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Der Israelit · 1906-04-20 · 16 (20.4.1906) · p. Seite 5

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
16 (20.4.1906)
Date
1906-04-20
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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2׳". April lyinj. Ttx 1»raftit seile '> ׳.'ir 0. das Womit« gebildet wurde, «!worben. Mangels ge kignrter Einrichtungen verließen i,dorb die ״rs:׳riing lichcn Ansiedler ihre ^cmim! und das Land blieb seitdem unbebaut. Es ist etwa 50,0hi Dollar!oert. §trr Heppner glaubt, das; >nan geaenwärtig damit umgeht, dort eine Ausbildungsschule für 'jüdische Farmer zu errichten. Deutsches Ne ich. Frankfurt a. M.. 17. April. Wie gemeld-: wird, hat nunmehr Professor Rosin in ,־vvii bürg einen (Gesetzentwurf für eine st a a t l i ch e Organisation der Juden im >1 ö n i g reich P r e u ß e n ausgearl-eitet. in welchen! die bekannten auf dem letzten in Iranksurt a. 'JJi. ab gehallcncn Gemcindeiage von ihn! gemachten Organisationsvorschläge formuliert sind. Wir hoffen zuversichtlich. daß demgegenüber die maßgebenden Instanzen der jüdischen (Gesetzes׳ treuen in Preußen nicht die Hände in den Schoß legen, sondern alle $\ r ä f t f; u s a m m e 1! fassen, um dieser s ch l i in m it e n aller ihnen drohenden (Gefahren recht zeitig zu begegnen. Wir werden natürlich auf den Rosin'scken Entwurf demnächst ausführlich zurückkommen. Berlin, 12. April. Oer jetzt versandte vierte Geschäftsbericht des Hilfsvereins der deutschen Juden, über dessen Generalversammlung wir bereits beriet) teten, bietet ein imposaines Bild von der umfassende:: Wirksamkeit des Vereins. Uder Jahresbeiträge von ungefähr 70,0X1 Mark und einmalige Geschenke von etwa 40,0X1 Mark verfügend, konnte der Verein für Subventionen an Schulen und ähnlichen Anstalten etwa .".‘-1,00; Mk. verausgaben und nalrezu 4׳««׳.״ Mark aus neue Rechnung üdrltragcn. 'Wie schon aus diesen Ziffern ersichtlich, erblickt der Hilfsverein, wie das ja auch bei seinem Gründen unzweideulig aus aesprockien wurde, seine Hauptaufgabe in dem Ausbau und der Entwicklung eines Schulsnstems vom Kinder garten bis zum Seminar im öftlieben Europa und in Asien, hauptsächlich in der Türkei. Rumänien und in Palästina. So wurden in Rumänien eine ganze Reibe von Schulen mit Subventionen von to> vis o(>x! Mk. bedacht: ebenso in Bulgarien. Tie Elementarschule in Konstantinopel erhielt eine Sub vention von 1701 Mk. In dem damit verbundenen .Kindergarten werden die .kleinen in das Hcbraoche als eine lebende Sprache eingeführt. Aus welchen! Standpunkt man auch stehen möge, so iss jedensalls methodisch der Periuch sehr interessant, in wie weit es gelingt, durch eine solche Behandlung da; Per ständnis des eigentlich!üd-isclx'n Schrifttums zu fördern und לנד־ דז״ד später zu erleichtern. Tic unter Leitung von Rabbiner Tr. Horovit: in Irank furt a. M. stehende Ausbildungsanstalt für osteuropäische jüdische Lehrer wird von dem Hilfsverein unterssützt. Tos Hauptrverk des Hilssvereins auf den: Schulgebiet war die Gr richtung der Lehrerbildungsanstalt in Jerusalem, die jetzt aus einer Präparandcnklasse und drei Scminarklassen besseht. Tie Stundenzahl beträgt, abgesehen von den Lebrproben. .19 in der Woche, wovon 4 dem Talmud. 2 dem Tenach Unterricht, eine der jüdischen Geschichte und 1 der hebräischen Sprache und Literatur gewidmet sind. Unter der Leitung des Herrn Ephraim Eobn, des Direktors des Seminars, steht auch die von! Hilfsverein errichtctc Jerusalemer Mädchenschule. Tie beiden Kindergärten ft! Ierusalem sind von dem Verein mit 5001 *r־. sub ventioniert worben. Derjenige zu Jaffa mit nrs. Dem Berein Bezalel wurde K-"» Mk. Sub vention bewilligt. Das Bilvungswerl V-es Hilf Vereins in Palästina sollte die gesetzestreueu;(reife Deutschlands aufs neue zu der Erwägung veran lassen, ob cs nicht möglich wäre, in G e m e i n s ch a f r mit den 7 