Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 12 (22.3.1906)
- Date
- 1906-03-22
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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»r >!t. £«itt 10. Ter Israelit. 22. Mär» 1906. constructus in [einen vielseitigen Bokalkürzungen und den sben unter 6 nicht erwähnten Konjugationsformen so ziemlich den ganzen Grammatikstoff ent* halten, welcher für die Volksschule zu fordern wäre. Wenn ausreichend schriftliche Uebungen damit ver* knüpft werden, ist in zioei Jahren (2. und 3. Schuljahr) ein sehr umfaffender Vokabelschatz und genügende Vertrautheit mit der Formenlehre zu erreichen. Namentlich für einklassige Schulen, in denen der Lehrer an und für sich unter dem Problem der gleichzeitigen Veschäsiigu«,» der sieben Jahrgänge leidet, vieren diese Memorier- und Schreibübungen willkommenes Arbeitspensum für die Kleinen. Durch Herausschreiben der einzelnen Satzteile ist primäre grammatische Uebung ermöglicht. Ich teile zwar nicht die etwas hochgespannten Grwartungen Doresens hinsichtlich des Umfanges des anzueignenden Vokabelschatzes, aber es ist dann, wenn man im l. Schul jahr an den eigentlichen Uebersetzungsunterricht geht, doch eher die wichtige Forderung der Pädagogik, auf ven Inhalt des Uebersetzlen einzugehen, zu erfüllen. Nun wird in der Didaktik nachzuweisen Gelegenheit sein, dost der Pentateuch als llebersetzungsstoff vor dem Gebetbuch rangiert. Unter dieser Voraussetzung wären im 4. und 5. Schuljahr zu übersetzen. I. B. M. 22 und 42 bis Schluß, aus dem II V. M. 3—21. Vom ti. Schuljahr an ist die für das Uebersetzen rvrhandene Zeit zwischen Pentateuch und Ge beten zu teilen. Vci den: Repetieren sind grammatische Einzelheiten zu beachten; in ein gesondertes Heft sind vorkominende Verbalforinen und!«tut 11« < 011«tr11ctu* Verbindungen ein-ulragen. Dankenswert wäre ec. wenn für jedes Kapitel Uebungrsähe geboten würden. Diese müssen sich dem Wortlaut des im Uebersetzc» Gegebenen ankchliesten, doch da sind >vir in da»׳ Gebiet der D!bgkt׳k geraten GS würde im Rahmen dieses Abschnittes eher ein Pensenver,:eichnis am Platze sein: jedoch dürfte es wohl an dieser Stelle vom Uebel sein, zu viel des Gin ׳.einen zu bieten: es sollte ja nur die Möglichkeit erörtert werden, ob überhaupt eine Methodik zu schaffen i'nd anzuwende» ist. Nehmen wir an, dast dieses wünschenswerte Ziel überhaupt zu erreichen ist. so müßten Ginzelbeiten späteren Arbeiten vorbe 111י K 11 :i’t U'ti*. III. Hier können wir uns ganz kurz fassen: es wird zum Teil ein frommer Wunsch bleiben, zum Teil höchstens kalultalive Ginsührung finden, basz die Schule im innigen Zusammenhang mit dem Leben ie ganaoarsten Melodien sowohl für den t'rnagv galen. al:- auch für den häuslichen Gottesdienst vea mnteln würde Namentlich ist nicht einzusehen., warum nickt jüdische Glementarschulen dieses Fach mit de.selben Liede vtlegen tollen, wie Elementar schulen anderer Konfessionen den Gboialgesang. Als Slots wären porzuschlagen: die Neginoth,.-^,שי-רכד ׳״ rכד• צ- ,א— ז־יא ,׳ ferner "י• ,־1:!ד "י-;, die Respensorien bei dem t^in und Ausheden u. dgl. Dank,n-.-.