Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 8 (22.2.1906)
- Date
- 1906-02-22
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
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iMr. ״. if!tf H. Ter ,)irarlit. ־,.־J. Februar I!»»>. der Bevölkerung au». Sie sind der intelliqentesse Teil des Volkes, und selbst dir Aermßen unter ihnen verstel-en, iw Gegensatz zu den Russen, sehr wohl, was die Wahlen und die Duma selbst zu bedeuten haben. (*in Jude ertlänc: ״Wenn wir an den Wahlen teilnehmen, so ziehen wir uns den Zorn der lokalen Behörden, die Gegner der Wahlen sind. zu. Auf oer anderen Seite wird die Regierung, wenn wir uns nicht beteiligen, sagen, dass wir die Duma boykottierten. Sie hat dies in der Tat schon auSge sprachen. So sind wir zwischen Scnlla und Eharybbie, oder, um uns andere au-zud-rückkn, ׳wischen drr Bratpfanne des Generalgouvernrurs und dem Feuer der Herren Witte und Durnowo. Da wir bas ferne Grollen der Zentralregierung dem onscvlagendeii Blitz der lokalen Satrapen vorzuziehen, wählen inir daS geringere der beiden Hebel und haben nichts mit den Wahlen zu tun." » m - r t f a. Washington. 7. Fevr. Die Rabbiner tt uu»!1׳p{ von Phtkadelphia, G ׳ ״ Ntocher von Baltiuiore und Simon Wolf von hier sprachen heute, als ein von der Rationalkonferenz von Rab binern ernannte- Komitee beim Präsidenten R o o s ev e l t vor, um ihm Resolutionen zu unterbreiten, worin ihm zum Erfolg seiner Bemühungen um den Weltfrieden gratuliert wird. Die Herren waren von Hermann F. Hahn, dem Präsidenten der vereinigten Wohltätigkeitsqesellschaften in Ehicago, begleitet. -Washington. 8. Febr. Im Haustomitce für auswärtige Angelegenheiten wurden heute die vorliegenden Sympathie Resolutionen für die Juden in Rußland besprochen. Herr Simon Wolf aus Washington und die Repräsentanten Äoldfogle und Sulzer aus Newyork sprachen zu Gunsten der Resolutionen. Riga, 11. Febr. Heute vormittag drangen einige Leute in die Wohnung einer jüdischen Witwe ein und tncdellen deren Dienerin. Hierauf er mordeten ne die Witwe, plünderten die Wohnung un> brachten pci! dann i» Sicherlfeit. Warschau, 7. Febr. Die Ellern der neulich in der hiesigen Zitadelle Hingerichteten jüdischen Re oolntionare wandten sich an die Behörde mit der Bitte um Herausgabe der Leichen, um sie aus dem jüdischen Friedhöfe begraben zu lassen: die Bitte wurde jedoch abictrläaia beschiedrn. Schweiz. Basel, LO. Febr. Am jüngsten Sabba» be berbrrgten wir in unseren Mauern 18» jüdisch ru'oscbe Emigranten aus Odessa, deren Bah! am Sonntag aus über :100 stieg. Die Ung'üctüchen, denen man die ausgestandenen Schrectuisse noch an sad. sudren am Dienstag von Havre aus nach Argentinien. Der diesige Konsul nahm stch wie immer liebevoll der Emigranten an und versorgte sie mit Svene und Trank, soweit der Borrat reichte, und ׳!