Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 7 (15.2.1906)
- Date
- 1906-02-15
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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ttr 7. Ente 4. Ter Israelit. I >. Februar 190*>. Brrfaffer selbst zugibt, das einzige Mittel ist. das jüdisck^ Bewußtsein lebendig und stark zu erhalten. Der ganze Rrligivnsuntrrricht, sagt er ganz ricktia, der in der Schule erteilt wird, ist nutzlos, wenn das Leben der Lehre nicht entspricht. ״Was soll das Kind davon denken, wenn es in der Schule über die Heilighaltung des Sabbat belehrt wird und zu Hause gar keinen Unterschied zwischen Sabbat und Wochentag sieht? Das Judentum ist keine Katechismusreligion. die in ein paar wöchentlichen Lehrstunden erlernt werten tonnte. So großer Wert auch auf das lernen gelegt werden muß. so ist vom die Ueöung die Hauptsache. Wenn es daher nicht gelingt, den religiösen und den frommen Brauch dem ,üdischen Hause zu erhalten, dann wird das in der Schule Erlernte ein toter Schatz bleiben." Die Worte ..fromm.'n Brauch" sind in Samters Buch fett ge druck!. Man siebt, der Berfasier erblickt in der Rück kehr zur Ersiillung der Gebote, um jenen Ausdruck ins Jüdische zu übertragen, letzten Grundes die ein zige Möglichkeit zur Erhaltung des Judentums. Herr Dr. Samtcr jieht, wie aus dem Wort vom ..frommen Brauch" und noch manchen anderen Stellen r-:--a (.*4.:*» .י).,..,!״u traditionellen Judentums, das ja auch lediglich die Brrpflichtungskraft der Thora als des göttlichen Eie setzec und der תנכית ־ענדנו ז י als der?lnordnungrn der von der Thora bestellten Gesebesbehörde den Grund für die Beobachtung der Mizwotb erblickt und für das jede Erwägung über das Bec bälrnis der ' religiösen Betätigung zur Er Haltung des jüdischen Balles füglich außer Betracht bleiben iann. Richtsdrstoweniqrr muß die Richtig teir des von ihm Ausgrfünrirn unerkannt n-erden. Das. >״a-- man das jüdische Bewußtsein nennt, ist ein Abstraktes. das den mannigfachen Berinchungen der Zeitläiise gegenüber nimmermehr standhält. Die Macht der Idee allein nt zu aermg. In der T a t muß die Idee ihre lebendige Berkörperung finden, in der sich immer wiederholenden, niemals unterdroch'ncn praktischen Bewährung muß sie ovjerriv, simrvar und faßbar zur die Anschauung ge׳ macht we-den. ivenn sie nicht über kurz oder lang, kaum erwacht, wieder dem Geiste entschwinden soll. ״In früheren Jahrhunderten, sagt der Vertaner, war da; Judentum durch seine Verschanz ung mir Zeremonien eine unbezwinglict>e Festung, u* *I 1^• V » * «m «4• vr tvuuit muntuAi /fuiium'ii •יי■ versuchte." Wenn wir statt des häßlichen Wortes ״Zeremonien" Mizwotb setzen, so müflen wir diesem Satze rückvoltlos ׳.ustimmen. Die Reform, die die Verbindlichen Lee; Tboragesetzes verleugnete. hat die Fcstungsmauer niedergerisicn und damit bewußt oder unbemuß! die Iudrntavsen vorbereitet. Diese Wahrbet 1יויו1ז denen :11 (Sfri/n reden, nelck'e )>:!!׳ st Juden ׳ein - -ollen 1׳nd auch wünschen, daß ihre Racbt ׳::׳wen Iri-en seien. ohne sich jedoch zu der NeRrnabwe der iür den I״den gellenden praktischen Ge'eb.esvslichlen knisch'ießen zu rönnen. Mögen sie sich nicht täuschen und glaube,:, -ie Literaiurvereme. die Logen, die Pflegt ocr nationalen Idee im Zionismus seien em Ersatz für die religiöse Ptlichtenübunq; in allen dies-n Surrogaten für rin in 'Wirklichkeit lincrt'ctziiches ist Wohl ein E'ement enthglten, das innerhalb eines Lebens im Sinne der Tkora seine woblberechtigte Stätte sindet. das aber, für sich allein dastehend, einem Irrlichte gleicht, das dem einen Ruhepnntt suchenden Wanderer frohe Zuversicht