Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1906-03-01 · 9 (1.3.1906) · p. Seite 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
9 (1.3.1906)
Date
1906-03-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2446951-9543451-9886715--0176-7374687
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1. Marz 1906. Irr Israelit Seite N Nr 9 pfindung deswegen Nebensache war«, als wen» die Tal die Jnwerüchkeil unmöglich machen möchte lies« cüiscitige Innerlichkeit macht die Religion für s Leben zur Nebenfach«, zu einem begueme» J-rftesschnmck. zu einem bloßen Dinier arunde für verschwommene Summnnaen Indem unsere Lehre in ihrer D opvelgeftalt, als schriftliche und mündliche, sich an den igelst und den Scharfsinn, in ihrer Forderung: Bewahre und übe auS! an uuser« Tatkraft weiidet. kräfligt sie unser und ruft Gotkinnigkeit und Cpffr sinn erst hervor. Darum hat ne aus das Völkerleben ge stallend wirken können und wird auch in Zukunft, wenn die sittlichen Stützen versagen solllen, imstande sein, wieder einmal die Menschheit zu retten. Wir emvfedlen in diesem Sinne die vorlieaende Schrisl. Auch uns ist es einmal nötig, die lleberschätzunz des Buddhismus dargestelll zu sehen: Sinthern ist dazu der ge eignete Mann. lag er nicht nur mit dem Kops«. sondern auch eitrig mit dem Herzen seine Religio» verteidigt, soll uns nicht stören: Lerne» wir ihm das vielmehr ab, und es wird uns leicht sein, unser angestammtes Eigentum zu ver teidigen. Wir brauchen keinen Weltschmerz, womit die Jüngsten unter uns zu liebäugeln beginnen das Juden tum ist dazu zu gesund, ui» i»> Wimmern und Zweiteln seine Größe zu sehen. Wir brauchen leider kann das nicht genug wiederholt werden vor allem das strebe», die vergessene Lehre wieder kennen zu lerne» und jenes höhere streben sei im Leben zur Anwendung zu bringen — dann gibt es für uns keine Weltübel, dann habe» wir das Mittel ne zu überwinden. Rabbiner Tr. L. A. Rosenthal. Vreubisch-Iiargord. Religio« und Wissenschaft von Robert Lehmann. Slraßburg i E. Perlag von <5. Bongard. Preis l Mk. Es wird dem Dogmanker der Borwurf der Borein genommenhcit in wissenschaftlichen Jragcn gemacht. Er könne die dem Posilivismus eigene sogenannte voraus setzungslose Forschung nicht betätigen. Ter Bonvurf aus der einen seile ist ebenso unberechtigt wie die grundlose Ueberhebung auf der anderen. Ich möchte bei diesem An lag auf vorgenannte kleine Schrift Hinweisen, die durch ihre wohl tuende Lbjckliviläl bei streng wissenschaftlicher Behandlung der I-ragen eine» erfreuen muß. Es wird sie jeder mit Befriedigung aus der Hand lege». 1er Bersasser ist Arzt und proiettantlschen Bekenntnisses. Ich will nur einige Sätze im Wortlaut zitieren: ״Ebenso entschieden muß ich cs aber zurückweisen. wen» ex cntüedra Hvpolliesen zu Be wegen gestempelt worden. Wo daS geschieht, da haben wir dasselbe, ivas die moderne Naturphilosophie an der Kirche verdammenswert findet, aus dem Gebiete der Nalurwisseu schafl i» ausgesprochenster und meist noch recht u»svm palhischcr Jorm, nämlich den Anspruch auf Togme» und Autoritätsglauben. — Wer will die Beramwortung aus sich nehme». Religio» und Bibel dem deutschen Volke zu rauben? Und womit ne ersetzen? Etwa mit der Philosophie eines Haeckel oder gar eines Nietzsche? — Und nun eine Natur Philosophie mit dem (Grundsätze ״Es gibt keinen Gott und keine (Böller, es gibt kein Leben nach dem Tode?'