Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 17 (26.4.1906)
- Date
- 1906-04-26
- Page
- Seite 3 (sequence 4)
- Language
- German
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26. April II* *i. Tex ÄfiÄifdir Äuslülulüttkr au? krn Jifanümnjiifni. irgend einer Disziplin einfügen, daher auch schwer zu lKkandeln sind, so können diese unfügsamen In dividuen doch immerhin noch jeden 'vergleich mit den mi» ihnen den gleichen Schiffsraum teilenden Mit reisenden ausdalicn. Sie betrinken sich nicht, sind torder händelsüchtig ״och widersctzen sie sich Maß regeln, die sie leicht verstekxn. Und de,׳.noch kann man bei jeder Iahrt erleben, dasi sich irgend jemand vom Schisfsvvlk herausnimmt , sie ui beschimpfe» und zu mißhandeln. Und warum prügelt »׳an ge lade einen Warum keinen Zrländ׳׳r, Deutschen, Italiener oder Ungar' Aue dem ein fachen Grunde, weil alle diese für jede Beleidigung sofort Selbstjustiz üben würden, daß den Malrv'en die Lust vergehen würde, sich an ihnen zu vergreisen Auch getrauen sich die armen Juden niurt, sich 1׳: de schweren, elnd sobald das <2rt1iff׳n'frion<11 ׳ich >׳or Strafen sicher weiß und auck sieht, daß die׳,׳!ü ״. A u s >v a ,׳. d e r e r keinen 'יי e s ch ü tz er an Lord haben. ׳' o prügeln sie die Schutzlosen. Riet es doch einmal grent»!>l״>e4 Staunen bei Matrosen, Stewards »nd .,vjzern!׳״! vor. als e׳n »aiiilvassagier erster Mianc,;iv■ über die an armen r״llffch-n Juden verübten Lruta litäten, einmal i'ebr energisch ein paar rüden j!»d 1׳ priiglern in den Weg ira! und ihnen verbrach, ׳osort bei Ankunst in Rei ü,orl sie nach a׳neriiat׳.i!g.e׳n SchissahrtSgese!׳ verhakten zu laßen' Darf es nun bei diesen schändlichen Zuständen bleiben, bis sie zu ״derechilgten Eiaentümlichkei'e,!' ausgereitt sind? Wir verlangen geiviß nicht zu viel wen־! ״■i 1 fordern, daß unsere וזן{זו1<1>'חז<1?ו)-־י1יט. an denei׳ .vir doch alle durch unsere Beiträge partizipieren, gründ lichst Wandel schaffen, etwa durch eine .Uommiüion, die zum Schube der Auswanderer auf verschiedenen Linien die Rene inkognito unternimmt, uw dann gegebenen Ialles sofort für die M!ßhandr!t»n einschrciten zu können, freilich dürste diese delikate Aufgabe nicht, wie es bei gewissen jütischen Drgani sationen gegenwärtig Usus und Abusus geivorden. überall blutjunge Leute sür große Ziele an die Spike zu stellen, wiederum jungen Männern nigkwik'en wer den. Eine solche, wie es scheint sehr notwendige .Mo!» misiion müßte aus gesetzten Männern beüehen. wekche diejenigen l^iaenschaften besitzen, die man '"ch weder auf der Schulbank und im Hör'al noch, im Bureau, oder in der Abfassung schönklingender Le richte, sondern erst in all den Reibungen und l?r fahrungen des Lebens praktisch im Lause vieler Jahre erwerben kann. Wie immer sich auch in Zukunft unsere jüdischen Hilfsorganisationen zu dieser Angelegenheit stellen mögen, so bleibt diese Angelegenheit Sache der ganzen Iudenbeit. Wir sind es unserer eigenen Würde, unserem eigenen Ansehen schuldig, daß nirgenda-o die 1 >>k 1; Ansicht Platz greift, armen jüdischen Auswanderern könne der erste brftc antisemitische Lumv 7Vuf;;ritt ■ versetzen, ohne daß sich jemand darum kümmert. 'Am allereittschikdensttii muß man auch der!׳analen 2 er tronnug entgegentreikn, oaß eine vituniu'mi!u ..״z, keine Ewigkeit dauere und die ,!