Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 11 (15.3.1906)
- Date
- 1906-03-15
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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rnr 11. •Otttt II». 17. 9»Srt 19f».; 'Habbincr von 531 r I i n gewählt. Der auf Pergament gkschritbkne Rabbinatsbrief ist nach Handschriftlich erhalten. Er sickert dem gewählten Rabbiner 4 Taler pro Woche zu und für die Monate Nissan und Tischt! den doppelten Betrag, einen freien Synagogenplatz und da- Recht zweimal jährlich in der Synagoge einen Bortrag zu halten. Bon Berlin aus besuchte er zur Heilung die Bäder von Teplih. Aber es scheint sich um ein Leiden gehandelt zu haben, das nicht durch Bäder zu heilen ist. Damals lebte in Berlin der sehr einflußreiche und bei Hof angesehene Ephraim Beitel פיישל כר ד אפייס. (*in Prozeß, den dieser mit einem sehr reichen Mitglied der Berliner Gemeinde führte, tam zur Verhandlung vor das Bes- Din. dessen Vorsitzender R. Jacob Joschua war. Dieser stellte ohne Rücksicht Beitel wegen seines Un rechts zu Red« und zog sich dadurch den Haß dieses Mächtigen zu. Von diesem Augenblick an wußte R. Jacob Joschua. daß feines Bleibens nicht mehr in Berlin war und nahm eine Berufung als Nab׳ biner von Metz in seinem 53. Lebensjahre (494) an. Er sagre voraus, daß seinen gewalttätigen Gegner das verdiente Geschick treffen werde, was sich auch verwirllichte: er verlor seine Gunst und Stellung bei Hof. Als Rabbi Jacob Joschua zur Drucklegung des ":c ש׳ von Meß aus Amsterdam besuchte, wählte ihn die Gemeinde zu ihrem Rabbiner: dock konnte die Berufung durch eingetretenc Zwistigkeiten nicht er׳ folgen. Als dann der erste Band seines Werkes שדי erschienen war. ging ein Ausruf der Verwunderung durch die jüdisch« Welt, der selbst in der Türkei und im heiligen Lande so lauten Widerhall fand, daß ihn die Großen Konstantinopels und des heiligen Landes zu ihrem Führer wählten. Er verließ Metz im Jahre .'>499 und trug sich mit dem Gedanken, nach dem heiligen Lande zu grhrn, als er im Jahre 5501 den Rus als Rabbiner von Frankfurt a. M. erhielt. Dort lebte um diese Zeit Rabbi M o s ch e h Kann, (rüber Rabbiner von Darmstadt unb an deren Gemeinden. Er war der leitende Führer der Oxnieinde, stand in sebr guten Beziehungen zum kaiserlichen Hof in Wien und zu den Erzherzogen. Rabdi Jacob Joschua fand in dec Führung oes Rabbi Motckch Kann manches, was er zu beanstanden Iwtte. Abu der große wohltätige Einfluß. den N. Moscheh Kann jederzeit für die Glaubensgenossen in Stadt und Lund Allerhöchsten Orts geltend machte, ließ es wüntchenswcrt erscheinen, mit einem solchen Manne, im Interesse de? Gesamtheit, gute Be zicbungen zu unterhalten. Auch sein vorgerückt׳-. Aller R. Jacob Joschua war bereite 110 Jahre alt. al•־• er noch Frankfurt kam gestattete ihm nicht m.kc. mit E!