Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 8 (22.2.1906)
- Date
- 1906-02-22
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Februar 1!hh>. Ter 0*rad1t. Ballende,es untanfe zu bringen, auch ein Mojcheh nicht Aber bar»״, br.inch, b. . ^en׳ch nich, zn verzn-eifeln. nicht iu glaube», sein Leben, seine Arbeit aus Erden dabe keinen Wert, ibr Erfstg icheirere an ber (Endlichkeit alles mensch!-.che- Wesens 717 -קו׳ ,iikbe nur jeder i״nen halbe» «chekel bin. such« »ur stder;» seinem!eile iu leisten, was er vermag die kalben Tcheket inacheil zusamme» ganze Lchekel aus. die Teilarbeit der Einzelne». in der Dichtung aus da» eine Ziel der nttliche» Pfüchterfüllung vereinigt, vermag alle Lchwierigkciien. alle llnznlänglichkeite» zu nberwindeu und dem Dillen der «Gottheit gerecht zu werden הת-- <א דעיש’. , -lill» au» die Leiiliinqen einzelner «Kronen ruht der Bau der nillichc» Well, das? die wenig Begabten, die Lchwachcn de» Mut?n berUe»e>i brauchte». Au? der Wage der göttliche» i^erech:!gkeit wiegt die Ml>chevc11nu>g. die der דל unter Ansnuizuiig des geringrWWDW^,,' v»otl verlickenen >ta»«e»s vor' da»?׳rufende RWWWe nieder-?ulegeu hat, io gut ihre» halben 2chekcl wie das gla»?ende Werk, da» die begnadete >lrast des שיד^ bervorgebracht. Dies war die Lchekellebre. mir der Mojched das von der schwere des iseichickes »iedergebeugle Volk wieder aus richtete גוחן להם פרשת שקיים הוקף את ראן4ל. Das 1*«t׳ot des Piachziih Haschekel?eigie ihnen, da» Jeder. der t^ott such!, ihn nnde» kann, dag er keinen Vermittler braucht, u!«u1 c*•» [tcrt’c״ v*»rf ob<*c ^2••% das Israel mit c^oll verknüpf 1. zerreißen niüftle. Turch diese Erkennlnis aber, die jeder künsligen נל>' Verirrung de» Boden entzog und Israel vor dem diesmal durch Mosckeh s lieber abgciveiidetc!! Uütergang schu^le. ivar auch ber ,rorlbcuand des «Gesetzes sür alle ,leiten gesichert und Mofcheh s Ranie vor der Bergeisenheit bewahrt. ליה הקב־־ה כשם שאתה עיביד עכשי־ ונותן להם .פי־שת שקלים היקף את ־־אשי כ; כל שנה ישנה ום" ')h י אסר mum Danton«. Pdiitias in Her t' _ j. Von Artkur ft ab«. Nachdruck verboten. Drittes .?kapitel. Ter Leser lernt einige Honoratioren eines kleinen siadtchens. llinge Leute aus. verichiedeiien^laliden kenne»: der Werde gang der jwngen s!aurle>11e in dev verschiedene» Eeschails »׳eigen wird geschildert, .','e»e Personen werdeng׳vrgcsi>hrl, wodurch die Erz,ibl»»g komplizierter wird ob iiileressanler Hangt vom llrieil der Leier ab. )11 der Lchwuolbwoche trafen bei verschiedenen Fami'ien mancbc längst mit Sehnsucht erwartete (Maja ein. (5« war bei vielen Kindern, die in der fremde ivültcn, ein licdgcwordcner Brauch, kur׳, vor Beginn der Festtage unerwartet ein;»treffen. Da das Reisen damals weder so bequem noch io billig war wie heutzutage, so konnten die in der fremde weilenden ׳ungen Leute nickt so häufig ihre Verwandten besuchen. >oi» etwa gegenwärtig. Es vat da»)«׳, yüt nicht selten, das, die?linder oft jadre lang nicht in- Elternhaus kamen, und wenn sie dann znrückkehrien. nickt nur äußerlich völlig verindcrt waren. 20 bildete ״uui die Heimkunft oft ein wahcer- FamiliencreigniS, das die Eltern schon lange vorher in freudiger Spannung hielt. Ihrerseits suchten die Hcimtehrenden durch ein plötzliche-'- und unerwartetes '.Erscheinen die Ihrigen;,11 überraschen. 30 ähnlich hatten es die beiden Söhne des Großhändlers Maier .Korn gemacht. Ter ältere War schon sei? .