Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 9 (1.3.1906)
- Date
- 1906-03-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2446951-9543451-9886715--0175-7374686- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr 9. Seite 10. Ter Israelit. Rätfelbaflc tofdirif)«». 1. rn לש]רט נ שט־ ר׳ יו )שף בי- קלו]נ־םיש ברזוי ח]בי ודק בקי בדילכוה ודרשיש א באלול ד2 י' נמסוד תהא rrr [כנפי המכינה] Nmftehendt Grabschrift befindet sich auf drm Friedhofe in W o r m s. der bekanntlich einer der ältesten in Deutschland ist. und liegt mir in Photographischer Aufnahme vor, die mir der dortige Hauptlehrer Rothschild (der sich um die Entzifferung alter Grabsteine in Worms schon sehr verdient gemacht hat) zugehen ließ. Da die Buchstaben sehr deutlich sind, so steht außer Zweifel, daß der Jüngling R. Josef. Sohn des R. Kalonqmos, am Freitag. 1. Elul, (9)88 -4 ־. August 1228 gestorben ist. In den anderen Jahrhunderten mit der Endzahl 88 fiel der 1. Elul nie auf Freitag; das war nur in den Jahren 1228, 1128 und dann wieder 1728 der Fall. Schriftcharakter und Sprachausdrucl sprechen für 1228. Was bedeutet aber das Wort הי־שים? Alles Nachdenken, Nachschlagen und Nachfragen ist bis heute erfolglos und es ist mir nicht gelungen, eine befriedigende Lösung zu finden. Ich flüchte deshalb in die Oesfentlichkeit: vielleicht ist einer unserer Leser in der czlück liehen Lage. Aufschluß zu geben. lk. Obgleich erst dem vorigen Jahrhundert angehörend, aber trotzdem nicht minder interesiant sind nachfolgende Inschriften, die sich in Kempen befinden und von Herrn Oberrabbiner Di. Ritter in Rotterdam vor einiger Zeit zur Veröffentlichung mir zugcschickt wurden. Es sind im ganzen vier Steine, d׳c das gleiche künstlerisch ausgeführte Wappen tragen, nämlich «ine mit Blattwerk verzierte Wimpel; darüber befindet sich eine Krone und inwendig zeigen vier Felder je eine Krone mit Priesterhänden, eine Fahne mit der Inschrift שבב־, einen Tisch und eine Wasch kanne. Die eine Inschrift lautet: , . M» A * * r '! \'"-T ״־ ׳ ז/יז• -'־ * - •«hm mmmN •«h *» •V»»M *ז+איז א׳י■ - ■|T l' •:* ■r ו * »f.M * Zee ז׳ן!!׳.־׳־■ ׳^ . *y »H •M •*? W» «»«««■« W W W M» % « «WSM< ׳» ---׳,V!7־ '<׳׳ :*;-״ rrr•; ־פ״ד ד' רק ־:••;-.ף שדת צדיק היא רא *•אד׳ שלת.: היה מיז" צב* ף,,,"•*! ב־ם;י־ז 2— רל:ה. שמימה ודיהש־ן שנוע שמשהה ט־מלע־ אמי גצי "שעש כייר, ק־אט־שק נפש״ בייב ש הקב־ בייש ג׳ ־" י~מ שבה מגה הקש ב ישיק. Zbi Hirsch Hakohen b. Elieser aus Wartenberg aus der angesehenen Familie Tischler (st. שמלמה sollte es שמימיה heißen), starb am Montag. 7. Tkbet!>2 — 31. Dezember 1821. Der ziveite Grabstein zeigt das gleiche Wappen, mit der Umschrift versehen: דהב־ יי ׳מיאל בדי•־ יצ-׳ק איצק רבד•! הרי ששמשה- הנכה שגת ־־משגאיש Darunter steht folgende Inschrift: יהי ימיאל אל ה־ השי־ רייהי בהייש **ןם ה־ שבשה־ ייא שגה יק א^ אל מבמש־ב —ן בצב־ "הגבי באי־ י^גב-ה ב־א ע־ב ובקי יצהי־ש אבן שצא־ הב־ג־ב היה ה י-אמ ביג־ ^יט־ר הבג״, בדב־;;— רד־ -ש ולכבוד בני אהרן ש־ב‘) ס־יך מסיה*• נשטר הקבר במיט יום נ־ יד מבש הביייי בירושלים לש ק תיג־צ־ב־ד. Israel b. Jizchak Hakohen starb demnach am 14. Schebat 598 — 9. Februar 1838, der aber nicht auf Dienstag, sondern auf Freitag fiel: es ist demnach entweder im Wochentag, oder im Monatstag ein Fehler enthalten. Der dritte Grabstein mit drm gleichen Wappen zeigt den Namen Schimeon b. Jizchak Hakohen, der Donnerstag. 