>it warmen Kleidern und Wäsche, War doch ein , -c ß-k Teil vre eiasivüiidernden von, Rotigsten e!it rlößr und gab es doch un!er ihnen Viele, die einen p.ock und Sckuiic besaßen, aber, der Kälte ungcacltter. .»er H.minoch Strümpfe hatten. Die diesigen >piaube׳:sgenosse11, ׳enen unser Herr Rabbiner von de״> vorlxind'nen >^lenb erzählte, übergaben diesem sogleich 'ויי» ,Iranl für die nötigsten Anschaffungen D׳^ch wie schnell wird diese Summe e-erbraucht sei»! >׳rd n Vary für den nächsten Monat 1800 Eini ,.-!!!,־r. יז« über Basel reisen, avisiert! 2ר־ —׳ 4i, V׳ rn 1"׳. Fedr. Es dürfte namentlich in ׳.nterenieren, bas: aus Anregung des "*;*׳ ז i': f. Tr. 3 11 i ׳: זוirr an uni.rer Universttäi 'ander Vorlesungen über ״Toleranz" eingerichtet - ri :n und an :-enen sich eine Reihe bervorraaender Uniorrsitätslrvrer :׳eteiliat haben. Es ist die aus zeior "-ene Absscbt, durch diese Vorlesungen bei aller 7iste:!!w.ii׳.!:cdrn ,Cbjtttifitdt die Anertennuno der!u ״nifrtinaiu-fr und die gegenseitige Wert / Schätzung -x: Rassen zu 'ordern ״na pieuao״wi!sen ■*■r■:■ Boltsbewegungcn. wie ix»! Antisemitis m׳.:s mit ieiuen russischen Konsequenzen entgegen-iu 'irrten. Wie nötig das auch in der freien Schweiz ist. s.rint e,n Barga!:״.׳?׳. dem Trchnitum in Birl. Don rühmrr üch eine drr Hörei, ein Russe aus Kifchinew. t>o.ß er mit seinen Urkunden an den Pogromen bi n lEchiiiew :eilgcnommen. gemordet, mißbandel: und ו-»irres noä: verübt habe. Daraufhin » ׳.langten f t-it ,üdiscyen S ludcinen '■co Tecdnrt!>:n die Er; ^/״Lrrn'.una d-esa»l>׳rcn Parron». ''tunaeichab das / »lln, uoliche: .ü > c o : i g schweizer S t u y th>< nun ertlänrn siw mit dem Kiichinewer »■ollejra , / soül uriscti und rohlen mit ihrem Austritt, falls '׳em .ungcn Hcrin ein Heiar gekrümmt würae. So ist der Antisemitismus nein die Barbarei in ihrer lohesten Form an einer schweizerischen Hochscl-.ulr offiziell als glrichlxrechtigt anerkannt worden. >sse fchrd.'n in! Jabre t^intaulendneunbunder! und ir-vs. Holland. A m st e r d a m , 10. Febr. Am Sonntag, den 9. Schwär, wurde das neue Gebäude der hiesigen israelitischen Volksschule feierlich eingeweihi. Präzis 8 Uhr begann die Feier in dem großen Saale der Schule mit einer Rede des Vorsitzenden der Schul komnilssion, .Herrn Dr. E. B. Ascher. Er hieß die Erschienenen herzlich willkommen und zeichnetdarauf in kurzen Umrissen eine Geschichte der Schule, deren Anfänge etwa 90 Jahre zurückreichen. Redner kam dann auf die Tätigkeit Dr. D ü n n e r'S zu prechen und schilderte die Verdienste, dir derselbe sich in einer 80-jährigen rastlosen Tätigkeit um die Ent Wickelung der Schule erworben hat. Dann gab er noch eine Uebersicht über die Einrichtung des 17 Zimmer unpassenden neuen Schulgebäudes, das in vorzüglicher Weise ausgestattet ist. Die Schule wird von zioeimal 800 Kindern besucht. Redner ruft Gottes Segen auf die treue Arbeit der Lehrer herai>, von denen einige im Dienste der Anstalt ergraut sind, und schließt mit den besten Wünschen für die Sckul- und ihren Fortbestand. Darauf ergriff Herr Dr. P i n l h o f f das Wort, um Herrn Dr. Ascher Dank auszusprechen, der