Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 22 (29.5.1906)
- Date
- 1906-05-29
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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יזי׳. Mai I!--;. ler!Utael». einzusehen. Wun ׳'eblt es allerdings unserem Jieli gionsunterrichte nicht an gemütbildenden 2toffen; biblische unt jüdische Geschichte bieten fit uns cid mehr in rticbtr!fülle dar. Allein wir türfen nicht vergessen, daß sie inhaltlich und zeitlich unseren Ver bältnisien mehr oder weniger lern liegen. To augezeichnet sie sich also auch für die reif rt fugend als Unterlage fiir religiöse Belehrungen und Be trcchtungen eignen, so bieten sie uns doeb nur wenig Geiegenixii, dir c r ü c n religiösen ünieriveisunge» unseren Kleinen zu veranschaulichen,!für ab ftraftc Lehren aber in das Kind weniger empfänglich. Lagen wir ihm immer und immer nur: ״Diedarfst du tun und jenes mustt du unterlassen," teilen wir ihm von!f׳st- und Trauerzciten stets nur trockene Tatsachen mit. die es vielleicht gar nicht einmal ganz erfasien lg .. io können wir keinen Eindruck auf sein Gemüt ."den. Daraus ergibt sich aber die Rot wcndigkeit, solch.׳ Unteriveisungen zu veranschaul i ch e n. und dies kann in besonders wirksamer Weise durch religiöse Erzählungen aus ״?m kindlichen A n s ch a u u n g s k r e i s e geschehen. Die eignen sich nickt nur fiir das vorschulpslichtige Alter, sondern auch ganz wohl für die ersten Tchuljahre. Mag man in neuerer Zeit di? ״moralisierenden" cfrzählungen noch so sehr ve:urteilen — einer aufdringlichen Moral wollen auch tvir nicht das Wort reden —, hier in das .Kind der masigebendste Beurteiler. Teit Jahren ist meine lehre llnterrichtsstunde vor Tckabbos eine Reliaiousstunde. Da lasic ich es mir nicht nehmen, besonders wenn irgend ein!festtag bevorüebt. Wesen und Inhalt des zu besprechenden Gegenstandes am Tchlust'e der Ttunde in einer meisi selbster'undenen Grzäklunq den Kindern innerlich näher zu bringen. Da ist es stets erhebend für mich zu beobachten, wie in solchen Ttunden die pemlichste Ruhe und grönte Aufmerksamkeit herrscht, wie die Augen der Tchüler förmlich an den Lippen des Lehrers hänge״ und d:n tsirsvlg sebc ich, wenn ich nach der Ttunde aus den Gesprächen der Kleinen entnehme wie herrlich sie das Gehörte in sich verarbeiten. Mit einer ׳olch angenehmen und aew-st cr'vriest lichcn llnie-baltung sollte besonders der Baker Kinen Kindern die schönen Dabbatstunden würzen, abge scben von dem ernsteren ״Lernen", das aewist auch nicht zu kurz kommen darf. Wenn er dann siebt, wie sich das .Kind aus ihn und auf den TchabboS, aus den Tckiabbos und aus den Vater freut, wie es so die Begriffe vom heiligen Ruhetage und vom Zusammensein mit dem geliebten Vater miteinander verknüpft, so wird es ihm als eine grosie Versündig ung erscheinen, wenn er sich durch sogenannte gesell schädliche Verpflichtungen, Betuch von Theater und Konzerten 1n>\ von der Grsüllima seiner Vaterpssichten abhalten lästt. Vielleicht gewinnt er dgnn auch die Ileberzeugung. dasi er ke׳ne Ttunde nut׳.