a b b i n i s ch e n A u 1 o r i täten des heiligen Landes in eine Priifung der wenn auch komplizierten, so doch schlief; lich nicht unlösbaren Bildungsprobleuie cinzutretei!. Wir mißbilligen ebenso sehr die rücksichtslose Unter grabung der radbinisckx» Autorität, die mit de»! an sich so gur gemeinten Bilduugsivert nach Lage der Tinge in Palästina verknüpft ist. wie wir e-- de dauern, daß in ter so geschaffenen Atmosphäre des Mißtrauens und der gegenseitigen Berteunung eine ehrliche und vorn!teilslose Prüfung der in Betracht kommenden Iragen an Ort und Stelle kaum mehr möglich ist. Eingeweihte Derfiebern uns, das; e-׳ sehr wohl möglich wäre, die Rabbinen der heiligen Stadt von der 'Notwendigkeit und Zulässigkeit eines shstematischen Eleme1!:arunte!richts. soweit er für den Broiern-erb erforderlich in, zu überzcuaen, sofern nur otewahr dafür geboten werde, daß die Lehrkräfte nickt nur auf dem Boden der Tradition sicben. son dern in ihrem ganzen Leben und T c n l e n echte Iehudi!n sind. Es gibt unseres Er e.chlens kaum ein Problem, das eine ernssere und hingebend're Prüfung von Seiten der Gesetzes!«!:!׳!? Deutschlands fordert, als das hier bklührte. Was der Hilssve!ein gegenüber der furchtbaren russischen Kalastrovtze geleistet hat, läßt der Bericht nochmals Revue passieren, nachdem die Einzelphasen dieser .Hilfeleistung auch im ״Israelit" jeweils zur Kennt nis der Leier gebracht worden sind. Aktuell iss zurzeit noch dir Unterbringung der russischen W a i s e n I i n d e r. Es in k.in kleines Ruhmes blau für unsere russische» Brüder, daß nur eine ver bältnismä'ssg ganz geringe Anzahl solcher Binder für die Unterbringung in Deutschland zur Verfügung t'tchcn werden, weil auch die Aermssen der Armen e-.- scheuen, die Binder ihrer hcimaegangenen Anver wandten in die Ircinde hinauszuschicken. Auch die Furcht, daß es mit der religiösen Erziehung zumeist doch recht schleckt bestellt sein werde, bat, wie wir wissen, in vielen fallen veranlaßt, daß die Zu nimmung zur Verbringung nach Deutschland nickt e.tcilt wurde. Große Aufmerksamkeit bat der Hilfsverein mit Reckt dem Aus'oanderungswcscn;!!gewandt und ein Zentralbureau für jüdisch Auswanderer errichtet, das bereits eine vielseitige, segensreiche Tätigkeit ent ׳allen kannte. Die Seele des Vereins in der ehren amtliche Geschäsrssüh.er, Herr Dr. Nathan, von dessen organisatorischer Kraft jede Zeile des Berichts Zeugnis ablegt. Seiner Initiative iss es auch zu danken, daß die marokkanische Iudeniraae aut der Konferenz zu Algeeiras zur Sprache gebracht, und eine günstige Stellungnahme der Konferenz zu dieser Iraae berbeigesührt wurde. Berlin, IS. April. Im Anschluß, an die in Nr. 12 unseres Blattes gebrachte Notiz freuen wir uns mitteilcn zu können, daß die Bildung neuer Ortsgruppen des Verbandes der Sabbatr e u n d r inzwischen tveitere Iortschrirte gemacht lwt. Es kamen neu hinzu: Posen, Nürnberg. I ü r l h . Wllrzburg. S 1 r a ß b u r g i E., Schlüchtern und K i tz i n g e n a. M. Berlin, 18. April. In einer Konferenz, die in Dover ssattgcsuuden hat und an der seitens des Zentralberichrsoureous und des ״Hilssvereins der deutschen Juden" Herr Dr. Paul Nallian-.Vcrlin. eitens des Russe Iewish Komitee Herr N. S. Joseph London und seitens der verschiedenen inter nationalen Organisationen Herr D. Ieftiberq <Ica Petersburg) teilgencmmen haben, wurden die detinifiten Beschlüsse über die Entschädigung der durch die Pogrome heimgesuchten Juden in Rußland ge faßt. Gleichzeitig wurden dort die Bestimmungen über die Versorgung der Waisenkinder, der Witwen und der Krüppel und der erwerbsunfähig ׳sseworkenen festgesetzt. Nachdem die Vorschläge von dem Ru׳!. Iewish Komitee genehmigt worden sind, iss die Hilfsaktion, in Bezug auf Rußlc.nd, als abgekchlvssen >» lv trachten. .Hltoiuur £titu111unc1sbil5rr. >A»1e unsrer»׳ Ne>krk!e>.׳»dk»!k».> Altona. 