Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 21 (25.5.1906)
- Date
- 1906-05-25
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Ter Israelit 25. Mai 1%0 Nr 21. --,eilt 2_ ewigen Tbora ^rüblingeluft und - ♦ 1««ו1וי«ייי)»«1.*״*י♦* * « צ h t f f t n W » M t * * * •»•*)* *** י - - irill Winter brechen und besiegen kann, 1׳- d׳r2״. dann kann aus dem Blute der G l a u b e n s h e l d e n von neuen, der c't עץ bf r Thora e m p o r b l U h e n. il. MsL^LlHi^miÄSlekZuui» Die Duma. Tie Duma bat die Thronrede des Zaren mit einer Adresse beantwortet, in der sic die Jvrderunge,׳ des russischen Moltes mit aller Gntschiedenlzeil ver tritt. Tie Tuma will, daß Rußland ein Recktssiaa: werde, und man dark bei der liberalen (Besinnung der iiber!vieaendcn '."lehrbeir mit Zuversicht erivarten. dar, sie sich nickt mit halben Mahnahmen abspeisen lauen wird. Wir geben hier eine Stelle der Abreise wieder, :i» für die russische Judcnhcit von besonderer Wicklig'eit ist: .Bei der 11)1 bevorstchciideu gesengeberischen Tätig keil erachtet die Reichsdnma cs als eine unumgängliche Notwendigkeit. das Volk durch »estbestimmte Gesetze ncherziistellcn Tie Unantastbarkeit der Person. die Jleiheit des!»eivincns. des Wortes. per Prene. der Aereine, Pcriammlnnge» und Ansstände. das nnb die!Grundlagen, die schon der Erlast vom :»>. Lkie-Ve, .,ele.g bat und ebne die eine Reform der sozialen Aerhältnine undenkbar ist Tie Reichsduma gcbl von der uncr ichiinerliche» »berzengimg aus. das; weder die Jreilleil noch die Ordnung beseitigt werde» kann, ohne die!Gleich Heu aller Burger vor dem Geien. Tic wird daher ein Geien ausarbeilen. das die!Gleichberechtigung a I ' r r Bürger auswrichl und gleichzeitig alle Nandl icheu. naiionalk» uno religiöse» Vorrechte au'llevl ״ Tie konüilunvnell demokratische P artei Ota rcien!. die in der Tuma weitaus die Mehrheit aus uiackl, bat ück wiederholt kür die Gleickl׳erccktiguna der Silben ausgesprochen und c-:- wird berichtet, das; üe einen besonderen Gesetzeniwnrs hicr'׳ir einbiinoen werde. Tb die Honnnng der riiüi'chen Juden aui Bekreiuua aus!>׳rk!n gegenwärtigen Zu'kand ück in kuri'm verwirklich,»! ׳oird. das häng! all0 zunächst davon ab. ob die Tuma mir ibren Wi!n׳!cken durck ׳,udringen ״erwäg. Tie unsichtbare Rebenregienma. die in Zeterbo׳ ibren l^inklnsi geltend inackl, ivird ׳weirellos alles ausbielen. um das alte Regime zu er ballen. Z'׳cr der Zar wird es sich wobl überlegen. Bkims® fiMlIktoM. Die Vorgänger der HothTcbilds in England. Biogravlmche Stute von Morin Vast, ,franksurl a. M. «3chl»ß.> ll. Em Jahr nach!^ideon's Tod kam Aaron Gold imik. ei» angesehener.Uaniuiann holländischer Adkunst nach England und crrlchleie >7!l5 ein Bank und Wechselgekchasi »1 London. Er war sehr wodibadend. doch vermochie er sich nicht mit Gldeon dinsichilich denen Reichtum« auch nur anuäbernd zu messen. Immerhin verdiente er mindestens soviel Anerkennung als Leiter, da er der Agiotage und Spekulation lern dlied. als gew>sse»ha׳ler Geschäftsmann de> jedermann in dollem Ansekcn iiand n seine» R»! »eis re>>> und tadellos \u erhalle» wühle Er starb am In»! 17^2 Aus ׳'einer Ehe mit .Uatdarma de Aries gingen vier Löhne hervor, von weichen die Heiden inngsten Hernien waren zu hohem Glück und Au'ebcli zu gelange», doch um ungleich Gideon in :'!acht und Verzweiflung zu enden. Adrabam » Ben,amin!