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Der Israelit · 1906-03-01 · 9 (1.3.1906) · p. Seite 8

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
9 (1.3.1906)
Date
1906-03-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Nr. יי. seitt 8. Der Israelit. amerikanische Palkiolktt schwärmen unsere Judrn für dreses Lchulsystrm. welches ihnen als das Ideal der bürgerlichen Gleichstellung erscheint, unv wer dasselbe kritisch anzurühren wagt, wird als כיפי בזדקי betrachtet, Tatsichlich liefern auch die Juden ein fty!rf?s Ksvtjnaeflt zu den Besuchern der. öf'ent-, lichcn Schulen, in vielen derselben bilden die jüdischen Schüler die überwiegende Majorität. Nun. wie sieht es mit dem viel gepriesenen Prinzipe der Konfessionslosjpkeit der öffentlichen Schule, des Sichenthaltens jeglicher religiösen Beeinfluffung der Schüler? Latsächlich ist das nur auf dem Papier, in der Wirklich keil ist das ganz anders. Im Geheimen geschieht hier von christlicher Seite, was man nicht öffentlich wagen darf. Die Kinder sind allerlei christlichen Einflüssen ausgesetzt, und das; das nickt ohne Wirkung ans das junge W״mii! bleiben kann, ist selbstverständlich. Alle christlichen Feiertage werden gehalten sbloS im Staate Mode Island ist das. meines Wilsens, anders), während die jüdischen Feiertage unbeachtet bleiben und die jüdischen Kinder damit zufrieden sein müssen, daß sie an denselben vom Schulbesuch befreit sind, llm die Weihnachtszeit ist das besonders schlimin. Schulscsic. an denen die jüdischen Kinder sich zu beteiligen ausgrsorder! werden, werden veran stallet und das jüdische Kind, welches sich weigert, wird mit scheel׳» Blicken angrseben. Jedes Jahr um diese ,-seit wimmeln die Zeitungen von den Triefen jüdischer Eltern, die sich über die moralische Preiüon, die aus ihre Kindec ausgeübt wird, bellagen. Dieses Jahr ist ein ganz besonders schlimmer Fall vorae kommen. Herr Harding, Prinzipal einer össenKicken Schule in Brounsville, Brooklnn, einer Gegend, die hauptsächlich von Juden bewohnt!pir*־, und dessen Schüler satt ausichliefzlich jüdischen Glaubens sind, bat. nach den Aussagen vieler -sengen, seine Schule direkt in eine christliche Missivnsanssalt verwandelt Crr lief-, an den Wänden christliche Bilder anbringen. christlich: Gebete vortragen und Hnmnen singen, und den v'rsammelten Kindern hielt er eine Predigt über das Leben des Stifters der christlichen Religion, in wct»her er alle, die nickt an ihn glauven. als Heuckler be.eichnetc. Die Folgen dieses un tr!)01 teil Vorgehens war eine lebhafte Erregung uni'r orr judii-heii Bevölkerung jener Gegend. Sechzig!üdiscke Familienväter vereinigten ssck zu einem Beschwerdeschceibrn an den Erziehung-rak «Board oi «^dvcation:. in welchem sse die Amtsent setzung des Mr. Harding verlangten. Diesem Gesuch schloss sich auch der wackere orthodore Verein ״Union os Sr'bodor Hebrew Eongregakions" an. Infolge dieser Vorssellungen sah sich der (^r,ziehungsrat ge nötigt, Mr. Harding zum Prozess vor einem Ecm mittee zu rufen. Der Prozess hat jetzt stattgcfunden und alle Btschilldigungen gegen Mr. Harding wur den vollinhaltlich bewiesen. WaS das Resultat sein wird, weis; man nicht. Die allgemeine Meinung iss. dass der Glalibenseiferrr mit einer milden Rüge da vonlommen wird. Aus diesem und vielen anderen ähnlichen Vorkommnissen ssekt man zur Genüge, dass der rein weliliche. konfessionslose Edarakter der össenrlich'ii Schule nur Theorie iss. Eine;weite, für das orthodore Judentum äusserss verhängnicoolle Folge der kvnkessionsloien on«ntl1ck>en Schule 1N tu dadurch bedingte Bernacklässigung des jiidisch-n Religion.