- bringender verwertet als die. die er d:r Grziebnng seiner Lieblinge widmet. Die Stätte der Offenbarung. Von Rabbiner Tr. Hermann Klein, stronstadr. In des!frühlings reichstem Tchmuckc nabt uns das!fest uniner Gesetzgebung. Wenn die Erde ihren Trbost erschlicht, um die zahllosen Lebensteime. die sie verhüllend barg, den Ttrahlen der Tonne entgegen zu senden, naht uns der Tag, da für Israel die Zeit des Lenzes war angebrochen, da Gott kam vom Tina! und ibnen von Teir leuchtete, ausstrahlte von Para״ her: da er kam mit Mvriaden des Heilignims und das!feuer des Gesetzes ihnen brachte in ׳einer Rechten: da Iisiroe! bebend empfing sein heiliges Dort. Und was in der Menschenbrust verhüllt ge schlummert, rang sich ins Dasein und all die stummen Regungen des Herzens die ohne Ziel und Richtung in dumpfer Tckweiat'amkeit hatten geruvr. erwachten bei dem göttlichen Rufe und drangen empor zu Gott als heiliges Gelübde. Der Tchöpfer rief ׳'ein Ge׳ schöpf und eS folgte freudig und willig dem Rute. Damals ward die Täule ausgestellt, daraus der Welten ewiger Bau sich gründete. Die Verkündigung wurde ans gebracht, die Perheistung. dasi zwischen Grde und Himmel, zwischen Gott und dem Menschen ein inniges, unauflösliches Band sich schlinge. Ter Traum unseres Ttammvatcre Jakob ward Wirklich׳ licdkeir: eine Lener irano aut der Gr"e. -eren Tvitze dis in ren Himmel reichte. Und diele Leite? war Kr Tinaiberg, er stellte die Verdinduirg zwischen Himmel und Grte her. Und das-, es gerab? der Tinai war. den sich Gott zu seinem R'icterlasien erkoren, diese Tatsache verleibt dem ganzen Alte ter L'senbarung ein eigenartiges Gepräge, vermittelt uns Lehren von bekeukenber Tragweite, erteilt uns Antwort aus so manche!frage, die un'er Innerstes U! 4•* י)!'י «» f n« «•1' < <4 י) «if «f U •Ci VV,VVM4׳ •Will*» |W UIWHUI' '• . i U » | V . fV* M V in unserem Geschicke. Da ter lönigliche Tanger dir aönii.he Lüen tarung am Tinai schildert ver'ent er sich im Geiste au den!fus, jene» Berges, der ׳ür das ^.ibenrum wie ׳'irr "ie ranze aestttere Menschheit ein eiuz-.z artiges geschichtliches Denkmal geworden ist. Und indem er den Tinai ׳->bückt, sievt er auch andere ׳ahl reiche Hüae'tc'.ren und Bergeskuppen. es bat den Anschein, als blickten sie alle nüi Reib an׳' den B.״g (''citfC* ttiit 1U »fine Vf 1׳tlieft!? 11 '1׳ lirt? T/» ruft ׳h.icn der töni z'chc Tanger zu :— ,-־ד־ ־.־צ־ י':צ־־ ::r- ״ דד־ ־:־ א—־ט -יטב־.- אז־Warum erl ebt i(r eil'. ibr iagenden Berge gegen den B rg tcu ׳'׳ch Gott zu scinem Wohnsitz erioäblr, auch w cd 'Lcn für ״׳■iw! in feine Ttakte nehmen." Tie Gotirsriabe ist nicht durch irdische MaGtarösi.r de dingt. Gott bat dies ׳owohl bei der Wahl ׳eines Volkes, als arich bei der Wabl jener T'a::e, ans der rr sich seinem Volke ofsenbarte, in nicht misizuver stehender dorm d.rrgetan. Gott verschmäht die Völkerrie'en und erwählt sich den 'Kötter iwer! zu seinem Volke. Gott geht achtlos an der Beraesrie'e» vorüber und erroäült den Ver׳ Tinai zur Ttätte seiner 'Dss-nbaruirg. -ד- א־; :־•;־. קי;• ז־״ ־׳.׳־ ־;־.־ ’<־־־:r ־־ב־־ —ב •:ביני־, —ט*־. Gott!vollre seinem Volke '׳er! Weg weisen, an׳' dein es in den Voll besitz der Goneslehre gelangen k׳nne. B-sisieidenbeit im Leben, Bestcheidenbeit im Denken sind Bord-׳ tinaunzen zur «Erwerbung der Tboro. Ueber schänuua des eio׳ncn geistigen Vermögen: und Ver kennung de.