״e:ie Rückwirkung aus die Horm des Gottesdienslt« würde nicht ausbleiben. Nachk-.m nun in den bisherigen Aussübrungen versucht worden ist. der Frage ..Mas" eine Antwort zuieil werden zu lassen,!Nütz mit einigen Aus ׳übrungen auch die Frage ,Wie" «Didaktik'׳ behandelt werden. Gs dürste sich wohl auch hier empfehlen nach den einzelnen, nur als firiert angenommenen Disziplinen nor׳ugek!en. Wir wählen dabei dieselbe Rrikxnsolge wie b!«11cr. I. tVidliscke Getckichte.» Als Methoden im technischen Sinne des Wortes kommen zwei in Frage. die Dardietung und die Gut Wicklung. Als Lkbr'orm kommt für die ersiere die uort'ggende (okroamaiische cs. Helm ü!411. für d'e letztere die dialogische {f. g. sokratischel in Auwendmig. >S ist klar, daß der Vortrag Vermittlung de! positiven Kenntnis der Tatsachen, die Unter halrui-.g (> v.v 1 Abstralti״n allgemeiner Begriffe und Wahrheiten erstrebt. Das ist der Rahmen, in welchem der Unkerrichl in der biblischen Geschichte eine Freude des Lehrenden und reichen Segen für den Schüler erschliefzt. ׳'Fortsetzung folgt.! ויי ׳י; Irrt, kitnns ul klMni» einer 2e6r>r»br in Sekrtibrrftlrn in gehobene« Religio«-sch«lem und Bräporamdie«. I Thema: Ter erste Absatz der Keduscha >m sog. Liebengebet für das Nenjahrsfest und den Verföbnungstag Lehrbuch, OB« TmD 3. 101. Von (0. Fortsetzung. Lehrer B. Woltf-Aurick III. Text. Und dann werden cs Gerechte sekeu und sich treuen, »nd Gerade froh anfatmen, und Liebevolle in Jubel aus breche». und alles Unrecht wird seinen Mund verschließen, und jeder Frevel wird ganz wie Rauch vergeben, ja Tu wirst vinwegfütnen die Gewalt des Uebcrniutes von der Erde. Und wirst regiere» ganz allein über alle Teiue Werke, auf dem Berge Zion, dem Wohnsitze Deiner Herrlichkeit, und in Jerusalem. Teiuer heil. Ltadl, wie geschrieben steht i» Teiue» heilige» Worten: Gs wirb regieren der Herr i» Gwigkeit, Tein Gott, Zion, iür alle Geschlechter, Halleluja'/: Lo bist Tu heilig, gefürchtet wirb Tein Name, und es giebl keinen Gott außer Tir, wie geichriebe» sieht: lind es wirb erhaben sein der Herr Zebaoth im Ge richte und der beilige Gott dal sich geheiligt durch Milbe. Gelobt sein Tu. o Herr,!׳eiliger Gott Gutwurf. I Tie ,Folgen der Griüllung der Bilte werden sein A für die Menschheit: », ttuie Zustände werte» »ch behaupten und zwar l. wird das Verhalte» des Pfljchigetreiie» gegen «*ett gerechliertigl daneben, 2 wird der Gerade znm Bebarren auf der Bad» des Guten ermuntert. :t. siebt der Liebevolle ,'eine Grwarlnnge» in Bezug au» die ׳Meuichbeil erfüllt, l-, Bose Zustände werde» autbören und zwar 1. der sträsiiche Eigennutz, 2. die Freude am llnglück Anderer, 8 die »^etvamätigkeit. kt iür Gott. Alle werde» die geistige Herrichail «Zolles anerkennen. l l, Ter Lchluß. Gr eiilbält als Zusamineniaiiung der «4, samt tteduicha: B zwei Haupiniomenle der Ginschaliung: diese sind: a, Tas Bekenntnis von der Befähigung zur Gvttesertennini». h> die Folge dieses 'Bekeiinliiiiies <ot s B, C. Tie Beweisstelle.!י Tic התיסה. Trine llebuoge>»t»ude. Lie beginnt mit der Wiederbolung der beiden dnrchge- »onimene» Lliicke »nd einer kurzen Abiragung des Inhalts. Ter Lehrer »benetzt dann den dritten Absatz bis ^!ס; ר,א und läßt dei ינידו eine längere Pause cinlrele», woraus sich von ielbst zwei Teile ergeben. Nach dem liebersetze» seitens der ׳linder?ragt der Lehrer. Wie haben wir diesmal £2: »berietzt? U : lind alsdann. L 4'tie mußte der?lusdruck ..und dann״ eigentlich bebiäiich laule»? >t : :!