Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 20 (17.5.1906)
- Date
- 1906-05-17
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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'20 .ז!י. Seil« 4 in Angriff genommen werden. Das ist unsere Pflicht. Wir müssen unsererseits alles tun. waS in unseren Kräften sieht, um das gesexestreue Judentum zu nähren und zu kräftigen. Die orthodoxe Judenheit Deutschlands möge unS in diesem kritische» Moment bei der Initiative zur Stärkung der orthodoxen Judenheit Rußlands behilflich sein. .12-2 nde-- -n שיאל• pp בסעשי ידיד דייג. Runden Jahre Siaaisjudenium. Ml. Sellen ist ein Vorgang mit größerer Spannung erwartet und mit glühenderer Begeisterung ausge nommen worden, als die Berufung des jüdischen Parlaments und des französischen Sanhedrin. Die freudige Aufregung darüber beschränkte sich nicht auf die französische Judenheit, sondern ergriff die ganze jüdische Diaspora und ging selbst auf weite außerjüdische kreise über. Und dennoch war ucff ganze Beranstaltung nur eine vorübergehende Episode, die ihren Schöpfer nicht überlebte und schon 11;״ der Bildsläche verschwunden wa . bevor sich Napoleons beschick wandte und sein Slern sich zum Niedergang neigte. s^rägt man nach den Wirkungen jener Vorgänge aus die Zustänke »׳er Juden in Frankreich selbst. so waren die Bemühungen der Deputierten und des Sanbedrins nornebmüch dabin gerichtet, durch leier liche Proklamationen an ihre Glanbensbrüder. die׳ selben von ihrer bisherigen Berufstätigkeit auf den Ackerbau und das Handwerk zu lenken und ihnen besonders den Eintritt in das vaterländische Heer, sc wie die Fürsorge für eine zeitgemäße Erziehung ihrer Jugend auf's eindringlichsle zu empfehlen, Es dürste schwer sein, einen direkten Erfolg dieser Wirk samkeil nachzuweisen, da die günstigen Berändcr ungen, die allmählich in dieser Richtung unter den Juden Irankreichs eintralen. offenbar das Produkt des allgemeinen Zeitsonschriltes sind. Ebensowenig iü es ihnen gelungen, einen günstigen Einfluß auf die Maßregeln der Negierung auszuüben: denn ihre Petition, die Bestimmungen des Edikts vom 30. Mai mit dem Ablaut des Jahres aufzukeben, ist nicht nur nicht berückücktigt, sondern durch ein Edikt ro;7< :׳. Marz ״סיוdie ßhmackwollc Ausnabms stellung der Juden in dev betreffenden Provinzen Frankreichs noch um ein Jahrzehnt und in den zu Deutschland ׳urückkehrenben Gebieten zun: 3eil noch titi länger erhalten v orden. Die einzige tatsächliche Schövfung iü die Bonsistorial Bersasinng. die sehr bald auch ans die von Bemerkung: .Gideon ift tot Er war mehr wer! als das ganze Land Uanaan und dennoch testierte er all seine Milch und all seinen Honig dem Herzog von Tevoiisdire. ohne zur Bedingung zu macken, das! die'er seinen '.Rainen an nehme und »'ich zum Judentum bekehre " Er ward mit großem Pomv auf dem jüdische« gricddos zu Miles End beerdigt. Nach dem Tode des großen Iinaneiers erlosch auch bald sein Andenke», um so rascher, da er in eine de wegle Zeit fiel. wo dir Ereignisse sich drängte» und das "»eitern bald über dem Heute der Bergesseiidelt anhcimnel. i^s traten andere a» seine Stelle und spielte» ihre Nöllen, solange "iliuf und Erfolg ihnen treu blieb. lErartennadre.I Ter Gedanke. durch die Anlage sozusagen künstlicher Städte in das freie Spiel der Kräsle beim Lladtebau ciiizugreiien. ist in England, der Heimat des Manchestertums, geboren und vo»' da in den letzten Iabren »ach Teiltichland vcrpüanzi worden Ent die Eimichl in das wirtschaftliche, gesundheitliche »nd ütiliche Elend, daß die Mietskaserne» und die lustlosen Hauser inanen der Großstadl siir tausende von Familie» heraus beschworen, tonnte zu dem kubnen tNedanken fuhren, nach einem ganz besliniinle» Plane sogenannte Garienstadle an zuleg-.