׳,wei Jabren nicht mehr zu L>ause gewesen. Bon Berlin, wo Simon .konditionierte", wie das in der?kaufmannssprache heißt, bis zur rheinischen Heimat war eS eine beschwerliche Reise. Siegfrieds der jüngere von Korns Söhnen, hatte gar volle fünf ^adre in Paris verl-racht. che er wieder das ('Itnm Iw״? betrat. Albartloses Bürschchen war er hinausgezogen und kam jetzt als ein stattlich gewachsener Mnnii mit braunem Pcllbart ins Städtchen zurück, so ">aß viele Leute ihn erst gar ni»t mehr erkannten. Ehe sich Maier Korn seines erwarteten Besuches erfreuen konnte, war noch viele und schwere Arbeit zu vewältigen. Es war Markttag und Erew Iomtof «der den Feiertagen ״orausgehende Tag), an welchen Tagen nach alter Erfahrung sich die Arbeiten besonders starl anhäufen. Im Hof hinter Korns Hause, wo das?lomploir in einem freundlichen 'Anbau, auf die Nedereste eines ehemaligen Gartens blickte, standen bäuerliche Fuhr tnerfr und Lastwagen, auf denen Waren aus und adgelahrn wurden. Säcke, Fässer und Kisten lagen umlier und sperrten den weitläufigen Raum, der mit einem großen, scheunenartigen Hinterhaus abschloß. Tie jungen Leute in Korns Diensten eilte», von ihrem 'Prinzipal häufig durch Worte und Blicke anactrieben, die ,Federn hinters Thr gesteckt. geschäftig durch den Hof, den grasten Lagerraum und ins Komptoir. Korn selber gönnte sich auch wenig Rulx und besastlc sick mit den lvartenden Kunden, die jetzt, nachdem der Hauptmarkt vorüber war. in wachsender Zahl erschienen. '.!::trc den :וזז Schreibzimmer und im Hof herumstehendeii Leuten, meist Bauern aus der UmgegeiE, standen auch zwei Makelsleuic, nämlich der Itzit Dromersheim, ein sleistigeS, gutherziges Männchen, und Wolf Srielheim. Der letztere hotte eine ebenso zahlreiche Familie wie Ihikchen. Der Unterschied war abei dast Wolfs Jungen ansge sprockene Taugenichtse zu werden versprachen, welches Bersprecken auch besonders der Zweitälteste getreulich hielt, was der (srzähler dem wahrscheinlich heute noch Lebenden ohne jeglichen tArok! und mit gutem Gc wissen ruhig 1:a»her׳ählen kann. Sollte er sich aber inzwischen gebelfert haben und nicht vorher schon ge storben und ein anständiger Menlch geworden fein, von welccher Mär dem Erzähler nie etwas bekannt wurve, sc soll ihm in einer anderen i^r׳,ähl!!ng l׳>e uugtuung werden. Itzikchen Dromersheim, wie gesagt, .ein zahl reicher Familienvater", beobachtete mit stiller Be wunderung das geschäftige Leben, das auf einen großen Äeschäffsbetrieb schliesten liest. ״Hm. hm. hm," murmelte er zu Wolf, indem er hin- und hcrwiegende Kopfbewegungen machte, ״was ist da für 'ne Ri»ch!a llsteschäst, (sinkommenst was ist da sür 'ne Mechja." ״Ehiodusch" (Wunder. Reuiokeitl. antwortete Wolf unnürsch, ״wo Tauben sind, fliegen Tauben hi,,. Ich weist noch ganz gut. wie fein Bater froh lvar. wenn er ein paar Zickelfellchen geborgt bekam. H»lück muß der Mensch haben." Der solchermaßen beneidete Korn erschien soeben am offenen Fenster. (54 war heißes, sonntges Weiter. Korns Antlitz und breiter Schädel war von Schweiß verlen besät. Sich über die Brüstung des Fensters lehnend, rief er mir lauter Stimme nach einem der offenen Fenster de-׳- oberen Stock'oerk (5mil!" und eine Stimme antwortete: ..Ja. .'5mil! hier!" Hierauf Korn: .Willst Du machen, dab Du kerunte.׳ kommst, oder soll ich Dich holen'" Auf diese, einer kriegerischen Drobnote gleich li'iniiirnor Flöge, erschien da: blastk i^lepcht eines jungen Mannes am Fenster. Dann erfolgte, im merk würdigen eiegensa'׳,׳ .׳.! Korns?orniger Stimme i» k-.istsem Ton die ^gensrage: .Ist meine Anwesenheit drunten ei:! Bedürfnis'?" .Haha, sprichst Tu schon wieder :pchdeutjch^" schrie Koni?urück. .Siehst Du denn nicht, wieviel Kunden vier stehen' Augendlirks, sag' ich Dir, komm' runter." Korn senior verschwand. Wolf Octelheim arinste häniisch und murmelt« halblaut zu Itzikchen: .Roch solche fünf Stück sollt' er haben, wie diesen Schtusiel." Ihikcken schüttelte unwillig sein kleines, mageres Llöpfchen. ״Soll das 'ne Verwünschung sein? Und wa rum?' Suchst Du hier nicht Deine Parnose? Uedri gens ein ganz broner Jung, der t5tml ein bischen komisch no also! 