Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 13 (29.3.1906)
- Date
- 1906-03-29
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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2fltt (ו 9»t. 1:י Ter ,3«raeüt durch erwiesen, da st rr Delitzsch mit seiner ver trachten Bibel Babel Theorie schon viele Jabre früher desavouierte, indem er Abraham und Moses im Reickie der Mnthaloqie ihren Ehrenplatz antvieS. — Dr. N e 11 m a n n ist der erste aus dem Seminar entlassene Rabbiner und wirkt als Nachfolger H a s l I '?■ in einer kleinen Gemeinde, in der es n i ch ' e m e h r zu reformieren und nichts mehr abzuleugnen gibt. Das ünd die neuen Kuratoren des Ungar iscven Lande» Radvinensemincirs. Diele sollen die Qualifikation der zukünftigen jüdischen Geistlichen auch si:r die orthodoxen Gemeinden bestimmen. Und diele Rabbinerschule soll eine gemeinsame Anstalt für das ungarische Gesaintjudentum bilden. V, Ihr aufgeklärten, gebiidkien, reichen, klugen und angesehenen Juden! Wie lange noch wollet Ihr die Komödie des einheitlichen Judentums, des einheitlichen Kongresses und der einheitlichen Organisation spielen' Ist denn eins und ein? nicht zwei? Die bösen, unverbesserlichen Mathemathiker! Holland. Judentum und Jubcnhrit in Holland 1B0» unterem Korrespondenten). III. A m st e r d a m , 22. Niärz. Es ilt tief, tief bedauerlich, dast auch Dr. Dünners lauter Weltruf vis heute wenig Gebör fand. Wie damals. bei der «Einführung des Schulgesetzes, war es wieder nur eine ileine Schar, die erkannte, was die .üeitumttande erfordertendie Gründung jüdisch-tonfessivneller Schulen. Nicht nur die söge nannten ״liberalen" Juden arilien Dr. Dünner heftig au sondern au» in der Praxis gesetzestreu Lebende milchten sich in den Ekor der Gegner und betrachteten es als eine keiliae Pflicht. das edle Streben vieles Kämpfers für die Aufrechterhaltung unserer gött lictKU Wahrheiten un^ Traditionen 311 hemmen und sein׳ Kräfte 3u lähmen. Und die Mittel waren oft wenig nobel Gin Nätsel. nicht wahr? War man denn sehend blind' Hatte m^n die Zerstörungen in unserem Lager nicht tagtäglich zunehmen leben? War es vielleicht nicht wahr, was Tr. Dünner schrieb: ״dast eine Schule, vir den iilrugrn. mächtigen und oitlumlassenden Anlordrrungen des Judentums keine Rechnung trägt, noch tragen kann, der jüdischen Erziedungsaufgabc nicht genüge und darum die!onsessionelle Schule für bas wahrhafte Heil des Judentums unentbehrlich sei." War es übertrieben, was Dr. Dünner init Nachdruck behauptete, dast der «stetst, der die groste Mehrheit der Lehrer an der osf'ntlichen Schule beseelt, ein der Religion feind lieber sei. ״doch nicht iveniqr von ihnen von modernem «.stetste in seiner gegenwärtigen Gestalt nicht nur de herrscht werden, sondern auch als dessen eifrige Apostel aultretenWar seine Warnung nicht gerecht fertigt: ״liegen eine solche Gefahr kann nur die 101; lessionelle Schule schützen, nicht nur in unse« re ni Lande, sondern überall, wo antireligiöse Tendenzen einen so überwältigenden Einfluß erlangt haben." Und dann die vielen Beispiele entschiedener Verletzung der Neutralität .... die Leugnung der Schöpfungsgeschichte, die