׳:׳., in denen eine weite ,Hache freien, gärtnerisch zu bestellende» Xullurlande» das städtische Ecuiriiin umgibt. Eine der Ausdreunng dieser Bestrebungen dienende gemein nuizige i^e'cUichail in 1» Berlin gegründet worden und hat bereits begonnen, an einigen Punkten?eulicdlaiids ihre Idee» 1» die Wirklichkeit unizuietze». Was uns ver anlaßl. der "tartenNakl Bewegung an dieser Stelle zu ge denken, ist der bisher »och nicht bervorgehobrnr Umstand, daß der ihr zu gründe liegende Gedanke», r»1cr Juni l u l i o n des jüdischen Ge ׳ eizes vor Iadrlauienden Der Israelit.__ Frankreich abhängigen Staaten Deutschlands übera:nq. Nach dieser wurden in allen Departements, deren jüdische Bevölkerung mindestens 2000 Seelen beträgt. Konsiitorlen eingesetzt. Dieselben bestehen aus einem Obcrrabbiner, lssrand Rabbin. zwei Rabbinern und drei Laien, welche durch fünfundzwanzig von der Regierung ernannten Notabeln gewählt werden. Wucherer und Bankerotteure können nicht Mitglieder der Konsistorien sein. In Paris wird ein »Zentral Konsistorium errichtet, welches aus drei Dberrab binern und zwei Laien zusammengesetzt ist. In jedem Konststorialberirke besteht eine Hauptsynagoge! andere Synagogen in de1׳! Bezirk eines Konsistoriums können nur ans Antrag desselben an die kompetente Behörde, errichtet werden. Sie sind vertreten durch einen Rabbiner und zwei Laien, welche von der Regierung ernannt n>erden. Tie Konsistorien haben 1. darüber zu wachen, daß von den Rabbinen nichts gelehrt werde, was den Beschlüffen des Sanhedrin entgegen ist: 2. die Crbnung in den Snnagogen zu erhalten und keine (ssebewersammlling ohne besondere Autorisation zu dulden, und die Juden ihres Sprengel? zu nützlichen Gewerben anzuhalten, die Leistung der Kon skriptionspslicht zu üterivachen und der kompetenten (sttwalk diejenigen zu bezeichnen, die keine Mittel haben, aus eine ehrbare Art zu existieren. Das Zent r a l K o n s i st o r i u m hat für die Poll Ziehung gegenwärtiger und späterer Anordnungen iw ganzen Lande zu sorgen und deren Verletzung der ton! Petenten Behörde anzuzeigen, die Ernennung der Rabbiner und Dbcrrabiner zu bestätigen und nach Ermessen die A b s e tz r! n g von Rabbinern oder Konsistorialmitgliedern zu beantragen. Als Funktion der Rabbiner wird neben oem Unterricht in der Religion und in den Entscheidungen des Sanhedrin hauptsächlich die Empfehlung des Gehorsams gegen das Staatsgesetz und gegen die Konskriptionspflicht bezeichnet, außerdem haben sie in diii Snnagogen zu predigen, das Gebet Eir den Kaiser zu sagen, sowie Trauungen und Ehescheidungen nach dem Landesgesetz zu vollziehen. — Jeder neu einzusetzende Rabbiner hat zuvor eine Er tlärnng zu unterzeichnen, daß er den Entscheidungen des großen Sanhedrin beitritt. Ein Blick aus den durch diesen Entwurf ge schaffenen Organismus einer sogenannten Kirchen vcrfaffung der französischen Judenheit muß uns überzeugen, daß. derselben kein Element zur En»׳ nickelung eines selbständigen, ans dem religiöser Be wußtsein der Gesamtheit