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Der Israelit · 1906-05-25 · 21 (25.5.1906) · p. Seite 5

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
21 (25.5.1906)
Date
1906-05-25
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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.Diai 1**S' ׳". Ttt Q»ta(lit. gezeichnete hierarchnche Tvrannei gerast und unter ber hix tüic iHü'i'iiiiditii Argibr otr naauiätn :huiortui bi* Rechte der ihr anverlraulen!üblichen «*emeinden mtt Hüßen getreten und der 0*«itt de» Abfalls t>01n Juden tnme in alle ,Ingen des jüdu'ch religiösen «^emelndOebens getragen, wo komit die «Gestaltung der!üblich religiösen Angelegenheiten aus unnatürliche Weise n!h »an gaiii in drc Hände n׳.ch:!!!d!scher L!aa:sau:or>!alen gelegt vor finden, und die Gemeinden selbst rast dem Bewuüliei» ihrer Tborapstichl entrückt n»d. aus dleiem Bode» die Rückkehr ,nn> uugrclüöle» gciciiilcheu Jzuöeiuui» auzu bahnen wenn dieier Rabbiner nun auch »cd soweit verirrt, die nunmehr dem ge'clztichen Judentum wieder hold gewordene staatliche Macht zur Ausübung eine» rcligiöien Pslichtzivanges zu inihbranchen. dann nebt e» freilich denen ichlechi an, hierüber Zeter zu schreie», die eben diese ganze, 01 Israel ionn unerhört gewesene, t^in Mischung der Llaalsgewatt in die inneren jüdisch religiöse» Angelegenheiten und noch dar» zur Au»s»kru»g ihrer gesetzwidrigen sogenannten Resorme» vrovociert, die eben seil :יי» fahren diese» ganze nnjudiiche von der Staatsgewalt getragene hierarchische i^edakren in Israel zur Tagesordnung gemach!, und die eben diesem Rabbiner den stranz der Verherrlichung und da» Tiploin koUegiali scher Bruderichail!vürden ubrrreichl hgbeu, u.׳euu er ׳ B. die Anstalten, zu deren pstichlgeniane» (Gebrauch er mit Hilse der Staatsgewalt nötige» wollte, etwa aus wrnnd der Erklärung einer gewissen Rabbinerversanimlung. mit Hilie derselben Staatsgewalt Halle ichtieüen lassen wollen," ״Wir aber könne» nicht ernst genug unsere bittende, beschwörende, warnende slinime erbebe», mit der Aus- Übung eine» solchen unjüdlschen, »»berechtigte» Pstichl zwange» durch uichl!üd>i'che Staatsgewalt »inezuhalien Nicht aus solche Böe ne wird da» Heiligiui» wieder erbaut, ׳öiichi die siaaismachle können, werde», diirien un» wieder z» sronimen, ge׳e1ze»lre»e» Inden machen! Nicht ihnen steht die Beiugmü zu. un» zu einer indisch religiösen Pflicht zu nötige»: fehlt ihnen ja sogar alle und jede stoinveienz der Beurteilung, was!»Nub religiöse Pilichi sei! Hüten wir un», die Cinniiictmng der siaalsauiori late» in die innere» jüdisch religiösen Aiigelegrilheiten, wofür e» in jüdische» Areisen an aller Berechtigung und allem Borgang fehlt, durch unier Beiivlel zu saulno Niere»! Ueberlasseu wir es den uniudischen Rabbinen unserer .seo!ich von 1!!1s;!eile!en slaal»aul0r!!.iten mit hierarchischer Gewalt zur :',erlriunniernng unsere» Heiligtum» bekleide» zu lasten' lieberlassen wir e» ihnen stch geistlicher Mach! und PrieilersteUung nach uniudlschcin ^11• schnitte zu freue»! Ueberlasseu wir es ihnen, sich als die ״z-eistlichkeit" über die ״Laiendie in jiidii'cher ״Airche״ mundlolen zu erbeben und sich dieie Erhebung von den Autoritäten de» Staates verbriesen und besiegeln zu lauen! Uebcrlaüen wir es ihnen, e!nc Jnrerven!cr!:n.z zu provocieren. die in ihrer Begründung io unberechtigt al» unselig in ihren folgen erichei!!:! Haben wir denn in den letzten dreißig fahren noch nicht gelernt, wobin eine solche Jnlervenierung führt k" ״Bergessen wir doch nicht, die Hand, die de» ׳Ausbau dekretier!, must sich auch zur Tekretieruug de» N«ede> reisten» berechtigt halten, wenn ihr da» zAiederreisten al» Ausbau erscheint. Und wonach soll eine nichliudische Be bfnvtsilcu. י\*י« i'.n זז?