Darstellung biblischer Wunder als Märchen, der moralische Zwang, auch » שבח ״ dir Schule 31: besuchen, der Spott und Hohn gegenüber der Weigerung einzelner Kinder an s־־ ־rr Handarbeiten ar.zufertigen: diele Beispiele wären bis ins Ungezählte zu vermehren. Wäre es da nicht die Pflicht sämtlicher Gesrhestreuen gewesen, wie e i n Mann sich um Dr. Dünner zu scharen und e» a!S höchste Lebensaufgabe zu be trachten, ihn in seiner Arbeit י,:ב~־ ד\ד«ד יחאס-נד und mit aller Kraft zu stützen? Dast das jedoch nickt gesckral), es ist, wenn auch nicht zu verteidigen, drnnock -u erklären. Nicht bei ihnen lag der Fehler, sondern bei ihren Eltern, bei der vorigen Gene ration. Diese batte das Institut der Simultan'ckule mit Ireude begrüßt und jeden Gegner einen Fanatiker, einen Finsterling genannt, ihre Kurzsichtigkeit, ihr: Verblendung myr bi, Ursache dast die Kinder nicht mißbilligten, was ihre Eltern — wenn auch mit Unrecht — genehmigt, ja als da? Höchste gepriesen hatten. Ueberdirs war die zentrate Schuir immer Vi* Grundsätzen zu huldigen, galt damals und gilt auch jetzt noch allen als etwas Selbstverständliches, als ein noch Allen als etwas Selbstverständliches, als e.n Glaubensdogma, woran zu rütteln ein Verbrech:» ist. Die neutrale Schule war ihnen das Tvmbol der bürgerlichen Gleichstellung und das Gespenst etwaiger Zurücksetzung in Rechten und Freiheiten die eintnte» würde, so man sich, ivic du Redensart lautete, frei willig einem Ghetto einschlösse, beunruhigte und ver folgte sie. Ihr Verhalten ist wohl zu erklären, z u verteidigen jedoch bet weitem nicht. Passen wir unsere Korrespondenz schließen mit einer erfreulichen Mitteilung. Der Verein Esra, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Gründung jüdisch konfessioneller Schulen zn föroern, seil längerer Zeit ave: nichts mehr von sich batte hören lassen, hat vor einigen Wochen, wie die!üdischen Zeitungen meldeten, eine Zuivendung von 5><x> sfrs. erhalten. Das ist ein Grund zur Ireudc. Nicht weil diese Summe so be deutend ist denn große Kapitalien sind notwendig, um das Gewünschte zu erreichen sondern weil daraus spcichl, dast die Hoffnung noch nickt aufge gegeben wirb und der Verein sein Ziel nicht als ein verlorenes betrachtet. Möge er seine heilige Aufgabe energisch sortfetzen und viele anivornen, dem oben genannten Beispiele zu sol.ren. Belgien Brüssel, 2<>. März. Wenn alle gesetzestreuen Israeliten mit Vergnügen hören werden, daß selbst in Brüssel sich eine Separat Gemeinde gebildet hat. die auf dem Boden des altüberlieferten Juden tiims steht, so wird die Nachricht in Iranifurt be sonbers freudig vegrüstt werden, denn von dort aus erhielten wie mannigfache greifbare Beweise Herzl!ck>er Teilnahme an unseren Bestrebungen und der allmählichen Entwickelung unserer Gemeinde. Die selbe hat bereits einen regelmäßigen Gottesdienst ein gerichtet, der auch nicht um Haaresbreite vom alten Ritus abweicht, die Sckcchitah und Bcaufsichtigun,: des sfleischverkaufs genügen auch den strengsten An forderungen, denn diese Funktionen liegen in der Hand eines Mannes voll wahrer Frömmigkeit und nmsassendcr Gelehrsamkeit auf biblischem und tatmudischem