^oldimid eladlierten sich in! Jabre 1777 als seldststandige Wechielmakler (Dill brokera). 31( verdlieden indest in üe rer Verbindung mit dem väterlichen Hause Aaron Goldsmib «- 3on. ivelche» der älteste Bruder George über nommen Halle Ihre geschäftliche Taiigkeit erstreckte sich nicht nur aus Vermattung von Wech׳eioperauo»en. sondern ob er es .;um Bruch mit der Vertretung des Voltes tommen laiien soll. Wenn er die Tuma nach Hause schilt, dann wird sich das r»«t1'che Volt sicher nicht sch>oeigend lügen. Es durften dann vielmehr Dinge bevor stehen, gegen die die bisherige Revolution in Rußland nur ein Ltindcrspiel gewesen iü. Man würde dann an einem allzu kraßdeutlickcn Akte erkennen, wie der Zarismus es mit der Nation meint. Tic ruffis!tze Boltsvertretung iü sich deffen wohl b>e wühl, dahct bei auel Wütri die Jriiigrcll und Scharfe des Tones, mit der sie ihre Jotderungen vorträgt, lind diese Lage der Sache mag auch die ruüischen Juden in ihren Hoffnungen ve'tärkcn. •זג *' * 1ח0י der Konferenz der amerikanischen Mokltätigkeitsvereine. Wie an anderer Stelle unseres Blattes ausführlick berichtet Ivird, hat vom h. bis 9. Ma! in Philadelvhia die .Konferenz der amerilaniscken Wohltätigkeitsvercine startgesunden. Schon die Tatsache, daß die Verhandlungen vier Tage in Anspruch nahmen, gib! der Veranstaltung den Eharatter des Großartige», ein Eindruck, der bei einem Blick auf die Mannigsalugkcit der Beratuugsgegenstände, die Menge R׳ praliisct-cn Arbeit, die geleistet ivurdc, nur noch verüärit wird. Besonders angenehm müssen den gesetzcrtreuen Juden die folgenden Worte berübren, die nach einem Berichte einer der Leiter der groszeu Wohtläligteilsveeeinigung, Herr Sulzverger. über die Berücisichtigung der religiösen Gesinnung der Einivanderer gesprochen hat. Herr Sulzberger sagte: ״Wir Juden sollen nicht vergessen, das diese Leute nicht halten au-zuwandern brauchen, wenn üe ihre Religion Hanen preisgcben!vollen. Wir haben sein Neckt, ihnen unsere religiösen Ansickten auszu drangen. Wir baben ihnen unüre >>rzen und die Türen unserer Häuser zu öksnen und sie nach der Art leben zu laffeu. wie sic, nickt nach der Art, wie w i r das Judcutum aussasseu. Und Nieun wir ihnen unsere Herzeu nickt mir dieser Absicht öffnen. '0 vssnen wir sie ihnen gar nickt." Tiefe Worte sollte ück jeder jüdische Verein, der sick die Unterstützung der Hilflosen zuin Ziel seht, in sieter Erinnerung halten, (r; ist ja j!u Grunde selbüverständlick, das der Wohltäter kein Reckt bat, über das religiöse Leben seiner Sckptzbetoblenen herrschen zu wollen, das er vielinebr nur dann ׳.״ahrhafte Humanität übt, wenn er dein Jiihlcn und (Tmpkindcn seines schwächere!! Bruders in taktvollster Weise Rechnung trägt. Aber cs iü dock gut. das das ein׳:!al deutlich ausaei rocken wurde, denn wir haben es leider noch i.ickt so weit gebracht, das diese sittliche Forderung immer in d׳e Tat umgesetzt würde. nmsaüle auch Uim'äne in Banknoten, (.^delnictallc» und Wert vaviere» und es gelang ihnen durch eiserne» a-leis in kurzer Zeit ihr!beschall aus eine ungeahnte Hohe;u vringen. Auch die cngliche Regierung begann ihr nnanselles!