." Wen» dem so wäre, dann läge nach meiner Ansicht für jede», dem das Leben nicht »ach Wunsch gebt, die höchste Weisheit im Revolver. Ich möchte den Arzt sehen, der die Stirn batte, de»! (kranken, dessen Hände!ich falten zu einem ״Vater, in leine Hände befehle ich meinen (('eilt“, mit ruhigem Blute zu sagen: ״Mein lieber I-rennd, das ist ja alles Unsinn und Aberglaube, nach phnnologischen (besetzen hört lein Zellenleben nun einfach auf, warte nur ei» wenig. ״dann . . . bleibt von lir nichts ats eine leblose Maste . . . Bist lu aber so klug . . . daun tröste mit Teiner Weisheit auch leine Angehörige», die lu lieb Haft, in ihre Sterbestunde." Ueber solche Ausführungen seien dem Autor eintge Lieblosigkeiten gegen die Juden vorziehen, die vielleicht in einer 2. Auftage, die ich seinem Werkchen recht bald wünsche, vermieden werden könnten. Ter Mtusch zur (*iszeit i« (suropa. Bo» lr. Ludw ig Reinhardt. Verlag von Ernst Reinhard München 1906. •V14 seiten Dem bibelgläubigen Standpunkte gegenüber scheint die Wissenschaft der Paläontologie eine große Gefahr zu bilden, weil ihre Ergebnisse mit den Angaben der Bibel nicht in Einklang stehen. Bei genauerem Zusehen aber braucht man diese Wissenschaft so wenig wie etwa die Metaphysik zu scheuen, denn ne operiert aus schritt und Tritt mit Hypothesen, deren Berechtigung als zwingend nie und nimmer zu erweisen sind, lafür bietet auch das vorliegende Buch eine Hülle von Belegen. ר Gleich im Anfänge stoßen wir. wenn wir dem modernen Entwickelungsgedanken folgen, auf etwas Un vorstellbares, nämlich ״eine unvorstellbare lange Zeit". Wer vor diesem Sallomortale nicht zurückschreckt, der mag dann mit dem Verfasser ruhig behaupten! ״Hunderte, ja tausend Millionen Jahre hat, wie die moderne Geologie festzuftellen <?!) vermag, das Leben auf Erden zur Entwicklung de» Menschen und' seiner Differenzierung als Gehirntier par excellence gebraucht;" wir verzichten auf diese Sorte von ״Feststellung". Und fragt man gar nach der Entstehung des Leben-, so läßt einen diese Wissenschaft nicht minder im Stich, denn hierüber finden wir auch in diesem ihrem neuesten Produkte nur folgendes Geständnis der Lhnmacht: ״AlS sich unsere Erde als glühender Nebelball vom Zentralkörper losgelöst hattr, begann sich eine immer fefter werdende Kruste von Niederschlagen in fetter und flüssiger Jorm zu bilden I» bieset nah,» das Leben unter Be dingungen. die wir nicht kennen, als «in winzige« Tröpfchen lebendigen Sckileiin» keinen Anfang." Wir begnüge» uns mit dein Hinweis aut dies« zwei Punkte, obwohl wir »och viele andere stelle» anführrn koinilen, wo von unleugbaren wissenschaftlichen Talfachen gesprochen wird, als ob nur die gegeben« und keine andere Erklärung möglich wäre, während ne als solche nur gelten könne» für denjentge», der den oben gekennzeickneten Sprung ins 11» vorstellbare vollzogen hat Diese Einwanbe lrenen aber nicht den Beriassrz. dessen Buch wegen seiner überaus licht volle», auch dem Laien leicht verständlichen larsteUungs weise jedes Lob verdient. Zahlreiche Abbildungen dienen dem Buche nicht bloß als Zierde, sonder» tragen auch weieiitlich dazu bei. da» Verständnis des Inhalt» z» fördern. Sialefnik. Der Knecht de» Jesai«. Von Tr Ir!edrich Gteiebrcchl, Prof. a. d. lluiverntat .Königsberg. Ver lag von Thomas und Oppermann, (iönigsberg i. Pr. 1902. 2<•H s. Mk :י•«*. Die bibeleregensche Forschung hat in jüngster Zeit eine ,frage anfgerollt, die die alten, großen,!»bische» Bibeleregeten des' Mittelalters bereit» beschäftigt und zu verschiedener Beantwortung geführt hat Es handelt sich um das nicht leicht zu lösende Problem, was unter dein ״Ebed Hasche»,״ zu verstehen sei, von dem Jcsaia an verschiedenen stelle» seines Buches >.