יי*יי!.*1?ז Greife '.Huf bauen iei, was Riederreisten >ian» ne sich dabei anders, als durch anderweitig gegebene snmvhalie» und Anti pathie» oder durck, Analogien mir andere» Berbältniüen leite» lassen, die aber von de» jüdischen, ihrem ganzen innere» Wesen midi völlig verschieden sind?" ״schlimm genug, dast da nun einmal durch das un jüdische OK'bahrc» von Vorständen und Rabbinen der letzten dreistig Jahre die Jnlervenierung der Staate» in die inneren judiich.religiöse» Angelegenheiten berbeigesührl ist. wir nun genötigt sind, für »»!'er!üdlsches Heiligtum vor n!ch!!üdischen Tribunalen zu vlaidieren und unser von den eigenen Brüdern mit Trusten getretenes Recht zu vindicieren. Aber buien wir un», diese nun einmal be stehende Inlerveiilion »un auch unsererseits zur Au» Übung eines Zwanges gegen andere z» inistbraucheu," Diese Zitate mit ihrer Feststellung unerhörter brutaler Eingriffe eines mißleiteten Staalsjudentums in die Freiheit der Religion und der Cewissen haben leider an Aktualität nichts verloren, obwohl sie Schriften entnommen sind, dir vor mehr als einem halben Jahrhundert geschrieben wurden. (7s bandelt sich dabei allerdings nicht um Vorgänge in Jrank reich, sondern um solche innerhalb deutscher Staaten. Aber die verschiedenen deutschen Staatsfudentümer mit ihren israelitischen Lberräten. Itirckenräten, Vorsteher-Aemtern und wie sie alle heißen, find ausnahmslos eine mittelbare Konsequenz, vielfach auch eine unmittelbare Nachbildung des französischen Konsiftorialiegimes. Wie dieses letztere ^während seines hundertjährigen Bestandes von Stufe zu Stufe gesunken und zuletzt zu einem Tiefstand gelangt ist, der nickt mehr überschritten werden kann, mag durch einige wenige Daten ill»striert werden. Dabei soll uns hier nicht die Wandlung besichäftigen. die sich innerhalb des sranzöstschen Zentral-Konsistoriums in religiöser Hinsicht, von der treuesten fürsorgenden Anhänglichkeit an das historische, ge setzcstreue Judentum bis zum ausschweifendsten Abfall vollzogen hat. Denn es gibt ja noch immer Leute, die diesen beklaaenswerten Rückgang als er freuliche» Fortschritt bkgrüßen. jfiir diejeniaen, die mit uns diese Anschauung nickt teilen, sei daher nur aus ein einziges Moment aufmerksam gemacht, das zur Cbarakterisierung des ganzen nach dieser Seite bin waltenden Geistes vollkommen ausreicht. (Schluß folgt.) und! Deutsches N c i ch. Berlin, l׳i. Mai. Bon der ״Anskunflsitclle für jüdische Auswanderer nach Südamerika und den Südslaalen der Union" gebl un» eine Mitteilung zu, der wir Nachstehendes entnehmen: Vor einiger Zeit ging eine Notiz durch die in discke Presse, der zu Jolge die Argentinische Regier׳ ung das Schächten verboten hätte. Die Auskunirs stelle Hot sich nun in dieser Angelegenheit an die Argentinische Ciesaudt'chait in Berlin gewandt und ron dem (Gesandten, Herrn Dr. Jndalerio «"omez folgendes Schreiben erhalten: ״Ich kann sie versichern, dast die Regierung der 'Argeniiiusthen Republik keine einzige Verichriist erlassen Kai. gegen die Freiheit irgend eines «s'.nrvohners ihre» Landes, die ibn an der sreien ׳Ausübung seines 'mltu? verhindern könnte^ sei er auch, wer er iei, insofern er nicht gegen die Ordnung und die enciiltiche Rtoral ver stostl sollte ׳ich irgend jemand ungerechlerweise debinderl inblen an der ׳reien Ausübung seiner Retiglvnsl ׳lichte», so kann er. mit Vertrauen aus «Srwlg an die Jedcral!u>1>z appelliere», welche ohne Ziveiiel iv'ort das Hindernis beseitigen wird," Danach scheint die von den jüdisch-״» Blättern gebrachte Meldung nicht richtig zu steben, Berlin, 10. 'Mai. Die ״Nuss, .starr," bringt folgende Depesche aus Petersburg: Ich batte Ce ligenheit, den Bericht des ״Beamten über besondere Aufträge" beim Polizridevarlement, eines geivisscn Matarow, einzusehen, in welche׳n der Nackiveis geliefert wird, daß auch nach den Dltobcrkrawallen Judenbetzen von Beamten der Polizei an Sri und Stelle arrangier! wurden unter schweigender Zu׳ stimmung des Cbcss der politischen Polizei in Pcrcrsbürg. Der Chef der (stendarmerieabieilung in Alerandrowo, namens Potwolskn, derichtet an dar Polizeidepartcmcnt, er tue alles, um Aufrufe zur Ausrottung der jüdischen Bevöllerung zu verbreiten, und hoffe, daß dic'e Aufrufe Crsolg haben werden. Als die Chefs des Polizeidepartements Raskowsti und Sinowjcm durck Drevow daraus aufmerksam gemacht wurden, daß hier ein direktes amtliches Per brechen vorliege, wurde nicht nur nickt eingeschritten, sondern Potwolsty für einen höheren Posten vorgeschlagen, ebenso auch die beiden Chefs des Polizeidepartements, Berlin. 21. Mai. Die deutsche .Konferenzgemeintchafk der Alliance JsraOlire teilt uns mit, daß die Alliance in den letzten Wochen bedeutenve?Fortschritte gemacht und in Berlin allein 000 neue Mitglieder gewonnen habe. — Der Hilfsverein der deutschen Juden schreibt uns: Die Bestrebungen des Hilfsvereins der Deutschen Juden finden Interesse und Förderung in immer weiteren Kreisen, In der letzten Zeit hat der Hilfs verein wiederum eine erhebliche Zahl neuer Mit glieder gewonnen und die Jahrest^iträge sind in beträchtlichem Maße gewachsen: sie haben sich um ca. 20,0(10 Mk. vermehrt, in Berlin allein um ssOOO Mt. Berlin, 21. Mai. Dem ersten Jahresbericht des Zentralbureaus für südisch« Auswanderung»- cngelegenheiten (Hilssoetein der Deutschen Juden). __Leu« Nr 21. Berlin, Lützvwstr. S. entnehmen wir über di, kunstserteilung folgende Cinzelheiten׳ Die bneslichen Anfragen, die an das Bureau von Auswanderern gerichtet worden sind, betrugen insgesamt lls-1, davon samen aus Rußland *>׳*), aus Drsterreick 210, 1:118 Rumänien so, aus anderen Ländern, darunter Deutschland, Amerika. Chile, Kanada, Schweiz. Belgien. Holland, Cngland, Jeunlerlch Der Spluckw null, ,vale» von vrn Briefen: Russisch -1!>0, jüdisch deutsch 21" hebräisch 1 deutsch 2so. in anderen Sprachen «polnisch, englisch, französisch» 7), Dir Briese gingen aus ron rund 7">o > Personen, da die Aiirragenden zumteil Jamilien, oiruppen, Bereine oder gar «steineinden waren: etwa 100 rührle» von christlichen Aus wanderuiigslustigeii ber, diese »ast alle aus Sester reich Ungar». 