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Der Israelit · 1906-02-15 · 7 (15.2.1906) · p. Seite 5

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
7 (15.2.1906)
Date
1906-02-15
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Ter Ctdtatlu Lene '׳. dir . 15. ,־ytbruat _ Sein hoher Seist, sein edles Herz, sein auf die höchsten Ziele menschlichen Denkens und Strebens zerichteter L:nn verliehen seiner ganzen Persönlichkeit ein so ungewöhnliches, geradezu göttliches Gepräge, daß cin berühmter Zeitgenosse in ihm die Herrlichteil Gottes verkörpert fand und seine Erscheinung wie diejenige eines Sottesengels feiert.") Seine Absicht, das heilige Land zu besuchen und dort den Abend seines Lebens zu verleben,") konnte er nicht verwirklichen. Er starb in Frank surt a. M. und seine irdische Hülle ruht auf dem berühmten alten Frankfurter Friedhofe. Wenn die Steine dieses ehrwürdigen בית הודים reden und ihren Beitrag zur Geschichte der 1Ö0 Jahre liefern könnten, die seit dem Tode des הישע• •:c dahin gegangen sind, sie würden uns. wie vielleicht niemand sonst, das Aufblühen der Saatteime veranschaulichen, welche dieser große Geistesfürst in den Schoß der Zeit gestreut, die in der ganzen jüdischen Diaspora, vor allem in der Gemeinde seiner letzten Wirksamkeit ihre herrlichen, unvergänglichen Früchte gezeitigt haben. Sie würden uns aber auch von der zweiten Hälfte dieses Zeitraumes erzähle» können, toie der Geist, den ein Pne Jochua in die berühmte alte Frankfurter Kehille gepflanzt, oerfehmt, geächtet und wie ihm von der offiziellen Frankfurter Gemeind« selber der Untergang geschworen wurde. In dieser erregten Sturm- und Drangperiodc >var man innerhalb und außerhalb Frankfurts nicht sehr wählerisch in den Mitteln zur Bekämpfung des über lieferten, historischen Judentums und seiner treuen Vertreter, und so hat man es sich denn auch damals als ein Heldenstück angerechnet, die heiligen Stänen des Frankfurter בית חיים in nicht näher zu erörtern der Weise zu entweihen. Wie ist dieser Aera des Abfalls ger״d, in Frnnlfurt eine Zeit der Rückkehr und Hingebung an das verlassene Bätererbe gefolgt! Wenige Jahre vor seinem Heimgang sagte Ba ron Willn v. Rothschild s. A. dem Schreiber dieser Zeilen. ״Ich glaube, daß in den Zeiten des Pne Je hoschua in Frankfurt nicht mehr gelernt wurde, als heute." Ich bin nicht in der Lage, diese Worte eines so gründlichen Kenners des alten und des heutigen Frankfurts auf ihre Richtigkeit prüfen zu können. Aber wohl darf man es zum löO. Jahrestag des Pne Joschua aussprechen: ״Wenn Frankfurt n i cy l s Härte als dir u n i r r r i ch i s 2 n st a?- t e n der A d a ß I e s ch u r u n , dieser a e i st i g e n Erbin der alten Frankfurter K e h i l l a , nichts als ihre hervorbliihende I e s ch i b a , an der das Studium des Pne Joschua seine kingeben de besondere Pflege findet, so wäre damit allein der weitschichtige Abfall paraly-- sjert und gesühnt. den die der gange nen Generationen zu verant Worten haben. Es i st Geist von seinem Gei st e. dessen Triebkraft noch nach Jahrhunderten solche Blüten treibt. Was auch an Kämpfen und Ringen, Erliegen und Siegen 1 wi - schen zener Zeit und der unsri gen liegen möge, über die Jahrhunderte hin reichen sich Ahnen und Enkel die Hand. Durch die Kraft und den Lebensmut, den die Jungen au s der Berührung mit den Alten schöpken, find und bleiben sie leibhaftige Zeugen des Segens, der in dem bloßen Gedächtnis eines großen Pflichttreuen liegt." זכי צהיק לביבה. Borrede zum Thora - Kommentar seine« Bat»»«. 2. Rabbi Jsa cb ar Beruscb. von ihm enthalt da» erwähnt, פני אריה v Beiträge am Schlüsse de« Werk», cbenfall« Rabbiner In yanno. ver. erwähnt in 3 »נ״י גטין דף י. Rabbi Lcbemuel. Rabbiner zu Amsterdam: an ihn ist die תש־ו קי4» ח־ם אע׳ה ח׳ ש qm®• ttt 4. Rabbi Nokon. Rabbiner in Dobermü. Heraulgeber k>e» 5 •פניי מיק ג׳• Rabbi Zewi Hirsch R osani ». Rabbiner in Lemberg. Verkäster von neun talmudischen Abhandlungen.;יתי ייקבר ם:י שבימי. אחה ימים ומיאהו במראה ,h .