>olg -en Kampf mit hochgestellten, ein »lußreicken Gegnern aiiszunehmkn. wie er dies in »rüderen Jabrcn oft aetan hatte. Dieses gute Ikt ftaltni:• zwischen Rabbiner und "Vorsteher trug viel ->azu bei Rabdi Jacob Joschua in einen anderen Slreit zu verwickeln, der im Lause der Jahre ganz un.zcheuere Dimensionen annakm den bekannten Slreit mir R. Jonalan Eibesckiib in Altona, der iämrliche Zeitgenossen in zwei »eindlicbe Lager spaiieie. Daß Frantiuct und sein Rabbiner in diele!!: onlirilvollen Zwist eine besonders hervorragende Führerrolle einnahmen, läßt sich aus dec sachlichen ׳ei!e diests 2 treüee ז au •ח e klären. ststan bar da ber vielfach an äußere, periönliihe Momente erinneri: ־!! einem solchen bietet auch die Persönlichleir des Rabbi Maichcb Kann Anlaß. Dieser war ein Schwiegersohn be>- benihmten Rabbiners Sainson "sgertheimer in Wien. Ursprünglich batte sich letzrerer mit dem Gedanken eincr "Verschwägerung mit Rabbi conatan Eibksckütz gctraaen. Diese Absicht ver ׳u klickte sich jedoch nicht und soll zu einer Spannung ,wiscken dem wirklichen und dem projektierten Schwiegersohn des berühmten Rabbiners Sc mion sei, Dalsackre ist. daß die Familie Kann, und Rabbi Jacob Joschua eine führende Rolle in dem Streite gegen R. I. Eibeschütz bellkideten. Die Familie Kulp und ihr Anhang, die seit alter Zeit mit der Familie Kann aus aesvanntem Fuße lebte, nahm daher in Frannurt ganz selbsiverständlich s ii r Rabbi Jonatan Eiveschütz Partei. Die Zwistialeiten machrcn Rabbi Jacod Joschua feine Stellung so un ׳rträglick. daß er nach neunjähriger Amtierung im Glul 5510 als fast stebenzigjäkriger Greis Frsnksurk 1^»«• verließ und sich in verschiedenen größeren Gemeinden drr Gegend vorübergehend aushielt. Gelegentlich seines Aufenthaltes in Mannheim starb dort seine zweite Frau Toba im Jadre 5512. Er heiratete zum dritten Male eine Frau namens Gitel, die ihn um 17 Jahre überlebte und 5533 in Frankfurt a. M. starb. Seine Anhänger bemühten sich, ibn wieder nach Frankfurt zurückzurufen. 'Als er am Sabbat Haggodaul des Jahres 5515 einen öffentlichen Bortrag halten wollte, hinderten es seine Gegner, weil er dem von den Freunden Rabvi Jonakan's verhängten Banne verfallen sei. Alle Vermitkelungs und Sübneversuche hervorragender Gcmeindewilglieder und auswärtiger Rabbiner scheiterten an der Hartnäckigkeit der Parteien. In W o r m s trug man ihm in seinen letzten Lebensjahren bas durch den Tod des bisherigen Rabbiners verwaiste Rabbinat an. Aber durch den Einfluß seiner Gegner, der sich auch dorthin erstreckte, versagte die Regierung die Genehmigung der Wahl. Er ließ sich trotzdem noch hu; vor seinem Tode in Worms nieder. Auf einer Reise ereilte ihn der Tod zu Offenb a ch am Freitag, den 14. Schewat. kurz vor Eintr׳tt des Sabbat, im Alter von fast 75 Jahren. Die Leiche wurde am Ausgang des Sabbat mit obrigteitücher Genehmigung ron Offenbach nach Frankfurt gebracht, wo sie unter großer Teilnahme nachts 11 Uhr eintraf und am anderen Tage beerdigt wurde. Er hat sich jeden Hesped verbeten. Rabbi Jechestel Landau in Prag ließ sich aber durch dieses 'Verbot nrcht zurückhalten, den großen Toten durch eine ergreifende Trauerrede nack Gebühr zu feiern. Seine Geabschrift Hai folgenden Wortlaut: דה א־שלי־ ה:אק השש־רסש ־בן של בי כ: דנילה —:•י מד.‘־'י •עקב •דז־שע זצ״ל א ב־ ד דקד.