-Unterrichts. Der Unterricht in **» ösient l:ch?n Schulen findet f :in! mal wöchentlck von 0 Udr vormittags bis Uhr nachmittagstatt. In dcn wenigen freien Stunden des Tages, die nokübrig sind, und bei der Müdigleit der Sinter nach sechs Stunden angestrengter Sätigteit,!an» der jüdische Unterricht nickt viel Ers1׳r:es!Iichcs bringen. Dir Sonntage sind zw׳ar anck frei, aber unter den obwaltenden Perbältnissen kann das nicht viel helfen. Unsere gesetzeStreuen Brüder haben daher in der jüdischen Grziehung ihrer Kinder mit einem sehr schivrren Problem zu kämpfen, einem Problem, welches alle Talmud Tbora und s0i׳.i!:gcu Rkligivi,!'׳ Schuleii biShrl inchi lösen tonnren dem Problem brr Zeit, Einige unserer besten und gesinnungstücktigsikn orthodoren Glaubensaenossen sind daher längst zu der Ueherzeugung ge tominen. dass die einzige. Lötung in der Gründung besonderer jüdischer Schulen, in welchen die weltlichen und die jüdisch religiösen Lehrgegenbände nebeneinander unterrichret werden sollen, zu finden sei. Bisher hatte noch keiner den Mut. für die Gründung einer solchen Schule, entgegen den land läufigen Anschauungen, tatsächlich einzutrsten. Der bekannte Slutzker Rav, Rabbi Jacob David, der vor einigen Jabren hier weilte, betrachtete auch dir Erzityungsfraqe als den wundesten unter den vielen wunden Punkten des amerikanischen Indentums und empfahl die Gründung solcher Schulen. Sein Rat wurde nicht nur nicht befolgt, sondern zum Lohn dafür wurde der würdige und hochgelehrte Rabbi gehörig ausgeschimpft. Vielleicht dienen solche Fälle, wie der des Mr. Harding dazu, unsere Glau hensgenossen von der Notwendigkeit der Gründung eigener jüdisch konfessioneller Schulen zu üherzrugen. Die deutschen Juden aber sehen sich hoffentlich vor. dass sie «n betreff des Schulwescns nicht in so schlimme׳ Zustände wie wir in Amerika, geraten. UermiscMcs. Fulda, .'«> Febr Am vorigen Samstag!and der biengen Synagoge anlässlich des dieswöchigeu Toppelsesi'es in nnserein Hcrrscherbause. anschliessend an den Morgengolles dienst, nach Beendigung der Tboravorlesuug, eine ergreifende ,leier statt. Nachdem zunächst ausgcwäblie Psalmen, deren Inbatt der Bedeutung des Tages entsprach, vorgeiragen worden waren, dielt Herr Rabbiner Tr. <5 ah» die Feitpredig:. diau die Lehre vom halben Tcheke! auk»itp>tt. Tas Leben ..»d Wirke» unseres .Kaisers kann durch nichts besser charaklcrinrl werden, als durch de» Hinweis aus das Snmbol des kalben Schekels, der im Sinne unserer Weise» gleichsam als eine ׳2-!<.ש PIVL, als eine Fenermunze hinge gebe», de» «Bedanken ansdrückl, dass alle irdischen Kräfte in den Tiensl der Ideale gestellt werden müssen. Tie Macht, die dem erhabenen Monarchen, dem Könige »nd Kaiser von «Bott verlieben wurde. Hai er niemals anders den» für de» friedlichen Fortschritt des Bottes zu verwenden gesucht. Wie der halbe Schekel לכל צו־כ׳ הנילז־ש für alle Bedürfnisse des Heiligtums gespenoet wurde, so qiebl es kein Gebiet des össcnt liche» Lebens, dem unser Kaiier »ichl sein Augenmerk zuwende» würde, lieber alle Stände ergiesst seine Herricherweisbeit ihre» Segen. Tie Interessen des gesamten Volkes zu fördern, iss das Ziel seiner Arbeit. Beim Bau des Heilig tums wurden die halben Schekel zur Herstellung der Füge, ans denen der Ban rukle. verwendet. Tie «Grundgedanken, von denen sich der Monarch bei jedem Schritt den er unter nimmt, leiten lässt, und die deiligen Ideen, aus denen das «Gebäude der ׳!«licken Welt gegründet ist. Am Schluss seiner gebaltvoUen :liebe sprach Herr Rabd. Tr. Eah» das jeden Sabbalb zum Borlrag gelangende «'lebet für den Landes Herrn הניתן תשועה mll einer der Bedeutung der Feier an gemessenen Einschallnng. - Taraus folgte der Bortrag des Psalms!•'>" in der herrlichen Komposition von Kapell meiner Lur. Berti«, -'׳. Febr. 