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Der Israelit · 1906-04-20 · 16 (20.4.1906) · p. Seite 4

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
16 (20.4.1906)
Date
1906-04-20
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Nr. l«. e«u 4. doch Gnade vor seinen Äugen und er meint am Schluffe: .... ,-sie all« können bestehen bleiben. Wir können sie auch heule noch mit unsren religiösen und geistigen Bedürsnissen m Harmonie bringe» ..." Nun folgt ein Satz, der in seiner köstlichen ° Naivität an jenen Dorfschullehrer erinnert, der seine Schüler darauf aufmerksam macht, wie weise es doch die Vorsehung eingerichtet habe, daß die großen Ströme alle so fließen, daß sie die großen Städte berühren. M. schreibt nämlich S. 171 wörtlich: ״Xic B o r seh u ng h a l es. wie ich enennen »iöchle, so g e s ü g l. da« 0>e>e Iesie von so große». wesent lichen und lies!» der »icnjchlichen Natur wurzelnden Ideen durchgeistigt und, da« Ieilpunkl uud llrsprung ihrer Ent stehllng von durchaus serundärcr Bedeutung ericheiueu." Also unserem liberalen Ncgenerator des Judentums fällt es wohl auf, daß die jüdischen Feste trotz ihres bald :itxx»jährigen Alters in voller Jugendfrische erglänzen, daß sie auch heute noch jedes jüdische Herz, das sich ihnen nur halbwegs öffnet, mit unwidrrstehlicher Macht in ihren Bann zwingen. Statt nun. von dieser Tatsache ausgehend, in dem g ö t t - lichen Ursprung dieser Feste die Erklärung für ihre ewige Wirksamkeit und Dauer zu suclwn, er läutert uns M. zunächst in kritikloser Nachbetung der Wellhausen'schtn Schule die angeblich inenschliche Entstehung der Feste. Er fühlt indeffen wohl selbst, wir unmöglich es isr, daß ein Produkt m e n f cf) lichen Witzes nach Jahrtausenden eine solche Wirkung auch aus den modernen Menschen ausübe. und so schieb! er resolut die Frage der Entstehung als ״sekundär" bei Seite und hilft sich mit der Phrase: »Die Vorsehung hat es gefügt" aus der Klemme. Mit dem oben eriväbnten .Kapitel beendet M. seine Auseinandersetzung mit dem Judentum und wendet sich dem 'Neuen Testament zu. denn er hält sich verpflichtet, auch über die Stellung, die der ״liberale Jude" diesem gegenüber einnebmen soll, ״ein kränia Wortlein" zu lagen. Wenn uns dieser Teil seines Buckes hier auch iveniger angedt, so wird es unsere Leser doch schon um des Reizes der Neuheit will».!: interessieren zu erfahren, daß nach Herrn Montcnore's Meinung . Tas neue Te׳la»»eni eine gcwilie Wenerdilduiia unk Bollendung der Lebren des Alien Tenanieins verrät, da« unsere Auüassungen von i'tiarakler und Xünde und unsrer Plitchr dem sünter gegenüber, sowie von religiöser Bcr neiung und T urchgeistiguiig durch das Lludiuui des ׳R'eue» leüamenles au seelischer Tiere und Eröße gewinnen können" Das ist gewiß sehr ״liberal" gedacht, ob cs aber jüdisch ist. ist eine andere Frage. Vir haben der Besprechung des Monte'iore schen Buches m-t obigen Ausführungen einen Raum vergönnt, den sein Inhalt an und für sich »venia reck! fertigt. Aber es ist so lange der, daß kein Tbeoret׳^ der Reform mehr auf dem Kampfplatz erschien-- daß wir uns verpflichtet fühlen, ein so ff!" d«>r gebe, der sich mit dem Borgebe» des He nrchr einvernandeu erklären konnre. Er wies n Prr«burger Bar durchaus keinen anderen P'iak, und «rdai sich von Frankel Antwort und eine Eb> rür den angkgrmenen c^odaul Eine Antwort kar weiche, prrr tchrud. da« er üch!!!!! in .