23. Adar I, 690 — 27. Februar 1840 starb. Der vierte Grabstein mit dem gleichen Wappen zeigt den Namen des -נצן ההורני ה־מ Akiba b. Jizchak Hakohen, der am 23. Adar 11 605 — 1. April 1845 starb. Dieses Wappen unterscheidet sich von den drei anderen dadurch, daß hier über dem Tisch noch das Wort Tischler zu lesen ist. Nun steht zur Frage: Wer kann über die Familie ״Tischler", deren Ursprung, wie aus dem ersten Grabstein zu ersehen ist. auf Krotoschin verweist, eine Auskunft erteilen? Finden sich noch irgendwo Leute, die sich ש;;ע המשינאיש nennen und ist sonst noch irgendwo das gleiche oder ein ähnliches Wappen vorhanden? Ich bitte um gefällige Mitteilung von urlund׳ liehen Belegen oder Anhaltspunkten, die in diesem Blatte veröffentlicht werden sollen. L ö w e n st e i n. l> Permutlich Abbrerialur von בשמה prnuc. 2, Ter Porstorbenr wendete, wie mir Herr Lber raddiner Ritter נ"י brieflich mineille, eine große Tafel in die Svnagoge, auf der das Webet כריך שט־ה ausgeschrieben war nnd deren der Lberrabbiner sich noch aus seiner Jugendzeit erinnert. i - ל־ז*'» Ter moderne Kanipf um die Bibel. Rekioralsreds des Prof. Tr. Joses Bieber, grdalien in der Aula der deutschen Karl Ferdinand Universität i» Prag am I»!. November l!«0.'>. Prag 19C»5, I. W. Ealve sche M. u. 8. Hof und Universiiäts Buchhandlung. ה», g:z Teilen (mit Anm » In vornebmer Weise gibt Vers ei» Bild von dem Kanipi um die Bibel, wie er seil dem erste» 'Portrage Friedrich Delitzschs über Bibel und Babel die breitere l7effe»tlichkeik beschäftigt. Im ־Anschluß bieran entwickelt er seine eigene Ansicht. I» dem Kampf um die Bibel finden wir auf der einen Teile die Anhänger der radikalste» Bibel krilik, welche die Bibel jeglicher Änsnahmestellung in der Weltlitieratur entkleiden möchten und z» diesem Zwecke große Teile der Bibel als eine der frechsten Täuschungen der Weltgeschichte hinstellen muß. um so jede eingetroffene Provbezening o!s »ine nachträgliche Erfindung brandmarken zu könne». Auf der anderen Teile stehe» die unbedingt Bibelgläubigen, die die Bibel als teils unmittelbar von Gott gegeben, teils unter göttlicher Inspiration geschrieben be trachten. Zwischen beide» Anschauungen gibt eS nun zahl׳ reiche Zwischenstufen. To sieht Perf. in der Bibel ״die äußere, menschliche und darum unvollkommene, mißverständ!ich? und vielfach auch mißverstandene Form der Willens kundgebnng eines transzendente» WeienS an de» niit Per nunfl begabten, für sein Tu» und Lassen verantwortlichen Menschen" iי-*- litt. In dieser ־Anschauung glaubt Perf., den supranaturalen Ebarakier der Bibel mit den Resultaten der moderne» Bibelforschung vereinigen zu können. Unhaltbar vor den! Forum der modernen Wissenschaft sei der mosaische Ursprung de» ganzen Pentateuchs, unhaltbar auch die absolute Glaubwürdigkeit der geschichtlichen Erzählungen. Ost seien diese nur eine Einkleidung für religiöse Wahr heilen, und wo sic sich als wirkliche Geschichte zweifellos geben wolle», dürfe man ivnrn von vornherein nicht mebr absolute Wahrheit zusprechcn als den Geschichtsschreibern de» Altertum», denen allen eben die kritische Methode gefehlt