׳ährend mißhandelten Juden ׳ t׳on schlechte Bebeindtlina ae wöknt seien. Es isi und bleibt untere Pflichl, die Pst schenwürdc auch am ärmtten unterer Brüder zu schützen, und es in und bleibt anck die Pflicht untere׳ jiidüctxn 'Bereine, die . ie Anso׳anderer sonn mn ׳äia! i.ud lat unterstützen, jede SL.-ädjgui'g ״atz Möglich keil von ihnen »ernzuhallen, ׳,umai i eiin >äcs. «chädiauitg aus j11dens,i11dli,l>em .׳das, Iierau bereu!1׳it\ 1; ,! : » v Hundert lahre $1a<1t$judenlum. I _ •11” bAvril sind ׳»au hiinderl Ig!׳:e .e flotten, seitdeni der er׳,!׳ Schritt zur ן״+י!;!ו.ו,״: Drganisicrung und Zentralisier,mg .״es ',»d-n?- ...... in Frankreich geschehen ii't, die als (<.1׳tfi»10ria! saffung noch heute ois an!sie Sch.-eile der . \-:n wart sich bedauplcl ,‘•דיr. vic in neuerdings vroklainierre r!ennnna von Slaa ׳,״.: Kirche hat auch diese Institution den D-desstöß er halten. Immerhin in der dunderkiährige Le׳.׳׳!tt einer Institution mehr als genügend, um sie >,׳׳ ibren Früchten zu erkennen. Dies.׳ Erkenntnis in . rade in unserer Zeit für die deutsche Iudenbeit :.io aktuellem In!e.e'׳e. ״aß ihr gegenüber f׳l!׳’t;f gehende eiegenmtz zunickiriit. . er ionn ״ic Bekenn:, des überlieferten. Hfl;׳rüctien ״nd die,e,va«׳!י־ ׳׳׳:• r< tvrmierien oder lib« ralen äutennun -. ״ie man .. 11׳ lieber tagt, so fdwrf von einander ntyiיל .!׳.״ ihre Wege auch sonn auseinanderqehen »׳ögen.!::er sind sie einig. Die Redliäyn ißinüchtiaen in ׳eideii Lagern stehen hier Schulte! an Schulter. .Leine Paneibrille in!rüde genug, um die Gefährdung, Lerkümmerung und ''ntartung hinwe zzi'täii'chen. tvclcke die staatliche Zentralisation den׳ Z״-!״i"an> nmerbalb der französischen Iudenheit gebracht bat. Es sollen daher die Wortführer der ertremsien Iffiae! hier zur Sprache kommen, die sich fall wörtlich in der Mahnung begegnen: ״Alles, nur keine st a g t l i ch e Bevormundung, keine Ze » t r g l i s i e r » n g . keinen st o n > i st o r i a l zwang, keine p o l i l i s ch e B e!n u t t e r ung des autonomen, f r eitn , j n dischen (^emeindeleben -!" Wenn es bei dieser hundertjährigen Er'ahruna noch deute in Deutickland Leute gibt, dir sich für ein stggtlich gerrgeltes, politisch gegängeltes und von ob׳n herab dekretierte׳ Zwang? Judentum beaeinern L>a״ schreibt um. von geschätzter Seite: Gegenüber der etwas befremdlichen einstimmigen Schweiasamleit deutscher jüdischer Zeitungen über das 2hema der I,udenmißbanblungen auf den LZeanda nipsern.*, muß es dem ..Israel:!' als doppeltes Berdienst angerechnet werden^ daß er so rn.rgisch für die Schutzlosen eintritt. Man muß sich aber dennoch unwillkürlich fragen >vie es möglich ist. daß diese schändlichen 'Vorkommnisse, die leider keine Einzelvvre!än>ze!!, ,'ein scheinen, so lange ickon forleristieren können, ohne daß sich jemand gefunden hat. der seine Stimme zum energischen Protest er hoben hätte, fahren doch beständg Juden zwischen Europa und Amerika: allerdings vorwiegend in erster .'kajiite, wo man vc»1 Sbcrdeck herab, mit Mitleid ׳.md Abscheu zugleich, auf die schmutzigen ZwischendeüS reisenden herabblistt. die von jedem kleinsten e>.u! fort nur ein klein ׳״enig deffer wie Siere ״hinüber" geschasst werden. Wie kann man sich auch Paffagier erster Lajüte,!00 man als Grstklaffiger mir de,״ L'apilän und den Schiifssaffiziere:: zu g!e!ch.