Gebiere, der ידי-אד rr von dem Leite: einer großen ungarischen Ieschibah empfangen hat. Nun ist es uns auch gelungen, in der Person des Herrn S. Bamverger aus Aschaffenburg einen Rabbiner zu gewinnen, der mit jugendlicher Bc geisterung sich besonders der Jugend annehmen, über Haupt eine Wirksamkeit entfalten will, die den in seiner berühmten Iamilie geltenden Grundsätzen ent spr'cht. so daß auch hier der Boden für Gottesbe geisterung befruchtet werden wird. Unwillkürlich drängen sich uns die verheißungsvollen Worte der letztcn Haphtora auf. ״die verwüstete Gegend loird :vieder bearbeitet werden, denn ich, der Ewige, baue die öde Stadt wieder auf und pflanze neu den ver dorrten Baum". Und »׳adrlich unsere Heiligtümer sind hier verwüstet und bedürfen der Erneuerung, und >ver auch nur einen unken religiösen Empsin vcns sich bewahrt hatte, sah mit Betrübnis dem zunehmenden Verfall des religiösen Lebens in den jübischen Häusern zu, womit der Untergang des religiösen Sinnes Hand in Hand geht. Denn die Kenntnis vom Judentum beschränkt sich bei der jetzigen Generation, deren Väter sich noch ivenigstenS des fernen froinmen Elternbauses erinnerirn, auf einige im Alter von 14 Jahren längst vergessene Sätze aus dem ״Katechismus": man erstrebt deshalb auch kein höh'res Ziel, als das Dasein recht üppig zu gestalten und nur dem Genuß und der Behaglichkeit zu leben. D^a trat vor ungefähr einem Jahre ein Mann, der selbst den Lohn einer rühmenden Anerkennung adwehrte, hier auf. um dem immer zunehmenden In ••**•*• *».»«•» *••**t*^*״ » , , das schlummernde jüdische Bewußtsein bei manchem nur geweckt zu werden brauchte, beiveist die Mitgliederzahl der gesetzestreuen Gemeinde, die bereits aus (0י gestiegen ist, so daß bei der starken Zuwanderung unserer verfolgten russischen Brüder die Beschaffung eines größeren Gotteshauses nicht mehr lange tiinausgrschoben werden kann, da der provisorische Betraum schon jetzt am klein ist. An» die schleuniae 29. März 190f, Errichtung einer Mikweb bildet den Gegen stand unserer sorgenvollen Betrachtungen. Denn leider sind unsrre Mittel sehr beschränkt, so daß nur unter den denkbar größten Opfern dir bisherigen Einrichtungen zu ermöglichen waren; auf Unter stützung seitens unserer hiesigen sehr vermögenden »nd einflußreichen Mitbürger können wir nicht rechnen. Wir empfehlen uns dem ferneren Wohl wollen unserer bisherigen Gönner, die von den gleichen Idealen beseelt sind und erwähnen das Bibel wort lKön. 2, 19) ב• בא- ב:־ש עד סשבי ויח אין יללה ״die Kinder sind zur Geburt reif, aber es fehlt an Krakt zu gebären." Indes die Einrichtungen, *in die notwendige Harmonie de׳ Lehre mit dem Leben, müssen und werden geschaffen werben, denn rבל :::־ ב-פה ל׳הוזקיש z'zr ש—א יישב. c »•c. T01!?ei jebem Cviev vorgeichriebene Cvt der 3dtla!t) lung wird uns bei vom עדיה mit Von Werion^M צביגה 'בגי ״im Norden vor Gott" Lev. 1,11 angezeigl. Tor Midrasch b.