'Aus Anlass der Silberhochzeit nn'eres Kaiierpaarcs errichtete der Reittier Herriuau» Akra kam. Schaperstrasse •M. eure Stiftung von zehn Tausend Mark mit der Bestimmung, dass aus dem Ertrag derselken alljährlich am tt. 'April, dem Tage eines von ihm erlittenen tlnsalles, notleidende Krüppel unterstützt werden sollen. Eudtku «e«, Febr. In unserer Svnagoge fand gestern Samstag, un Anschlüsse an die Adar-Neumondweihe aus Anlass der Silberhochzeit uiiseres Kaiierpaarcs eine gottesdienstliche Feier stall. Bor kurzem war berichtet worden, dass »1 der Svnagoge von Neustadl <russisch Wtadis lawowo» bei Schirwuidl eine Anzahl Revolver gesunden worden seien. Tie Snnagogengenieinde dortselkst, welche doch nichts dasur kan». Ivenil Wassen von unbekannten rnckloien reuten in« indische «-«ebethaus eiiigeschinuggelt werden, wurde in eine «Geldstrafe von 3 000 Rudeln ge noinmen, deren Zahlung fit natürlich verweigerte Ter Natjchalnick von Neustadt hat nun aus die Beschwerde der jüdischen «Gemeinde dem Gouverneur in Suwalki kestätigl, dass die Wast'cn sich in der ..Vorhalle des Golleshauies. »ich! in diese!:-, selbst besuudrs hättcn und Lass die 'Brmeind« absolut keine Ahnung habe und haben könne, wie dieselben dorlkin gekominen seien. Ter «Gouverneur bat daraus die Strafe um ,'<»»> Rubel vermindert »nd man Koni, da in '.steustadt jetzt alles ruhig ist, dass auch die renlichen l«י יי יי Rudel Pön bald der dortigen Synagogen gemeinde von der höheren köbrigkett erlassen werden. Frankfurt a. M.» 23. Febr. Tie gestrige Sitzung des Ausschusses der Israel. Gemeinde füllten in der Hauptsache die Tedatten über den Zuschuss zur Errichtung einer Auslall für schwachfnmige jüdische Binder au«. Tie Anstalt, für die der Magistrat der Tiadt Belitz bei Potsdam rin «Brundsiua zur Vertilgung gestellt hat, erfordert an Baukosten!*♦*,««nt Mark. Tie Stadt Breslau bat >0,000 Mark, eine Anzahl kleiner «Gemeinden ל.'»»« Mark bewilligt. Black längere Tebalte wird ichltesslich der Antrag aus Bewilligung von 10,000 Mark angenommen mir der Matzgabe. daß tunlichst ei» Frankfurter Mitglied des Berwaltungsrates werde. — Herr L? pp en heim er drückt dcn Wunsch aus. dass sich die Rabbiner von Z-׳r Zell auch an ktiiem Wochenlagsgolteskieriste in der Synagoge zeigen mochten. Iustizrat Baer macht daraus aufmerksam, bau die Rabbiner durch Erteilung des Religwnsunterrichls ott am Svnagogenbesuch verhindert und. Tie im vorigen Jahre in Wiesbaden verstorbene Frau Sichel, geh. Goldschmidt, da: der «Gemeinde testamentarisch eine Stiftung von 1<•0,000 Mark gemacht, der nunmehr die landesherrliche «Benehmigung erteilt worden ist. Tie Zinsen n-erden zur Unterstützung armer Israelüeu verwendet, die nach einer Krankheit sich aus dem Wege der Besserung befinden, aber nach ärztlichem Ausspruch noch besonderer Pflege bedürfen. _ 1. März 191V», Ter Vorstand der Israelitischen Gemeind« erläßt das Preisausschreiben für einen Synagogen Neubau tm Westend. Al» Preise sind vorgesehen 1.500, 3000 und 1500 Mark. Bewerbungen sind bis zum l. September dem Sekretariat, Allerheiligenstraße, einzureichen. Fra«kf«rt «. SW., 2«>. ^sebr Tas herannaheude zLurimfell wirb u»l»h->- ׳«»»>>» -San'.rnler aus ihrem Pasten finden, welche sür das Kinderheim in Tiez um eine kleine «Babe bitten werden. Tiefe Anstalt bietet den Ber waiücn und Armen Erziehung. Kleidung und Nahrung, hier verleben sie eine heilere Jugendzeit: aber dieses Alles kann nur geleistet werden, wenn die ״Purimspende" reich lich diesem Institut zustießt. ES ist ja für jeden einzelnen nur eine ganz kleine «Babe, die die Sammlerhand heischt und da ist es gewiß zu erwarten, daß die kleinen Sammler freundlichst empfangen werden und durch das Resultat ihres