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Der Israelit · 1906-02-22 · 8 (22.2.1906) · p. Seite 5

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
8 (22.2.1906)
Date
1906-02-22
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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vW. ,"V<bruar 1 i***<i Ifr Stil» ׳> :Mi ' 1/fit, das;, wahrend die 'Naiurobjetie mit ihren Kräften in der ,;orm bestimmter beharrlicher Gesetze wirksam seien, eine wunderbar wirkende Mach! die inneren Zustände dieser Dinge selbst, kraft ihres inneren Zusammenhangs, mir ihnen ändern, und hiermit auch den gewöhnten Erfolg des Gesetzes verändern kann, ahne doch darum die fernere Giltigkeit dieses Gesetzes aufzuheben. Uno ni-hr mit Unrecht meint ein neuerer Naturforscher. dast das Wort des Augustinus noch heute gelte: ״Gin Wunder steht nicht im Widerspruch zur Natur, sondern nur;111 dem. was wir von der Natur wisicn." Gott, der den Gestirnen ihre Babn weilt und die Erde, was noch im vorigen Jahrhundert, 1819 und 1891, geschehen, ohne Konflikt durch Kometen׳ schweife hindurchsühri, lonnte auch das Manna regnen lasten, und am sechsten Tag für den siebenten mit. Gr, der die Tonne geschaffen und den Mond, batte auch die Macht, die Strahlenbrechung eine zeitlana deiart einzuschränkcn. daß es schien, als ob die Sonne stillstehe zu Gibeon und der Mond im Tale Ajalon. Gr, der es so eingerichtet, das; der Sterbliche ourch Forschung allein nicht bis a» vcn Urquell der Wahrheit gelangen kann, und das; auch das angeblich tiefste Wisten kein Wiste!! ist, sondern mehr oder minder auf Glauben zurii.kzusvbren ist, bat uns in seiner Barmherzigkeit und Weisheit das Wahre, Schöne und Gute gelehrt. Armer Sterblicher! wundelst du dich über Wunder?! Die Nanir selbst bietet uns ja trotz aller Fortschritte der Naturwistenschaft noch heute so viele Wunder dar. das; wir die ganze Natur selbst nur als ein grosses Wunder bezeichnen können. Unter dem Walten derselben allgemeinen Gesetze entwickeln sich aus Keimen, zwischen denen man kaum einen Unter schied wabrnehmen kann, Organismen, welche die gröstte Unähnlichkeit untereinander zeigen, deren jeder aber feine ,sann in unaufhörlichem Wechsel der Stoffe brhaupter und sortpflanzt. Warum ist das Blatt der Giche s o gczactt und das Blatt des Ahorns anders? WaS gibt tcr Lilie die Horm, dem Veilchen das Bla», der Rose den Duft? Wahrlich! wenn man sich nicht mit lärlrerlicben Phrasen begnügen will, must man wohl daraus verzichten, hierfür eine Erklärung zu geben. Die Natur lehrt uns nur phnllsche, nicht aber ethische Gesetze. Wir brauchten notwendig eine Moral und diese Mora! mnstte notwendigerweise von einer Autorität b-rrühren, dir erhaben ist über Vor urteile und Irrtiiw.er der Menschen. Diele Moral konnte nur durch unseren Schöpfer gelehrt werde!׳. Da in Aegypten die Zauberer eine groste Rolle spielten, so war es klar, daß man unseren Brüdern jener Zeit nur durch Taten imponieren konnte, die noch viel bedeutender waren, als die Taten der Magier. In Aecwpten mustten alle Gritgeborenen sterben und Israel mustte trocknen Iustes durch das Schilfmeer ziehen, dann erst —יאנדנו בהי יבפשד עבדו•— — glaubten sie an Gott und an seinen Diener Moses. Nun erst konnte Gott in einer Offenbarung uns die Lehr.» geben, die die Basis einer wabren Religion ausmachen. Die Wunder waren notwendig, um den göttlichen Gbarakter der Offenbarung zu beiveisen. Oft wird nngcwandt, dast es der Graste Gottes unwürdig sei, sich mit den kleinlichen menschlichen Angelegenheiten zu beschästigen, und dast deshalb nicht anzunehmen sei, dast Gott einem Bolle zuliebe den Lauf der Naturgesetze verändert babe. Es ist jedoch leicht einzusehen, wie irrig ein solcher Gedanke ist. Wir beurteilen alles naeb unseren kleinlichen menschlichen Berhältnisten. Wenn wir Menschen viele Dinge auszunven haben, so vollziehen Wir zu erst die wichtigen und dann die uns minder wichtig scheinenden. Bon Gott aber beistt es: לא. סדזשביוד ״ ,דדשביהיבב ולא דלכ*כם דרב*Meine Denkart ist nicht wie elir» -Denkart und meine Weae nicht wie eure Wege." נבת דרכי ב-רכיכב ׳סחשבת־ p p»n ני.:בהו שבים ״ .