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Der Israelit · 1906-05-25 · 21 (25.5.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
21 (25.5.1906)
Date
1906-05-25
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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eilacje zum ^rbrplan fit kn LklWnsnnlcrMl in kn ist. sldnlkn ks Lnnkndknnls?nrmslnk»- ^nlwonen von I. Leberinauu Tarmitadt. II. Gesichtspunkte für die Au f st e l l u n g eines Lehrplans. Bon den bisher erschienenen Lehrplänen sind eigentlich nur der badisch«, sowie der von Herrn Tistriktsrabbiner Dr. Kohn-Ansbach für die Schule seines RabbmatsbezirkS verfaßte, bcmertenswert, während der württembergische ziemlich veraltet und pädagogisch wertlos ist. Dr: badische Lehrplan hat den Nachteil, daß er aste Schulen des Landes in gleicher Weise bedenkt, d. h. die gleich« Norm für die Schulen gesetzestreuer und neologer Gemeinden eusstellt. Hierin liegt seine Schwäche. Wir. die das רינד־ als Grundlage des r-ryV ~2יש betrachten, und nach drm Grundsätze -rr ־,לנד־ c1״: ein gesetzestreues, für ־"•־ד und .־־אד* opferbereites Judentum erziehen und erhalten wosten, können niemals das gleiche Lehrprogramm, wie für die andere Richtung unserer Glaubensbriider unterschreiben. Bon diesem Gesichtspunkte ist der Lehr plan Tr. Kobns diknert. Außerdem ist derselbe nach bewährten pädagogischen Prinzipien ausgebaui, und ich bin demselben in mancher Hinsicht, wie im Lesen und Pentateuch im allgemeinen gesolgt. Aus er lväbnten Gründen habe ich ferner den Titel: ״Lehrplan für die israelitischen Schulen des Rabbinatsbezirts Darmstadt II" gewählt, obne jedoch die Möglichkeit der Einführung in andere Schulen gleicher Richtung benebmen zu wosten. Bor der Stoffverteilung in engerem Sinne möchte ich die Gesichtspunkte erläutern, welche mich sowohl bei der Bemessung der Forderungen für die einzelnen Jahrgänge, als auch für die Ginteilung der Klusse», die Zahl der Wochenstunden und deren Verteilung auf die einzelnen Fächer geleitet baden, später auch betr der Metbodik mancher Fächer einige Winke geben, und endlich ein Verzeichnis empsthlens werter Lehrbücher beifügen. Bor allem bat mich l>ei der Aufstellung des Plans die Idee des von jeder Schule minimal Erreichbaren geleitet. Nicht mein eigner Wunsch war mir bei Verteilung des StofsquantumS maßgebend, sondern der Gedanke: Aas kann auch bei ungünstigen Schnlverhältnissen aber normal ver anlrgtem Schülermaterial von jedem Lehrer geleistet lverden, um die Jugend immerhin mit einem Wissensfonds für Lehre und Leben auszurüsten? Dieser Gedanke wird noch öfters bei Tpezialisie-rung des Stoffes für die einzelnen Jahrgänge zutage treten und er mußte zugrunde gelegt werden, wenn lll'er- Haupt eine einheitliche Norm erzielt Werder: soll. Drm einzelnen Lehrer mag cs unbenommen bleiben, seinen Schülern noch weitere Bahnen zu erschließen. für ein Normalwaß jedoch bleibt die weise Beschränkung oberster Grundsatz. Nicht jeden Tag ein Bild — nur jeden Tag eine Linie: nicht viel, sondern wenig — aber gründlich: nicht schnell — sondern leicht und sicher! Ebensowenig. wie man eine Schule nach den Antworten der befähigten Schüler beurteilen darf, sondern die Leistungsfähigkeit aller Kinder ergründen muß, ebensowenig darf ein Lehrplan nach Maßgabe der besten Schulen und des tüchtigsten Lehrers aufgestellt werden. Damit ist der Schlüssel zur Klasseneinteilung sowie zur Stundenzahl gegeben. III. Einteilung der Schüler in Klassen und Abteilungen. Da die Neligionsschulen unseres Bezirks fast überall nur eine Lehrkraft besitzen, so sind die Kinder in zwei Klassen. Unter- und Oberklasse, zu teilen. Zu der Unterklasse gehören die vier ersten, zu der Dberklasse die vier letzten Jahrgänge. Jede der beiden Klassen zerfällt wieder in zwei Abteilungen, welche durch je zwei Jahrgänge gebildet werden. Beträgt die Zahl der Schüler mehr als 40, so sind drei Klassen zu bilden und dementsprechend ist auch die Stundenzahl