'Bon den Antragenden gaben tick aus: lo Proz. als Handiverler, I'> Proz. als Landloirte oder landwirlschasiiiche Arbeiter, iss Proz. als Kau»!«ule, 20 Proz, gaben keinen Peru» an und 10 Proz. Waren ohne bestimmten Beruf. Die Briete ent hielten über 7000 ssragen. Von den Anfragen be zogen sich dem Lande nach aut Nordamerika '!■"> Pro;., Cnaland 1״ Pro;.. Kanada 1 ss Proz.. Argentinien 10 Proz., Kuba 10 Proz., Palästina ss Proz.. au» andere und unbestiminle Länder I" Pro;׳ Dem sachlichen Inhalt nach bezogen i'ch von den Jragen cur den Arbeitsmarkt 2ss Proz., auf Reiserouten und Ncisekosten 2«> Pro.,., aut Ciinvandcrungsbeschränl ringen 20 Proz.. auf Durchzua-.beschräukungen in den DurckivanderungslIndern tnainentlich Deutschland» l-"> Pro;., aut andere Berliüitnisse. aus geeignete Cin tvanderungsländer. aut Unterstützungen etc. :'׳> Pro,. Zu den 7•""׳׳ Personen, die sich brieflich über die Auswandernnasverbältnisse erkundigten, kommen noch etwa יייייס Persone!!. die mündlickie Ansknnst in Berlin oder bei den Drganisationen an der «streuze einhollen. Außer diesen haben rund S700 Personen ron dein Zentralbureau und seinen Schutzloivitees (Erleichterungen uns Bergünstiaungen wäbrend der Rei'e erfahre», sodaß insgesamt etwa 17,200 Personen direkten Nutzen gezogen baden durch die «stründung des Bureaus. Diese zsabl wird üoni pThfhli<f> htfr<t bifח?ן.י!ה?ן, bi? inbirftt durch die .ssorre>':׳ondrnzblä1tkr und durch die Ber rf'enllichunaen vorteilliasie Belebruna und Ansti'nflc erfahren haben. Vajuvarischt Gloffkn. «V״n unserein Korrrsvondenten.» N >i r n b e r g . 20. Mai. Bor einiger Zeit deebrte uns der Zenlral Verein jüdisä^r Staatsbürger, pardon deutscher Staatsbürger jüdischen «stlaubenmit seinem Werbe Bortrage. Cs war seit dem zioöl'iahrigen Bestehen des Bereins das crstc Mal und die beiden Redner. Reckt-- antvalt Dr. Horwitz und Justizrat Juck«, glaubten sich damit entschuldigen zu mü׳׳en, daß sie erklärten, ibre hiestgen Dreunde hätten sie versichert, die Wirtsaknleit des Bereins sei hierzulande, mindestens aber in der biestaen Stadt, gänzlich überflüssig, Venn man lebc in dev angenehmsten Berhältnissen, und der Bereiu ivücöe niemals Veranlassung baden, emzu gleisen. Nun ist es ja ohne weiteres klar, daß niewßnb ff in? fcbf?cb!?r 0.6 fif sind, und es ist außerordentlich anaenehm, wenn man einer derartigen Bereinigung sagen kann׳ Cuer Wirken ist an anderen Srten gewiß sehr nötiz und nützlich, aber hier haben wir gar keine Beranlassung, Cure Dätigkei: in Anspruch zu nehmen: man muß, auch ohne werteres anerkennen, daß etwaige antisemitisch* Regungen hier prompt und sicher unter« drückt werden, wie wir das vor noch nickt sehr langer Zeit erlebt haben, aber diese philosemitiscbe Strömung auk das ganze Land Banern zu übertraaen. und etwa zu bebaupten, daß die auf dem Papier stehende (KleiLberecktigung auch praktisch anerkannt wurde, davon ssnd wir in Bauern genau so weit entfernt, wir in den anderen Bundesstaaten auch. Tie Anstellung eines jüdischen Lehrers an einer Bolkrichule ist vollständig ausgeschlossen, und »oenn an den höheren Schulen jüdislh« Lehramts-Kandidaten zugelassett werden, so tut die Regierung daS. mehr der Not gehorchend, als dem eigenen Triebe.

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