sich selbst nicht aenannt habe, es!risse aber jeder, wie cr sich um die Schule verdient gemachl. Herr Direktor Dünner vergleicht die Ein weidung'der Schule mit jener Stund« als Salomo» ui! Begriff ist, den Tempel einzuweihen. Namens der Synagogen Kommission nimmt Herr L. Wagenaar das Wort, um der Schul Kommission für ihre hingebende Tätigkeit zu danken und gleich zeitig die Schüler anzuspornen zu bravem Verhalten und fleißiger Arbeit. Rach einem kurzen Schlußwort des Vorsitz-noen besichtigte man das Gebäude, worauf^dir Feie: >^u 10 Uhr zu Ende war. P a l ä ft i n a Ierusaleui.;>1. Jan. Herr F. Jacobsohn, eine angesehene Persönlichkeit unserer Aschtenasim Gemeinde in Jerusalcm, Vorstandsmitglied samtlicher israelitischen Institutionen hier, ist unlängst im Alter von 7-1 Jahren verstorben. Er hat in seinem Testament ein Kapital von 7"000,׳ Franken für die Unlerstützung der Wohltätigkrits Anstalten in der heiligen Stadt bestimmt. Herr Jacodsohn ist geboren in Zagarren, Gouvernement Kowno, in Rußland, und hat viele Jahre in Moskau gewohnt. Vor 1~> Jahren ist er nach Jerusalem übergesiedelt, wo e; seine letzten Jahre in der Beschäftigung, mit der Th״ra und guten Werken verlebt bat. L o״y־A>-1 f^L.*״סי׳־יי-׳ M a r o k k I a n per, 10. Febr. In der südlichen Haupt stadt des Sultans. Marrakesh, herrscht große Rot. Durch die Dürre und die Heuschrerkrnplage ist das Betreibe vrnichtet worden, und infolge der langen Abwesenheit des Sultans und seines Hofes von Marrakesh ist Mangel an Arbeit. Viele Juden in drr Mest<ch von Marrairsh sterben vor Hunger. Wohlhabende Mitglieder der jüdischen Gemeinde hiben stch bemüht, etwas Geld auszubringen. um die armen Hungernden am Leben zu erhalten es!.׳aren dazu täglich f«b« bis steben Pfund notwendig. Aber o.ch dieser verbältnismäßiq geringe Betrag kann von den dortigen Inden nicht lange aufgebracht werden. Eine Besserung der Lage ist nicht abzu sehe», die Abrik Ernte :st in viel-״ südlichen Vro vinzen so gut wie gar nicht vorhanden. Uebrigens führen die Juden in Marrakesh auch in den Vesten Zeiten ein elendes Leben. Die Mellah ist über völkert, voll Krankheit und Not. Die Ophtalmia ivütet hier Jedoch würden wenige hundert Pfund genügen, um wenigstens die äußerste Rot der sehr großen jüdischen Gemeinde, die in Marrakesh duldet, zu lrndrrn. Eine!v i r k s a m r Hilfe müßte un verzüglich cinsetzen. Tanger. 7. Febr. Die jüdische iÄemeinde von Masagan ist, wie dem ״Daily Chronicle" ge meldet wird bestürzt über die Ermordung dreier Juden in der Nähe der Stadt. Der eine der Juden wurde in Stücke geschnitten, der zweite erschossen und der drille gehängt. Die Presse in Tanger bringt Artikel über die grausame Tat und erklärt, daß die Mächte reine Mittel hatten, die otteniliche Sicher heit zu gewährleisten. fr Schkkolim Oeöankkn;){ a ch der Äersündigimg beim goldeiie״ Kalb. gab. wie die Ueberlieserung,»,tieiit. OMI dem Volke dur» Moscheh das «cbrkelgesey. Zu diesem besetz macken unsere Weisen