Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 21 (25.5.1906)
- Date
- 1906-05-25
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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Nr 21. SciU 8. Zer Israeli!. 25. Mai 1906. öerteilfn; das fei eine gute Maßregel und würde die Bauern von der Plünderung der Wüter zurückhakte». Der Ciftjier soll dafür einen Orden erhalten halrn. Amerika. Lin impossnits Kilfswerk. zBo» unsrem .Korrespondenten!. Philadelphi«, 9. Mai. Äm Soninacz begann in Pylladelph-ia die .!tunferenz der jübifcten!tvohltätigkeitsvereine Amerikas. Gleichzeitig tagte in der Stadt auch die jüdisch, literarische Vereinigung, dir nahezu 5000 Mitglied׳! zählt; und nun kommt auch die nationale Konferenz der allgemeinen Wohltätigkeitsvereine hier zusammen, so daß Philadelphia gegenwärtig im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht. Die Verhandlungen der Konserenz der jüdischen Wohltätigkeitsvereine, denen eine resultatlos ver lausen- Versammlung der Vorsteher einzelner Vereine zwecks Gründung einer Vereinigung der Vorsteger voranaing. ivurden durch eine Begrüßungsansprache W. V. Hackenvurczs von Philadelphia eröffnet. Kein Volk, so führte der Redner aus, hat der Besserstellung der Armen so viel Aufmerksamkeit zugewcndet, wie die Juden. Mit dem Anwachsen der jüdischen Be volkerung hat auch das HilfStverk bedeutend an lim - sang;ugenommen. Die Ausgaben, die an die Hilf»׳ Institute lierantrettn, können kaum mekn bewältigt werden. Da zeigt sich denn deutlich der Nutzen der Vereinigung der WohltätigkeitSanstalten. In New׳ Hort, Philadelphia, Chicago, Gincinnati, Baltimore, tAeveland, Neiv Orleans und San Francisco sind nach der Schätzung Hackenburgs im vergangenen Jahr iür Hilfszn׳ecke etwa 2 MiNionen Dollars ver ausgabt worden. Nichter Mack gab eine tnrze Zu sammcniassung der rm vergangenen Iabr geleistete» Arbeit. GnruS L. Sulzberger aus Newvort der breitete sich über die Tätigkeit des Bureaus für die Vencilung der Ginivanderer auf die verschiedenen!Gebiete des Landes. Im Jahre 10«>0 zurzeit der rumänischen Judenverfolgungen gegründet, bat es bis ■.-nbe!!«0-5 22,501 Personen über die verschiedenen Staaten der Union verbreitet, und. ivie viele Berichte beweisen, *ehr gute Griolge erzielt. Das Versabrcn das man uispriinglich hierbei anwandte, indem man aus den Gemeind,« im Innern des Landes sich etivaigen Bedarf an Arbeitern der verschiedenen ■ liOKUlll U1U' l*Ullll k׳ Anzahl nach den betr. Plätzen abgehen ließ, wurd.׳ bald als unpraktisch erkannt, und man sendet jetzt die Leute ohne weiteres von Newvork »ach vcr schiedenen Städten, wo ihnen ein eigens dazu de '!e'.Iter Beamter an die Hand gebt, bis geeignete Arbeit geslinr?,! ist. Mit der Rede des Herrn Sulz derger ßfflvß di-• erste Sitzung. Am Montag wurde liier ft e!v N׳»erat von Dr. Lee K. Irankei. der nach San Finnciseo gereist ist. über die Tv-r-iac. n ie den dän'i- ״or'ommcn-r? Fällen, daß (׳ ingewanderte ihre F׳׳ne,z ver'-afen. zu steuern sei. Dr. Frankel emp°akl vi, Bildung eine-׳ Bureaus welches die Nonen 'ä,׳i1lick׳-׳r 'Ehemänner, die ibre Familie im Slicki gelassen kxiben. registriert und üRrall verbreitet so: aß sie auf «eirund des Gesetze», ivonach Zi.scs 'Verbalten auk .'lnrraa der Trau zu bestrafen ist . ״,, *•׳־׳.ד י> •II jtzr-7 F.-onilie znri'ckgedra.cht ׳verder ostinen. Dr. Bari-׳- Bogen!ekerierte »uii iiber da Thema: .Hak es sch gezeigt, daß »ie Zken-äbrnng von I!-t-nsisiki-na :1, dauernder Unsel >׳:en»iakei! er ׳lebt Dr. B> verneinte diele Frage auf Grund de-: iß:׳> vorliea-.n-rn statistischen Materials. 