1". April. Der Versa"« der •:t; ";־r, ein Kommentator des 7'ע prr bezieht sich bei der Ereiltrung der e^rage nach dem Standort der 7:״״ aus einen Brauch in der großen Svnagoge der Gemeinde Altona die er als!בס;׳,! ׳:;״ fr»* bezeichnet. 'Mir haben schon länat't an!' diese sebmeichel hafte '*l nertennnn ג ver ',ichleii müssen, und mit stiller Wehmut betrachten wir die alte ם;יילל, den stummen Zengcn aus großer Zeit. Aber ihr Itantorl iss unverändrrt geblieben, und das mag ein glftcr Trost sein in einer Zeit, in ter so manches im Judentum von feiner Stelle aerückt iss. Die Lichtsaat, die von de» tssroßen ter gaiigener Taae alisgeitreut iss. hat ihre Keimlra»: e׳e Ivährt. Unsere hervorragende Stellung in dem großen Gemeinvcloinpler א־־ר bedenlet heute gewissermaßen nur einen alphadetischen Vor>ug und d׳e fr 1׳bei wohl begründete »'iferOnin nuferer ssolzen Raehbargemeinde ist mittlerweile gegenstand-ftoge worden. Die Vsü« unserer «Mmeinde in d»n früpekki! Jahrhunderten wurde durch die Guii't der politischen '2>crhälrnisse bedingt. Schon bei Be gründung der Stadt, um die Mitte des!׳:. Jahr Hunderts etwa, winde der Nähe Hamburgs, das gegen die Errichtung des ersten Alronai!'chen Hanfes ver gedlieh Einspruch erhob. Rechnung ge!re׳gen Die Schauenburgischen Grasen und später dir dänischen .Könige gaben den Bewohnern, und namentlich den jüdischen Kauslcutr», durch weitgehende ,.Privilegien'‘ 'Beioegunvsfreil.eit, und ein staatlich organisiertes Ghkiro Rat hier i.ie Heilanden. Die Stadt blühte dureh den ilnternchmungsveist namentlich der einge wanderlen spanisch holländisg'en Juden, die sich als Sehjsssreeder und Importeure delätigten, rasch aus. und die Vorläufer Ballins erstanden ali'o in Altona. Außer dem politischen Rückhalt kam der jüdischen essemeinde in jener sseit *if engherzige 0 e Innung der bamburgiscken Geistlichkeit zu gute, die eine Niederlassung von Inden in den Mauern ihier Stadt erfolgreich bekämpfte. So lebten manck».׳ jener spanischen Juden aueh in Hamburg als ",'.!rannen, wurden jedvck bald erkannt und erstritten mit offenem Visier ihre bürgerlichen Rechte. Wir sind *י״יייז! g>׳- rua, riefen Sieg unfern Nachbarn nachträglich zu mißgönnen, denn von ihm datiert der Rückgang der Altonaer Gemeinde. Die mächtige, nach der Sage von Karl dem Gros«! degründete Stadt Hamburg. >og mit »׳!widerssehlicker Krail ihre Mitalieder n ihren Bannkreis. Stetig nabm diese Uel>ersikd!una zu und wrirde besonders!ebhe.it. als Altona von der Bedeutung der zweitgrößten Stadt des Kinigreickes Tanemaik zu einer preußischen Prvvinzial'ladt berab 'ank, die mit ihler von der mächtigen Stadtrepublik ׳n unqünssiaer Weise unterschiedenen 'Verwaltung niemals die einer Zahl von ra.!80.0»! Einwohnern entsoreckinte Bedeutung erlangen wird. Eft!, kürz lich erschienene Statistik ver Behörde ergibt seit io», einen Rückgang von 275 Seelen, der an und ftir sich unbedeutend erscheint, aber bei fast jealichem Mangel c» Zuzug schwer ins Gewicht fällt. Die (Rmeinde lasse selber heit allerdings nur geringen Ausfall, denn meittens wird beim Verzug neeck, Hamburg die Zn gehörigkrit zur Gemeinde ansrechterbalten. damit n!an dereinst auf dem Altonaer Iriedbof die letzte Ruhestätte sind«. So kommt es, daß rS auf dem I-riedbof an Platz mangelt und er kürzlich erst erbeblich erweitert wurde, während wir unsere altehrwürdige, herrliche Svnaaoge. in der Männer ivie ׳ל*! frr* יניד : ihre Andacht verrichteten und *m7׳* verbreiteten, bedeutend einschränken könnten. Daß Einrichtungen, die Wohl reliaiösen Interessen dienen, aber zugleich kaufmännisch aus Gewinn und Verlust abgestimmt werden müssen, wie eine Mazzoth- Bäckerei, nicht blühen können, ist klar. Die Statistik gibt dazu den betrübenden Kommentar, wenn sie trocken und ge» issenhaft die Zabl der Mischehen ete. verzeichnet. Neben dieser offiziellen, allgemein:» lauft eine besondere brr. die sich sogar bis in die

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