Aber hier trifft, leider, das talmudische Wort zu י״ r*״ •;r~ •־־א׳*••;ל ל. Das diplomatische Geschick der Herren Rabbiner bat bedauerlicher Weise nicht ausgereicht zu ermessei׳., daß es ein verhängnisvoller Fehler in, einen Gegner het« 'Wfl <• י• VJ« wS« “V *(»»»« V«. «v« vü j tuiimi, viv «. tv ju^uv wv ^ivttuuti״ sierung erhoben haben und tragen, auch nur das kleinste Zugeständnis zu machen. Männern, die gewillt und daraus gefaßt sind, den Kamvs gegen eine Anschauung und Uebung, welche in der gesamten preußiscl>en Beamtenhierarchie von den höchsten, verantivortlicksten Dtellen bis zur letzten, Nachgeordneten Behörde bcrrscht und wurzelt, zu führen: die einem Abgeordnelenbause von der Zusammensetzung des Preußischen, einem Herrenhause von den Allüren des Preußischen die stets verweigerte Anerlennung der jüdischen Religion als notwend!g'׳e Voraus׳ setzuug jeder staatlichen Organisation der Gemeinden abringen zu türmen vermeinen: die nient nur die Gegnerschaft der Drthodoren, sondern auch die wider snebenden Einflüsse in ihrer eigenen Mitte nickt fürchten zu müssen glauben: Männern dieses Schlages und von diesen Dualitäten imponiert man nicht durch Entgegenkommen, sondern indem man der Hartnäctigkeit ihrer Aspirationen allerorten eine ebenso tielbewußle Unbeugsamteit entgegensiellr. Hätre dt um die Erklärung sich auf ihren ersten Teil deschräntl, sic wäre als .Kampfruf binausgeklungen in die Gemeinden, die nur des Losungswortes harren, um ibrem Widerwillen über die in ein paar Berliner Dalons und Rechlsaiiwallsbureaus still aber emßg betrieben- Wühlarbeit einen tranigen Ausdruct tu geben. Der tweile Teil hat diesen tiinbruJ .terücn; er muß und n'irb jenen Helten als eine Verbeugung vor ihren Bestrebungen, als Baustein tu einer Brücke ei scheinen, über welche die vorerst :war noch feind lichen Brüder am. Ende doch;u einander gelangen können: er har aus der ,fantare eine Ghamade gemacht. Allein, nickt nur als taktischer Bcr'stoß. sondern auch in materieller Hinncki stclli sich dieser;weite -3au der Erklärung als ein ichwerer Tvehiairifr dar. Gr ficht in der Hinrichtung von ngglsgesetzlicb an;u - erkennenden Berirksrabbinaten und in der Bildung von Provi;ial oder Landesverbänden das Heilnrilte!, welches die schweren '.U'ir.nän't׳. die da und da׳:, namentlich in kleineren Gemeinden obwalten, mit Erfolg bekämpfen soll. A'r!n, auch beule schon können beliebig viel Geincinben stcb einer Rabbinatsgemeirrdc anschließen und unter ihrer Tübruna ein Betirks rabbinat b-gründen: auck beute schon können — und es in m'brw.ch io versabren worden die;stenieinden eines tltineren oder größeren Landab'chniirs sich;11 Zweckverbänden;usammenschließen, um den leii: urigsschwa.chen schultern Lauen abrunebiuen, weiche in ihrer Berteiluna auf mehrere, kräftigere kaum als Beschwernis emp'unden werden. Beschränll i:ch die Gr'.läri.ilg darauf, den Ausbau dieser auf den Grundlagen der freiwilligen En'shlicßuna begrün beten, bisher allerdings wenig geübten Praris weiteren Mreifen :1! emv'eblcn זז»יי' י!richten! Zwar wird die lrorderung staatlichen Zwanges nicht ausdriiitl'ch au>7-ges:׳rochen: aber sollen die Worte ״staatlich antuerkennende" überhauvl einen Ditz er geben, so lann es gar kein anderer sein, als der des Berlangens nach obligakoriseber Zwangsorganisation, unter Benübung vom Dlaate hierfür tu gcwäbreuder Machii'ittel. Das lieat so klar aus der Hand, das; eine Beweisnibrung erläßlich er»aheint. Hat ja doch der preußische Dtaal schon das geringe Bloß von ״Anerkennung' , das er den Ginielaeineinden bisber als Instituten des äffentliehen Rechts niertennl, mit einer siaatlickcn Drganisation, dem Parochio.l;wang 1יי ♦ •««)» י4>« 5,1׳ ii »י<לץוי ♦?י u«1l t ui •,m« יי י * .»<(•«!