מראך האל•!חיד׳א שם הגדודים ערך ניהוחד יעקב יה"! ואני הזעיר זביתי,ייקבר ערך מהדיר יעקב יהישע• 13)?lu* dem Titelblatt de« Erker Pne Jeschua zu Berachotb: אשר :שאו "?ca 1יוד רעידא דמשסיא יסכימו ע■1 ידו להידיא מחשבתי א־ לבי לשבת בארץ הקדושה אייה. 5ir erliiiirr Aistsstiincii! in ״ . B u d a p e st, S. Februar. Der orthodoxe Landes Zentrala u S s ch u ß hat heute, gestern und vorgestern seine erste Bersammlung abgehcrlten. Den zahlreich er schienenen rabbinischen und weltlichen Mitgliedern bot stch auch äußerlich eine sehr angenehme lieber raschung. Die Lokalitäten der orthodoxen Landes tanzlei, die sich i׳n Hause des Präsidenten Frankl befinden und die mit Rücksicht aus den ausgedehnten Wirkungskreis, neu. bequem und elegant eingerichtet wurden, haben sehr freundlich und einladend angesvrochen und trotz der feierlichen Veranlassung den wiederholt stattgefundenen Konferenzen einen fami üaren Anstrich verliehen. Präsident Adolf F r r n k l begrüßte die An wesenden und erstattete Bericht über di? bisherige Tätigkeit der Landeskanzlei. Trotz seiner großen Bildung ist Adels Frankl kein Redner in vulgären׳ Sinne. Seine Ausführungen waren auch frei von Phrasen: er hat blos trockene Tatsachen ausgrzühli. Aber diese Tatsachen haben wirkliche Freude שב-זה של נע־ה und große Begeisterung hervorgerusen. ES wurde auch dem Präsidenten für seine segensreiche Wirksamkeit einhelliger Tank und Anerkennung au:- gesprochen. Die aus verschiedenen Landesgegenden versammelten Repräsentanten berichteten auch von der gehobenen Stimmung, die allenthalben, wo gcsches treue Juden wohnen, herrscht und konstatierten, daß seit dem Jabre 1K71 die Situation der un-gar länvischen Lrthodorie keine so günstige und erfolg verbeißende gewesen, wie heute. Und auch diele Kundgebungen aus dem eigenen Lager stnd von großer Bedeutung. Hierzulande befinden!ich itümliuj mehrere hervorragende Gemeinden, die. obwohl auf orthodorer Basis konstituiert, in kritischen Zeiten dennoch mit de» Gegnern der Srthodorie gehalten. Die Geivalthaber in dielen Gemeinden sind neolog durch und durch und machten sich cin? Ehr« daraus, der neoloaen Landeskanzlei bei jeder sich darbieten den Gelegenheit Handlangerdienste zu leisten. Diese ortbodoren Gemeinden man sollte es gar nicht glauben — haken in früheren Jabrcn gegen die Er folge der Drthodorie Proteste erhöhen, die Autorität der orihodvren Lcmdesvertretuug fhstrmatisch!!nk?r. graben und mit dem Hinweis auf die desolaten Zustände, bei der Kultusregierung zu wiederholten Malen um die Dekretierung eines einheitlichen Judentums pen:ionicrt. Seitdem die neue Aera begonnen, ist es auch in diesen von der Rcologie stark saturierten orthodoren Gemeinden friedlich und still, obwobl das Srgan der neologen Landestanzlei diese ״großen" und ״intelligenten" Gemeinden zur Tppo sition gegen die neue Gestaltung der Dinge aus gestachelt. Im Verlaufe der meritorischen Beratungen wurden folgende heilsame Beschlüsse gefaßt: In die orthodore Landes Revräsentanz sHunderter-Ausschnß» dürfen nur solche Mitglieder orthodmer «^emcknven gewählt werden, die nebst be wahrter Gestnniinastiichtigkeit die des Sabbats strenge beobachten. Tie orthodore Landesrepräsentanz wird demnächst einberusen, um über die restlichen Teile der Organisationsergäniuna zu beraten und Beschlüsse zu fassen. Tie Landeskanzlei wird autoristert. im Namen der orthodoren Gemeinden bei der Kultusregierung zu petitionieren, daß die jüdischen Schüler der staat licken und kommunalen Elementar- und Mittelschulen am Sabbat und Festtagen vom Schulbesuch dis» vensiert werden. In einzelnen Schulen Hai dies der Kultusminister — in Volksschulen mit Rücksicht auf die örtlichen Verhältnisse schon gestattet. ES sei aber