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Der Israelit · 1906-03-22 · 12 (22.3.1906) · p. Seite 9

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
12 (22.3.1906)
Date
1906-03-22
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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i׳i. Marz Ter 0*ratl1L 5*11* Nr "«-» fragen: W07g'.!s ist d»» 0»in»n,»l *nJhn j%h#n? . Wer hat den Himmel gemacht? Wir sehr man nun auch grübeln mag. man wird nir über da« Wesen diese« Schöpfers etwas auszusagen vermögen. Je nach dein Ertenntnisgrad der Menschen ist der L'griff ״Gott" bei ihnen ein sehr verschiedener, sodaß in gewissem Sinne jener griechische Philosoph recht hatte, als er sagte: ״So denkt der N?ohr sich seine Götter schwarz, und wenn die Stiere denken könnten, sie würden ihre Götter sich als Stiere denken." Wenn der Mensch den Begriff der Gottheit auch noch so sehr verfeme«. ihre Mach! unv Vollkommenheit auch noch so sehr erhebt, so wird er doch nie etwas Höheres daraus machen können, als das Ideal des Menschen. Wenn der Mensch der Goltheit Vernunft, Weisheit, Gute. Gerechtigkeit und Macht beilegt, so tut er es nur. weil er sich oiese bei dem Joeal eines Menschen vorsielli. (*« ist aber llar, das; Gott unendlich er habener sein must, als es in Begriffen ausaedrückt werden kann, die der Mensch erst von den Eigen schäften seiner eigenen Natur abgezogen hat. Insofern ist es wahr, daß der Begriff ..Gott", wie ihn die Menschen haben, von den Menschen und nach den Menschen gebildet ist. Nur in dem Menschenbildnis ist das höchste Wesen den Menschen nahe. Loch jeder "Verständige wird sich stets bewußt sein, daß Gott weit übrr alle menschlichen Begriffe hinaus erhaben ist. Vergebens werden wir nach einem Namen sinnen, der die Allmacht. Allgüte und Allweisheit Gottes saßt. So wie man ihn in alten Zeiten einfach »nd dom alles umfassend Dnn patar, Dnanshpita. Zeus pater, Jupiter, Sin oder Zin nannte, was alles Himmel Vater bedeutet, so werden auch wir, wenn wir uns niederu׳ecsen vor dem Herrn des Weltalls, ibn nur in der Kinders׳׳rache anreden tonnen: Vater des Laseins, "Vater, guter Vater! Wozu soll uns ober das Gebet? >^ott tan» uns ja auch ohne Gebet alles Notwendige geben unv gewiß fehlt cs ihm nie hierzu an der nötigen Güte und Barmherzigkeit. Gott wäre ja nicht Gott, wenn er uns vergeffen oder vernachläsiigen würde. Selbst wenn wir etwas erleben,!oas uns etwas Uebles scheint, so kann dies in Wirklichkeit doch nur etwas Gutes sein, welches uns zum Heil gereicht. Unter dem Begriff ״Gott' kann man sich ja nur das All gute, ewig Segenbringenbe vorstellen. Es wäre töricht, Gott z» fürchten, denn etwas ewig Segen׳ bringende? kann man nur lieben und ehrfürchten, nie aber fürchten. Wozu also beten wir> Wir können darauf nur antworten, wir beten zu unserer Selbst läuternng. Gin Gebet drückt die Anerkennung der unendlichen Macht und Güte Gottes aus imd bringt dem Menschen zugleich die eigene Armut und Hilfsbebiirftigteit .׳,um Bewußtsein. Der Mensch wird, wenn er die Mackt Gottes und seine eigene Ohnmacht sich vergegenwärtigt, bestrebt sein, einen guten Lebens- Wandel zu führen, und dies ist ja schließlich doch bas einzige, was der Mensch tun kann. Gottes Wohl gefallen zu erregen. Wahre Religion befiel)! darin, Eigeuschasten zu ern׳erben, durch welche man sich den Menschen nützlich und ibrer Achtung und Liebe würdig machen kann. Der Mensch stellt sich Gott vor als allweise und allgütig. Deshalb muß, der Mensch nach Weisheit streben. Wohltätigteit üben, zum Heile seiner Mitmenschen arveiien. zur allge meinen Glückseligkeit beitragen. Wenn wir nur denken, so finden wir eventuell einen Gott, der nur dem Verstände, dem logischen Denken genügt. Doch das ist nicht der wahre, der höchste Gott. Der wahre Go»! ist ein'Gott, der auch dem Herzen genügt, ein Gott, dem man zu danken vermag Der wahre Gott ist der Gott der höchsten Vernunft, in welcher Perstand und Gefühl zu eins verschmelzen, jener Vernunft, die mit dein