-,״.- ideologische ״ich, eiula'ien koiu die,״ Anrworr balle er .,ch i., den Auge, Lottes׳,irchlige» gerichret 1 ..»»f Ei» der j |.דד גדיא .in mobrrare»)! יי - ׳ rcrführr '( ud Hauvlrolle»'׳l1׳eile״"'.״nd "״.,V"? « *'־( Nff.fי»־1 ״ aiigerichieie״ -chaden schuld i' / euuach lag. wurde ueul.ch durch 7״" Äf'V ל,1״״-!צ״;!״.*«״־»״ ״*' ״ ). •' lag. ״ach de, ״',"׳»ch olg.ndes Borkommnis tugrunde - En,«- ״׳ veriolgie .׳tane ״ab», 1!״e -i,,sl״ch, ,. Bcrbangms wollte es da» dorr 1er ihr ״״f״ ״"'rde .T,e .bre... Bed.rt ׳"״!' '"ch durch eine» -vrung rur d .brer.e.,s -mrdur» erschreck, pen dle J. 111 f tru 1;״ i ״ e 1, de -״;g d , » »« tm ן,״, ....e.b.-d,ube Ber,e.u...geu ן fr. "11״ l׳.-ka»11!lich iur 7rVe״l!br'n veramwoniich. rrdk» f.-imt,-. n-flrtw* der ׳ademinier sei. wurde vom -*■n'! 1'V'I e1ntm? rin ei des 1111 ^'^den« ״eb., Xchmerieusgeld vs ", bedi ."111 »eben! 'den. erlii, de» durcl und da , drei T i,-re "erich, , <• t> 1 Reklame im Tirnftr wr'gen Nummer de.׳ .,Zs'a-U, Ter Israelit. 2". April t!»06 eignis gebührend zu würdigen. Daß dieser Reiter des ״liberalen Judentums" es über lauter Halbheit-,, und Schiefheiten nicht hinausbringt, mag zu einem kleinen Te׳l an ihm selbst liegen, an seinem mangelnden jüdischen Wissen, an seiner kritiklosen Nachbrlung auch der tollsten Behauptungen der bibelkritischen Schule, wie er denn die einschlägigen Schriften seiner englischen Landsleute Urguhart und Green, die auf positivem Boden stehen, nicht einmal zu kennen scheint. Aber in der Hauptsache scheitert er doch an der Unlösbarkeit seiner Aufgabe selbst. Es gibt eben nur e i n Judentum, nur das Judentum, das uns am Sinai überliefert wurde und das uns durch die Jahrtausende des Goluth hindurch als Juden erhalten hat. Bon diesem Judentumc kann man abfallen, man kann es verleugnen, das beweist uns leider der Augenschein alle Tage. Aber man kann es nicht spalten und teilen, nicht Wesentliches und Univescntliches aus ihm absondern. — Das be »veist die Geschichte der jüdischen Sekten, die Geschichte der Refor'nbewegunq und das beweist, »venn auch wider Millen, jede Seite des Montesiore'schen Buches. I,. Kanada als Auswanderungsland für die ruTftTdsen luden. Schon in der vorigen Nummer berichteten »vir von de»!» Plane, einen größercn Seil der russischen Ausivandcrung nach Kanada zu lenlen. Von Inilreffe ist für diese Frage eine Unterredung, die ein Vertrcier der ״Je»v!th Ehronicle" mit einem jüdiscixm Farme, aus Kanada, Herrn Mar Heppner, gehabt Hai, der von dein russisch-jüdischen Komitee beauf tragt »vurde, die Unterbringung jüdischer Aus- »vandcrcr in Eanada zu iiber»vachen. Herr Heppner, der in Rußland geboren ist, »ränderte!"■<*«> im Alter von -1 Jahren mit seinem Paier »1acb Kanada aus. In» Anfang hatten sie der: eine Neine Farin neun Meilen von Wapella, einem Städtchen an der Kanada-Pazifikbahn im Nordwester, des Landes. Sie »nachten sehr harte Seiten durch, bis vor ungrsähr fünf Jahren, seit wclebe״ -seit sie sich in guten Verhältnissen befinden. Ihre Farn» umfaßt >00 Acres, und sie besitzen Pferde. Rindvieh und Geflügel. Dank einer fortdauernder! Bearbeitung ist der Wert ihres Bodens von drei auf zivanzig Dol'ar der Acre gestiegen. Tie haben ihre Farmgebäude selbst ausgebcnit. Sie bedienen sich aller A'tcn von landwirtschaftlichen Maschinen, ein schließlich einer Dreschmaschine, die :-!"