(iap. -12 :c.» spricht und dem er ii» Aufträge Gottes den Beruf zuweist, ein Bote Gottes an die Volker zu sei», ne Recht und (''erechtigkeil und Erkennlnis Gottes zu lehre», obgleich diese ib» veeachle», verstoßen und mit furchtbaren Leiben quälen und verfolgen. Zwei Ansichten fteken einander gegenüber Die eine, von einer kleinere» Anzahl neuerer Bibeleregeten vertrete», tritt für die indivi dualstHschc Erklärung der betreffenden slelleti ein, deutet den (inecht aus eine Einzelperson, etwa Iojachin, sernbabel oder einen idealen Schrittgelehrtcu: die andere, von einer größeren Auzahl Bibeleregeten vertreten, sieh!!» bei» Ebed eine Gesamtheit, also das Volk Israel. Dlese Ansicht ver tritt auch der Verfasser und stärkt ne mit guten, stich hallige» Gründe». Er zeigt wie 12. I l, zusamnien gehalten mit 7>:1, der erstgenaniile» Ansicht eine völlig un lösbare Schwierigkeit bietet, weil von eine». Aussätzigen, der doch schon von dem eigenen Volke gemieden wurde, eine Beeinftusfuiig der Völker gar doch unmöglich angeuommen werden könne, wie aber demgegenüber die kollektivistische Deutung eine in jeder Hinnchl betrievigend« Lösung darbiete. Er führt die Auffassung, als müßte 19. i >!. auf Serubabrl bezogen werde», ad absurdum und weift schlagend die Richtigkeit eiuer kollektivistischen Auffassung auch für diese Steile nach. 'Jim treffendsten ist seine Brweistühruna in .',2,1:( --.',:1,12, die ja von jeher christliche Apologeten zu den absonderlidme» Erkläruilgsversuchen verwendet habe», wo mit schlagenden Argumente» der Nachweis erbracht wird, daß cs sich hier nur um eine (''esamtheit bandelt, diese Stelle also nur ans das Volk Israel bezogen werden könne. Den» nur von einer Gesainkeil kann getagt werde», daß sie gestorben und begrabe» sei womit natürlich auf die gewalttätige, blutige Verfolgung Israels unter de» Völker» hingewiesen werden soll, die ihm scheinbar und vorübergehend Tod und Untergang berefte! hernach aber noch lebe und das Gelingen des ihr gewordenen göttlichen Auftrags schaue. So gestaltet nch die lehrreiche, inlrr essante Abhandlung z» einer Verteidigung einer f»r jeden unterrichtete» und unvorcingenommenen Btbelleser einleuch, lende» Erklärung»!,׳«,!« die botteiitlich bqsd jeder ,»eiteren Begründung wird enlrale» können nud als gesichert allgemei» anerkannt werden wird. Daß wir!edoch an einer ganzen Reihe von Voraussetzungen und Bemerkungen des Vertaner» nicht ohne Widerspruch vorübergeheu können, ist bei elnem nichtjüdische» Bibeleregeten, wie konservativ er sein mag, zu selbstverständlich, als daß es verzeichnet zu werden brauchte. Dennoch hindert uns dies nicht, jene» f orichungsergebnissen voll zuzustiuimen, die unsere» Beifall und unsere Aner kennung verdienen. ivilderatlad zur Bibelkuode. Ein Handbuch für den Religionslebrer und Bibeltreund. bearbeitet von Schulrat Dr. Jrohmever und Tr. I. Benzinger. VU Ab bildungen mit erläuterndem Tert. Stultgart. Theodor Benzinger, 190.'». Der Altschaunngsunlerrichl, der auf allen aiideren Wissensgebieten mit gutem Erfolge angewendel wird, ist bei dem Unterricht in der Bibel bisher nur wenig berücksichtigt worden. Das betreffende Material befindet sich zerstreut in schwer zugänglichen und teuren Werken, deren Anschaffung nicht jedermann s Sache ift, und selbst für den, der sie besitzt, ist es zu umständlich, sie beim Unterricht i« der Bibel zu verwenden. Es war daher ein glücklicher Gedanke des Verlegers, zu dessen Verwirklichung die beiden Herren Herausgeber sich bereit sind«« ließen, in einem Bibel׳ ätlas von handlichem Umfange und mäßigem Preise, das esamte Material, soweit eS die heutige Wissenschaft zu ielen vermag, zu verrinigen und zur Darstellung zu dringen. In fünf Mitteilungen: 1. Zur biblischen Geschichte; 2. Zur Geschichte Israel»; 9. Zum Kultus. 