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Der Israelit · 1906-04-26 · 17 (26.4.1906) · p. Seite 11

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
17 (26.4.1906)
Date
1906-04-26
Page
Seite 11 (sequence 12)
Language
German
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•6י. April 1006 I« Israel» ««ne 11 4tr I:. KorrerpomURzen und llschnchle«. Frankfurt a. M. Unfere 'Jicdibar^fnifinöt Ossendach [ud,t einen zioeiien ffaniar uno Reiiqionr lekrer mit seminaristsscher Vorbildung. ״Offerten mit Gehalls an gaben (soll wohl heißen Gehalt-- ansprüchenf zu Händen des Herrn Kammeriiei׳ - rats H. Merzbach." Ja. soll denn die Stelle an den Mindestfordernden vergeben werden? Oder ist die Besoldung so gering, daß man sich schämt, sie der öffentlichen Kritik preiszugeben? U. A. w. g. Bebra. (08. I a k : e s v e r s a 11: m l u n g ber Israelitischen Lehrerkonferenz Hessens am 8. Januar 190«,.'» Zum ersten Male seit ihrem 38jährigen Bestehen ist die Israelitische Lehrerkonferenz Hessens zu einer außerordentlichen Jahresversammlung zu sammenberusen worden, und wohl nienials ist die Tagesordnung wichtiger gewesen, als dieseSmal, da es galt, Stellung zu nehmen zu dem Entwürfe des Scbulunterhaltungsgesedes in ivelchem die israelit. Volksschule und ihre Lehrer so überaus unfreundlich behandelt worden sind. Angesichts der Wichtigkeit der Tagesordnung war auch die Beteiligung eine große. Ilm l Uhr eröffnete der Vorsitzende Herr Amram Borken, im Saale des Hotel fockenheim, die Ver Handlungen mit herzlichen Begriistungsworten an die Erschienenen, deren große Zahl, es waren über 70 Teilnehmer, zeige welch' große Beivegung durch die füdische Lehrerschaft Hessens geht. Sein Gruß galt wdann den Gästen. Als solche waren erschienen: Herr Vrovinzialrabbiner Tr. Munk Marburg, als Vertreter der Vorsteherämter in Marburg und (lasset; die Herren Tr. Stern und Eschwege fulda als Ver rreter des dortigen Vorsteheramtes: ferner Herr Kreisrabbiner Tr. Cohn-Eschwege. die Herren Lehrer Heußner und L'!l2׳Bevra, Herr Krei->oml!1'aer Hahn Hersfeld, sowie eine Anzahl Gemeindeältesie auS dem Regierungsbezirke. In ihrem Rainen dankte Herr Tr. Munk für die Begrüßung und knüpfte daran die Bemerkung, daß nach mancherlei An zeichen wir statt mit Gefühlen fast der Verzweiflung die Verhandlungen mit solchen des Vertrauens führen diirsten: er bofie zuversichtlich, daß es gelingen werte, die auch die jütische Volksschule in Hessen be drohenden Gefahren in der Hauptsache abzuwenden. Ter 'Vorsitzende erstattete hieraus einen kurzen Jahresbericht. Rach demselben hat der Ausschuß in Erledigung eines von der vorjährigen Konferenz er baltenen Auftrages sich abermals mit einer Petition um Besoldung des Vorsängerdienstes an das Abge ordnetenbaus gewandt. Die ebenfalls von der vorigen Jahresversammlung beschlossene Enquete über hie Frequenz der jüdischen Schulen, sowie die Arbeit der Lesebuch Kommission sollen aus Rücksicht auf das ® Schulunterhaliungsgesetz bis zu dessen Lerabschiedung ,zurückacstellt werden. Der Schluß de? Berichtes eriväbnt noch mit herzlichen Worten den Verlust, welchen durch den Tod des Herrn Land rabbiner Tr. Prager Cassel auch die Israelitische Ledrerkonferenz und die indische Lehrerschaft Hessens erlitten haben. Das Andenken des allverehrten Mannes wurde in der üblichen Weise geehrt. Hierauf folgte die Bildung deS Bureaus. Der stellvertretende Vorsitzende, Herr Oppenheim Treysa, übernahm für die weiteren Verhandlungen den Vorsitz, während die Unterzeichneten das Protokoll führten Hierauf erstattete der Vorsitzende das Referat über den Entwurf des Schulunterhaltungsgesetzes, c??—2 r.* nnf die Verhältnisse der jüdischen Schulen und der jüdischen Lehrer bezieht. Zn der Einleitung die Geschickte der Entstehung und Ent- Wickelung der!