ל־נו, נששי עשק י— שבט תקנז־ו לשיק <שד יד־שע) שד. ששק עניו איש אללש קדיש עמית הפאית •ש־אל, ־אש נלות א־יאל, בא־ רדלד הדסי־ והעיד •ד־שע אש• דנז־א שדש סבביררה להלכה כשמע• השיש •צא שההילה הע־לש רע־ שיש, ־־-״ ת־־ה כישיאל, •העם— הלשידש הדשה, שד־ ש־־י, ר:דד נדי, •עשד בש־ץ, בודה זד. ההא :ששה• צש־נה וציודה תחה כשא דששיד. Das Buch der Frankfurter Ebebra Kaddiscka enthält solgcnden Eintrag: יזכ:ר א־ אה :ששה אדה : ש ־:־ •דש•:־, :אין :א•:•:: •צ:•? השא־ת;ו עש־ה ־אש•;•, ד:א־ ד:־ול דשש־־שש ־שששה: :׳• ע־.־• שיה אניד ודש דקדלההו בבד■ שהה"־ •עקב •הישע שק־אקא ב; הרב שדי־ י צב• די־ש הרי עש :ששה א־ו ש־־ ו עב~ ש־א" עההו בהר־ה׳ *“•־ה אשה ד—״ד ששידר שד ששיק מי:ידה, בשק־א *ם, ל* יד *שם רז ששד לא :עי ־ שש- דהלוש וכל דש er- •הששהא, -דע יייישלם*, *םפ^א שנה בה ־סל־ ששל• sr •w ־•ד. שהיה בשה •ן «■— י*■• קדן ו— ׳^ש עי1 כל לד כאיילה איי־בא ההישהא יא=*ר* שדעת-א ולשש- ם, י^םשקל אדר דק־ש ע כששי• ששי ־גדי^-ש, דרדםעים שן שע-לש, יא ששע אהז "ל"יש* "דש אש־ ולעויר דם*םק*ם r= נדלדדד ד־ב־ץ ה״ד ביש־אי שא״ן ם־לדה• ששהקשל לאב - ,-ש -א'י' rx'= שלק יישקא, ששש;הקבל לק׳ק שיקשדן זהלך שש אה־כ;הקבל בלק לביב •מליל ד־ה דששש יבא לשד•- אשש;ז שנהקבל לאש•־ שק ק שע־ל-ן, שש: :הקבל ילק אשששידש •לא דיך לשש, א—ש :הקב•1 לאש!־ ו־יש שקיק ש*ץ ששש;הקבל לקדיתד שה פמקש-־ש, •בשיי שקש לא ששק •ש-שה ששד, יהענדה הלש—ש ד־ש־ בדלש :ש הדה אהד ביכה ־לי; יד על דת*״ד ועל ים ד.כלםד*, “*“'שים בשי ם *£*בק*ם ־’אשעים ואלןרינים וש״ת, *:בי דד* ב־דד שדכיא לדש־ם עי4 ש־י ם־ע־, •על ש־־ :שיש, •על א• שש ש ה יה שבד־ :דלן, •שאר שהשי דקדש כרלש צבי־׳ ש •שה ה• ב :»־ל״־ יי• ־ב ש• *T שיצא׳ :׳ש לא-ה, :-.שקש שישעה של בעיה שהייה• ק־ש שן ע־ה ש:ה בל אפבא־ ליש י עש ק ששל יבדשה שלה •שציד ק־־ש שיה׳ שיא להבש•!" בשל הש־צה •ש־אל, •לדליש• לכאן לקשי־ה, •אה- ש:ה; ה׳ הבד אצי דש־ •רה דשד ודק אש־שאך ש:ה;ו ־ש••; ע*4 דה דשא ששש :דיל לכאן בשש־ק •א שידה ב-לה בקד1 שש• דללה :!-לה ונקש־ לשה־ה• שי ש א "• ששש הקשו ישיק הנצב־ה. Isaggsklab lckel?ela». Zur rechten Zeit erschien dieser Tage die Pcsach׳ haggadah mit deutscher Uebrrsetzung und ausfübr Ucker Erläuterung von Rabbiner Dr. Lehmann s. A. Die Ansänae der Sckrift wurden s. Z. im .Israelit' veröffcntUcht und haben den lebhaften Beifall (er Leser gesunden. Das beweisen die zahlreichen An fragen, die in letzter Zeit an den .Israelit' gerichte: wurden, ob derselbe den Haggadah Kommentar weiter veröffentlichen werde. Nun ist das Werk als Ganzes in Buchform erschienen und wird gewiß in weiten Kreisen herzlich begrüßt werden. Es wird umso mehr den 'Beifall des jüdischen Publikums finden, als es zum ersten Male umfangreich« Erläuterungen zur Hagoadah in deutscher Sprache darbiet-t. D«r Lebiiiann'sche Kommentar erfüllt alle Fc>׳orru11g.׳n, die an ein jüdisches Volksbuch gestellt werdrn können. Er ist, wie wir aus der Vorrede erfahren, aus dem Leben geschrieben und ein Abbild von der 5lrt, wie der Verfasser selbst in seiner Familie den Sedrr gab und den Hagadahkext den Tischgenossen erläuterte. Er ist auch für das Leben geschrieben: nicht iw. Ge lebrtentone, sondern eckt volkstümlich und gemeinverständlich gehalten, was übrigens bei dem Verfasser der mit so großer Begeisterung aufgenommenen Volksbücher nicht anders zu erwarten war. Es war ein guter Gidanke, eine -lnzahl der wunderbar schö neu Gleichnisie des Dubnoer Magid in die Darstell׳!mg einzureihen: manche Perle wirklich jüdiscker