׳ Hoheit des zu er׳or׳chend:n ׳׳-eoenstandcs vtilperren den Weg zur wahren Grkenntn's. D׳׳׳e Lehre wollte Gott dem Volke vermitteln, das Träger der Lehre werden sollte, bas sieb Gon und seinen׳ Dienste ׳rciwillig!veihen sollte. ־:נ א—יב ־:־.־ב א־:־ r־,” vr •;א־ fx;r ״Zebntauscnde sind Träaer der Gottcsl,errlich-keit, aber mein Herr in irmen. Tin ri im Heiligtum". Die stolzen Hügel und 'berge, die es nicht "egre׳׳en. dasi Gott sich gerade '׳en Tinai er koren, erhallen יזז den folgenden Ven'׳n d.s P'almes Ausschlusi. lRwis׳, stehen unzählige ״seliger Höh.'' zum Dienste tsioktes bereit: unzäbl!-1e remalkiacr Wesen sind Träger der Goktesberrlichkeit. aber!nein der Goktesberrlichkeit. aber mein .üerr in ibnen. Tinai mit dem -deiliaen b'kleidet darum n.rust Tinai Träger de; Heiligsten ׳'ein. Will «stört unter Men schzn wailen, will er in ihnen sich er״ st>ei«igt:1:׳! er richten, so must er sie sich erziehen. v~'.z zz א־;־ Will Gott durch Menschen kerbcrr'icht werNtn. will er unter ihnen seine Ttätte haben, so must T׳na> Träger des Heiligsten 'ein, - ^o m1!״en diese Vlen sch:!! ler!׳!:׳ bescheiden zu ׳'ein. Di- ׳Duelle aller menschlichen Verirrung ist Ttolz. ist Hrchmut.!st Ueberhebung, wie auch umgckcbrt Demut und W scheibenhert die «'«rundlaorr, der wahren «dotte-furcht sind. עלב ע:־ד ׳־א־״ ־. Demut ist!ferse. Unterlage der Gottes'nrchk. To lange der Mensch nicht be grei't. dast er ohnmächtig ist. hast ferne Krä׳'re tauiu binreichen, ihn in der ihn umgebenden feindlichen W^elt zu schützen, ׳'o lange er nicht begreift, dast seine Geisteskräfrc nicht imstande sind, auch nur eine ein zige Handlung in ihren!folgen qan, und gar zu über blicken, so lange vertraut er auf die Kra't seines Geistes, au!' die Macht seiner Arme und will kein höheres Wesen über sich anerkennen. Und nun!'ährt der Psalmis: fort: r:rz .ע—, י4:״: יטב-. יטב־ לרך־ ״ בא־ב •אז ט—־ט י4ש:, י׳ א^ליטZur Höhe erbebst au dich wieder haktest Gefangene georocht, hattest Ge׳ schenke unrer Menschen genoiiiiuen, auch Irrende zur Ttätte Gottes." In Menschen will Gott seine Ttätte haben, so batte der königliche Tanger die Wahl des Berges Tinai zum Wohnsitze Gottes begründet. Da meinen aber die gewaltigen Hügel, dast. ver Mensch unwürdig sei, Gott in seinem Inneren dne Tta'te zu grünen, *;*rr ד־ א;*ש :׳, lautete die!frage der Gngel. ־ך •־.פא־־.־ בעי^״ניט-: tiefen sie dem Weltenschöpfer zu. als er sich auf den Berg Tinai nieder ___ Lei!« ׳_- :׳. ,־ liest, um Menschen ,!> seinem ,״ Tarauf antworte! nun der königldt» Tanger. 7־״r zv rzv ט ט Als ou in die Höhe sti^, mgchieü du (4ieraugene. Die Himmelsdewobner zz^ Diener, ireil sie nicht anders können, sie יי*,, Gefangene, die du zu deinem Dienste oir er'^z,^^ die oon dein Wege der Büicht nicht adweic>,^ t ie von dem Wege ver ׳Wakrtieii nicht abirren können. ־,^> ^|>tf Allste sinv gerade, können » . » 4« *!1«.