בסהשבתיכבSo hoch der Himmel über'm Grdkreis ist, so hoch stnd"meine Wege über euren und meine Denk a.rt über eurer Denkart." Die Mücke und der Gras- Halm sind mit keiner geringeren Weisheit geschaffen als der Glefant. Nur n*i! der Elefant durch seine äustere Erscheinung aussällt. betrachten wir ihn be wundernd, während wir die Biene wegen ihrer Klein׳ heit nicht achten. Betrachtest du jedoch die Biene und ihr Leben und Treiben genauer, so wird es dir klar. auch das scheinbar unansehnliche Blatt mit seinen dast sie ein Kunstwerk sondergleichen ist. So stellt fcmen Verästelungen und überaus zarten, lieblichen Iormen ein Wunderwerk dar. Gottes Weisheit erstreckt sich aus alle seine Geschöpfe, auf das Groste sowohl wie auf das Kleine, auf Nationen sowohl wie aus Individuen. Gott in seiner unendli'hen Güte gab dem Menschen die Mittel an. die er anwcnden soll, um glücklich zu iverden. Sehen wir nicht alle Tage wunderbare und »inbegreifliche Dinge, wrlche wir auch wie Wunder und göttliche Osfendaruirgcn betrachten würden, wenn wir sie nichi ständig vor Augcn hätten und die Ge wohnheit sie uns als gewöhnliche Erscheinungen be trachten kieste?! Und woher kommt das Genie, woher die Gabe, »-:ue Ideen zu schassen und Erfindungen zu erdenken, woher tcmmt die poetisihe Gabe? Sind das nicht alles göttliche Offenbarungen, die noch heute zum Ausdruct kommen und ühne welche das Dasein des Menschen eine armselige Poste sein würde, von d.׳r man mit Schopenhauer sagen müstie: ״I.« .je» 11« vaut!!äs les cliaiulellt's.״ Nehmt »weg alle», ic-uS in dicsrr Welk nicht von dieser Welt ist. nehmt einmal aus dem Leben hin-.veg Poesie, Wistenschaft und Kunst, Moral und religiöse Er Hebung des Gemüts, was bleibt dann noch übrig? Irene dich, mein Bott, freue dich! (Sott in seiner Huld hat dir seinen Willen kundgetan und oir den Weg der Wahrheit gezeigt. Die Wahrbeit richtet sich n:cht nach uns, sondern wir müsien uns nach der Wahrheit richten. Bo»! Leben zum Tsor führt eine schmale Briicie, ans ihr wandelt das (5r ift b?d) c!ne$ c!t?!!!nb *ז?י ganglich: Sorge, Iurcht, Hoffnung und zuletzt der Tod. Die Zeit wird kommen, wo wir gerne möchten getan haben, was wir noch tun können. Gar wundersam sind die Berhälknistc des Menschenlebens ver knüpft. Haben wir nicht Ohren, um zu hören' Lege dein Obr an die Muschel und du wirb aus!Krem rosenroten Innern den Widerhall des Meeresbrausens hören. Sei einmal Ohr. nicht immer Stimme, nicht einmal Stimme, um nach den Rätseln des Lebens zu fragen! Lausche einmal darauf, was dir die Harmonien des Weltenalls zuflüficrn und die Seele wird sich dir weiten zum Heiliqtume Gottes. Haben wir nicht Augen, um zu seben' Sei einmal Auge. Bruder! Soll ich dir sagen, was du dann <*N1t CJ מ«♦» יי •tttK S|> ♦fiiif v*f\« »* ,» . u »•vn יו imv m , ־ Menschenhand, und wäre sic noch so kiinstgcnbt, knüpfen kann, nnd Verwicklungen stehst du, die kein Verstand, und wäre er noch so pkiffig, lösen kann. — Der Himmel scheint blau und die Wiese ist grün »nd der geworfene Stein fällt zur Erde und zweimal zwei ist vier, und alles geht natürlich zu und ist Gesetzen unterworfen. Das aber ist ja gerade das Wunder, das: alles gewöhnlich ist und doch das Un natürliche und Ungewöhnliche daraus hervorgebt. Gin Gott ist's, der die Welt regiert. Oft denkt der Mensch in seinem Wahn׳ . Ich Hab' das Werk znm Ziel geführt. Und Gott bat es getan. iSchubart.l nacSsmhttn. Reich Berlin. 13. Iiebr. Schon, seit mehreren Jahren waren unter den deutschen Mitgliedern des Zentral Komitees der Alliance Israeltte Universell: Bestrebungen im Gange, um zunächst innerhalb des eigenen engeren Kreises und weiterhin unter den deutschen Komitees der Alliance überhaupt einen festeren Zusammenschluß und damit eine leistungsfähigere Organisation der im Dienste der Alliance sich betätigenden deutschen Kräfte zu schaffen. Diese Bestrebungen sind nunmehr zu einem erfre»I׳ch«1t Avschlust gidtehen. Am I'!. d. M vereinigten sich zu Berlin unter dem Vorsitz des Geheimen Ko!:: inerzicnrats Goldberger, eine beträchtliche Zahl von Vertretern der Alliance aus ollen Teilen des deutscbcn Vaterlandes. Das Hauptergebnis der Beratungen war, dast jich die deutsch» 51011 ferenjqemein'rt:aft der Alliance als eine freie Bereinigung deutsche.