יא. L: Viele allere Gebetbuchausgabe'i baden auch in der Tal dieie Lesart Woran? bezieht sich den» dies ,dann" ' '> An' die bereits gelerittc» Bitten. L Was in also voranaeaanaenV .st.: Tie 'Bitte. L ׳ Was inuß dann »olgen ' st.: Tasjenlge, was wir eben übersetzt haben. L.: Wie könne» ivir darum die'es nennen, weil es folgt" st : Tic Folge. l T i- Folge. Ter Lebrer läßt de» erneu Adiatz »och elnniai ״der iene» »nd oann den zweiten. L : Für wen wird die iner geschilderte Folge eintvete״? st : Fnr die Mensche» A. 2it Folge für die Menschen. i": Was für Zustände hat der erne Teil 1»1 Anaec st. <4»le Zustände. L Und der zweite Teil" st.: Lchlecktte Zustande. I. Gute Zustände werde» ׳'ich behaupten L Was für Meisi-ben schaüen a»:e Zustände" st : >*t,,le Menschen L: Mil welchen Ausdrucken werden gute Mensche» hier bezeichnet, st.: l. הם״ים .8 .׳ש״ם .2 .צדיקים. L: Was wird von ihnen ausgesagt" st.: Lie werden es sebe» und sich freuen. L: Was werden »le sehen? st.: Taß die Bitten sich erfüllen L.: Was für Zecken ״nd Z״s»ände werde» dann ent sieden? st : Bessere Zeilen und Zustände. Anm Tie seinen Unterschiede zwischen den Lvnonvmen zu entwickeln, wird nicht rötlich i-G Wo der Lebrer es für ersprießllch hält, kann er die sotgenven Orttarunaeti. 61e sich an die Ausführungen S. R Hirsch'» zu den Psalmen jehnen. selber gebe», und muß durch Zwischensragen sich überzeugen, ob die stinder folgen könne». Zunächst sei bemerkt, daß unser Absatz durchweg unver kennbare Anklänge an Psalmttellen enthält. 1L. Ps. l>r7 42: NB. 4; 149. 5: 87. 20 u. a.) 1. צדיקים ׳ששהו. Ter צריה ist der Pflichttreue, ^der seine Pflicht und nur seine Pflicht kennt, der feiner Pflicht und nur seiner Pflicht lebt, der nur daran denkt, Gott und seiner Welt, wie ja sein Gharakter lautet, ,gerecht" zu werden" <H. Ps. 87, 21.1 Gr ist heiter, wenn er die Ber wirkljchuug der Gottesidee schaut. "שסח «verw. mit יצסח nt das Gefühl des inneren Wachsens. Ler Geoanke, vatz es eine» Gott gibt, ber uns richtet, »nd dem wir Rechenschaft zn geben baden, ein Gedanke, den der רשע mit de», Munde gern wegleuqnet, dessen bloße Möglichkeit, die sei» Innereszuzugeben sich nicht eiitschlaaen kann, mitten i» alle» Erfolgen und Genüssen ihm zum guälenden Mahner wirb — eben dieser Gebaute, veisrn sich der um Ueber.zengungSaewißheil bewußt ist, ist ihm. dem Pflicht getreuen eine Quelle der höchsten Freude." ,Ps. •>8,4.) Für den?צרי kommt also in erster Linie sein Verhältnis zu Go« in Betracht, unbeirrt von dem Urteil Anderer 'Also: Ter Pflichttreue ist heiter, weil die neuen Zustände sein Verhalten gegen Gott rechtfertige». 2) 10ישרים יעל die ישרים sind ״gerade Menschen, deren geistiges und sittliches Urteil nicht durch eigenes 'Abweichen vom Rechten getrübt ist." Lie atme» frei au׳, wenn sie sehe», daß die beengende Fessel aller menschlichen Verkehrtheit sich löst. ״Gp ,verw. mit עלע und חלע) aus Bande» frei machen, ein bei besonderen Ereignissen ge wonnenes Gefühl von Truck und Enge sreigewordene» Aufatmens." Ter ישר fühlt sich inmitten einer sündhaften Uiiigebnng selber »»behaglich, immer befürchtend, auch ev könne dem Zeitgeiste erliegen und von dem gerade» Wege abgelenkl werben: sei» Blick ist zumeist aus die Rein erhaltung seines eigenen Jchs gerichtet. 