Gewissen und der moralischen Gesinnung eins ist. Und diesen Gott finden wir nur durch das Estbet. Gott hat dem Menschen Vernunft gegeben, da init er durch Pflege derselben allmählich zur Erkennt nis unserer heiligen Thora gelange. Je mehr wir unsere Vernunft ausbilden, je höher wir steigen auf der Stufenleiter geistiger Errungenschaften. desto mehr neue Gesichtskreise gewinnen wir. Unser Blick dehnt sich immer weiter aus. unsere Herzen werden immer weiter, alle Dinge, die wir verstehen, bekommen einen anderen, einen tieferen Sinn. Immer Hu״״ dünkt uns dir W-lt, wir nähern uns immer mehr den höchsten himmlischen Sphären.!1; bllnKm, fo “ " .. Irr rrliiiifn 6rjirt11>l- Von Liegfried -vetzler, tkedrer und Sanier. Perleberg Willeiiderge Ein wirklich friedlich frohes, harmonisches Gemeinschaftsleben ist nur möglich in einer Familie, in der wahre sittliche Lebenslust weht, wenn alle ihre Glieoer, voran Vaier und Muner, bei ihrem Sun und Lassen allezeit 1-7׳, vor Augen und im Herzen haben. Das!Und siebt in einer solchen Familie nur Gutes und Löbliches. Wort und Beispiel Den!!» und Tun stehen bei Bater und Mutter, Bruder und «-chioester stei-. im Einklang. Der hingehende Glauc-r an den einzigen Gott und seine allesumfasiende Lieb« äußert sich auch für das Kind verständlich, im Kultus de- Elternhauses, im Gebetsaufblick zu Gott in Zeiten des Kummers und der Sorge, beim Morgen . Nachmittags, Abend und Nachtgebrt, beim Genuß des täglichen Brotes, in der Beteiligung an dem Gottesdienste, in der strengen Beachtung der religiösen Vorschriften. Gerade die ersten religiösen Vor׳ stell,.ngen und Gefühle des Kindes sind umso le deutungsvoller. als die ersten Eindrücke in dieser Hinsicht an Stärke und Dauerhaftigkeit die späte, kommenden überragen. Besonders wertvoll ist der Segen eines religiösen Hauses, in!velchem alle jü bischen Gesetze stets geübt werden, für die Willensbestimmung des Kindes. Das frülieste Wollen und Handeln des Kindes ist ja nichts anderes, als eine Befriedigung seines Nachahmungstriebes. Läßt man es deshalb nur Schönes und Gutes, dir tlebung religiöser Vorschrifien wahrnehmen, dann wird es auch in seinem Verhalten alles Geschehene nach zuahmen suchen. Ohne viel näbooaaisck»e Künste bildet sicki dann bei ihm eine religiöse Willen-de stimmtheit aus, die auch für das svätere Leben nachhält. Denn wie die ersten Vorstellungen im elterlichen Hause den Hintergrund für das ganze folgende Leben bilden, so ist auch der erste Antrieb zur Religiosität in der Regel der stärkste und uicht selten auch der bestimmende. Wenn also z. B. das tägliche Morgen- und Nachtgebet, das Tischgebet, die Anwendung verschiedener Segenssprüche noch niöu das ist und sein kann. >oas es vei dem Erwachsenen ist, so ist doch die Gewöhnung zu solchem Tun nickst minder wertvoll, , weil ja die auf klarer Erkenntiiie beruhenden Etewohnheiten auf dem Boden der unb« wußten erst recht fruchtbar und stark werden. T׳ef begründet ist nur, was früh begründet worden. Es ist darum für die religiöse. Entwicklung unserer jüdischen Jugend von unsagbarem Wert, wenn das Kind in einem Hause aufwächst, in welchem der religiöse, eckst jüdisch« G*jst bestimmende, der herrschende ist. Allein es ist leider eine traurige Tatsache — immer spärlicher und seltener werden jene Eltern, die voll von Weisheit, ihre Kinder sorgsam in den prangenden Garten führen, in dem die Räume die »fruchte der Erkenntnis V«S Guten und des Böse« zur Reife brachten, in das Paradies der reinen Gottrslehr-* Di, meisten Eltern kennen nicht die Seele ihres Kindes, die wie ein durstiges Saaltcid empfänglich ist für jedes Tröpflein. für jeden Tautropfen Glaube und Lehre, für jede religiöse Unter- Weisung, jeden Wink zur Frömmigkeit unv Si.tl'chkeit. Ueberall wird dir Klage laut, daß. die Kinder zu wenig die Lehren unserer Religion kennen. Und wer wird von seiten der Eltern für dielen Mangel an Kenntnis verantwortlich gemacht? Der Reliqionslehrer oder der Rabbiner, der diesen Unterricht zu erteilen