SammclsteitzeS erfreu: werden. Wenn nach hinzugcsügl wird, dass auch in 'Aussicht genommen ist, russischen Waise» das Heini zu önne», wenn es darum angegangen wird, so wird die ««)eberkand gewiss noch »!» so bereitwilliger zur Spende sich önne». Kiel, 2-5. Febr. Wie sehr die '-piiliiär und Viarine bchörden auf das religiöse Bekenntnis der Nkannschafien Rücksicht nehmen, beweist die Tatsache, dass aus ein «Besuch des Herrn Lehrer Kaiz vom Niarinebekleidungsamt vcr »ügt wurde, die Viannschasle» jüdische» «Blaubens am Sabbat von jeder Tiensttäligkeit in de» 'Ardeilsräumen zu dispensiercn. Es wird denselben zur Psijcht geniachl, den «Bottes dienst regelmässig zu betuchen. In 'Anbetracht der steten Bergrosserung unserer Rlarine zes dienen über :)0 jüdische Malroien kirr, ist die Errichtung eines würdigen «'«-׳ttes banses eine ׳.sioiwendigkeil. Tie diesige «Bemein'e verfügt!edoch über keine Mittel, a» Stelle der bestekenden bau fälligen Synagoge einen Nenbau zu schassen. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei. die jüdische Scssenllichkeit sür die Sache zu interessieren. Reikeudorf, >'׳. Febr. Bor etwa >«> Jabren zäblle die biestge «Bcmeinde noch vo» israelitische Familien, im Lause der Jahre sind aber viele von bier sorlgezogen nach den grössere» Städten, so dass bei der letzte» Zäblung nur 11 Familien vorhanden waren. Jüdisches Umlnswesen. (füftfl iLbez Schlesien». Aus Einladung des Synagoge» Vorstandes batte sich am l l. dss. M. eine zahlreiche aus Tamen »nd Herren bestehende Versammlung zwecks lBründung eines jüditcken literarischen Vereins zusammengesunden. Tas Publiknni spendete dem Erössniingsvorlrage des Herrn Rabbiners Ellgulher Ncisse, der in längerer, wirkungs voller Ansprache die Zuhörer sRr die Ziele und Zwecke eines solche» Vereins zu begeistern wusste, reichen Beifall. Au schliessend daran, sprach der gleichfalls anwesende Vorsitzende des Verbandes jüd. Literalurvercine t7berschlesiens, Herr Tr. Braun schwr iger Kattowitz. Teni neubcgründeten Verein traten sofort durch Einzeicknung ca. :«0 Biitglieder bei. Kiel. 2-5. Febr. Am '0, Februar feierte der blejige Frauenperei» wie alljährlich sein Slislungssesi. das von der Vorsitzenden, Frau Henriette Tannenwald unter der Mitwirkung der beiden anderen Vorstandsdamen Frau Eni,״» Feld in an n und Frau Nannv Schnell zum Besten der hiesigen weiblichen israelitischen Lrtsarme» arrangiert war. Eine Anzahl launiger Vorträge, sowie ein von Herr» Lehrer Kaiz verfasstes Frstlied versetzte die zahlreich erschienenen Festieilnebmer in beilere Stimmung. Ein nam bafter lieberschuß für Wobltätigkeitszwecke konnte an die Bercinskassc abgeticscrt werden ich danke schön für Frünii ngslüfie, wenn sie mir nichts anderes als Erkältungen bringen. Man weiß kaum, wie man sich anzieben soll und doch bat man unversehens den schönsten Ka tarrk weg. Stimmt, mein Junge! Aber darum lerne Weisbeii von deinem Frennd!!»d nütze den Rat: Kaufe Fau's ächte sodener Mineral Pastillen! Brillant gegen Erkältungen, sag ich dir! Hast du mich je husten hören! Nein! Na also das verdank ich nur den Todener»? In jeder Apotheke, Trogen und Mincralwatserhandlung zum Preise von H5 Psg. per Schachtel erhältlich. u. -2lusgaug. שבת ר«!־ל2ד.. ORT: Anfang Autgang. Uhr Min. 1006 5666 Ubr Min. 9tai«1 . . . .j 5 40 3. März 6. Adar 6 55 ütnlfnt «. M. i b 40 6 55 04111■ . . . .1 .5 20 6 28 MHuche« 5 45 6 39 •IMtlill . . . | 5 45 m m 8 47 •taaUkat« . ., «•«»■ . . , .. •totta . . . .! tt 00 tz 55 5 20 6 14 5 30 9 6 24 5 20 m 6 14 ׳ . . . ן:■»!!!• 5 25 m m k 40 ««tM , . . . 5 00 6 35 *»“". 5 20 9 9 6 25 V«M. 5 55 m m 6 25 »«■■ntfi■«, 8. März. 11. «dar. תענית א©־.י.

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