die Anmerkung: ׳jnbo כשהגיע טשה לפרשה שקיים אמר רבש״ע שמא סח אי1 אני נזכר אמר ליה רקב״ה ודץ" כשם שאתה עימד עכשיו ונותן להם פרשת שקלים וזוקף אח ראשן כן בכל שנה ושנה כשישראל סירין בפי־שח שקלים כאילו אחה עומד הוסף אח ראשן שני כי חשא. י פד חנחומא). Ais Moickeb zu Panchaib sck'kolim gelaugie, sprach er: ״Herr, wenn ich »erbe, wird man mich nicht vergessen"" Ta sprach Gott zu!ib»,: ״Nein: so wie du jetzt dassehess und ihnen die Parschath Lch kolim überbringst und ihr Haupt ausrichtrst, jo wirst jedes Jahr, wen» Israel die Parichaih Sch'kolim liest, du gleichsam ihr Haupt aufrichten". Tie י-ענל-sterirrung war verziehen, das innige i^ebet Moscheb'S hatte das Volk vor dem Untergang vewahrt. Aber viele von Israel waren gefallen. Tas Schwer! und die Seuche Hanen Tausende dahingerassl. Ta stieg in dem treue» Hirten Moscheb der!chwermütigc «Gedanke aus: Wer weist, wen» ich einmal sterbe, ob dann nicht wieder das Volk solcher Sünde verfällt' Einige Tage nur weilte ich nicht in ihrer Mitte, und schon glaubte» ste, den Zusammenhang init Eott verloren zu haben. In mir, dem איש משה. sahen die Annen die Macht, die sie aus Mizrajim gesühri habe, und da ste nicht wusste», was mit mir geschehen war. meinicn sie. eine andere götllicke «Gewalt üch wählen zu müssen, dir vermittle zwischen ihnen und c^ott und vor ihneu herziehc Und wenn ich nun sterbe, wird nicht der alte Irrtum, dass es einer Vermittlung bedürfe zwischen chncn und den, Ewigen, und dass ich e!» solcher 'MitUer gewesen sei, wiederum ste zu der alten Sünde verleitend Mein Name aber wird der Vergrisenbeit anheimiailO!. Tie Thora, als deren Verkünder aus ׳Gotte» Grbeiss ich genannt werde, wird ihre Träger m loten habe״ Tas waren, so meinen wohl unsere Weisen, die trüben Gedanken, di- Moscheh »ach der 7מעשה ענ schmerzlich er grinen. Ta sprach Gott zu ihm: ״Sieh, ich habe ein Mittel, das üe künstigbin vor jenem unglücklichen Wahne bewahren wird. Ich gebe ihnen das Schekelgeseq, eine» halben שקל soUen ne entrichte», הא יהיה בהם עף בפקד אוחם, nnd e» wird keine Leuche mehr sse beimsuchen, wenn üe gezählt werde». Aber Moscheb verstand nicht, was der halbe schekel hierzu nutze» könne, verstand nicht, wie denn mit Silber lingen Sühne errungen, die Sünde gebannt zu werden ver möge. 7נחקשה עליו מחציה השק. Da הראה לו הקב"ה מטבע שי־ אש zeigte ihm Gorr den Halden Sckrkel in Feuergestalt und sprach: .כזה יחנו ״Solches sollen ne geben" Gewiss, nicht durch Geld kau» der Mensch Sühne de wirken, sondern nur durch dir Erfüllung der ihm zu erteilten Pflichten des אשרה. des Feuergesetzes, durch die Perwen düng aller von Gott gewährten Mittel des >»011x10 und des Geiste« im Tienfte de« אשרה da» mit feiner <^lut deu ganzen Menschen durchdringrn will. Aber -b>-« sollen sie wissen, so lehrt die Thora: 'Rur einen halben Schekel kann jeder geben: üe alle vermögen als Einzelne nur ein Unvollkommenes zu leisten. העשיר לא ירכה. Auch der Reichste, der Bestbeqabie. der Grösste vermag kein Ganzes.