1 ka:!:m: :1 (:•■ 7>1 יי'י•, d..ß die indischen Armen nur in F'Ucn ׳: •*!יי:er .׳Dt Unterstützung in Anspruch!:,-•:1en aß tzsich alle Mühe geben, ohne fremd Hi'se sich dur.ch:uarbeilen und daß die Anzahl de Bi.ij. von fetten der neu Anaekommenen!!:׳. Vertz'-'.tni-׳- zur 'י• Gamt'.ahl der Winwav.dercr ׳ehr in׳ b!deutend ist. F1I. "׳elder sprach für die Gründnn "ל י י ז י (sif ־י• Nil u\ »(!.רווו.ר לר. Nach-!׳!.-? dielt Herr Fa'.k Bounter einen intereffan t>!• Vortrag iidc׳. ie Behandlung verwah-leste Kinder. Dr. '2. B. Bernstein referierte über d׳ Trage!>er llntcrvi ingiing von Waisen. >*r behandelt die r>er׳ch0׳׳kncn 2vsteiue der W a i' c n ve r! o r g! > 11 z. Die kommen in Betrach:! ie großen Wai'enasvle. di Adoption durch Familien. und das Familiencharakter traaende Sbstem der kleinen Waisenhäuser, der soqei.. Gottages. Aus den Beraiungsgegrnständen der DienstagS-Sitzung sind hervorzuheben die Referate von Michael Heymann aus Neu-Orleans über Altersheime und von (fugen C. Benjamin über die Tätigkeit der Baron - Hirsch - Stiftung ür landwirtschaftliche Zwecke. A. W. Nich aus Milwaukee berichtet über den Versuch einer Koloniegründung, die er mit Unterstützung der Baron-Hirsch- Stiitiina tn Arvin iMiseoniing unternommen hat. Tie Ansiedlung zählte bei ihrer Gründung im Dezember vorigen Jahres sieben Familien, die Ansiedler haben jetzt jeder ettva zehn Acres kultiviert. Ob der Versuch gelingen wird, darüber lasse sich noch nichts Bestimmtes sagen, aber die besten Hoffnungen seien vorhanden. Am Mittwoch wurde die Reihe der Recrate, au die sich immer lebhafte und fruchtbare Diskussionen knüpften, durch einen Vortrag von Dr. S. Solis (lohen iiber die Bekämpfung der Tuberkulose beschlossen. Die Versammlung wählte dann für die weitere Verfolgung der in den Debatten behandelten Fragen besondere Kom- Missionen, worauf die Konferenz der Wobltätigkcitsvereine durch Herrn Mack geschlossen wurde. P a l ä st i « a. Jerusalem, 11. Mai. GS berrschl jetzt hier eine kalte Witterung. Der Spätregen iäl.'t regelmäßig: überhaupt regnete es dieses Jahr sehr reichlich, und man bosst, daß die Grnte wohl gedeihen wird. lieber die auS Aecwpten kommenden Fremden wird fast jeden Sommer eine mebrtägige O.uarantaine verhängt, weil die dortigen Dörfer der eingeborenen Araber immer choleraoerdächlig sind. Die von Aegypten aus in Jaffa anlangenden Dampfer pflegen nach Beirout weiter zu geben, um dort die Beendigung der Ouaranlainc abzuwcrrten: infolgetesten mußten auch die aus Guropa und Amerika in Beirvut einlaufenden Postdanipser eine Ouarantaine mitmachen, »nd treffen deswegen mit mehrtägiger 'Verspätung in Jaffa ein. Jetzt aber hat die Regierung ein Ouarantainelxtus in Jaffa erbaut, wo die aus Aegpptcn dort antommenden Reitenden während der Ouarantaine untergebracht!׳.!erden, und die Post ans Guropa kann nun wieder regelmäßig eintreffen, was ׳ür den hiesigen Geschäftsverkehr von großer Be- ♦ft Uermtsänes. Mainz, 1 >. Mai. iIj-j ioraelitttdu* Heil'!lall ie diesige 3labt ist bekanntlich eine dev Hochburgen der Asiimilaiionsbesirebungeii. Schon zu Beginn des vorigen Iabrhunderls t:1ch!e nch die diesige Iudcnbei! den An dersglanbigen io fest tvie möglich anzu'chließen und jeden Unterschied zwischen den Xenteinonen zu verwischen aber sindel :»an selten eine» so erschreckend große» Prozent iay Mlscheben wie gerade hier. ׳Ans die'em G>->,nde ivebrle man sich auch viele Iabre gegen die Ernchlnng eines st׳e;isi׳ch jüdischen Hospitals da das allgemeine siäknsche Hoivilat ja allen Leidenden gastlich!eine Tore v׳׳ne. ebne zu »rage», wes Glaubens oder Stammes ne sind. Indes; maclile sich das Bedürfnis nach einem Hoivital sür die Israetiteu immer starker gellend, d.