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Der Israelit · 1906-03-29 · 13 (29.3.1906) · p. Seite 11

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
13 (29.3.1906)
Date
1906-03-29
Page
Seite 11 (sequence 7)
Language
German
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Mär» ler Jsraeltt ieite tl 'ilx U die Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums, das Magazin für die Wissenschaft des Judentums, die Keilschrift der deutschen Morgen ländischen Gesellschaft, die Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes, das Serapeum, das Maaazin für die Litteratur des Auslandes, die Zeitschrift für Ge schichte der Juden in Deutschland, die Zeitschrift für hebräische Bibliographie, .!«׳xvi-I, <)1,״->,->z K״vi.״v. des KiikUs jnivt״. - sie alle lvon Zeit schristen in hebr. Sprache abgesehen) enthalten fast in jedem Jahrgang Abhandlungen. Aufsätze. Bespreckungen anderer Werke, Miszellen und Notizen von Steinschneider. Das Verzeichnis sämtlicher Werke und Abhandlungen dürste etwa 200 Nummern umfasten. Möge dem greisen Meister der Wissenschaft noch manches Jahr ungetrübter Geisressrische uno Körpertraft beschirden sein! Lstn. Israel Deutlet!« Briefe a» jfbraham Mukr. B cu 1 b c 11. am M. 7 ’!)?י,,'>!«», ,ln ׳)lug 1 * Sehr wcrther Freund! Sämmtlicbe Papiere, nebst der verlangten Eingäbe, sind mir richtig zugegangen. Genehmigen Sie hiermit im Namen der ־ב־ד den innigsten, allgemeinen Taut, wie meinen insbesondere. Möchte doch der Erfolg unsere Bemühungen krönen: und ich bin versichert, d a r i n nur wollen Sie Belohnung finden. — Für die überschickten 6 Exemplare Ihrer Rede') erhalten Sie hiermit den bestimmten Betrag von 1 stthl., für das mir geschenkte Eremplar meinen veroindlichsten Dant. Und nun ein Wort in Bezug auf Ihre Rede. Lob wollen Sie nicht hören. Aber warum nicht? Nach Lob Haschen, ist allerdings Ehrgeiz, Ruhmsucht: aber Lob verdienen wollen, ist löblich: erhalienes Lob wohlgefällig aufuehmeii, ist Bescheidenheit; •צפי ־!־ז וביגה לעתי: •תפך ::־־ und Lobenswertstes loben ist Pflicht; Ehre dem Ehre gebührt. Jedem das Seine. Daß Sie aber von m 1 r kein Lob verlangen, ist waS anderes: und erlangten Sie es auch, könnte und dürste ich's? Ich bin — inconseauent genug — durch und durch deutsch, und doch nicht Deutscher genug, um eine deutsche Rede richtig beurtheilen zu können. Ich erkenne in mir ein Zwittergeschöpf; der neueren Generation angehörig, dennoch in das mittelalterliche, steife Eostiim eingeprestt, unterscheide ich mich nur von Andern meinesgleichen darin, das; ich besser einsehe, was mir Noth thut, was mir abgeht. Eingedenk jener Fabel des berühmten Gellert, (Wenn deine Schrift dem Kenner nicht gefällt u. s. w.) werde ich mich wohl hüten, des Meisters Werk zu loben, was nur dem Manne von Fach, dem geübten Knnslrichter geziemt, und überlassen werden must: denn Jedem das Seine. Aber Rüge, gegründete Rüge wollen Sie hören. Darf jedoch Der!enrge rügen, der iiicht einmal mit Fug und Recht loben darf? — und doch ist es der Fluch aller Zeiten, dass man so ungern das Verdienst lobt, desto bereitwilliger aber Jeder Rügt spendet, das; jener Beinfrast, der Neid, am liebsten dasjenige tadelnd stenagl, das am meisten Lob verdient. Wenn Sie Rüge verlangen, daran erkenne ich den Kenner. Der Tadel ist es, der uns auf die Bahn des Ruhmes führt: und wo Alles gelobt wird, hört auch Lob auf, Lob zu sein, (rbxi w .י-ר״־רן!--ז:םד Soll daher das Lob anspornen, Gutes und Besseres zu leisten, so must, das Gemeine und Fehlerhafte gewissenbaft gerügt werden. Jedem das Seine. Und ich sprach in meiner "eberrilung. jeder Mensch ist lügenhaft.׳) Dort predigt jener hochmüthig Aufgeblasene — die Demuth. hier empfiehlt der Wollüstling — die Keuschheit, und wieder dort 1) Muhr bat bei e'nem Aestmaftle am 3. August, als am «ebuetstag» de« damals nach lebenden König« yrirdrich Wil- Helm lll. eine Lttchrede gedairen. m welcher dt» Devise: Liedern das Tein»', immer Wiederkehr!. Dirke «rede »?