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Der Israelit · 1906-04-05 · 14 & 15 (5.4.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
14 & 15 (5.4.1906)
Date
1906-04-05
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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wzie^unq und Del?!Israel it?ällagogilchrr aus der Ragadab. ח?יג Tisir :Habb Dr.fM. Weinberg, Suf^bürfl. ״ : כ;:ה אי־בעה ב;יש דביה ידדהEntsprechend vier Klassen von Kindern redet die Thora." Bei keiner religiösen Institution, sei es im Gotteshaus oder im privaten Leben, ist die Jugend so sehr beteiligt, ja direkt in den Vordergrund grsiellt. wie beim ״Seder" d. h. bei der Familientisch-״Ord nung", durch welch« das Pesachfest an den beiden ■ ersten Abenden seine feierliche Ginweihung auf reit־־ i a1ös-h:storischer Grundlage erhält. Leuchtenden! Auges folgt der naiv-neugierige Sinn des Kindes der merkwürdigen Anordnung der sonderbaren Bräuche, die sich da vor ihm abspielen, von Anbeginn, » wo es wißbegierig selbst in den Gang dieses häusrieften Gottesdienstes durch allerlei fragen <r,:rv; מה) tätig eingrcift, bis zum Ende. wo es mit klangvoller Stimme an dem die Tischordnung abschließen dcn Gesang der lieblichen Bolksliedchen tcilnimmt. Die Ordner und Redaktoren der Hagadah hatten kein geringeres Vorbild als die Thora selbst bei dieser Hereinziehung der Jugend in den festlichreligiösen Verlauf der beiden ersten Pesachabende. Denn bei keinem einzigen anderen Gebote bezieht sich die heilige Schrift so oft und so nachdrücklich auf die Anschauungsweise, Wißbegierde und natürliche Vildungsfähigkeit des Kindes, als bei dem des l Mazzotkfestes. Vier Schriftstellen sind es: ״Und es soll geschehen, so zu euch euere Kinder sagen: ״Was soll euch dieser Dienst?", so sollt ihr sagen usw. (rror XII, 26)." ״Und du sollst künden deinem Sohne an diesem Tage, sprechend: ״Deswegen hat der Ewige mir ge tan. als ich auszog aus Mizrajim." (das. X lll, 8)." ״Und es soll geschehen, so dein Sohn dich morgen fragt: ״Was ist das?", so sollst du zu ihm sagen: ״Mit starker Hand hat uns der Ewige herausgeführt aus Mizrajim, dem Sklavenhause." (das. Vers 14.)" ״So dich dein Sohn morgen fragt, sprechend: ״Was sollen die Zeugnisse, die Satzungen, die Rechte, die der Ewige, unser Gott, euch geboten?" so sollst du sagen usw. (הדברים Vl. 20)." Drei fragen und vier Belehrungen. Die Hagadah sieht mit weisem Sinn und gutem Grund hier vier Klasien von Kindern, an die sich, entsprechend ihren verschiedenen Eharakier- und Geistesanlagen die Belehrung bezw. di« Zurecht- Weisung in verschicdener Form richtet. Mit psvchologischem Scharfblick läßt sie die Kinder fragen und sie der gestellten Frage entsprechend belehren: mit wunderbar pädagogischem Kennerauge klassifiziert sie die Kinder ihren Fähigkeiten nach. Sie stellt sich auf einen erst in unseren Tagen völlig er« * 1 ... . *ui 1'»cuuu<£ Cjtiummtnii» ^uwu^vyuuf.״ — den nämlich, dast die Form des Unterrichtes der Individualität deS Kindes Rechnung tragen, daß ste seiner geistigen Aussaffunqskrast entsprechen muß. Sie gebt noch darüber hinaus, indem sie «jnen der moralischen Qualität des Schülers angepaßted individuellen Unterricht verlangt. Sie scheidet gleichsam zwischen intellektuellem und moralischem Eharakter und stellt demenilvrechend vier Klaffen aus־ 1. Geistig hervorragend und moralisch unver dorben הבם. 2. Geistig hervorragend, moralisch ver dorben דעע. 3. Geistig minderwertig, moralisch unver dorben er. 4. Geistig minderwertig, moralisch minder wertig ־:' י~ע לשאיי»r. * Der הבב läßt, wie die Nachfolgenden schon durch seine Fragestellung den Grad seiner geistigen und moralischen Fähigkeiten erkennen. Ein Zeichen der Klugheit ist es. daß der Schüler nicht an den ihm neuen Erscheinungen interrffelos vorübergeht. Er beobachtet. Er dringt möglichst tief in die ihm bisher unbekannt gebliebenen Dinge ein und versucht, soweit es ibm möglich, sich die Tatsachen selbst zu erklären. Er sieht das Neue und will es genau sehen, nur die Begründung fehlt ihm. Hiervon ausgehend erkennen wir schon in der Fragestellung den הנם , den klugen, aufmrrk samen Schüler. So viel hat er sich durch eigenes Nachdenken klargemacht: Die Religions- Übungen der Erwachsenen die er