!!»ס Dollar ko»»et. In, vergangenen Jahre zogen sie r>000 Busbels ן und 2000 Vushels Haler, wovon sie in ״ wirinen ״erkauften. Sie 1<־>fte her, »vonir Im Distrikt Wapella leben fünfzehn jüdische Familien. Sie alle kamen vor etwa fünfzehn Jahren ohne jegliches Kapital in Kanada an. arbeiteten zu erst auf fremden Farmen und sind jetzt »vohlhabende Leute. Der ärmste jüdische Farmer erzielte letzt.'s Jahr 2000 Busbels Weizen. Sie besitzen alle Rind Vieh, Pferde und Maschinen. Die jüdischen Ansiedler leben mit ihren christlichen Nachbarn in guter Freund schaft: letztere haben nichts dagegen, daß die Juden am Sonntag arbeiten, da sie wissen. daß sie den jüdischen Sabbat streng beobachten. Zuweilen finden Vergnügungen statt, zu »velchen Juden und Ehristen sich vereinigen. Die kleine Gemeinde hält sich streng an die Oiebote der jüdischen Religion. Sie halten in einein der Häuser ihren Gottesdienst ab und besitzen zwei Thorarollen. Im Winter versorgen sie sich selbst mit Fleisch. Im Sommer »vird es ihnen durch dcn Expreßzug aus Winnipeg, das 226 Meilen ent fernt liegk, gebracht. Herr Heppner sagt, daß in Kanada für eine fast unbeschränkte Zahl von Einwanderern Platz ist. Ter reckte Menschenschlag dazu seien kräftige Leute von 20 —40 Jahren, bereit, schwer zu arbeiten und aus dos städtische Leben zu verzichten. Sie tun an» besten, ein Jahr lang auf einer andern Farm zu arbeiten, u»n Erfahrungen zu sammeln. Dann könne׳» sie für zehn Dollar von der Regierung 160 Acres Land erhalten. Einzige Bedingung dabei ist. daß sic drei Jobre hindurch jedes Jahr sechs Monate ans diesem Lande zubringen und währenddessen 20 Acr-s kultivieren. Dann erlangen sie den endgiltigen Rechtsanspruch. Es ist qut. mit einem kleinen Kapital cm »»sangen: sonst muß das Geld für Maschinen, den Viehstand uiw. unter der Verpflichtung zu ziem lich hohen Ratenrü-tzahlunacn entliehen werden. Das Leben ist gesund, und »venn erst einmal ein Anfang geinackt »st, so iss die Arbeit lohnend. In den Farn! dissrikten gibt es alle vier oder fünf Meilen Land schulen, und Herr Heppner selbst bat in einer solchen Schule einen a>!wn enalischen Unterricht genossen. Herr Hevpner betont sehr die Wichtigkeit einer richtigen 'Verteilung der in Kanada ankommenden Ausivanderer. <^r meint, daß .׳,!» diesem Zwecke in Monireal und Duebec jüdische Öiesellschaften zebildri »verden sollten. Er hält es auch für v-״-teilhk^t, eine ähnliche Institution »nie die jüdische »andwirtschaftliche -Hilssgesellschast in den Vereinigten Staaten zn beariin^en. die dcn jiidisckren Ansiedlern unter leichten Bcdingunaen Darlehen getvöhren »vurde. Wenn auch die Rückzahlnnasraten zuerst gering ivärcn. so ständen solche Darlehen doch durchaus sicher, da der Boden beständig im Werte steigt und iminer produktivcr »vird. Herr Heppner teilt ^-.it, das׳ das russisch-jüdische Komitee in der Nähe W.oose Berge. 26 Meilen südlich von Wapella, ״■*>*,Landstrich יז״**י^. Dieser wurde Ws •*

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