׳^ ׳z«it ,.ur Lasel sitzt, auch noch um diese driNklastigen Mensck>en kümmern! Wer indessen oft den Szcan gekreuzt und steb nur ein klein wenig um diese armen Auswanderer de kümmert hat, weiß leider nur zu gut, daß man diesen stolzen schwimmenden Palästen, von deren raffinierter Ausstattung alle Zeitungen zu berichten pskeaen nicht ansieht, tvelche menschenunwürdige, gerade׳!! ab stoßende ״b'-inrichtuiigen" gnade für diese Paffagiere getrosten sind, an denen allein die Gesellschaften ihre fabelhaften Profite machen. Wer lüiiisig au׳ r:e׳en Dampfern gereist ist und während der Reffe seine Aufmerksamkeit den jüdischen Auswanderern geschenkt hak, d°m jst sicherlich nickt entgangen, daß die 'Be Handlung derselben vieles zu wünschen übrig läßt. I'm allgemeinen macht ja die Schiffsbesatzung keinen großen Unterschied zwischen den Zwischendeck? Passagieren. Man wird es aber schwerlich je er stben, daß ein Matrose, .st'ok'.enschautler oder Heizer, wenn er an Deck kommt, wagen wird, einen ckrist ticken Zwischendeckspaffagier durch Worte oder Sa' lichkeitcn zu beleidigen. Das ließe ffch kein Slovake, Italiener oder Pole gefallen: die Juden aber kann man schon ruhig beschimpsen und prügeln, denn die wehren sich nicht wie jene. Wenn man nun auch zugeben, muß. da׳'׳ uck unter den jüdischen Auswanderern auch leider haiitig genug unangenehme l^seincnte desinden. die sich schtver *> <':>״!־.״ ״rrfrr. tirr'.n. •11111> י<י>י, bie 2'.s.׳It" m ׳hror ii litv» 'ihimmcr bt*• non un* bcriditfto?Inqrlcqkntieit lichnnbelt. Tic Nt bnftion.!(■finjiib. Bürgermeister von La« ^rauziSko.! Dai! furchtbare Z^reianis. bas ficfi im fernen Weslen zugetragen, erinnert an einen hervorragenden ״Mauten* genossen, bei» die vacinsche Metropole einen großen Teil ihres ׳Antichwunges zu banke» batte. Jose, Lmro war einer der bebenlenbite» amerikanischen Ingenieure. Weberei! im Jahre I>Z:i" in Aachen, besuchte er baselbü die vor zngliche» polntechnischen Schulen, um in »och juiigrn Jahren die techmiche Leitung der ausgedehnten Woll- Webereien seines Vaters z» übernehmen. Aber durch die Revolution des Jahres l'-U״ verarmte die chamilie und wurde gezwungen, »ach 'Amerika auSznwandern und üch 1. I. krttiit in Baltimore anzuüebeln. In demselben Jahre jedoch bewog die ifnldecknng der ,Malisornischen t^oldselder Knkro dazu, nach «an chranzisko zu geben, wo er geschäsrlich tätig war, dis mehrere Jahre später die Z^ntdeikung der Minen in äkevada ihn dabin zog, <*r prüfte dort die Selber, und gründete bald in Taaton Aevada eine «lampsmüble zur 'Ausscheidung der Silbererze, die von technischen und finanziellen (Erfolgen begünstigt war, Las Problem der Zfonnruckion eines Tunnels als Durchgang durch den ffomstockpan. in welchem durch die große Hitze, die auS der Tiefe der Schachte empor,Tieg, jede 'Arbe׳! '׳»möglich war. wurde von Sutro gelöst. Im Iabre l'f'-t reiften seine Pläne. Rach einigen erfolgreichen Anstrengungen, amerikanische und europäische Aapilalisten für sein Unternehmen zu intereffieren.gründete er am t. Sebrnar!"i»׳'׳ Tbe Sutro Tunnel bvmpanv, nachdem er von dem Kongreß die erforderliche ' ^on<-e׳!,on erhalten batte. Tie Sonst,»krion des Tunnels. \ in der Rabe von Sutro. einem Torfe in dem Z^arson River Tal. wurde am ltd Oktober W>!t begonnen und am |8. Juli G7N veenoei Ter Ha-.:!'׳'ö״׳bt >st l'2 Suß breit. I" I-uß tie׳, Suß lang und benndel nw ,.