täglich vor sich sieht, laffcn sich gruppieren. Er weiß, daß das Ver bot des Diebstahles in das Verhalten der Menschen zu einander eingreift, also ein «מש ist und in daS Gebiet des menschlichen Rechtes gehört. DaS muß ein kluges Kind aus eigener Beobachtung erkennen, ebenso, daß z. B. dos Verbot, Molle und Leinwand an demselben Gewand zu tragen, oder einen Knochen am Pesachlamm zu zerbrechen, ein Ausdruck des uns unfaßbaren göttlichen Willens, ein Pin, ist. Ferner erkennt er leicht, daß z. B. die Fest- und Fasttage uns an irgend ein Ereignis der Vergangenheit er- Innern, für dasselbe Zeugnis, עד״ת oblegen. Seine Frage ist daher nicht gedankenlos gestellt, sondern wohlerwogen. Er will den Erscheinungen auf den Grund gehen, ihren Zusammenhang kennen lernen. Die Antwort lautet: Man darf nach dem Pesach lamm nicht noch etwas als Nachtisch genießen. — Geradezu unverständlich. Sie geht auf die Frage überhaupt nicht ein. stellt ihr vielmehr noch einen viel dunkleren, unerklärlicheren Ausspruch gegenüber. — Eben hierin aber zeigt sich der pädagogische Scharfblick. Man soll einem geweckten Kind als Antwort nicht eine fertige Tatsache oder Begründung geben, die Antwort soll es vielmehr zu neuem Denken veranlaffen, soll ihm Gelegenheit bieten. JII frnnetT ffir.f solch wunderbare * •ייי^-י, “5 *••י• IVMMWV»» Antwort, wie die in der Hagadah gegebene und soeben erwähnte, zwingt unbedingt den יכם" , zunächst in ihr Derstäßvnis aus eigenem Nachdenken einzu dringen und, falls ihm dies nicbt möglich, sich weiterhin aufklären zu laffen. Auch sesne moralische Unverdorbenbeit beweist er durch die Fragestellung. Für ihn steht es von vornherein fest, daß alle diese ״Zeuqniffe, Satzungen. Rechte," w^cbe von den Erwachsene» > אתכם) beobachtet werden, bindend sind, denn ״unser Gott" hat sie aeboten. Daß Gottes Mille unabänderlich ist und uns Menschen als Richtschnur dienen muß. diese llkberze»c,ung wurzelt in der Brust des בםschon in frühester Jugend. Gerade aus diesem Grunde. — um eben Gottes Willen zu erforschen fragt er. '*r will sich aufrichtig und ehrlich belehren laffen. um für seinen eigenen Lebensweg zu lernen. Dieser heißen, tiefreligiösen Wißbegierde ent spricht die Antwort, welche dem klugen und zugleich frommen Knaben ein tiefes und zwar auf rein reit giösem Gebiet liegendes Problem als Antwort gibt. v r י Unter vv~ ist derjenige zu verstehen, der bewußt, d. h. vorsätzlich, das Bose will und tut. Auch ihm stehen Geisteskräfte in hohem Maße zur Verfügung: aber wie alle Fähigkeiten des Menschen nur nach der Art der Verlvendung zu beurteilen sind, die der Be sitzer von chnen macht, so ergeht es auch der מה--. Ein so herrliches Werkzeug sie in der Hand de« Ehochom ist, eine so verderbliche Waffe wird sie in der Hand des Roscho. Die Klugheit wird bei ihm zur Durchtriebenheit, zur Schlauheit. Schon die Fragestellung zeigt uns, daß er. in seiner Weise, zu forschen und zu denken versteht. Aber er ist ein בעי;יז ev, klug nach der verwerflichen Auffassung, die er sich von Dingen gemacht, die anderen als heilig gelten. ״Was soll Euch dieser Dienst?" Mit diesen, schon der Form nach so verächtlichen Worten will er seinen über die Vorurteile der über lieferten Moral und insbesondere der Religion er habenen Standpunkt mit stolzem Selbstdewußtsein zu erkennen geben. Wie mitleidig geradezu da« klingt: ״Ihr armen, beschränkten Menschen, was latk euch all dieses veraltete religiöse Tun?" Daß er nicht belehrt sein will, daß es ihm nicht darum zu tun ist, wirklich aufgeklärt zu werden, daß seine Frage nichts zum Ausdruck bringen soll, alt seinen Spott, seine Ironie, klingt deutlich aus seinen Worten heraus: das zeig! sich schon darrn, bah er nicht, wie der נםdie ihm auffallenden Er scheinungen, deren Erklärung ihm wissenswert er scheint, spezialisiert.*) — Daß einem solchen 7»- gegenüber, der ja gar nicht belehrt lein will, jedes Wort der Beantwortung sich von selbst verbietet, ist selbstverständlich Hier tritt daS Mischlewort in Kraft ״Antworte dem Toren nicht im Sinne seiner Torheit (Mischle XXVI. 4)." '1 Man lese da« reizende »leichal« de» Maggw au» Dubno in seiner vielen Hagadah'« beigedruckten Skrlärung 3PPW reu zur Stelle

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