Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 12 (22.3.1906)
- Date
- 1906-03-22
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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ALL nrieyllna AtHES J .ושגני!ם יבנ־ך?klthlWk« ibrr ' ־" Hrgtaflinitr! 'i<on Ir. M. ״Jtirtirr in .,ü‘iu׳t!.\U'l 6 011. W׳r tjcbrn <זו1ן reven oer Mensch Ham kein :Wfrfjt non rtnae nnbmm, als ron Vorgängen und lotiacbfii v>: sprechen, aber nicht von wirkenden und tätigen Kräfte» und Milchten, Es gibt noch andere Dinge, die man nicht mit Augen sehen und nicht mit Händen greifen kann und die doch wahr und. Selbst das gewöhnlichste Urteil ift das Spiel einer komplizierten Mechanil. das gemeinsame Schlußergebnis eine-״ nnllionensältigen Radenverts. Der Mensch nihil, das: seine sinnliche phosische Natur nicht sein ganze: Wesen ausmacht, das: die wahre Natur und Heimat seines beides vielmehr in einem Höheren liegt. Wir tonnen »ns nicht dar .Hirn aus dem Kops, nehmen und eine Dar an und für sich de trachtet, ohne auch zugleich an einen Täter denken zu ׳niifiM,• wir können unmöglich unserem ganzen Denken Gewalt antun und einen Vorgang an und nir sich beurteilen, ohne aiich zugleich die Ursache des Vorgangs mit in Betracht zu ziehen. Nur ein wirkendes We'en kann eine Handlung erzeugen, sonst ist rie Handlung keitie Handlung Jede Beioegung oder Veränderung in der Welt läßt sich a»s eine andere Veweguna oder Deränder ung zurücksüdren und diese wieder auf eine frühere. Es gibt keinen Grund, der nicht wieder einer Be glünduiig b,dürste. Wir können nicht anders denken, a«s tvie unser Hirn es uns diktiert. Unser Hirn :s. nun aber so eingerichtet, daß wir kür das Unoer ankerliehe keine Vorstellung haben, denn alles, was in den Bereich unserer Vorstellung fällt, ist beweglich ind reränderlich. Wenn wir also so denken, wie uu'er Hirn es uns eingibt, so müssen wir in der Kette der Be'oegungen oder Veränderungen »ach rückwärts einmal ein: Grenze setzen. gelange» also an einen Punti ,00 alte B»wea»na oder Veränderung beginnt, d. h. verursacht wirb. Naturgemäsi müsten wir nun alle Bewegung oder 'Veränderung einem Veiorger oder Veränderer zuschreiben, der die erste Bewegung oder Veränderung her״orgedracht bat res?, dadurch ׳■»i jeder 'Veränderung oder Bewegung mit wirkt. DieK erste aller Ursachen können wir nicht anders den,, alsden Allvater, den Allmächtigen bezeichnen, denn von ihm stellen wir uns vor. daß er Macht ve sitze, die über unseren menschlichen Verstand hinaus gehl. Gr nämlich muß nach der Norm unseres Ver standes, der sich keinen unendlichen Regress»? der Ver änderung denken kann, unveränderlich und unge schassen sein und den Grund des Daseins in sich selber hül-en. Weil es UN? nun unmöglich ist, e.n solche? Wesen zu fassen. wir aber andtrseils seine Existenz nvnmndigerweise erkennen, so sagen wir. er ist der Valer des Daseins, Gott, d. h. bei ihm ist alles möglich, er ist der Allmächtige. Aus der z!vtckmäßigen Einrichtung namentlich des ׳!׳.enschlichen Körpers läszt sich auf einen Urheber der Natur schliestrn, der die höchste Intelligenz dar stellen must, denn sonst müfzte ja alles Nützliche. Herrliche, Ztvectmätzige, worin wir soviel verständige Absicht erkennen, nur Werk des Zufalls sein und die wundervoll zweckmäßige Anordnung so vieler Dinge müßte durch blindmirkende -Kraft hervor gebracht sein. Kann es elioas Wunderbareres geben als das Auge?! Es besteht aus Lidern, Tränen ovparat, Augapfel, Augenhöhle, die selbst wieder in viele tleine Teile zerfallen. Allein der Tränenapparat zerfällt in Tränen-Wärzchen. Pünktchen, Röhrchen, -Sack, Nasengang und -Drüse, von denen ein jedes seinen besonderen Zweck hat. Allein die Augenhöhle besteht aus Stirnbein. Keilbein, Jochbein, Oberkiefer dein, Gaumenbein. Tränenbein und Siebbein, und wenn auch nur eines dieser verletzt ist. erkennt man dessen Wichtigkeit. Soll ein solches Kunstwerk wie dar Auge, wirklich durch allmähliche Anpassung zustände gekommen sein und auf diese Weise als natsirliehe Schutzmittel die Augenlider mit den Augen Wimpern und Augenbrauen erzeugt haben?! - Für dies Auge nun ist keine stzarbe״ wohltätiger und schonender, als grün und blau. Der Himmel ist blau, das Kleid der Erde ist grün, ja selbst das Meer ist bald bla», bald grün — alles um Heile des Menschen. Das Wasser des Meeres ist salzig, damit vor allem dadurch die Atmosphäre gereinigt toerde. — Hätten wir Mensche» nichts als Wasser und Brot, so könnten wir auch leben. Wie reichlich ist jedoch unser Tisch besetzt