habe. «L. 2»- ■28). To nabe Perf. mit dieser Ansicht der radikalen Bibelkritik stedt, so entschieden wendet er üch gegen deren Persuchr, den Entwickelungsgedanken voll und ganz aus die Bibel zu übertragen. Nach dem Berk, soll zwar der Goltesbeariff in der Bibel ein Produkt der Ent Wickelung sein, die Faktoren aber, au« denen diese» Produkt erzwlt wird, lind anch ihm ein Rätsel. Selbst zugegeben, die Israeliten hätten den Gedanken de» Monotheismus den Babvloniern oder den Egvptern entlehnt: wie komme eS aber, das vieler Gedanke sich in Israel immer edler ent _1. März 1906 wickelt habe, während er den Kulturuatwnen an, Euphrat »nd Nil wieder verloren ging's ,S. 27 f.) Ein weiteres Moment, durch weiche» da» jüdische Volk au» den, Rahmen der Bölker des Altertums herauSsällk. ist auch dem Perf das Geheimni» der Prophetie, in der man unleugbar ״ein Uebcrstirgen der menschlichen Wissensschranken" finde,. (L. 29.) Was den Referenten veranlaßt, auf die biblische An schauung eines katholischen Theologe» in dieser Zeitung naher einzugehrn, ist die Erwägung, daß biefe und ähnliche Anschauungen auch in jüdische Kreise eingedrungeu sind. ES sei deshalb auf die Jnkonseguenz hingewiesen, bei der Bibel, die auch nach Ansicht Perf'S Willenskundgebung eines lraus« zendenlen Wesens ist, vor einer unvollkommenen Form zu reden. Als stände eS überhaupt in der Macht der mensch lichen Bern linst, bei einer Schöpfung übersiiinlichen Ursprungs fejtzustellen. was ״unvoUkominene Form" und was die einzige, dem Eedanken des transzendenten Wesen» angepaßie Form ist. Wir können eine Sache nur dann kritisiere», wenn wir ihr objektiv,gegenüberstehen. Ein Buch aber, in de!» wir den Willensausdruck Eotles sehen, steht über uns, und wir sind nicht berechtigt, irgend elwas in diesem Buche als (ehlerhaste Form anzusehru, weil eS in seinem Perhältnis zu menschlichen Wissenschaften uns unerklärlich scheint. Unsere ־Aufgabe bei der Bibelforschung kann es daher nicht sein, ״alle Fragen der höheren Bidelkrilik nach den Regeln der strengen Wiisenschasl zu behandeln", vielmebr ist es untere Ausgabe, uns immer mehr in den t^eist der Bibel selbst zu vertiefen und zu verstehen zu suchen, was mit jedem einzelnen Wort von «ott und den von Ihm begeisterten Männern gemeint ist. ־Als vorzüglichsten Weg weiser hierbei haben wir ja die Ueberlieserungen und Er׳ klärungen unserer Weisen s. A. - Wohl haben wir den Erundjah :דברה הורה כלשון ב:־ אדי, die Tora spricht die Sprache der Menschen, doch das besagt nichts anderes als: die Tora läßt sich herab, in menschlicher ־Ausdrucksweise über schwer zu Perstehendes zu reden: niemals aber hat es den Tiun, als beruhe irgend ein ־Ausdruck in der Tora oder in den übrigen heiligen Schriften auf unvollkommener ־Auffassung des Schreibers oder Berfassers. Tankbar wollen wir, wie jedes andere Erzeugnis des inenschlichen «Geistes, auch die neuen Forschungen über die vorderasiatische Kuliur des ־Altertums hinnebmen: ne sollen uns zum besseren Berständnis mancher bisher weniger gut verstandenen Stellen der Bibel dienen. Ninimer aber sollen sie uns zu dem Hochmut verleiten, der üch berechtigt glaubt, über die Glaubwürdigkeit des göttlichen Wortes zu Gericht zu sitzen. Unbeirrt durch