^enie anzu erkennen und mit Aorlielle ׳ich ihrer Aerniitttniig bei llon lrahiernng von 3iaatsa»leihen \u bediene», sodah man an der Liollerchange mit unverbohiener Bewunderung am jene beide» vtänner blickte, ivelche es unlernommen Hallen, einer mächii gen Bankiersgruvve bas Rkonovol der llnlerbringniig von Regierungsanleihen mit V'rsolg zu elitwinden. ,rreundichaiiliche Beziehungen zu den Tieckioren der Bank von (England snhrlen ihnen eine ganze Reihe einlräg lieber «Rschäslc zn. welche dieselben zu vergebe» batten, u. A. die lliegozierung einer groszen Aorschusoperalion, welche die Regierung infolge enormer .!!riegsausgadcn zu Zeilen der französischen Revolutionswirren auszunebmen ück genöltgl sah. Tes,fernere» war ei» ständiger!Geldbedarf ׳ür 3ud- »dien zu decken, da zu jener Zeit (hngland seine kriegsüibrenden Aerdnndele» wirksamer mit!Geldern denn mit Hitsslruvvcn zn unterstützen pilegle Auch hierbei waren die t^oismids stets eifrige Aermittler. und da ihre Redlichkeil und 3ol!diiäl auch in der Handelswelt allseitiger Würdigung begegneten, so breiteten nck ihre!^eschästsver biiidmige» mehr und mehr aus. Ihr Reichtum »ahm be ständig zu. und auch der Zuiall ein bäukizer Begleiter des Glucks war ihnen dold, indem ihnen wiederholt Hauvlgcwinne der damaligen 3taatsl0tterien zu teil wurden. Tas Jahr l7!>>. welches für die 3lockerchange erhebliche Areisenlwertungen und zahlreiche Insolvenzen zur ,Jolge halte, fügte ihnen keine» weiteren 3chade» zu, als das sie an schlechten 3chuld»ern einige 5u Pfund verloren, was als ein lreüender Beweis ihrer solide» Geschänsgedarung , angeiedcn wurde Benjamin!^oidsmid bcsas die gleiche I Lauigkeit, weiche mau iväicr :'«aidan Rothschild nach Die Konfiftorialräte bei der Arbeit. Wenn der Gemeindebund baut, haben die ver schiedenen anderen Verbände zu tun. Die freiwilligen uno unfreiwilligen Helfer beim grosen Wer! der staatlichen Organisation der prcusischen Judenbeii sieht man in emsiger Geschäftigkeit begriffen. Rach dem dee Zentralausschus des allgemeinen Rabbiner vccvanos am n. o. M. seine Grtlärung erlassen batte, deren Würdigung wir uns Vorbehalten, hak am 1:;. d! M. auch der Gesaw.lausschusi des B e r b a n d 2 der deutschen Juden, der schon lange an der Be rcitung de- Bodens für die Wirksamkeit des Ge meindebundes arbeitet, sich über die Jrage des Rosin'schen Gesetztntwilrfs ausgesprochen. Gs wurde auf Antrag des RechtsonwaltS Matower folgender Beschlusi gefaßt: ״l> Ter Ausschnü erachlet nch für zuständig zur Beralung des Enlivurkes eines Gesetzes über die Aer faisiing der jüdischen Gemeinden in Prcutzen und zur Aerlreinng ihrer Imeresseii gegenüber d»r Regierung Ter Ausschuß heau'iragl seinen geschäslsführende» Ausschuß, mir dem Tcnrsch Zsraeliiische» Gemeindebund in Aerhandlungcn darüber einzuirele», daß vor cnd gilliger Slellnngnabme, sei cs des!tzemeindednndes, lei es des Bcrdandes, eine gemeinsame >tom>»ission des Ge meindebniides und des Aerdandes, möglicherweise unter Zuziehung von Aerlretern anderer Acrdände, zur Be ralnng dieser Angelegenheit, insbesondere auch des Rosin scheu Giilwuries eingesetzt wird." Bekanntlich enthalten die Satzungen des Ver bandes eincn r 2, nach dein er sich n i cl> t mit religiösen ffraaen bcsasicn dark, ivenn es sich nicht um die Abwehr von Angriffen Handel:. An dieser Miaufel kam der Verbandsaiiskckuß wahrscheinlick infolge der Pedanterie einiger Ge setzcstreuen nickt so ohne weiicres