und b,e Erde bringt jährlich so viel hervor, baß die Menschen noch Vorrat sammeln können! Viele Erträgnisse verfaulen nnd gehen zu Grunde, iveiiii man sie längere Zeit anfspeichert. Doch das genindesle und nahrhafteste von allen, das Getreide, hat die Eigenschaft. das: man es noch mehr als zwanzig Jahre ausbewahren kann. Auch wächst Ge-- treibe in allen -Zonen. Wo 1»an wegen der großen HiNr wenig arbeiten kann, bringt der Boden durch seine große Fnuhtbarkkit auch bei wenig Arbeit reich- '.!che Trsichte hervor. Wo der Boden sehr kalt ist, liegen in der «Hde Kohlen und findet man Torf; amt. und dort viele Tiere zu finden, deren dicker Pelz die Menschen erwärmt. — Die Sonne gebt jeden Tag zur bestimmten Minute aus und unter. Der Mond hat seinen genauen Wechsel. Auch nicht eine Linie weichen die Himmelskörper aus ihren vorgeschriedene» Rahnen. Wie im Großen, so ist es auch im Kleinen. Der Wandervogel kommt und geht, nenn leine?,eit da ist. Jede Pflanze hat eine beskimuite Zeit des Blühens und Melkens und einen bestimmten Ort. Jedes (Gewächs bat seine eigene Bestimmung, glänzt in seiner besonderen Farbe und entwickelt sich in eigentümlicher Gestalt; jedes bildet für sich eine kleine Welt und fügt sich dem Ganzen »in Im Vergleich zum «stanzen ist jeder Teil naturgemäß unvollkommen: im Verhältnis zum Ganzen jedoch könnte auch der Teil nicht vollkommener und schöner sein, als er ist.- — In der kalifornischen Wüste kommt ein Kaktus der gewöhnlichen Gattung Opuntia vor. der über der Erde knapp einen halben Meter Höhe erreicht, dagegen unter der Erde Wurzeln besitzt, die sich über einen Bereich von etwa f5י w Meter Durchmesser ausdehnen und ziemlich dicht unter der Erdoberfläche hinlaufen. Durch diese Wurzeln ist der Pflanze die Möglichkeit gegeben, eine sehr große Menge von Regenwosser aufzusaugen. Mitunter muß der so aufgespeicherte Wasservorrat für ein ganzes Jahr ausreichen, um die Pflanze bei fortgesetzter Dürre am Leben zu erhalten. So haben viele Pflanzen in der Wüste die Fähigkeit erhalten, sich durch Wasseransammlung in ihren Geiveden gegen di» Austrocknung zu schützen. Wer erkennt hier nicht die Hand der gütigen Vorsehung! Es ist allerdings wahr, daß wir in so und so vielen Fällen die z>7,eck mäßige Anordnung nicht erkennen, aber dies liegt höchstwahrscheinlich nur daran, daß wir die End abstcht. die sich damit verbindet, nicht erkennen. In den weitaus meisten Fallen vermögen wir mit unseren schioachen Geistest eäften zu erkennen, daß die er schaffende Krakt, die die Ursache aller Ursachen ist. die höchste Intelligenz revräsentiert. Wie könnte auch wohl eine hlindwirkende Kraft Dinge hervor bringen, die ohne hohe Vernunft nickt einmal he griffen werden tonnen, geschweige, daß es zu deren Erzeugung nicht der höchsten Vernunft bedurfte. Der Vater des Daseins, Gott, der Allmächtige, ist also nicht nur allmächtig, sondern auch allweise. Es grenzt geradezu an Unmöglichteit sich Sonne. Mond und Sterne, das grenzenlose Firma ment deS .Himmels, dieses wunderbare Weltall, welches den mit der Fähigkeit des Denkens ausgcstatteten Menschen umfaßt, als ein Resultat blinden Zufalls oder der Notwendigkeit zu betrachten. Die Naturwissenschaft kann keinen Schritt außerhalb des pbnsischen Gebiets tun, weder bejahend noch ver neinend. Logische und moralische Gesetze sind supra pht.-sisch: Gesrtzc unduiim für diese nimmermehr me Naturwillensch-ist Kompetenz haben und eine Er kenntnisauelle abgehen. — Es handelt sich für »ns nickt darum durch eigentlich spekulative Erkenntnis Gott zu beweisen, denn solche Beweise erfüllen Gott gegenüber das Herz mit einem gewissen Widerstreben, indem der Geist des Mruschen so virlen Täuschungen ausgesebt ist und in der Tat oft mit gleich guten Walsen der eine zu einem ״für" und der andere zu einem ״wider" gelangt. Es liegt vielmehr für jeden Einsichtigen ans der Hand, daß angesichts der uns »mgeb-nden herrlichen Schöpfung auf eine höchste Intelligenz als erste Ursache zurückgeschloffen werden muß. Je länger man darüber nachdenkt, umso mehr gelangt man zur Erkenntnis, daß es notwendigerweise einen den Grund des Daseins in sich selber habenden allmächtigen, allweisen und allgütiqen Schöpfer geben muß. Wenn wir über uns blicken und die gewaltige Pracht des .Himmels seben. so können wir nicht genug die Vernunft bewundern, di; dies alles hervorgebracht. Ja. wir fühlen, daß unsere eigene Vernunft nickt ausreicht, die Btsckassenhen des Weltuu» zu erklären. ES ist nicht mehr als naturgemäß, tvenn wir uns 631950