wünschenswert, daß diese Dispense zur allgemeinen Geltung und auch auf Mittelschulen ausae» dehn« werde». In diesem Belang, mied daS ortbodoxe Präsidium mit einer alten Sünde der neologen Landeskanzlei zu kämpfen haben. Der Intervention dieser ״jüdischen" Behörde i>! es nämlich zuzuschreiben, daß der Kultusminister zuerst nur Söhne der Rabbiner und Schüler, die sich dem Rabbinerberufe widmen wollten, van den schriftlichen Arbeiten am Sabbat befreit wissen wollte. Nach» her wurde dieses Recht de« Ansuchens um Dispens allen Eltern eingeräumt. Das ganze Ver'abren;it aber mit solchen Schwierigkeiten und Formalitäten verbunden daß in den meisten Fällen die religiösen Intentionen von Lehrern und Kindern gleichmäßig ausgespielt werden. Rur ein Dispens vom Schulbesuch am Sabbat und Jomros kann diesem Nebel abhelfen. Die neologe Landeskanzlei wird dies ganz gewiß hintertrriden wollen, aber es ist diesen Herren schon so manches nicht gelungen: vielleicht gelingt« ihnen wieder nicht. Die Pens ionsfrage der jüdischen K u l t u 4 d e a m t e n in orthodore» Gemeinden wird als eine der ivichtigsten Aufgaden der Ungar ländischen Lrthodorie anerkannt. Die Landestanzlei. die sich mit den Vorarbeiten schon seit geraume: Zeit beschästig», wird beauftragt, der im Mai abzu haltende» Jahresversammlunq der orthodoren Landesrepräsentanz diesbezügliche konkrete Vorschlage zu unterbreite», um diese hochwichtige In stitution ehesten», ins Leben zu rufen. Die Jeschibah Frage wurde mit großem Ernst in Beratung gezogen. Es wurde beschlossen. a i r r V M ö u > i ch i aufzubieteu. ׳.!m das Betteln der Backurim ein für allemal aus der Welt zu schassen. Die demnächst statisindenv« Landesoer sammlung wird eine Unterstützungsanstalt in's Leben rufen, de!en wohltätige Wirksamkeit sich auf alle Jrschibos im Lande erstrecken werde. Seit mehreren Jahrzehnten erzeugt die Budapesier W-lzmüblc Pesach Mehl unter Aufsicht hervor raacnder ortbodorer Rabbiner. Es war allgemein bekannt, daß dir Walzmühl Gesellschaft siets große niaicrielle Dvser gebracht, un« den .׳itnellen Ansvrdrr unqen zu entsprechen. Diese Mühle ist auch beute noch die anerkannteste Bezugsquelle für P»!achmehl. auch außrclnclb der Grenzen dieser Landes. D'.e masigebenden Faktoren sind auch der Meinung, daß rin kleineres Unternehmen mil geringem Umsatz nicht imstande ist. den religiösen Wünschen bei den verschieden«» ko-ispieligen Neuanschaffungen, die zu ׳:rachen sind, in ausgiebig»!» Maße zu entspreebrn. Diese Frage wird nuniaebr auch sowohl vom sinan zicllen wie vom rrligiousgesetzlichen Ltandvunkie der Löiuna zugesübri werden. In allen Fragen l!e7rsckte wohltuende «Unmutig feit. Die Verhandlungen, welche sich von Anfang an bis zum Schluß in parlamentarischen Formen be wegten. machten unter der geschickten Leitung Frankl*- einen überaus günstigen Eindruck. Mit herzlichen Glückwünschen zu weitere׳- teqknsreicher Wirksamkeit wurde von dem Präsidenten die l. Konferenz des ortbodoren Lande-sausschusses geschlossen. und Nachrichten. Deutsche« Aletch Auhk ist die erste Bürgerpflicht! <Vvn unserem Korresoandenten.) Breslau. 4. Febr. In meinem letzten Briese sprach ich die Hofsnung aus, daß man für die nächsten Wahlen auf einen größeren Erfolg der konservativen Sache hoffen darf, wenn daS einmal wach gewordene Interesse für die Vorgänge in der Gemeinde bei den Mit gliedern erhalten und genälki wird. Tiefe Hoffnung scheint sich nicht zu erfüllen. Schon jetzt, wenioe Wochen nachdem die Würfel gefallen stnd. ist das Interesse fast erloschen: schon jetzt kümmert man sich kaum mehr um das, was vor so kurzer Zeit noch in so heißen Kämpfen umstritten ward. Die vor wenigen Tagen vom ״Verein zur Ford. d. Interessen der Sr.n.-Gem." behufs Berichterstattung und Dikussion über die Wahl einberufene Versammlung 61

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