£>»» tut ■ffnirf und von ihr ist hier die Rede. 2) Pl, llft lt. demonstrirt drr Atheist - Gott und llnsterblichteit. Und ich, ich sitze am Schreibeputtc. und schreibe es nieder, deutlich und leserlich, dass ich mich zum Lob« sowohl, als auch zur Rüge für inkompetent erkläre, und doch, ich kann es nicht leugnen, beim Durckiesen Ihrer Rede tonnte ich mich eines GedanlenS nickt erwehren, brr oieli'ach einer Riiqe nickt unäbii lich sieht. Sie fühlen nämlich die Schattcnieilen anderer Nationen, anderer Regierungsfornikn vor, um das Kolorit ver unsrigen zu heben, unv im schönsten Farbenspiel erscheinen zu lassen. Aber vergessen wir nicht: wer anders, als jene stürmische und flotter haste Nation, der Sie zwar gerechte, aber schwere Vorwürfe macken, iver anders hat uns aus mehr stunocrtjähriger Lethargie grivrcki: lüer Hai zuerst die knechtischen sfesseln des Geistes in Europa gelöst, wer hat uns die Bahn zur Freiheit gebrochen, tm endlich bat uns den Juden insbesondere zu erst Menschenrechte zuerkannt, wer anders, als elin jene Nation' Haben wir dock die mit ihrem Blute gedüngte Saat leicht ernten können. Durch ihre Jrrthüni'r llüger geworden, ssnd wir durch ihre Wunden geheilt. Sollte aber diese Nation in ihrer Bolksthüin lichkeit nichts, gar nichts Löbliches und Gutes haben, bas uns abgestt? Aus Dankbarkeit müsste man so etwas aufsuchen, mit dem Wunsme. ober der zuver lässigen Hossnuna, es in Zukunft auch bei uns aus genommen zu sehen, stervorbeben: denn Dank ist man auch Feiiideu schuldig. I e o e m das Seine. Ich überlele da-- Geich!ebene und erschrecke. Nun wird e* mir itV.t erst recht klar, wie unfähig ich bin, eine ichulgerechte, nach Regeln der Kunst ge arbeitete Rede zu beurtheilen. Welchen Manael an Zusammenbang inerte ich in diesem meinem Schreiben gewähr, welche Ungleichheit der Perioden, und welche Mängel wird erst Ihr Kennerblick entdecken! Wären aber Ideen noch so gehaltvoll, ist auch Form nur Nebensache, so darf doch äussere Eleganz nick! vermisst werden. Auch das reizendste Weid muss ihren Anzug nicht vrrnachl.issiaen, wenn üe anders gefallen will. Jedem das Seine. Sie lachen «der;פיפי wird Ihnen zu lange», immerhin, wenn Sie nur nicht böse werden. ES ist ein altes — ich weiss nicht — jüdisches oder deutsches Sprichwort: ״alle Stumme wollen am meisten reden:" und ai'ck dies vat sein Gutes. Eigenliebe und Selbstgesälligkeit ssnd es, die vor dem Ertrem der Schüchternheit bewahren: und nur dadurch wird es dem llngeübten möglich, einst geübt zu werben. Wer würde es sonst wagen, bas erste Mal öffentlich auf zutreten: und müsste nicht demnach so manches schöne Talent verloren geben? Ist daher Selbstgefälligkeit oft schädlich, nicht umsonst hat uns der Schöpfer diese Eigenschaften eingeklösst, darum gefällt Jedem das Seine. Aber Svass bei Seite. Unbeschadet dem Werthe Ihrer gediegenen Rede, muss ich aufrichtig gestehen, ich habe solche mit seltenem Vergnügen gelesen. Sie entfalten darin ein Rednertalent, das ich bewundere, ja. darum ich Sie beneide, da es mir wahrlich nöthiger und nützlicher wäre. Doch nein, beneiden darf man nickst: der Herr weiss, was er thut. Dem einen gibt er Donnen Goldes, den andern überschüttet er mit Geistesgaben: und mir, mir beschied er — ohne deshalb in Unthätigkeit hinzubrüten — eine Portion Genügsamkeit, Jedem das Seine. Am Sonntag: So weit, velehrier Freund, war der Brief fertig, als ich «!:«הבי1־! י rcrc aufhören mutzte. r:r erhielt ich Ihre Nachschrift, und war in Brrsuchung, alles Geschriebene wieder auszustreichen: denn ich sehe. Sie verlangen einen geistreichen Brief. Aber das kann Ihr Ernst nicht sein. Sie wissen wohl. Sie haben mit einem Orthodoxen zu thun: den Orthodoxen al>er spricht man heutzutage jedes Fünkchen Geist absolut ab: Sie müssen mich denn schon nehmen, wie ich bin. Ein Verband der jüdischen Gemeinden in Oberschlesien ist Ihnen wünschenswert. Ich kenne zwar die Tendenz nicht genau, bin aber im Voraus versichert, daß Sie nur Nützliches wünschen, und wohl wissen, was nützlich ist: daher