um ein Drittel zu vermehren. IV. Zahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden und deren Verteilung auf die Klasse. ^iir die in der Regel aus zwei Klassen be stehenden Neligionsschulen sind 1 2 wöchentliche Unterrichtsstunden sestzusetzen, und zwar für jede Klasse 0. Bei den dreiklassige» Schulen wären dementsprechend 18 Stunden einzurichten. V. Verteilung der Zeit aus die einz einen Fächer. Für die Verteilung der Stunden auf die einzelnen Fächer komme ich zu folgendem Vorschlag: X Unterklasse: I. Abteilung (1. und 2. Jahrgangs 3 halbe Stunden Lesen, 2 halb« Stunden Uebersetzen, eine halbe Stund« biblische Geschichte. I I. Abteilung (3. und 4. Jahrgangs Lesen und Gebetübersetze»: 2 halbe Stunden: Pentateuch: 2 halbe Stunden: Geschichte: eine halbe Stunde: Religionslehre und Grammatik: eine halbe Srunde N. Obcrklasse: I. Abteilung (ss. und (>. Jahrgangs Lesen und Gebetubersctzen: 2 Halde Stunden: Pentateuch: 2 halbe Stunden: Geschichte: eine halbe Stunde. II. Abteilung t7. und 8. Jahrgang) Lesen und Gkbetübersktzen: 2 halbe Stunden: Pentateuch: 2 halbe Stunden: Geschichte: eine halbe Stunde. Ferner gemeinsame Grammatik: eine halbe Stunde: Religion-lehre und Liturgie: eine halbe Stunde. Hierzu möchte ich bemerken, daß dieses Schema für jeden in Betracht kommenden Fall angewendel werden kann. Jedoch dürfte es bei den Landschulen unseres Bezirks kaum nötig sein, sich sklavisch an dasselbe zu halten, da manche Jahrgänge vielleicht keine oder nur sehr wenige Schüler zählen, und die hierdurch frei werdende Zeit für eine andere Abteilung oder zu besserer Vertiefung in wichtigen Unterrichtsgezenständen verwertet werden kann. Der verständige Lehrer wird hier nach Lage der Ver. hältnisse wirksam ab- und zugeben können. Bei Aufstellung eine? Plans ist jedoch auch der äußer׳'׳ möalich-e Fall zu berücksichtigen. Aus der ausgestellten Norm ist bereits zu ersehen, daß das Lesen in den zwei unteren Jabrgangen als eigener Gegenstand in besonderen Stunden zu pflegen ist, in sämtlichen übrigen Jahrgängen — also während der ganzen Schulzeit — muß dasselbe jedoch in fortschreitender Weise lwie ich bei der Stoffverteilung noch einzeln erläutern werdo geübt und fortgesetzt tverden. Das jüdisch-deutsch Lesen kann entweder in Verbindung mit Religionslehre, oder dem Gebetübersehen erlernt und geübt werven. Ilcbtr ke WMkil rinn MWk ks isritlWk» MWnsnnlmWs. Von Phineus. <7. Fortsetzung und Schluß > Hier ist nun auch die Stelle, an der, otTjie dem eigentlichen Lehrplan vorgreifen zu wollen, der Dis kussion über die Auswahl der Lettüre Raum gegeben werden muß. Wenn bisher wohl allgemein der Lektüre des Gebetbuches die Priorität — wenigstens der Zeit nach — eingeräumt wurde, so geschah dies zunächst deshalb, »veil man die verständnisvolle Teilnähme am Gottesdienst als vornehmstes Ziel des ganzen Uebersetzunqsunterrichts im Auge hatte. Vielleicht spielte auch das Motiv eine Rolle, daß inan bei der Lektion die Gebete leichter in kleine Sätzchen zerlegen zu können glaubte und infolgedessen die Aufgäbe, die man dem Kinde stellte, als eine leichtere erachtete. Nun trifft das letztere höchstens bei den Benedictionen zu; sonst ist gerade das Gegenteil der Fall, indem der Periodenbau, so weit man bei der Snntax der hebräischen Sprache davon reden kann, in der Diktion des Pentateuch viel einfacher ist. Aber nun erst die Begriffe!! Man nehme nur einmal mit einem Kinde die beiden ersten Strophen von Adon olam durch und vcrsuche es. was ja nötig wäre, die Begriffe der Unendlichkeit zu demonstrieren! Öder man nehme das sog. Gebet der achtzehn Benedictionen und mache dem Kind den Unterschied zwischen Berstand und Vernunft klar. Pädagogisch ist cs ein Unding auf der sog. Märchenstnfe des kindlichen Verständnisses mit Neflerionen über abstrakte Ding« Z» kommen, ganz abgeseben davon, daß ein wirklicher Erfolg fc0Tr.it nicht erzielt werden kann. Wie sehr

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