Behauptungen der sogenannten Bibelkritik, die heule verwirft, was sie aestern behauptet. invrgru verschiuähl, ivus ihr heule der Weisheit Gipfel ist, unbeirrt von äußerlich noch so blendenden Hvpolhesen, wollen wir, Träger der Tora, uns tragen lassen von der Tora. Als Richter über unser Perhalten und das unserer <־)egner wollen wir getrost die Nachwelt auruseii, vertrauend auf das lalmudische Wort קוששא קאי שיקיא לא קא׳. Wahrheit besteht, Frrtum vergeht. II. A. Buddhismus uud Buddhistische Strömlinge« in der Gegenwart. Von Peter Sinthern, Priester der Gesellschasl Jesu. XII. u. 120־ Teilen. Preis 2 Mk. Ter Katholizismus bemächtigt sich, besonders seil Leo's XIII. Zeilen, der Wellbildung im weitesten Sinne, um Leu ,־,citgcist zu überwinden und seine Strömungen sich dienstbar zu machen. So hat hier Sinthern den heute so viel gefeierten BuddhiSmuS in'S Auge gefaßt und mit seiner Religion verglichen. Er findet, daß Buddha die im Bramanentum liegenden Bildungsmittel aufgebriffen und benutzt hat: die wehmütige Weltstimmung, das liefe Mitleid mit de» Geschöpfen, ja. den ־.Airwanah Begriff, hat er bereits vorgesunden. Während aber das Bramanenlum durch seinen Goltesbegriff imstande gewesen ist, eine tätig sittliche Weltanschauung zu fördern, ist im Buddhismus nur eine Rück bildung vor sich gegangen. Tie Gottesleugnung führte zur Weltleugnung, die übertriebene Betrachtung der Weltübel schien einen Gott als deren Ursache unmöglich zu machen: zur Ueberwindung derselbe» kann nur die Beseitigung jede» Streben», jeder, auch noch so berechtigten vormärtStreibenden Empnndung führe». Trotzdem mußte der Buddhismus sich an die Weltverhältnisse anlehnen und tatsächlich das Be׳ stehen einer Buddahverehrung, eines Wirkens im Leben dulden, da doch nicht Jeder zum Nirwanah reis sei. Tas bringt eine Zwitterlehre in den Buddhismus, so daß neben den großen Grundsätzen eine Fülle lächerlicher und kleinlicher Bcstandteile darin Raum gefunden und alles überwuchert har. Ter Buddhisnius hat in Wirklichkeit entsittlichend gewirkt und die wildeste» Leidenschaften entfeffelt, die er Hannen wollte. Teshalb bedauert der Persaffer die Bestrebuugen, welche ueuerdlugS h.e Buddahlehre heiligspreche!» und verbreiten wollen: er zeichnet das Wesen der lheosophischen Lehren und Gesellschaften, die mit ihrem bcson deren Gonsuchen nur dem Pantheismus i« die Hände fallen. Bei dem Vergleiche mit dem Buddhismus kommt die Religion, bei ihm da» katholische Ehristentum, dazu, eine unvergleichlich höhere Stufe der Wirksamkeit aus Welt und Menschheit darzuitcllen. Es muß uns begreifiich fernliegen. Sinthern bei diesem Vergleiche zu folgen. Ein» aber müssen wir hier betonen: Wir können mit gutem Fug und Recht all: Gründe, die er zur Verherrlichung der Religion amührt, zu Gunsten des Judentums in Anspruch nehmen. Tie Lehre von einem Gotte, der seinen Willen in einem Gesetze de« Leben« und der Tat offenbart bat und der dessen Durchführung und dessen geistige Durchdringung durch Lernen uud Lehren fordert, ließ einen Weltschmerz trotz aller Leiden und der. folgungen in Israel nicht aulkommen. Man hat uns oft genug unsere Werkheiliakeit. unsere Aeuherlichkeit zum Bor. Wurf gemacht, als wenn uns Gesinnung und Gonesem,