sage ich «רך־י־נא ד*״.,״ גר«—c —רדי» s) Versuchen Sie, vielleicht geht es. Wenn Leute meines Gelichters dazu britragn׳.??vnen. D. D. so will ick mein Scherflein gern hergeden: versteht sich, in Betracht meiner.subordinlrten Stellung als 2 : den :בגden Vortritt überlassend, lieber das Ariom בדי •:־ r:״ יי* ד»p andere entgegen gesetzte Grundsätze, bin ich selbst noch nick» im Reinen. Bon Zugeständnissen und Ausgleichungen ziviichen den jetzigen Schismen verspreche ich mir u-eniq. Die Orthodoxen ssnd wiewol noch immer die Mebrzabi schon sicherlich besiegt: und werden sich gewiss früh oder spät nur durch gänzli-üe Trenn ung und Absonderung erhalten können. Gott gebe, ich spräche Unwahres: aber die Neologen haben Alles für sich, was in drr Regel der 7-צ־ ד• vor de!» יצ־ :דב voraus hat. Nun wissen wir aber: ״drr *יצ is täte a Söllner, a .ד:־־ p -wo. a צגזא סציצא, der -e ׳*•־ i» u u Schlemil, פבייא wer wird gewinne»??') Ick, bin heute etivas launig, werde gar über wütig, aber es bleib, unter uns. der Freund wird es nicht übel nehmen. Ich be!>1lte mir vor, über dieses Kapitel mich in Ziikunsi vielleicht näher anszulassen. Was wissen Sie von, was sagen Sie zu G - und BrecÜa!! Es erwartet übrigens baldige Antwort, »nd recht au-sührliche. Jbr . Sie hochschätzender I. Deutsch, 4) Siherziveise Vtnfubruilfl einer bei de» chandiliden Pol-» iiMitben Redeweise in deren Jargon. I. X. CiterariKhe llsiir. > Schicksale eine« Manuskriptes. I Wahrend ieniec!rnie» A»ift>i>l׳alte«!n Pari« überreichte Nönig Eduard VN m» Plasivrnir» Fall!׳'»cs ein wcrtvellcs Erfchtnk für die National Bibliothek Es m dies der »weite Band einer fraiizossi'che» Uebrrseizuiig der ״Jüdischen Altertümer" und der ..lüeichichie des ,»blichen!trieze»- von Flavin» Jofrphu«. die einst dem Herzog von Berrn, dem Bruder!tarl« V dein ׳■hieuen. iamt einem iHedetduche gehörte, da» der Herzog von Auinale »nt :ünom bezahlte und das beule in der Biblioibek von i^banlillv ausdewadrt wird Das Werk de« Jofepdu« war mit Miniature» anSaestaltel, die zum!eil von der Hand des Malers des Herzog« von Berrn, zum Teil von Meiner Jean Jouauel von Tour» berrübrlen, wie der Sekcctar de« Herzogs von Beaujeu. Francois Robertel, am Ende de» zweile» Bandes schriftlich bezeugt Ter Herzog von Beaujeu balle sich die erwähnle» Büchcrichaize nämlich angeeignel. nachdem sei» Schwiegervaler Ludwig XI. den CFitrn des Herzog« von Berrn. den Herzog oon Nemonr«, batte ermorden lasse» Liahreiid der rrsse Band in königlichem Benne in Zrankreich blied, gelangle der zweite nach England, wo er wenigsten« im Jabre 1750 in «wem englischen Einbande in der Bidliothek de« Lord Palmer auitaucht. lvl i befand er ssch io der Bldlioibek Townlev und von den drei zedn Minialuren, die er enihielt, iedlte in jenem Augenblick noch keine Im Jahre 1!*»:« entdeckte und kaufte ihn tm Manui'krmtensammler Henru Pate« Tbompson. aber zwölf der Miniaturen waren daraus verschwunden und nur noch da« Titelbild verbanden, Herr Ihompion halt« für die Entdeckung der gestohlene» Miniaturen ,'«> Pfund Sterling ausqesetzt, aber ein Zufall brachte letzte» Jahr ein Album in ,'eine Hände, da« die stdnigin Bicioria als iüeschrnk erkalten hatte »nd das in, Schlosse zu Windior ausdewadrt wurde in idm befanden fich zehn der gefuchten Bilder, König Eduard gab Befehl, dies« dem Bande wieder «in zuverleiben, den Herr Thompson immer der Pariser National Bibliothek zurückzuerstalte» beabsichtigt batte, und überreichte das nun beinah« vollständige Werk in eigener Person Und der Eclair, der die Irrfahrten des Manufkripte« erzählt, knüpft daran die Betrachtung, der Herzog von Berrn konnte nicht vorausfrhen, als er sich an Nueschin« Seit« gegen den Herzog von Lancaster schlug, dass -H*) Jahre später sein Manuskript al« ein Pfand de« herzlichen Eiuvernebmen« Frankreich von einem englischen König dargeboten werden würde, de, ii.kogniro unter Lew. Namen eine« Herzog« von Lancaster reist r. D. •V Sanft. 82. 1.

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