׳. die Versorgung jüdischer Kranken mit riiiieller Kost be de:! beste!!ende,1 Bervallnvien mit Schwierigkeiten verknüv't war Als datier der?-erstorbene biestge Reniner Lewing er die Snmme von;סייס״ aiJai-f zu», Bau eines israelitischen 3pna>» liiinerlies; tsitdele sich ein >->raeli,sicher Spitalver ein, der raich burch G!:!ze!be!:rage diesen Betrag an׳ das Tc-VVelte steigerte und außerdem jaliriich zirka Mark I-noO Miigliederbeiirage einboit. Hierdurch tonnte tm staitliches 3t׳r.at 11:1t Psruuduerbaus vor zwei Iabre» ׳einer Besiim muug übergeben werden. Vas 3pital nimmt troiz ׳eines streng ke-11sc׳sjonc>Ie» Ebarakiers jeden 'tranken obne Unter schied des Bekeiinlniffes an׳, und da zeigt sich nun die merkwürdig« 0,'cheinnng. daß das In'tttui von ebenioviel Nlchijnden wie Juden ׳reaueniierl wird :'>>>- dem soeben an t>e Mitglieder des Soiiuiveieuis zur Ber׳eu0n11g ge iangte» zweiten Reche,׳׳-ha'isberichr!raren dem religiösen Bekenninis nach י.' Paiienlen Israelnen. 4*; Katbosik»״ »n> :י! Proiestame». 3as Insnuil ni allerdings muner ba1׳ gekeuei nnd erfreu! nch deshalb in ,eder Beziebung der Anerkennung der Mainzer Bevölkerung Mi! der stadt-scheu Bebkrde bat ber Borstand des Hau'es die Per einbarung getrosten, daß cs de» israelitischen Bkitgliedern der s1ad!:s!t1e» Xre.nkeiikast'e ui die fvric Wahl gestelll ,st. au.t, das indische 3p>!al in .'ira,1kl->-11s,aüeu zur freien Per- (sadn. Rabbiner Tr. Bond!. Rabbiner Tr. 3alseld. M. Bondi. A. Schott. Tr Hesdörfer, L. Reiling. L. W ei lischen k. Aue! der Provinz Haonover, 15. Mai. Bor einiger Zeit wurde in den jüdischen Blättern die Mmeilung verbreitet, daß zu einer Schwur gerichtssitzung am Land gericht in Hannover auch drei Juden als Geschworene heran gezogen worden seien. Gs ist bedauerlich, daß wegen solcher selbstverständlicher Akte unserer Berwaltun^soraane. denen das Auswahlen der Geschworenen und Schöffen obliegt, Lobeshvmnen angesiimmt werden. Haimover und daneben Osnabrück scheinen mit dem frühere» System. Jude» vom Laiengericht sernzuhalteii. aedrocken zu haben! aus ander»״ r-'rten!«doch!vird wenigstens nichts gemeldet, das zu der Annahme berechtigen würde, daß die verletzende Hintenan setzung der Juden gänzlich beteiligt werden soll. Im Amts zerichlsbezirke P. beispielsweise sind jüdische Bürger von oem Amt des Schöffen und Geschworenen gänzlich aus geschloffen. Allerdings steht ein direkter Ginffuß aus die Auswahl der Schöffen den Justizbehörde» nicht zu, weshalb auch eine Beschwerde im Berwaltungsivege nichl angängig ist. Jedenfalls ist eS aber Prllchk der jüdischen Gemeinden ihre Beschwerde» bei einem Mitgliede des Ausschustes, der aus den Einwohnern des Amtsgerichlsdezirkes durch die .'ireiSverlrelung gewählt wird, anzilbringen. So lange wir die beleidigende Zurücksetzung, die Tegradierung zu Bürgern zweiter Klaffe ruhig einslecken, wird eine Abhtt'e dieses Mißstandes nicht zu erwarten sein. 8l. Bus Payer«. 'Anläßlich des Besuches des künsligcn bäuerlichen Throniolgers, 3r. Kgl, Hoheit des Prinzen Ludwig in Reuniarkl, Oberpialz, zur landwirtschaftliche» L'aguiig vom 12. bis O!. d. M., wurden mit je einem Ber lreler der anderen Konsessionen ans Lebrerkreiien auch Herr Oberlehrer 3. Kahn daselbst in 'Audienz en> psangeii. Au׳ der Ehaisen'abrl nach Beilugries am I«>. Mai machle der hohe Herr mit seine»! Gefolge i» 'Müblbausen a. d. 3nlz kurze Rail, jubelnd degrüßi von der 3chuliugend der umliegenden Orte. Er ließ sich alle anwesenden Geist lichen und Lehrer, darunter Herrn Tistriklsradbincr Tr.Weinberg und Herrn Lehrer O pp ende im er Snlzbürg, ebenso den Beigeordneten Herrn Icieph Regensburger vorstellen und erkundigte sich mit Interesse nach der Zahl der jüdischen Tamiiien, ber 3chulkn1der und nach ailderell jüdischen Berbältniffe». Gy-tkuduerr, 20. 