beruhenden Lebens enthielt: daß v!elv!cbr die ganze Konsistorialverfastung nur ein polizeiliches Institut für die Zwecke der Staats regierung war. wie deren Einführung auch in einem Bericht des Ministers Ehampagni an die geeine vollendete, nur noch viel weilergreifende Verwirklichung gesunde» bat. Auf Grund der Vorschriilen im lll. B. M.. Kap. 27», V. :Pt galt für das ganze »''ebiet des jüdische» Landes die Bestimmung, daß der 10»>o Elle» um fassende I4urrau>» der Städte weder j» Bauland noch in Ackerland, der weitere 2000 Ellen umfassende Ackerland Ring aber rings >»» die Stadl ebenso nicht in Bau g e l a n d e umwandelt werden durste. S. R Hirsch sagt darüber: «4. Ausl. S.7>s5.) ״Cüenkir wird nämlich durch diese Bestimmungen die möglichste Erhaltung einer ״niii La ndba» sich beschäftigende» st ä d l i s ch e n Bevölkerung" als über wiegender Grundlvpus der 'Ration in de» Vordergrund gestellt, und dem Anwachs der Städte zu vom Lande abqe jöste» Großstädte» Hindernis in den Weg gelegt. Es könne» sich die vorhandenen Städte nicht über deren I-lur raum hinaus aus st osten des Baulandes, ja nicht einmal aus st osten ihre» »ganze» e» sßlurrauine» erweitern, »nd es kan» überhaupt kein Bauland in Stabt »'*ebict umzewandelt werbe» Bei einer Ueberfüllung müssen neue Släbte da angelegt werben, wo bis jetzt kein Bauland war. wie z. B. Ioiua st 17, 17» I> de» Söhnen Joseph'» die Lichtung von Gedirgswalduitgen zur Anlegung neuer Städte empfahl." Bei der weitere» Behandlung bieier Gesetzesbestimmungen tveisen die Eodices aus bei! Geitkdrspuukt des!"2" >Landes knltnr, aus der einen, des :Schöudeili aus der ander» Seite di», iodaß al'o der Ausgleich der erst in allerjüngster cß'it als gegensätzlich einpiundenen aestbetiiche» und öko noniiiche» «N'sichispunkie un "'eilte des göttliche» Gesetzes schon vor Iabrianienden durchgeiiihrl scheint.!Die Juden und die Nerveukraukdeiteu.| I» einem Ariikel von Georg Lonier: ,Tie Beziehungen von Selbstmort׳ ».nd <^e!>teskra!׳.!be!r zur Raste״ r!u Aprildett __17. Mai 1906. setzgebenbe 'Versammlung als Polizeiverorvnung be zeichnet wird. Dagegen erkennen wir in derselben mit ernster Besorgnis bereits alle Elemente zur Aus richtung einer Freiheit und Gewissen bindenden Macht ijn Judentum, die, aus die Staatsgewalt gestützt, sich notwendig zu einem gegliederte» hierarchischen Svstem ausbilden muß. und somit das unveräußerlichste Heiligtum des Judentums, die einzig sichere Stühe seiner freien Selbstentwickclung. nämlich die Autonomie der Gemeinden und da? Selbstbestimniungsrecht der Einzelnen zu erschüttern, droht. Wer den Indifferentismus, die religiöse Jgno ranz und den religiösen Abfall kennt, die unter dem konsistorialen Regime innerhalb der französischen Judenbeit Dimensionen angenommen baben, wie vielleicht nirgendssonst, der dürfte leicht geneigt sein zu glauben, daß die bisherige abfällige Beurteilung dieses ganzen Systems vielleickst der Ausfluß einer jüdisch ortkokoren Auffassung ist, die ib.er Ver biiternng die Zügel schießen läßt. Demgegenüber ist zu betonen, daß. das ganze bisherige R e f u w wortwörtlich den A u s f ü h r ungen eines Forschers entnommen ist, der sich o s s e n und ehrlich zu den Wort führern des ili e f ס r m i 11 b e n t u m 5 b e kennt, und im Dienste des Reform judentums das Werk geschrieben hat. dem diese Auffassung ent nommen i st. Er hat allerdings vor vielen