4. Alltags leben der Israeliten: 5. Zur biblischen Naturgeschichte; führt undiese» Werk .',0! Abbildungen vor, di« dem Religionslehrer willkommene» Material bieten um de« Unterricht in der Bibel anregend und fruchtbar zu gestalten Wenn sie auch nicht speziell mit Rücksicht aus den jüdischen Religionsnnterrtcht au-gewählt worden sind, so fällt doch der Löwenanteil diesem zu Bei der Abbildung der Kultusgegenständ« des Hetliglums. S 121. entspricht manch«' nicht den traditionelle» Anschauungen nud Darstellungendoch wird es dem kundigen Lehrer e>n Leichte« sei», hier beim Unlerrtcht die nötige» Ergänzungen und Abänderungen seinen Schülern klar z» niachen. Bei der Anzeige eines neues Werkes begegnet un» x»! der Ausdruck, daß es einem wirklichen Bedürfnis «nigegen kommt und eine fühlbare Lücke auszufütlrn geeignet ,ft Aus da» vorliegende Werk darf diese» Urteil mit guie». Rechte angewendet werben, io baß sein« Anichatiiing!eben jnbtjchen Lehrer und!eder jüdische» Schul« empföhle» iverden kann — n Aus >verg««ge«bei» und (Oegeuwart der isr«elilifriira r,;en!ri»dr LLormS. Von Samson Nord schild I kau ff mann, Jrankfurl a M Preis l PI Der Vertaner, der schon öfter mit den Ergebnissen seiner J-orschnngen auf dem *Gebiete der indischen Geschichte und Lilteratur vorteilhaft 1» die C effentlidjfeit getreten ni, bietet in vorliegende!» Schristchen dem Leser eine» Emblick in die sagenhafte Geschichle der isr. Geniemd« Worms Neben der fesselnden Darstellung dürfen auch die in biesem Schrlflche» eiildallene» Abdtlbnnge» «Raschikapelle. ,Jriekho׳ Lvnaaogei bas J»Ieresse aller Jener beainpruchen. die gerne ״der Tage der Vorzeit gedenken" Daauch äußerlich sich nett repräseutiereiibe Werkchen sei daher alle» ,freunden judisdier Geschjchic befteus einpiohle». Zur Anträge des Herrn Kantor L: I M Japbel schreibt in seinem סורר. הקורא ,.bte Accente der heilige» Schrifl" S. 1!n;: ״An mehreren Stellen scheinen nun die 7ק״יש zwcifclhait gewesen zu sei!», ob d!e Trenukras! des טיס auch eine zulrenende »nd ansreichende ft i. Wir sinde» daher solche Wörter!» einigen Ausgaben »nt ober CE'"'.!, i» anderen wieder mit;,רב״ gezeichnet So heißt es v B I. M 11, 19 i» allen uniere» Ausgaben עיי־רן קרא ";■•ק während in alleren Ausgabe» ע—־ן ein רביע hat D ie letztere Leieart sucht Heidendeu» UI seinem zu rechtfertigen u. b >" Er fuhrt bann eine Reibe anderer Beiiviele an Weller i'aat er: "יהב״ו bat in seinem ער.'ק mehrere solcher Wörter mit beiden Accente» verleben: z. B III. kl I«, II ואני bas 20, l*> א^״א^י baf. 27. :11 הכזצית; v. J1 2, 0;יג2־נדב bas. 1, 11 יהר,ר bas. 1, 11 ."יא — B Rohrheiiner, Lehrer in t'iibba Dem IragefteUer Herr» Kantor L. bezüglich der .77י;ה auf ,.‘1y בך ■ב-ך יש-אל" diene Heibenheini» Bemerkung IN seinem עי! הקי-א zu, Ecientierung. H. nimmt das <((erschaii>n als die richtige Neginah an und fügt hinzu 22הר2י cnr־Tרע״ח ׳ -r •כן בבי׳ יש בב־נציג׳ של רדיי־ח יציג כג-שייש ילא ברביע Auch Baer schloß sich dieser Ansicht an 3. 11. in H . LÜerariscb« Notiz- Tie Verzeichnung der aus dem 15». Jahrhundert erhaltenen Truckc «Wiegendrucke oder Inkunabeln», deren (?׳rsamlzahi auf etwa 3U.0CX) geschätzt wird, ist bisher in hohem Maße zersplittert und für Deutschland weder für größere Gebiete noch über Haupt von einheitlichen wiffenschaftlichen Gesichts punkten aus in Angriff genommen. Zur Bearbeit ung eines kür die wissenschaftliche Arbeit wir für dir Bibliothek.׳» gleich unentbehrlichen Verzeichnissks der Wiegendrucke ist bei der Königlichen Bibliothek in Berlin eine aus den tüchtigsten Jnkunabelkennern Deutschlands bestehende Kommission gebildet, welche sich di« Inventarisierung des vorhandenen Bestandes und die nach den Anforderungen der literarischen und buchqcschichtlichen Forschung erschöpfende wissen schaftlichc Beschreibung aller Wiegendrucke zur Auf gäbe machen soll. Die Dauer der Arbeit wird aus zehn Jahre angenommen. Die Gesamtkosien sind auf 92,00( Mark berechnet. Mr das erste Jahr sind einschließlich der einmaligen Ausgaben für die Erwerbung handschriftlicher Vorarbeiten 12,000 Mk. erforderlich, während für die späteren Jahre er wartet wird, daß auch die beteiligten Bundesstaaten zu den Kosten des im nationalen Interesse bedeutungsvollrn Unternehmens beitragen werden. RÄ *

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.