üdischen Sebule — insbesondere in Hrssen —. sowie die Notwendigkeit und den Wert besonderer jüdischer Volksschulen darlegend, zumal in unserer Zeit, welche den konfessionellen Ebarakter der Volksschule immer mehr berschärsi. schilderte Reterent zunächst, wie der Gesetzentwurf mit ver icknedenem Maße messe und d:e jüdischen Verhältnisse nicht mit demselben Wohlwollen behandele, wie die je«i,e, der übrigen Vekenntnisse. wie im Gegenteil derselbe Gesetzentwurf, der de« evangelischen und katholischen Kindern die Wohltat verschaffen wolle, nur Von Lehrern de, eigenen Setenntnisse« unterächtet zu werden, den israelitischen Kindern diese Wohltat nickt allein nickt sichere, sondern sie zum Besuche der konfessionellen Schulen anderer Bekenntnisse zwingen wolle. Roch entschiedener spricht sich Referent gegen die Bestimmungen über den Religionsunterricht der lonfessic wellen Minderheiten aus. welche die Bedürfnisse des jüdischen Bekenntnisses noch vollständiger ignorieren. Am Schlüsse seiner von Sachkcnnlnis und ׳dler Begeisterung durchdrungenen Ausführungen betont Referent, daß auch die jiibischen Ledrer in ihrer großen Mehrheit") in der Simultankchule das Ideal der Schule erblicken, aller dings nur in einer Simultanschule, die simultan sei nicht nur bezüglich der Schüler, sondern auch bezugsich der Lehrer und in der bei Auswahl der Lehrkräfte wenigstens darauf Bedacht genommen werde, daß für alle Sckiiler der Religionsunterricht ihres Bekennt nisses gesichert isi. Auch der jüdische Lehrer sehe seine heiligste Pflicht darin, deutsches Wesen zu pflegen und deuische Gesinnung und Gesittung in die Herzen der Kinder zu pflanzen. Gegenüber denen, die ihm die Fähigkeit hierzu und damit die Fähigkeit, auch an nichtjiidiscken Schulen erfolgreich arbeiten zu können, absprechen, betont Redner, daß die Juden nahezu zwei Jabrtausende aus deutschem Boden verweilen und aus den Werken deutscher Gelehrter und deutscher Dichter Wissen und Bildung swöpfen und datier in bezug aus deutsches Wesen und deutsche ltzesinnung Hinte-- niemandem zurückständen. Der stürmische Beifall, der gerade diesen Aussühriingen folgte, zeigte, wie sehr Referent mit denselben der Ver sommlung aus deni Herzen gesprochen. An dar Referat schloß sich eine mehrstündige Besprechung, bei ivelcher bejonders Herr Strauß Gelnhausen interessante und wertvolle Mitteilungen machte. Aus Antrag des Herrn Leminarlehrer .Katz Cassel wird eine Kommission ernannt, welche in Gemeinschaft mit den Vorsteherämtern die Abfaffung einer Petition und die weiteren Maßnahmen erwägen soll. In die K״n1«״ssion iverden die beiden Vorsitzenden, sowie Herr Katz getvählt. Im Lause der Besprechung wies der Vorsitzende mit freudiger Genugtuung noch darauf bin daß auch diesmal der hessische Volksschullehrerveiein für die Gleichsterecktigung der jüdischen Schulen eingetreten sei. Die nächste Jahresversammlung soll Weih nachten in fulda stattfinden, falls jedoch der Gang der Creignisie wiederum eine außerordentliche Jahres- Versammlung notwendig macht, wird der Ausschuß er mächtigt, eine solche einzuberufen. Der unter ׳.eich nete Rosenstein gibt noch Kenntnis von einer Reicks gerichtsentscheidung vom 19. Mai 1881 (IV. Zivilsenat), wonach definitiv angestellten Lehrern auck dann ihre Stellung nickt gekündigt werden kann, wenn die Sckule. an welcher sie angestellt ünd, ausae löst wird. Mit einem begeistert aufgenowmenen Hock aus Seine Majestät den Kaiser schloß der Vorsitzende die anregend verlaufene Versammlung. Herr Strauß- Marburg sprach noch dem Ausschuß Anertennung für seine Tätigkeit aus und wünscht der Kommission in den zu unternehmenden Schritten besten Erfolg. Ta mit hatte die Versammlung, die sicher zu den denkwürdigsten der Lehrerkonferenz gehört, ihr offizielles Ende gefunden. Tie Schriftführer: R o s e n st e i n Rotenburg. Stahl Bebra. *> Wir bejronfeln da» «inttweiieii. I. Red UM« uuJ ßödjmdbau. lieber Krzteh,»,. Leitsätze für Eltern und Lehrer HerauSgeqeden und ausgewählt von Tr. Julius Rei« nur Hannover. Otto Todia« IX u. 283 S. Mk 5.