-morkl hierzu בא- היא אוב" צ־ינה ל?;י ד. Bei dem Opfer Ver »wilinitcbe» 3dmfc, das au Von אילו ע״ יצחק eumievt, beim es ״im Norden vor Wett״. Tic Beg.nuduiig hiervon tautet: ״Ais unser Bater Abraham seinen Lohn Jsak zur Opsruuiq band, ordnete Gon Vas tägliche Ov'or. bestellend in zwei 3chase», an. warm« dies? Lovalv Israel Vieles Opfer varbringen und von Bers leien werde: i»! sttorde» vor Gon, werde חקב״ח die Oprerung Isaks i» Riickncht zu rieben." Ter 3m» Vieles räisethailen Ausspruches ivirv uns vielleicht klarer durch Zuhilfenahme einer andere» Midrasch 3te((e;11 לעקל אח יצחק ב:ו Ge». יי,2־2־. Tieselve verichlel: ״-Als Abraliau, seinen 3otm opfern wollte, sprach jener zn ihm: Baler! Ich bin ein Inngling. viellcichl wird sich me׳!.׳. Körper dem -Messer widersetze» und dich io belästigen, oder die an mir vorzunebuieiide Lchlachiung störe». Binde mich daher rechl stark'" Im 'Anschluß hieran beißi es an der gleichen 3rclle uzו־עהד ׳: K annie wobt -Adrada»!. der «streis, de» jährigen Jüngling binden ohne iei» Emverstandms '!׳ 3etb(t ei» Iiak, der in «Gemeinschaft mil seinem Pater 2יהרו זח לעקוד 1:ח --<ק zur O pferung schrill, war besorgt, es könnte nch trotz seiner willige» Unterwerfung vor de»! göttlichen Befehle, sein der Statur gemäß »ach Erhaltung strebender Körper der Gewalt des Lchlachimeisers wider setzen, und er ließ deshalb enllprecheude Borkelirnnge» Ireiie». Unter Berücksichtigung des dem Menschen eigenlüm lickien Llrebens »ach עילם היה י, das siets einen mehr oder minder schweren Kamps zwischen der sinnlichen und geistigen Natur >» >k»1 hervorruft, nünnit Gott unsere Opfer in Euipfaug. ״ .חליצה, שיעשיל 'צביןWer nch mit irdischen «Sülern bereichern will, wende sich nach Norden." Torr ist der ישלחן CTE. der Ort des Tisches mit den Broten, der uns lehrt, daß die «.Erhaltung deS Leides, das »neben nach irdische» Gitter» wohl auch eine Berechtigung besitzt, aber, sobald es das göttliche «besetz erfordert, vor den Altar «Lottes zu trete» hat. -An dieser 3telle iollle das tägliche Opser geschlachtet werden, ״ צפינה לבבי ח׳NN Siorde» vor c^otl." Würde sich etwa Geiz »£•01 eine andere sinnliche Neignng gegen die Dar bringung des'Opfers auslrhnen, so sollte der Ort lehren: Tie inaierielle Macht eines einzelnen wie einer «Gesamtheit bade nur dann Wert, wenn sie nch zu allen Zeiten שחריח ועייביח gleich de!» חביה Opser den! Willen des göttlichen «Gesetzes >1»!erstelle UermisdXcs. Hamburg, 2;!. März. In der vorigen Slumme wurde in einer Mitteilung über die Einweihung des ver größertcn Iriedhos.־Z in Altona infolge eines Mißverstand ,»fies uiilgeleilt, daß auch R. Jak. Etktingcr זצ״ל auf diesem begraben sei. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, daß R. Jak. Elttinger 1צ"ל auf dem alten בית החיים in Altona;״ der Königsstraße bcsia'.ret wurde. Karlsruhe, 2'-. März. An der 3lälle seiner viel jährigen allabendlichen Wirksamkeit, tut Lehrsaale der חברת rr:rc ist beute Abend unseres vor Jahresfrist — am 7"ם אייל א' in Hamburg so jäh dabingeschiedenen Herrn StiftsradbinerS Blumgrund 1צ"ל in würdiger Weise ge dacht worden. Tie genannte חים batte stch mit der הבלח חיניך שלים und anderen freunden und Lchülern des Ber stordenen vereinigt, und eme zahlreiche, ernst gestimmte Zu Hörerschaft folgte den Ausführungen unteres Stabbmer», Herrn Tr «chifser ׳"), der in einen, gedankenvollen חםבל die Züae des verblichenen Lehrers in die Erinnerung zur