vorbei. Hat man es doch in der vorliegenden Jrage lediglich mit r c l i g i ö s e n A n g e l e g e n - h e i r c 1! und dabei keineswegs mit der Abwehr von Angriffen zu tun. Dazu gab es noch eine zweite Schwierigkeit zu überwinden. Der Verbandsfiihrcr Herr Juktizrat Dr. Gugcn Jacks batte wiederbolr, zuletzt auf dem vorigen Verbaiid-lag a u s g e s p r v ch e n e r in a si e n uit?Beruhig ung der G e f e tz e s t r e u c n , die Erklärung abgcgcven. der Verband!ebne jede Beteiligung an ü.ral licken OrganisationSdeslrebungen ab. Herr Justizrat Dr. trugen Juchs sagte damals wörtlich: ״An einer anderen 3lelle mögen bict^eiiicrauseinander platzen, n׳o cs gilt. ׳,!! dem Roünschen Gniwurfe 3>׳׳l>«ng zu »ehmeii, der die lokale Gemeindeberiassiliig ansbanen will zn Provinzial und t^eneralüniode». Uns berühren die dort sich ergebenden .'!onlrovcrsen nicht, wie die Lrgaui salionstormen »ür die Provinzial und!^׳eiicralverbände zu scha»»e>1. die Atilwirkung und der Giniluß von Rabbinern und v'aien zu verteilen, das Acrhälinis der Tiaalsgewall zn diesen L rganisalionssormen zu gestalten und die Recble der Biinoriläi zu wahren und. Te» Verband der denliche» rühmte, jedwede Jirma, fremde wie einheimische, nach ihrer 3olvenz abzuschätze». Trotz der 'Aiibäu'ung großen Reicks lums. womit oft Hartherzigkeit und Geiz Hand in Hand gehen, hörten ne nie ans. allen Bekcuniniisen gegenüber die weitgehendste Jreigcdigkeil und Wohltätigkeit zu bekundcu. 3ie ipeildeien weil mehr als das jüdische Gesetz, welchem üe strikt nachledten. es ihnen au'erlegte. Zeilgenöinicke Berichte rühmen ihre außerordenliiche Gastsreundschast. Zu den G״,psg״gen und Ginladnngen Benjamin ttzoidsmids in den 3alo»s seines prunkvollen ü'aildsttzeS zu Rochaniponi erschien die Lr׳'׳me der Londoner!Gesellschaft, wobei der itzastgcbcr und!'eine hochgebildete Iran Jessee Tochter des ostindischen Xausmanns 3olo1»ons in lieben» würdigster und taktvollster Weise die Honneurs zn macken verstanden. Tie!^oidsmids waren bei zahlreiche» Werke» öüentlicher Wohltätigkeit beteiligt, u. A. war Benjamin der Gründer des .!töniglichen 3eeman»s Hospizes > karul Xaval Asylnra), welches später die Regierung übernahm und »ach Paddington Wreen verlegte Sein Palast wurde sogar mit Schloß Windsor verglichen und ei» dajeldst ver anstaltctes Gartenfest zur J-eier von ukelsons Sieg dei Abukir 1 IT:*S» soll an Pracht alles üderlroffe» haden, was dis dabin in England in dieser Hinnchi geschaut worden war. Bei!Gelegenheit der Einweihung des vorerwähnten Seemanns Heims fand ein Jestmah' statt, wobei der Herzog von Uent prastdirle und der derühmte Admiral Sir Sidnev Smith zur Rechten und Benjamin Goldsniid zur Linken desselden ihre Plätze einnabmen. Letzterer sammelte allein unter seinen Jreunde» 2!K1>> Pfund zu Gunsten des Sliktungs »onds. Leider sollte Benjamin die Jrüchte des ibn> gewordenen Glücks nicht lange genießen. Er begann an Schla»longkeit und zeitweiligen Anfällen tiefer Melancholie zu leiden, gegen welche die Mittel seiner Aerzte nch ai» machtlos erwiesen. Ties veranlaßie ihn, in einer schwache« Stunde Hand an nch zu legen und so starb er am 15. Avril tieibelrauert von den Seinen und allen denen, di« im Leben mit ibm zu verkehren gewohnt ivaren Er erreichte ein Alter von k»um 55 Jahren. Bier Söhne überlebten