'Mai. In der Llacht von Tomiers lag zu Treitag brannte in Wirballen die bekannte große •sttadi und Walkmühle des Herrn Ebajim Hiltenberg mit Maschineubetrieb, und darin ein großes Lager von russischem Baueriitiiäi! sogenanntem 3״er1nijaga"> und viel Gekreide total »iebet. ׳Nur dank der uiierniüdliche» Tätigkeil der Wirballer Treiwilllgen Feuerwehr ist es gelungeii, die 'Nebengebäude und die daran anstoßende Octmüble zu retten. Herr Hilleiiberg erleidet einen 3chaden von über 25000 sttubel». Pudavest, 10. Mai. In dem zur Bervffentlichung gelangten öabresbcrichie der hiesigen ucologen Gemeinde wird die Zahl der Tauten im vergangenen Iabre mit 191 angegeben. Es boianden sich unter den tstetautien!'יי männ lidien und <0 weibtichen Geschlechtes, mit ihnen wurden zugleich >7 Kinder im Alter von noch nicht sieden Jahren gelaust. Ertvägt man aber, daß der Bericht nur dieienigeu uuszühll, die beim imil-t'imu!!,reu auvtiitt a»s dein Iiiden tum angemeldet habe» und daß nur ein Bruchteil der zur Tali'e 3chrci1euden der 'Anmeldnngspsticht entspricht, so werden wohl die das Richtige getroffen haben, die die Zahl der Inde11lau׳'en mit 700 j(mh׳ avgebe». Ta haben wir ein Bild der grausige» Berbeerunge!, die die Neologie an gerichtet hat. p'leglnlg a»׳zusuck>e1l. den Herren E. 3imon. Leitung d»s Bereu,-- besteht aus Dcb. -ulda. 3 lüdi$<f>cs Uerein$w($en, Berlin, 10. Mai. 2im •י. d. L>i iand hier im Alt städier Hos eine öffentliche Bersammiung des ״e,,begründe len ..B e r e i n s zur E r ha l l u >1 g d e S ü b e r l i e f e r t e» I li d e 111 u m s״ siali. Nachdem Herr 3. Wedel! die zahlreich ersrtüenenen T amen und Herren begrüßt halte, erteilte er Herrn Tr. Banetb das Wort zu dem angekündigien Bor:rage über Ziel und ,',wecke des Vereins. In etwa halbstündiger Rede führte d!e׳'er imgeß-ihr Folgendes ans. Tie Berührung mit der christlichen Kultur hat gegen Ende des 1*. Jahrhunderts j» vielen .Kopsen eine unheilvolle Berivirrnng angerichlel, deren Folgen »och heute nicht ganz überwunden sind. In wenigen Jahre!! war damals ein ansehnlicher 3eil der Berliner iüd. i^eineinde zum Ehriste» um übergelreke». 3eilde>» ist vieles besser geworden. Man bat in zwischen erkannt, das! im Iudeuiiiiu nicht alles 3chatlen. im Ebristenlum »ichl alles eilet Licht und Sonnenschein ist Man weiß heule schon, daß das Beste, was die Evangelien ent ballen, rabbinjsche Weisheit ist. die sich ebenio lauter in dem ver lästerten Talmud sindel. •?ilchlsdestowelsiger ist die. schwere Krisis noch immer mch! siberstanden .!vre die o>,-schreckende Zahl von Lauteii nnd Mischehen beweist, die nsir jahraus, jabr ein zu beklagen haben, lim dem Abfall ,1! steuern, haben innere liberal gesinnten Bruder, die o.m ineisten unter dieser I,er׳enung leiden, sich langst eine Organnation geschaffen welche die 05 Haltung des Judentums zum Ziele bat. Leider gili von Ihnen, was Inda ba Lern eine Engelsstimme dem Obazarenkönige sage» laß!: ,.Teine Absicht ist anerteimenS wen. aber die Mittel sind es nicht, die d» zu ihrer Ber wirklichung wählst ״׳rn vor kurzem hat die ledhaste Agi lalion iur de» Sonniagsgoilesdienst die liefe Kluil, die zwischen unseren und ihren Gr»»d.11»'cha111111ge11 gähnt, wie ein greller Blitz betonchtet, ׳Nach unserer An׳׳a׳slmg liegt