(•*•» .M M k : . * » I > י •«! » »»UM IVUIU^U CU ^Uilltvmv der Dvb.aren nicht zu stören. Idr Dienst ist Irin freiwilliger und darum veanügt sich '4tot' nicht mit 1km. Die Harmonie zu stören bar der '".':,!sch in 'einer Mach!, oa a eine Ausnabmestelluna inmitten alles »׳,eschasseneu einnimmt. Gelangt er aber aus ft eiern Antriebe dazu, ein D jener Gottes zu werden, n!rön! er das ganze Tchö,-!ungs1!׳er?. .*1 fitn an lcren Wesen ist ihre Bahn unt ihre 2!׳Rur.י vorge schrieben, sie mu״'cn zur 'Berberrlichuug rtoNe-׳ bei tragen, der '.«.«!enich allein kö!n״e oi, Babn über schreite», mit wenn er es nickn tut, so will er zur Verherrlichung tvoües beitrage!!. Uno tarin liegt nun der besontere Wer!!'eines Dienstes, hast er ticuen >v 1 I l In richtiger und re siter Weil׳ wird Gott verherrlicht, wenn ׳'reit ׳Wesen sick ׳'reiioilüg ׳einem Dienste weiden. In der ׳>öbe. so i,׳a! oer königliche Tanger machiest du!R'angene. ab-r ד־.;—. :א־ט unter Meirich׳!׳ nah!׳ «י׳ '׳?״re>- üllize Gescheute bin. die sich dir -veibten. r אז■ auch solche, die ungehorsam sein lönnen hie al'.mi! können, weihten sich dir als!'reinülliae >׳>r׳'chenle. ׳ י אrr״ banüi tu bei ihnen und in i«-nen ״oal'ncst. freiwillige Hinaabe 1ei!׳ns kreier Men׳'׳chen will «׳sott ,!Nb ׳ür tie'e neirülliae Eingabe eiziekt er st.d ׳ein׳ '«Rcn'chen «^r versammelt sie den Berg Tina: »nd zeial ihnen damit. Mr Demo׳ den i-.enicki׳!׳ der׳!, zeiat ibnen 'einer sinnbildüch, ׳n"r!n e: den t«׳rg über ihre Hä»r׳t׳r wölbt. - :ע־״־ ~c:r .—;־־ :;׳ d! z der Mensch non Iinzabligen G'.'mbren umgeben ist. bast immer ein Berg, der dem Ginsturze nghe ist, über ihren Häuptern lagert, und dast er nur tut .VilllU Wriahrcr zu entgehen. sich rückhaltlos den Gedoicn Gottes uniero-rdnen. Tag für Tag must der Mensch antere Tch,vieriat׳it׳n überwinden, jeden Tug au's neue 'ür «ein Leb׳n kämpfen und weist ter Men''ch. dast er allein d!e׳'e7 Tchwierigleiicn nick! Herr werden könne und wende: aus diesem Bewusttscin heraus sein .Herz zu seinem Tckröpser, richtet seinen Blick in die Hölre, '0 wird ihm sein Gott e!n Gott .-rr-rb der viel!'ö!ria'׳en Heilesoerav'kalrungen. Vlogen wir an unserem!feste ni-di »u! der Tatsache der Dsünbarung. sondern auch des Drtes gedenken, an dem uns diese Hfrenbarung geworden. G-ot! vcr'chmäbi die ragenden Höke» unt orrenbart stch uns an! einem der niedrigsten "Krge, ׳eine Worte oerlasien die .»'>och!nü:igen und sie haben bei den Den.üliaen und Bescheidenen ikre Ttätte. ^kn dem ji! tisi-ben 'sl׳»׳ch!leben js' di: Gri׳׳rsdemuk eine Verle. die den Besit er glücklich unt zu׳'r׳eden macht, hr ist zu«rieten, >oe!-.n er r.-!r einen Teil ter Lehre er'astt unt schreib! tie Tchwierigkeiten der Gnge ׳'eines Blickes unt ter Kürze Kines Verstandes zu. Der Hc.bmütigk hingeaen ׳irider es rar ni-vk der '«.lliihe wert, tiefer e׳1׳.zutrinaen und nie er'chliestt sGibm das Gotle-'iror! in!'einer Herrlichkeit. Die Thorair-utie, meinen unsere Wei'en alei,hen G!» Wasi-w, die die Göbe verlassen und in der Tiefe sich i'annneln. 2teilen nur!11 dieser Tiere nieter, dann ׳inten mir auch den Weg zur Höbe, ׳.,miasien wir in Liebe und Demut die Worte unserer Lehre, bis sie uns zu eigen werden, dann haben wir de״ Gipfel un׳'er׳c Bestimm!:!lg erreicht. Weiden wir uns freiwillig unserem C om, io wir" uns sein lstrbc zuteil und t!k׳'es >^rbe verleiht Wirrte unk Gröne!