's gibt ärgere wie der." Wolfs Gesicht verzog sich finster, chen anzüglich? Der von Korn so dringend verlangte Emil schritt eben übei( den Hof. Mit einer Gclaffenhrit und Ruh', die im größten Wioerspiuch zu Korn« Hast stand, herablassend die Leute grützc.rd, mit feierlichem Gesichtsausdruck betrat er da« Esmvtoir. Da« länglich«. Hagel« Gesicht war s&ü krankhafter geldlicher Blaste. Wurde Jtzil Dir überstark kervortretende m׳t einem kleinen Höcker versehene Rase war zwischen den Augen von einein gradlinigen Haatwuch? bedeckt und bildete zu den starkgeschwungenen Augenbrauen eine 'Berbindunas brücke, war. Gesicht einen eigentümlichen Anblick verlieh. .Run sag mir 'mal in aller Welt, was Du droben in Deiner Stube jetzt treibst, während wir vor Arbeit hier unten uns noch kaum zu helfen wissen? Hast Du denn ga« kein Gefühl dafür, daß es Deine stflicht wäre. Dich jetzt hier nützlich zu machen?" Korn senior hatte versucht, in möglichst rudigem Ton zu seinem Sohne zu sprechen Aber es zitterte etwas wje schlecht unterdrückte Wut in seiner Stimme. Emil legte den?topf in den Racken zurück, nahm eine feierliche Stellung rin. und indem er mit seiner rechten Hand langsam über die Stirn fuhr, erwidert« er in dozierendem Ton: ״(strsühl und Pflicht, von denen Du eben ge sprocben hast, sollten sich im Leben vollständig Zecken, jedoch — ״ :.W.A - «fc.fi ׳Ts.. - jCb'uu^ muufi» 1»*יז• fi fUtft «IVUI dazwischen, .daß Du schleunigst die Frachtscheine durchsirhst oder " hier ergriff er ein lange« Lineel von ansehnlicher Dicke und ging zürnend auf Emil zu. Dieser vergaß bei7n Anblick der ihn bedrohenden Gefahr augenblicklich seine feierliche Pose und machte einen gut bemesscnen Satz zur Türe. .Das hat Dir Gott eingegeben." rief ihm der Vater nach. Dann wandte er sich zu seinem ältesten Buchführer. .Run sagen Sie 'mal, Herr Meyerthal. ob das nicht ein Unglück ist, einen solchen Junge» sein nennen zu müssen." .Schluß «Unsinn, Torheit»." erwiderte Metre״ tfar .Was sagen Sie? Schluß? Ich wollt 'mal sehen, wenn dieser Ekammer (Ekel) Ihnen war . ob Sir auch noch Schluß sagen würden." Michtä Aeegeee^ sollt Ihnen und inir wider fahren," antwortete Meyerthal beharrlich ״Er wird kein großer Geschäftsmann werden, vielleicht aber nun. was kann man da sagen? Advokat. Baacher (Lehrer), Raw (Rabbiner), oder sonst was Au« gefallene-'-." m . ^«Fortsetzung solqlI pzrZ/.sis-'f‘ 4 A Wr-'iSMz׳- Eine?^zrahluug i-on Friedrich mit.!*» יי׳»׳, So gingen sie denn alle Kinein in das schön» saubere Bauernbaus, der Röffelwirt ging yor.1!1 ׳v« Bauer folgte. Heinrich s scharf beobachtendem Blick: riilgiiig e» nicht, daß der Besuch der Stadsteute crm Bauern keineSweas lvillkommen war. »väkreud die Bäuerin mit sichllicher (Genugtuung einzelne Züge aus dem kurzen Leben des ermordeten Kinde,- er zählte, dessen Schlasstätte zeigte und das F:! »er durch das der Mörder angeblich in's Zimmer gestiegen war. Emm! lehnte hinaus. .Der muß gut turnen tmnen. der ohne Leiter oa Herrin grslirgiii :st" sagte sie. Der Bauer zuckte die Achseln. ״Möglich hat t: eine Leiter gehabt, lver kann das willen? oder daß der Satan ihm geholfen hat." ״Da« war' auch möglich." stimmte die Bäuerin ick-mee seiifzenv zu. indem sie mit dem Schürzen zipfel über ihre feuchtcn Augen fuhr, ״uuser armer, armer Wenzelitschto! Durch'« Fenster ha: de Berrncht« lomnuu müssen, das steht fest. Wie hater t>«nn sonst herein können, ohne daß wir ihn »zehöti haben?" ״Ist schon richtig," meinte der Röffelwirt, mit dem Kopf nickend. .Ader wißt Ihr, Rinaelhofbauer. iva» «ich Wunder nimmt? daß der Phvlar nich: anAkschisgen hat, ol« der Kerl in Euern Hof ge kommen ist: eben ai» mir gekonunrn sind, d-2 H2?? doch 'nen Lärm genlacht, alr od wir den ganze!'- Ringrlhof au-rauben möchten - und überhaupt^ lvegrn waist denn sonst da« Bieh aus der Welt? Der Bauer stieß ein« grauenvolle Brrwünschung aus über den Mörder des Kinde«. »D>a draus könnt Ihr'« sehen, Röffelwirt, daß e» kein Zigeuner und überhaupt kein F-'enider c«ew«s<n sein kann, sondern «7nzig!ln^ allein der verst»1 ckste der den ganzen L 4649