•׳ «-,» ... größeren Berbänden sollte er die ttaatliche Aner kennung ebne Zwangsorganisation;u;uaesleben ae neigt fein?! Und bierin liegt die große Gesabr dieses zwciren Dat.es der GrNarung: Gr lomml den Neigungen und Wün'chen einflußreicher >t reife, welche aus die Zentralorganiiaüon der preußischen Iudenaemeinden hintielen. ein ante•:• Drück entgegen, schwächt dadurch den entschiedenen Ausdruck der Mißbilligung, welche -er erße Teil für diese Be itrebungen fand, aufs Allerempfindlichste ab und liefert den Gegnern gerade;» die Waffen zur Bekämptung der eigenen Dtellungnahme. Was der Bordersatz ״mit aller Gntschiedenheit" zurüctweist. wird im Hintersatze auf Umwegen unbeabsichtigter Weife wieder eingeschmuggelt, und es ist ein Widerspruch seltsamster Art, wenn in einem Atemzuge mit der Adlebnung der staatlichen Organisation der Gemeinden die Ginrichtung staatsgesetzlich anzuer!rnnendec. d. h. ßuc>cl>el, ju vrganiuerenoer Bezirksrabbinate und die Bildung von Landes und Pro vintialrerbänden für wünschenswert erklärt und gefordert wird. Do iverden es die Herren vom D. I. G. B. lesen und — leider! — mit allzuviel Recht. Denn sind die Mißslände in den kleinen Gemeinden groß genug, um ihre zwangsweise Zusammenlegung zu Betirksrabbinaten und Provinzialverbänden als dringend erscheinen zu lassen, so iß es bis zu der Krönung des Ausbaues dieser Bezirtsrabbinate durch eine geißlicke Dberbehörde — die Religionskonferenz badischen Musters nur noch c i n Dchritt. den nach so dielen, vorhergegangenen zu tun, nickt allzu schwer sein möcble, und die Provinzial- und Landes verbände schreien ja förmlich nack einer weiteren Zrnainmenlegiiirg zu einem den ganzen Dtaat umfaltenden Ziveckverbaiid. der, mit lind obnc offizielle Dignatur, in Wirklichkeit nichts anders ist, als die im ersten Teile des Antrags ״mit aller Gntscl,jeden beit" abgelehnte ״snnodale Einrichtung". Hier, wenn irgendwo, kann es nur ein ״entweder — oder" geben! Gnlweter man schätzt die bisberigc Gemeindeautonomie hoch genug ein. um diesen Borzug, der den Neid weitester Kreise innerhalb der evangelischen Kircbengemeinschasl unserer Tage erweckt, nickt für das Linsengericht der bequemeren Abstellung obwaltender Mißständc einrauschen und opfern zu wollen — dann muß malt dem — allerdings noch zu weckenden — Vkraurwortlichteitsgesübl der Groß gemeinden auch das Berlrauen sebenlen, daß es gerade aus dem Dlärtebewußtsein seiner uneingeschränkten Tvreiheit die Pflicht herleiten wird, in freiwilliger Gntschließung und 'Leißung den kleineren »lemeinden die H:!se zu bieten. a»s welche ste zwar keinen recht׳ licken, aber den moralischen Anspruch haben. Dder: man glaubt nach der bisherigen Grfabrnng. dieses Bertraucn nicht hegen;:! dürfen, ball anderseits die benebenden Mißstände für so drängend, daß man, ibnen abzubelsen, ein Drück der Delbständigkcit glaubt op'eru müssen: dann ׳'oll man sich und andere nickt darüber tauschen, das; hier der Anfang vom Gnde gemacht, daß mit der Grrichtnng staatlich organisierter Zwangsverbande der Gemeindeautonomie das Grab gearaben wird. Tertim» n״n datuv; die Herren PhiIippson . N o s i n und Ge nosteu werden schon dafür sorgen, daß diese Konsegnen; ge;ogcn wird. Welcke Lehre sich hieraus für uns ergibt? Nicht müßia tu sein und die Hände nickt in den Dckoß zu legen! An den Gemeinden liegt es, deren Dache ja verbände!: wird, ihre Dtimme laut zu erheben und ihre Meinung rinzweideutig zum Ausdruck zu bringen, daß ste nickt gewillt stnd. von dem kostbaren Besitz ihrer Delbständigkeit auch nur den kleinsten Teil preistugeben und daß sie Borteile turücktuweisen enlichlosten sind, die nur um staatliche Bevorniundung für sie zu haben sind. Daß auch ans dem Wege der freiwilligen Leistung Gutes geschanen werd.׳n kann, das bewein der Rbeiniicke Gemeindeverbgnd. das lehren die Grsahrungen in Bauern. Diesen Dti'umen werden die Rabbiner sick nickt verschließen rönnen. Und geben sie ihrer Grklärnng zweitem Teile den Laufpaß, 10 kann man deren ersten um so freudiger begrüßen, als ein vernichtendes Verdikt über die Wüblarbcit der Zwangssanatiker. Kesten Wucht nickt überbotcn werden kann. H t ז! *! זז י׳ r ז f!, —T. ^c!1nub־ Tborg.sck.1le und Iesckrbah ״Ez Gbajim" in )eru salem. die von Dckülern besuckl wird, ist infolge des Ausbleibens der ruffifchen Dpendcn in große Bedrängnis geraten. Dazu kommt noch, daß sie eine große Antabl neuer Zöglinge. Kinder von ans Ruß land Ausgewanderten, aufnebmen mußte. Die Konen der Dchule dctragen monatlich etwa 8(>X>?frs., r nd es ist dringendes Grrordernis, daß unsere südiscken Kreise es nickt an reichlicher llntersrützung