י««׳-?,<n> unter der lfrdoderstäche. Im Iabre '׳:דיו löste er seine Verbindungen mit der diesellschast und kebrte nach San Srgnzisko zurüä, wo er während der .Mearnvaufstände und Sand lot Agitation ׳eine ganze Kraü einfetzle. um wieder geordnele Verballni'fe zu schassen, da er die allgemeine Hossnungslongkeii und da» Mißtrauen in die Z!!k!>!׳s! der «ladt nicht teilte '?luch der materielle Erfolg die'er Zuversicht blieb nicht ans! durch die Terrains, die er wahrend der Unruhe» erwarb, wurde er einer der reichste» Leute des Pa^ine "Abhangs, ungefähr den größten Teil des ttzedieles von Sa» Sranzisko nannte er sein Eigentum! einschließlich Sutro HeigblS, welche er in einen prachtvolle» öffentlichen Park verwandelte, der nach seine»! Tode das t^izeninm der ׳lemeinde wiilde. Im Iabre I t wurde Sutro zum Lord Mavor von San Sranzisko gewählt. Er war ein reger ««»unler von Büchern und Manuskripten und hinterließ eine Bibliothek non über 2־<n 1,1 kx י Bänden, einschließlich selirner hebräischer Manuskripte uno eine, große» Sammlung amerikanischer Srühdrucke. die nun alle ein £pier der Elementar Ereignisse wnrden. Sutro starb in San Iranzisko am H. August!י־'•״־ Es iej noch bemerkt, daß der Iriskoer Bürgermeister ein ZSroßnene de» berühmten RaPdi Avrahu!» Sutro, Lande« rabbiners der Tistrikle Münster und Tortmund gewesen, der einer der eifrigsten Kampfer gegen die Reform, sich namentlich durch da« Werk ״Milchamotb haschem," einen der feurigsten Proteste gegen die £rgel. unsterblich gemacht dal. jBurrrr und Schmolz.j Unter dieser «pt«marte schreidl ein I'r. T dem TVrff. <*en. A»z ': .Zu den Rahrung» inillel», mit denen die größten Kuiistsim'i in Fälschung unter nommen werde», gehört die Buuer, Wenn man eine ganz voll ständige Lille aller Veraiiveruiigen zulamineiistellen könnte, die de! Butter mit Bezug auf ihre ^Zusammensetzung und Iarde beigebrachl werden, io wurde man über ihre Zahl und '?lrt in Staunen geraten. Tie größte Rolle in dieser Behaudluiig oder Mißhandlung einer dee widitigsten Svenen spielt ohne .',weiie! der Zusatz von anderen Ierrstosteir. der bausig in so geschickter Weise geschieht, daß weder der Käufer, noch auch e»! erfahrener C'bemifer imstande ist. de» Betrug zu entdecke», ttzanz sicher nnden sich an» unseren Märkien große Mengen von Ietlkoniposilionen. die als Butler ausgedolen und perkauft werden, obgleich sie nur wenig oder überhaupt keine Butter mehr enlhaUcn Tie Berachlung. die man oft gegen da» Bratenschmalz ä ißern hört, rühn wohl oon der Einbiidung hri. daß cö etwas schleckte« sein müsse, weil arme Leute sich seiner als Ersatz sür Butler bedienen. Ter ״Laneet" weisi diese weitver dreueke Meinung energisch z-arnck. indem er geradezu dekauplet, daß in einem solchen!,all die armen Leute »ch bener ernähren als die reichen, wenn letztere sich Butter auf ihr Brot schmieren, die keine Butter ist, sondern irgeno er» aurland'sch'S idett oder Butter, die gründlich mit Waller durchsetzt nt, Tie reichen Leute werden ja sagen, e» könne ihnen nichl passieren, daß solche Butter au, ihren Tisch käme, aber sicher sind sie dennoch davor nicht, weil gefälschte Butter durchaus nicht immer zn den niedrigsten Preisen verkauft wird, E« wäre sehr erfreulich und geradezu >m Interesse der Volks geiundhell mtt (Genugtuung zu begrüßen, wenn da» weit