2llso: Ter Gerade atmet froh aut. weil die neuen Zustände ihn zum Verharre» aus der Bahn des Rechten ermuntern. 9) ־. '72׳!r^ דזםידים. Ter חסיד״ ist der Lelbstlose. der sein Recht, seinen Vorteil, seine Persönlichkeit nicht vertritt, sich ganz ausgibl. und damit die gänzliche Hingebung an das Wobt ׳Anderer verbindet/ Obwohl er nicht scltci, dadurch dem Lpoll und der 'Ausbeulung anheimsällt. io läßt er ׳'ich doch nicht be» t^laube» an die Verwirklichung des sittlich i>-ute11 raube» Tie Höhe feiner Freude beim Ginlrete». der erbetene» Verhältnisse wird durch ברנה '721׳ bezeichnet. ניר oder 7U «verw. mit קיל) isi der laute 'Ausbruch der Freude: נילח die höchste Freude. Tie ganze t^eisiesrichtniig des הסיר. Liebevollen, isi auf das Wobl 'Anderer gerichtet. 'Also: Ter Liebevolle bricht in Jubel aus, weil die neuen Zustände das Wohl 'Anderer befördern 2111!».: Für einfache Lchulvcrkältnisse mag es indes genügen, wenn die liinder zu dem Ergebnis geführt werde» Tie neue» Zustande werden sich behaupten, und die Guten werden sie mit Freude» bearüßen. 2. Tie bösen Zustände werden aufhören. L.: Welche Folge wird zunächst geiiaiint" St.: Tas Unrecht w,rd ieiiien Mund verschließe». «Liehe Ps. ÜÜ, 12. Job 0. Ui. > L.: Tas Wort עולו״ח oder ה“."; heißt. Uugerechligkeil. verwandt mit עול. Tie Lchrist sagt: 'א חעשי עול בםשסש ״ .*גי'Ihr sollt keine Ungerechtigkeit im Recht begehen: ii» Längenmaß, im Gewicht und Hohlmaß." ,8 M. 19.85-., Wie nennen wir dieses Unrecht, das leider oft genug beim Handel begangen wird" ,‘t.: Beirng. L : Wer begebt also ein עיל oder eine עולה? S>.: Ter Betrüger. L : Was will der Betrüger bezwecke»" : Er will sich eine» Nutze» verschast'c». L.: Wie nennen wir diese» Nutze», dei welche», ma» vor alle», den eigene» Vorteil ii» *Auge hat" X. Eigennutz. L Ter hier genannte Eigenur, unterliegt einer schweren Besirasung. Wie könne» wir darum diesen Eigen nutz nenne», da er bestratt wird" st.: Te» sträfliche» Eigen»״«. L.: Was wird nun hier von der עילתה behauptet .׳,.: Lie wiro ihre» Mund verschließe». L.: Was beitzt das? >!.: 21e wird versiumnie». ,י י י• י י•י* י * ׳י *יל •M, V ךv ejV II nurt, ivill er gewöhnlich seine Handluiigsioeise »och enl schuldigen, er will z B die Unwissenheit des Betrogenen nicht gellen lassen und schreibt zumeist die Veraulwortlichkeit iür den curstandenen Lchaden diesem selbst zu, indem er Arglongkei: oder Mange! an sorgfältiger Pbnfnng!-!!-י-״ des Be:-.ach>e>ligte11 vorfckützl. Was wird aber in" Jlikmifl telbn nicht mehr gelten1' ^׳.: z^,»e solche Entschuldigung. " Was will also dieser -atz besagen? V : Ter Uräfliche Eigeilimtz wird anshörc». «Lchluß folgt > Korrcrpondenzett und lla»ri«l>1en. Frankfurt a. M.. 4. Mär,. In der per floffenen Woche hielt Herr Soertcmtor H e n I e aus Hamburg in der Frankfurt Loge einen Vortrag ״Der synagogale Gesang", der nach Form und Inhalt das zahlreich erschienene Publikum voll und ganz befriedigte. ouch dem verehrten Herrn Kollegen ittchi möglich war. durch neu« wiffenschasiliche Mo mente das über der histcerischen Gntwicklung der svnagooalen Melodien rithend« Dunkel zu lichten.