׳ Mit glieder des Zentral Komitees der A, I. 11. mit dem in Berlin lest konstirnierle und Satzungen beschloß. Die veutsche Koiifereiizgrineinswasl bildet in! Einverständnis mit dem Zentral Komitee in Paris die Z e n t r a I st e l l e für die O r g a n i sation und Verwaltung der A. I. 11. ii! Deutschland. Mindestens all-ährlich ein mal beruft der Vorsitzende eine Tagung der Mit glieder nach Berlin oder anderswobin in Deulsct: lanv. Den regelinästigen Iahreskagungen der Kon skrenzgemeinschaft wird ein Allianretag angrgliedcrt. zu dem alle Vertreter der deutschen Bezirks und Lokal Komitees einberusen iverden und alle Mit glieder der Alliance Zutritt haben. Auch sonn kann der Vorstand oer Konferenzgemeinschasi einen Alliancetag einberufen, wenn er es für rrkoroerlic! erachtet. Auf diesen Bersaiiiinlungen wirb übe׳׳ :K allgemeine Lage der Alliance, soivie über Schrii'c. die iin ^ntereste der Glaubensgenosten in Gemästhcir oes Artikels 1 der Statuten der A. I. II. no?we.!c-w sein sollten, beraten werden. Der Vorstand "er deutschen Koiisecenzgemeinschast beMht au- ׳'׳chs Milgliedern: aus dem Vorsitzenden, dem stellver tretenden Vorsitzenden und vier Beintze'-n. Gewählt wurden zum Vorsitzenden vyrr («,(ן,-זיזז|,ו;!hms klerger Berlin, zum stellvertrclenden Vorsitzenden Herr Eharlcs Hallgcrrte» Frankfurt a. M.. z» Beibtzerv die Herren Rechtsanwalt Ioh. Bebrcndk Danzig, Sallp Ilörsheim Dortmund. Rabbiner De. Irant' Köln a. Rh, ,!nd Theodor Oschinskn Breslau. Nkan hat ferner eine Reihe von Beschlüsse:׳, ge saßt, die demnächst durch Rundschreiben allen deutschen Alliance Komitees zur Kenntnis aebrachi werden sollen. Die Mitglieder der Konseren;gemein׳ schast haben sich bereit erklärt, die Organisation :n den betreffenden einzeln!» Landesstellen ru über wachen und durchzuführen. Alle Aktionen der Koinitees werden künftig an der Konseren׳.gemein schast eine kräftige Stütz! finden und vom deutschen Bureau aus tunlich einheitlich gleitet ,verde». Nach Erledigung der wrga»is,!!ivnsange!eaen btitfll bffcfoäftmtf fi(f) btf mir!s'rage, wie von Deutschland aus eine Mitwirkung an den Arbeiten der Zentrale in Paris am;weck mäßigsten erfolgen könne und welche besonderen Wünsche gegenwärtig in Bezug auf die A-bei'en der Zentrale zu äußern seien. Bei diesem Puntle wurde einmüng ein B.'tchlust gesastt. der die 'Mwe-itcr-.ina. dezw. Einführung des deutschen Unterrichts ir den -schulen der Alliance vorsieht. E« fri er!väbn:. daß 4\0י*י Schüler unterrichtet iver'oen, von denen üe außerdem einen Teil Neidct und speist. Schließlich besprach man die i-tellnn,- der Alliance und ihrer deutschen. Konserrnzgemeintchg^: zu den anderen jüdischen Organisationen im Inuri» Auslande. Der Verkehr mit allen jüdischen Organ!׳ sationru außerhalb Drulschlands untersteht der Leitung der Zentrale in Baris. Dagegen wurde der Grundsatz aufgestellt, daß die Regelung und Au׳ rechterhaltung der Beziehungen zu den Organisaiionen innerhalb Deutschlands a!!sschl!׳silich der deutschen .Kenkerenzgemkinschast obliegt. Mit allen diesen Berbinden soll ein gutes und einträchtiges Verhältnis kortbezw. herbeigesiihrt werden. Berlin, ll». Iebr. In der letzte» Sitzung :es gekchäftsfübrenden Ausschusses nahm der Hilts verein der deutschen Juden unter dem Vorsitz de« Herrn James Simon u. a. zu den Beschlüstr» der Brüsseler Konferenz vom 29. Januar Stellung. Der Ausschuß erklärte sich nach dem Referat de-: Herrn Dr. Nathan, der an der Konferenz als Vertreter des Hilfsverrins, zusammen mit den Herren Siegmund Berget und Dr. Hildesheimer, teiigc nommen hatte, mit dem Beschluffe einverstanden, dast eine Organisation geschaffen werden soll, um eine ständige Eooperation aller jüdischen Humanitären Vereine für die Zukunft zu gewährleisten. Der ge-

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