hat. — Doch, ihr Eltern, nicht in den Lehrern, nickt in der Schule, sondern in euren Häusern suchet die Wurzel des Nebels. Es gefährdet die reliaiöse Ent- Wicklung des Kindes aus das höchste, wenn daS Elternhaus im Widerspruche zu den Lehren der Schule steht Welche Verwrrrunq muß daS in dem empfänglichen Gemüt des Kindes hcrvorrusrn! Mackst euer Haus zur Grundlage der religiösen Erziehung, füllet euren Krug mit dem töstlichen Naß der wahren Gotteslehre, lasset euere Kinder trinken in vollen «Wn V* relia'ösen!Lebens, dann werdet ihr und sie zufrieden sein und dem Lehrer wird es ein Leichtes werden, von diesem Standpunkte aus in die Herzen der jüdischen Jugend zu heiliger Geltung einzuprägen daS von Herr, Rabbiner Dr. Kaatz in Nr. l des ״Israelit" g, chriedene Wort: ״Leben ist nicht nötig, jüdisch leben, das ist nötig." Ilster tir (im MM tes isneliM» Srli|in$11lmi1|t$. Von Phi«*uS. (•*> ifortsehung Gleichzeitig mit dem Leseunterricht') tonnen und inusten geboten werben vie Regeln über: Schema, Dagesch. Pathach furtivum, Mapptk «das ist auck eine Forderung, die Manbaum lS. .7ה aufgestellt hat » Füglich kann auch schon auf dieser Stufe das Wichtigste über da» Verhalten der Kehlbuchstaden »ntgeteilk werden, natürlich ohne baß. diese schon als Kehlbuchstade״ charakterisiert werden. Die meisten der mir bekannten Lesesibeln bieten auch nach dieser Hinsicht genug UebungSmaterial. Als Einführung in hie folgenden Vorschläge möchte ich nun ein wirkliches Zitat aus Herbart tUmriß pädagogischer '"-orlesiinqen $ IM) dierker setzen. ״Der Klang fremder Sprachen muß früh gehört werden, damit das Befremdende sich ver mindere. Einzelne . .. Wörter faßt schon ver Meine Knabe leicht, zu ganz kurzen Sähen, die aus zwei bis drei Wärtern bestehen, kann man bald fortschreiten." Bon dieser Auffassung ausgebenv. bürste man folgende Vorschläge vielleicht als einer Erörterung T»fri ״*uiuumi. «chon im zweiten Schuljahre ist dem Kinde ein Vokabelschatz zu bieten, möglichst in Meinen Satz men, die zunächst dieselbe Wortstellung haben, wir ein deutscher Satz, dann aber durch Umstellungen ei« Bild der Wortstellung der hebräischen Sprache geben. Hier wäre.» nun zwei Möglichkeiten der Diskussion z» untrrstelleii. Entweder man geht affociierend vor. und das ist die leichtere, indem man <das Buch müßte aber erst verfaßt werdrn!) Vorkommnisse des täglichen Lebens, oder die bereit« bekannten Teile der biblischen Geschichte in kleinen hebräischen Sätze, dem Kinde bietet, oder aber man gibt in dieser Form Präparationen für die im vierten und fünften Schul jahr zuerst durchzunebmenden Stücke des Pentateuchs. Diese Sähe muffen so ausgewählt und geformt loerden, daß sie in ibrer Gesamtheit enthalten: nt das persönliche Fürwort.!>) die wichtigsten PronominalsuUire besNomen, <) den Artikel, 1׳» Kol und Nivbal des regelmäßigen Verbums und zum Teil auch der Perba ,*c, « s das Pronomen Demonstrativum, s» die Stellung desselben und des Adiertivs, u) Mehrzablsbildung für das Nomen. Einige Beispiele, die die oben angeführten Arte« des Verfahrens im Auge haben, mögen das Gesagte veransckmullchen. sUevrrsegung und Tmulisailg». die in dem zu schaffenden Buch selbstverständlich nicht fehlen dürfen, können hier füglich wegbleiben.» .V ־, יי' קצן, א:־ א־ב אב •אשc* *cm ,נעי־ rני נע־, א« I». . 27 י־ «־ל־, ־זדאל r;r r« ד־ נתז .rer 7*, .;י־םp ודים הי ביא את העילש, איש דדה ב;ן ע־־־,, הי נטע א-,-, כד, מ־ש, אתדד. :r דה אכלי־ שם״ העץ, איש קיא- 0. את הקטן rSr ח3ף ראה את אתי, בד יעקב :סד, יעקב לא היעב ודה. בא ־ץ בנע*,, שתי* ש אתש, א: תני בד א*ס א-ר, rer אתי. •עקב tHf הבלתי איי־כש Das sind nur'kurze Beispiele. Sie können bei spsteinatischer Bearbeitung, abgesehen vom Statu* 11 ,Zch bin bk» brr Transkripilon hebräischer Wörter d*r allen Weis* gewlgl, da sich doch dieser Aust',»» au et« größere» Publikum Wendel unb ich uichi glaube, da« die «issrnschaiilichr Ari der Iranjkltptiou schon der Allgemeinheii vertraui ist. 15

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