Poesie wird dadurch für ein größeres Publikum nutzbar gemacht. Lluch aus der übrigen hebräischen Haggadahliteratur greifen die Erläuterungen manch treffliche Gedanken großer Männer heraus, ohne daß dadurch das Werk an Selbständigkeit verlieren würde. Ueberall weiß der Verfasser ganz ungezwungen gemutvolle und belehrende Betrachtungen anzuknüpfcn: die vielen Fragen, die dem Leser drr Haggadah sich aufwerfen, versteht er in meisterhafter Weise zu beantworten. Dabei fließt manche interessante geschichtliche Erzählung ein, wie überhaupt ein mdiei Wissensstoff in dem Kommentar enthalten ist. Man kann sehr vieles daraus lernen, und cs ist zu wünschen, daß nicht nur am Pesach. sondern auch während des Jahres recht eifrig darin qelesen werde. Leider starb Rabbiner Lehmann s. A.. ohne die Haggadah vollendet zu haben. Aber die von anderer Sei'« hiiizugekoinmenen Scklußtcile dürften eine würdige Ergänzung seiner Arbeit darstellen. Das Sedergeben ist eine der Mizwoth, die auch da noch eine Pflegestätte finden, wo man nicht mehr alle jübischen Pflichten mit gleicher Gewtssenhaftigkeit übt. Dort kann die Haggadah von Dr. Lehmann s A. vielleicht ein« nützliche Wirkung haben. Insbesondere aber ist das Buch für diejenigen ein Bedürfnis, die סציה הנדה noch ebenso wie die anderen שציה mit der allen Liebe und Freudigkeit erfüllen, ohne jedoch die zu einem Studium hebräischer Kommentare nötigen Kenntnisse zu besitzen. Für diese ist das Lebiiiann'sche Buch wie geschaffen. — Es enthält 185 Seiten im früheren Format des ״Israelit" und ist mit einer Anzahl schöner Abbildungen nach alten Stichen ausgestattet. Dabei ist der Preis (broschiert 2 Mt. eiegant gebunden 3 Mk.) niedrig genug, um!veiteiten Kreisen die?lnscha.ffung zu ermöglichen. iMdMirndfom AÄrfflA ntnnifftfrhr ״IWItaMfirfit. Bon .1. Muttil». Zürich 19<5י. E. Speidel ms Di« Wahrheit über l<ru«t Hiikfel und seine ..Welkrätsel". Von E. Tenncrl. Halle I'.mm;. E bb. Müllers Verlagsbuchkandluiig. 17,1, u. VIII 3. Die erste der beiden 3chr!stc!! will, wie der Ver»aüer vorausschickt, weder Parte! noch Mamvischrisl sein, ür will nur die allgemeinen nalurwiücnichaflllchen Ergebnisse ob jckliv in Erwägung ziehen. Aber!eder besonnene Forscher, der Höckels Welträtiel krltisch betrachtet, wird notivendig dazu kommen müssen, sowohl seine Behauptungen ivie seine Methode in vielen Punkten schart zu bekämpfen. 30 siebt sich auch Molka». wenngleich er in mancher Hinsicht Höckel beinimmt, doch gezwungen, seine» Anspruch, die Wclträtsel gelöst zu haben, enlichieden abzuwenen. Höckel bietet un» keine mechanisch phvnkalssche, sondern eine transzendent inerapbnsische Weilerklärnng 13. 20־). Hackel meint, nur die ״Wahrheit" könne die Rioral fördern. TaS mag richtig sein. kn beinerkt Koltan tressend es kommt nock» daraus an. was man unter Wahrheit zu verstehen har: und da ebr» beginnt der 3lreit. Tenn die ״Wahrheit", daß der Mensch, wi? sein ״Bruder Asse", ein vergängliches, zufälliges Spie! der Natur ist. und daß das Wohl des Einzelnen durch oas Wohl drr Gesamtheit ider Herde! bedingt ist. dürfte der Moral schwerlich förderlicher erscheinen, als die ״Religions-