—. Ter Herausgeber bat everstanden, mit großem Siesthuk a»S der pädagogischen Literatur der Ktassizität und der Modern« die markantesten stelle» auSzuwable, und so tu gruppieren, das, der Lehrer ein B!tt davon »rbail. wie die ,rubrer »> der Erziehungslehre »der deren wichtigste Probleme gedacht bade» und denke» Er leidst sag« über den Zweck des Bucht» am Ende des Borwori» . T>« Er zxbung ist tl»e tzunst. ne will und »mR gelernt werden »einem Baier lind keiner Mniier keinem Ledrer und feinem Erueder dürfe» die Erziedungsprobleme »reind dtelde» Bon dieiem Gedanken geleilel. bade ich es unternonniie» au» der große» ,fülle der klassischou und inodernen Pada ^ogik die stelle» auszuwädle». die in klarer und gedrängter ,ronii die Ergebnisse der grmidlegende» Erzlebungsrrageu zusammenrasse» Ich bade die verichiebenariigsten und on widersprechendste» Ansichten absichtlich aneiiiandergereibl damit man daran erueb« »>>e sogar die bedeutendste» Autorität«» aui die'e», ׳}»'ס»•(« weit auseinandergrde» -sticht e>» fertiges «vstem. sonder» r»»e ,full« von .1,1regendkn und belehrenden Gedanke» biete» folgend« Blätter, die da!» bestlinnil sind. Ellern »nd Ledrer m einer selbst staubige» Beobachtung und inbividuelle» Erziehung ihrer stinber anzuleiien " Ter Unrertitel des Buche» scheini n»S nicht gliicklich gewählt zn sei» de»» ba es da!» best»!»»! ist. nicht nur Erziehern vo» Beruf, sonber» ebensowobt patagogssch Iliierfabrenen als Mentor 1» bienen, per Herausgeber aber »ist Borliebe .die verschiebeiiarligsten und oil widerfprechendste» Anfichlen absichtlich aneinander geleit» hat." so wirb sich der Laie »1 gar »,aiichei» Punkle nicht 1» einer selbständige» A»»chl durchringen könne» Einander widersprechende «ave koniien »ichl als .Leilsatze einpiodlen werde». «lorend wirkt a»> de!» Tnelblall die Angabe ..berausgegebe» »»b ausgewablt " Es feilt« beißen . ausgewahll und berausgeaeben ' Trotz dieser kleinen Au« stelluiigen erkenne» wir gerne nn. baß Renners Buch ei» mit große!» fleiße angelegtes Sammelwerk ist. dessen r׳e>a>1S>,^le. sich von große:: '^esichispunkten leite» ließ Ti« ausgewablle» «lellen und de« besten pädagogischen «chnfte» enlnomvikn und werden i» »laiichem Lese» de» Wunsch rege machen, das eine oder andere lfuellenwerk de»! sie enlsiaiiiinen. genauer keu.en »1 lerne» Wir können das Werk Ledrer». lullern und ganz besonders auch «olchen. die >»1 Bean׳׳e sieben, eine Eke m jchliene». warm einpfeble» r. Etabriel Riester» Leben und Wirke», Ern Buch sur Jung und All von Rckior Joie! feiner mil einem Bildnis Tr Gabriel RießerS Hamburg IR"- Verlag vo» M itzlogau junior Tas vorliegtiib« «chrislchen >» rechl enipieblenswerl und für die Lchüler ber obere» ttlasse» von Gumnasien und Realschule» eine paisende Letrure. Ter Beisasselaßt ja das Lebensbild Rießer« etwas zurücklreten gegenüber seiner Wirksamkeit für die Gleichberechtigung der beuischen Juden, er plaiLirrt mehr mit den Wor;r׳.׳. R׳»ßer». als daß er schilder aber das ist kaum ein fehler, den» V>e Ideen RießerS sind keinesivegs veraltet. Wünschenswert wäre eS vielleicht gewesen, wen» Herr Rektor feiner die Rrchislage der deutschen Jude», wie sie durch de» Wiener Kongreß dervorgerufe» war. elwas deutlicher dargelegi daiie: Rießer« Bedeutung wäre dann besser dervorgetreien Tem Lehrer isi es aber e»> Leichles, ba» fehlende zu ergänzen. Möge bas Buchlein dazu beilragen, den Idealismus be> der iudiiche» Jugend zu starke» in!» die Erwachsenen an ihre Pflichten dem Judentum gegenüber zu mahnen Mehrere 1000 Aerzte u Pro« ft ff am empfehle« Citrophe« *«ge» KopfflLmerz, Influenz«. Nenrnlgie und Rheumatismus. V itroptze» « fr ft kchWer, Kille,b. ,erv»,» ber, big«,b. ,pperi t««rege »b, Ichl, f > br i,He,b ,»b ist frei vo» jedem schitb« liche,Ei»flust «nf Herz »,b M« Ge,. tkitrophe, ist i, ,irr, Apotheke, erhältlich. 07 U «,ch Toblett«, t, Qrigi״llch,chtel, z, Mk. I.—. Scrbbat-2lnscrng u. -2iusgang. שבת 2^1». Ankana OST. a. ». ״ S»ri«| den 30. Avril. 6. 3»f. rrjfr. RwnRn den 3. Wai w 3|au Twm iv^n.

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