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Der Israelit · 1906-05-25 · 21 (25.5.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
21 (25.5.1906)
Date
1906-05-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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(1 Der Israeli? Ein Centralorgan für das orthodoxe Judentum Begründet non Dr. Lehmann in fflninz 47. Jahrgang. D r n n lr tu r t a. M., den 2Z. Mai wov. s. Silvan .»:•41. Der Israelit erscheint jeden Donnerstag. Abonnements: (Gewöhnliche ׳Ausgabe Mk. I.'»1vierleliährtich, Heslausgade aus Itunitdruckpapier Mk :1. vierietinbrlich. ,Ausland», pretse für die gew. Ausgabe: Oesterreich 2 lsr., Rntzland l Nut,., England 2 *ii, Amerika 5»׳ cts, Niederlande l,2u d.» Adonneinent» bei allen Poüa:!״.a!!e!!. Buchhandlungen, sowie direkt bei der Expedition, Hefiausgabe nur direkt. Inserate: M Pfennige für die sechsgespaltene Eolonel Ieile: Rabatt nach Tarif. Inserikenannakine nur durch H aasen stein 4 Bögler אז.•(*, in Frankfurt a M. und deren Filialen. ver tnärtvrer Htigedenken. (5s blüht und duftet! Ueberall keimt es und sproßt es. Bon Busch und Strauch winkt neue» Leben, frisches Grün in sfeld und Wals grüßt den frohen Wanderer, goldner Sonnenschein lacht auf uns herab; der Drang nach Licht und Luft treibt uns hinaus, hinaus inS Ireic, wo Jausende von Böglein ihr Lied dem Herrn des Alls zwitschern, wo der Schmetterling sich wiegt auf blumiger Au. wo unzählige Insekten sich tummeln im warmen Sonnen strahl, hinaus in den großen Gottestemvel, den wir Natur nennen! Wir f e i e r n j a auch ein Naturfest, das ~״ דרךצ des heiligen Erblandes, das Erntefest Palästinas. Zwar reift uns dort nicht mehr Getreide und Del, nicht hört man da das siobe Jauchzen ganzer.Karawanen, welche unter klingendem Spiel zierliche Körbchen der edelsten Irückle trugen nach der Goltesstadt. Es ist still und stumm ge worden auf den Wegen Zions! Doch die (5 r i n n e r u n g bleibt: sie wird jährlich neu und schmerzlich belebt, wenn der Monat Siwan uns den 2^221 2״ bringt, wenn draußen alles prangt, knospet und duftet. Unwillkürlich schloeift unser (ckist durch Jahrtausende zurück. Sie sind dahin, und mit ihnen so «Großes und Herrliches unserer Bergangenbeit. Ganz dahin, ohne jegliches '!l n gebinde? O. gewiß nicht! Das Schönste ist uns geblieben in unverwelklicker syrische, Israels ewiger, unveräußerlicher Nationalschatz ward gerettet, ward gehütet als höchstes Kleinod die Jahrtausende bin durch. Und wiederum schicken wir uns an, das Wiegenfest unserer Thora zu feiern, der 2—221 2״ von einstmals ist heute noch für uns h-2 2-,. •:r׳־n" rer Dag unserer Gesetzgebung' Dem durch 2-יציאת םצ begründeten Bolks körper ward ain flammenden Sinai die Bolks s ee le ein gehaucht, irrst so wurde Israel lebensfähig und lebens berechtigt. Iiir alle Zeiten und Verhältniste ward uns damit die einzige, schwere, doch auch hchre Ausgabe, diese Lebens s ä h i g k e i t und Lebens b e r e ch t i g u n q zu erweisen. ״Dem Kauf.- mann ebne Ware gleicht Israel obn; Dbora." “־ל בלי 2- בי, יד.— בר• זד־ד.. Unter allen heiligen Iesien gleicht ivvbl leine» der r־r2r Ieier an ur!׳> versaler Bedeutung. Ewige Jugend, ewige Kraft und ewiger Frühling erblühet aus der göttlichen Dhora ihren Trägern. Drum sind Lenzeslust und Dhorasreude so eng verwandte Gefühle, daß üe sich zur reinen Harmonik verschmelzen in unserer Brust: des Irühlings Gaben und Genüsse scheinen uns doppelt wert, doppelt schön, wenn der Leitgedanke des r*r2r üe verklärt, und die erhabene Idee des Wochensestes findet äunerlich eine sinnige Uuirahmung in den farbenprächtigen Ge bilden einer!nächtig schaffenden Irühlingskraft. Millen aus diesem Gefühl kommendec festes freude verseht uns ein altiüdischcr Brauch in die Sphäre wehmütiger Erinnern n g e n. Am Sabbat vor .-22״׳• pflegen wir der frommen Märtvrer zu gedenken. 22— rr~p 2 ערtrc: -222• die freudig ihr Leben in die Schanze schlugen zur öffnet liehen Ehrung Gottes. (5s wird ״gemcmort". Ach, wie viele Dausende zählt die Schar der «Glauben-.- Helden in Israel! Düstere Bilder ziehen an innerem Geistesauge vorüber, so wir ihr (Gedächtnis auf u» scre Livven nehmen. Seien eS die zehn ״Königs- Märtyrer" zur Zeit der Römerherrschafi im Väter lande, ׳'eien es die Irauen und Kinder, die unter den Streichen fanatisiertcr Kreuzfahrer starben, oder mögen üe im Mittelalter finsterem Aberglauben und wahnwitzigen Beschuldigungen zum Opfer gefallen sein: ob sie in den schönen Gauen des Nheins schlummern oder unter Spaniens südlichem Himn׳el. in den Landen bcißblütigcr Muselmänner oder auf kalten nordischen Stevpcn: sie sind nicht ver g e s s e n , sie alle sind uns nahe, wenn wir u n s e r 2 2 ז ע ז- I e st recht zu w ii r d i g e n verstehen. Was wäre längst aus un lerer lviligen Dbora geworden, hätte sie nicht solche Kämpfer und Helden gesehen.’ (54 ist darum ein sinnvoller Brauch, daß wir am Sabbat vor dem Ossenbarungsfestk die sogenannten ״Memorbiicher" ausschlagen, die von Dränen, Blut und Leiden aller Art berichten. Wie eine Mutter ihr Blind umso mehr liebt, je größer der Schmerz war. den sw seinetbalbeu eiduldet, wie ein ‘Mut uns umso teurer ivird, je mehr wir uw denen Best!: und Iortbestand gekämpft und aerunaen haben, so erstrahlt die Dbora umso Heller, wenn wir sie aus dem düsteren Hintergründe der Ber gangenbeit betrachten. Der unsterbliche Nubm der Märtnrer ist zugleich de: Glorienschein des Gottes gesetzeS. In vielen Gemeinden Israels erntirrt kein Memorouch. in drin historische Auszeichnungen er lebter Leiden zu finden sind. Wo solche (Mebentbüdjer aber vorhanden sind, da läßt der Indifferent'smus in religiösen Dingen vielfach nicht die rechte gemüt volle Anteilnahme auskommen. Wäre es so leicht, durch geschichtliche Darbietungen Begeisterung ZN werten - und das ist doch der .Haubtzwect - so müßte unsere Zeit mit den ״Bereinen für jüdische Gr schichte und Literatur" hierin weit voranstehen. Das ist tatsächlich n i ch t der Iall! Man pflegt Geschichte ohne Literatur, mit anderen Worten ohne יד־ ת~ד, und so fehlt denn die eigentliche Irucht der Liebesmüh', die religiöse Wärme und Begeisterung, die Vorbedingung für die rechte Art des ״Memorns". Man erblickt darin eine kurze bistorisehe Rückschau, ohne innerlich eine Ideenverwandtschast mit den Dahingrgangenen zu versvure». Den in der Irei keitslust westen! ״Pinscher Kultur auszewachscinn Inden läßt das ״Memorn" oft fall. Die leicgc wohnten Brüder und Schwestern im Osten dagegen vergießen lzeitze Dränen, wenn man 2׳:״ :•22-.״ ii! " Die Billernnse des eignen Lebensweges 'ebnen die Schicksale derjenigen würdigen. die gleichfalls litui׳ und dnlderen bis in den Dod. ״Wenn ihr's nicht suhlt, ihr werdet s nicht erjagen," ist hier so reck! ein wahres Wort. llnscre Aiworcern ivaien im ganzen :eckt zu rucihaltend mir der Auszeichnung binori'cher Ge schehnisie. Wie tu.z ist im Dalmud (Sabl-at. rot. 2■'.) die Eha!׳u!kagesch!ck!c erz-äbli! Bkir sechs Zeil-n ist's geschehen. ״Megilla» Daanis" ist so aut wie verlorcn gegangen. Memorbücher legten nur sehr wenige (Gemeinden an. Die größten Männer, führende Geister standen geschichtlichen llnternehmunaen fern. D r o tzd e m wußten üe bei den Zeitgenossen Begeisterung iür unsere heilige .־™s und deren grobe Bergangenbeir za wecten. Sie griffen in ihren׳ Wirken für ד*-- —r das Hebet an de׳ Wurzel an. Bo: lauter ״Literatur" kamen sie nicht zur ״Cie schichte". Sieker ist das Nasch! und Nainbamjubi läum in denjenigen Ländern am meisten geleiert worden, wo man die Werke dieser Großen am wenigsten lernt. Dagegen dürsl-e es so manchen ״2י2ל Bochur geben, der einen ..Karben" 222־' beweinen und die I:age nach Geburtsort und Lebenszeit de. Maimonidcs zu beantworten schuldia bleibt. Wie sagt dock Lesüng^ ״Wer wird nickt einen Klopsto:-' loben! Dock wird ihn jeder feien ׳־ Nein! Wir wollen weniaer gepriesen und »msomebr gelesen sein." Es ist üiEcre Ausgabe, den B c 7 b i n d!: n g » w e g zu finden zwilchen der '!'?artbrerfeier und dem Olten barungssest. Das muß von der. Schule aiisgrlten und biin die reifere Jugendzeit fortgesetzt werden. Jünglings ve,eine. Dalmud Dbora Ber eine tun dringend not, um den Bad»״ n!׳•reiten, wir ibn die Einiührer ver Märtnrerieier sich gedacht. Es is! undentbar. diejensaen mit warmem Hrrzen zu ehren, denen unser Iiihlen und unsere C^e danlenweE so fern steht. Wollt ihr den Manen der 2—rצ־־קיב ־2—2 ־ gereckt werden, so beherzigt den Gedanken, daß unsere heilige Lehre Kämpfer und Opfer erfordert zu jeder Zeit! Bor wenigen Monaten erst wurde unser Martyrium aui's neue in grauen basier Art um viele Beweist bereichert. G e n e n t e, jener Opfer und sprechet nickt all , u l e i ch t und allzuviel von euren ״Opfern". die ihr dem Bät. ergla u b e n bringet. Wie klein, wie winzig klein diinrman.ches da erscheinen, dem man den Namen Opr'e: gibt. Israel braucht Männer und?׳rauen voll Dattrakt. 2-r;2 ׳־י״ die Adlern gleich die Schwingen regen, die der

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