seiner Gesinnungsgenossen den Vorzug, daß er jeder Schön färberei abhold, auch seinem System unbequeme Erscheinungen wahrheitsgetreu darstcllt, daß. er den Ireund nicht schont und auch dem Gegner gerecht wird Vorzüge, welche besonders die Schilderung der uns hier beschäftigenden Epoche in einer Weite aus zeichnen, daß jeder Ireund der Wahrbeit diesen Ausführungen, welcher Richtung er sonst auch ange hören mag, fast durchgängig znstimmen muß. Es ist dies D r. S. Stern in seiner Geschichte des Iudentums'V Er fährt an der durch diese E'insebaltung unterbrochenen Stelle wörtlich fort <Seite logt: ״odj sage, ich sehe diese Ekemeiite einer sich entwickelnden hierarchischen Ltaatskirche in der sranzösischeii Kon nstorialverfaisung 1»il Besorgnis, nicht weil ich fürchte, daß bas Judentum nicht die Kraft haben werde, auch diese Geiadr zu überwinden, sondern weil unter den Jude» und ihre» aintlichen Führern, d. h. unter den Rabbinen und Genieiudevorstäuden, besonders in größeren Staate», noch vielfach die 'Ansicht vorherrscht, daß es ei» Segen für die Gestaltung der jüdische» Angelegenheiten wäre, wenn zur Beseitigung der vernieiutlichen Willkür ein kirchlicher Organismus unter dem Schutz und der'Autorität I > Ter volle Titel lautet: GetckiickitedeS Judentums von MendetSsobn dis auf die iüeqeiiwart nebst einer einleitenden Uebersltiau der äiteren NeliglviiS- und ziultuSgesckiitvle von Tr- S. Stern. Frankfurt a. M. Literarische Anstalt <J. Rütren) 18!>7 der ״Politisch Amhropologischen Revue" heißt es mit Bezug aus die Juden: ״Einer gesonderten Besprechung bedarf die weiße Aller Wellsrasse der Juden. Sie gehöre» das unterliegt keineni Iweisel im ganzen betrachtet, zu den begabtesten Rassen der Welt. Vermöge des ihnen aufgedrungenen intensiveii Kampfes ums Tasetn haben ne aufzerst Widerstaudstahtge Tvpe» berangezüchlel, in denen sich Intelligenz und Rassen eigenarl vereinigt. T ie von ibiien absichtlich sehr bevorzugte Inzucht setzt sie indesseit auch den mit konsauguiiteu Eben uiilrennbar verbundenen Gefahren bezüglich körperlicher und geistiger Gesunderhaltung in höherem Grade aus, als andere Rasse». Sie verfallen geistigen Erkrankungen vier bis sechsmal häufiger, als der Turchschuill der Kultur Nationen, in deren Mitte sie lebe». Minderwertigkeit und Perversion findet sich häufig in der Jugend, ja, bereits die Kinder leiden oft an hochgradiger '.Reurasthenie. Letztere ist überhaupt unter den Juden sehr verbreitet, insbesondere beim mäiiitlicheii »Geschlecht, während bas weiblickie mehr zur Hvsterie neigt. Turchschniltlich erkranken die Männer mit :47, die sfrauen mit :4׳- Jahre», während das Turchichnitls aller psvchischer Erkrankungen sonst 4:1 Jahre ist! Epilepsie ist selten. Tagegen nimmt die Paralnse eine» höheren Pro- .zcnliatz rui als bei der anoeren Bevölkerung »elwa 21 r. H. sämtlicher jüdischer Anstaltsauinabme», gegen 10 — 1:4 r. H der anderen». Merkwürdigerweise stellen die I-raue» bas größere Kraiikbeilskomigneiii. Nach den Untersuchungen von A. Pilcz'» ist auch zur Verncktbeit»Paranoia» eine er döble Neigung Vorhände», was um io demerlenswer.er ist. als diese Asseknon allermeist aus begenerativer Grundlage entstebr Im Gegensatz zn den Juden zeigen die reinen Ange hörige» der semitisch hamiiische» Raste diese hohe Krankdeiiszist'er nicht. So die Aegvpler, Araber. Abvsnnier." '1 A, Pilcr >ur i«1 1:zz K* Juif» IWi.