erweckt, um sich jedoch bald als דבי• דכליב אין ב ססש zu entvuppen. fallcbe Zcblagwone. Po» Pro! Dr. 4l. Berliner in Berlin II. Es sollte endlich ernst damit gemacht werden, die bisherige Bezeichnung für die Aufgabe und Las Ziel unserer Religion, welche die treue Befolgung ihrer Boriwriiten und die gewisienhaste Ausrrckn Haltung ihrer Einrichtungen von uns fordert, aus den jü bischen Krc.scn zu verbannen, dafür aber die oon Lamson Ravdael Hirsch geprägte Bezeichnung ״Ge setzestreue" überall einzusübren. Kleinliche Bedenken, die man dagegen anszustellen pflegt, sind durchaus ad׳ .zuweisen. Mögen sich auch alle anderen als gesetzes treu gerieren oder der Gesexestreue sich rühmen, ohne hierzu ganz berechtigt zu sein, es schadet uns nicht und kann uns nicht in dem eigentlichen Begriff ^er wirklichen Gesetzeetreue irremachen. Ich meine, es müßte in erster Reibe die Aufgabe der jüdischen Blätter und Bercine bilden, überall in Schrift und Wort die bisherige Bezeichnung ״orthodox" zu vermeiden und dafür ״G e s e h e s t r e u e" zu gebrauchen. Es wird sich empfehlen, zum ersten Male eine lurze E'.llärung dafür zu geben, zugleich mit einer Berwahrung gegen alle irrigen Konsequenzen, welche daraus von anderer Seile gezogen werden tonnten. Jetzt wird aber noch die zweite Frage zu erörtern sein, »sie denn alle diejenigen, die sich immer ״liberal" nennen, richrig zu bezeichnen wären, nach den. wir ihnen, wie bereits im vorigen Artikel dargestellt, das Recht sich ״liberal" nennen zu dürfen, abgesprochen haben. Ich glaube, daß wir uns gar nicht viel Mühe zu geben haben, um eine angemessene Bezeichnung zu finden, indem wir allen jenen gegen über von sogenannten ״Liberalen" sprechen, somit durch das hinzugcsügte Wort ״sogenannt" unsere Ausfaffung von ihrem ״Liberalismus" oder ׳^*•*»{»*»**" AttäHritrfpn Rur in einem Punkte bin ich mit Herrn L. nicht einverstanden, nämlich mit seinem Hinweis auf den Aberglauben und die Kreise, in denen er sich finde!. Hierzu bedarf es aber einer größeren Auseinander setzung. __ Rabbi ZaKob Mcbua י׳זצ״ל ־ יהושע):t.) Rabbiner ווי Frankfurt a. M. Zu seinem s.P>. Todestage. (H Schema!.) , 2cb(uiu 0Vnfnh >nfrf\un hi* ו1חח י ׳-״׳—׳׳-><- ־*”׳"וי(\ **־■י***׳• - -. Urgroßvater mütterlicherseits in besten ס׳ ס:־כי שיסה befolgte Tendenz, die Erklärungen und Lesarten Raschis gcgen die Einwendungen der Tosefoth zu rkchisrrtigcn, auch als diejenige seines Werkes Pne Ichoschua. Geradezu rührend ist die Bescheidenheit, mit der er diese seine Absichten in dem Streit der Großen in Israel, ein entscheidendes Wort zu sprechen, begründen zu müssen glaubte. Er ruft Gott zum Zeugen dafür an. daß er über viele schwierige Materien, nicht nur Tage und Monate lang, sondern sogar Jahre hindurch mit Aufgebot aller geistigen Anurenguiig geforscht habe, bis er seine Forschung;- Resultate niederschrieb. Und selbst nach der Rieder schritt studierte er das Thema wiederholt nach allen Seiten so gründlich durch, daß er seinen Auszeich nungen vielfach Nachträge und zweite Umarbeitungen unter dem Titel!ק״נז־ב א־־ und כה—א "־א folgen ließ. Und bei all dieser seltenen Umsicht, Vorsicht und Einsicht schreibt er wörtlich: -ב-e--״ .יעי וה בפי כש איDafür hebe ick meine Hände zum Himmel, daß folgende Bitte noch v-i meinen Lebzeiten Gehör finde: Möge sich doch irgend ein Einsichtigcr finden, der meine gegen unsere großen Altvorderen erlwbenen Einwendungen .zurückweist und so ihren Worten die verdiente Berücksichtigung sickierlk. Wenn so durch mich und durch ihn der Höchstc verherrlicht würde, das wäre meine höchste Glückseligkeit. Ter höchste Richter kann es mir l׳e zeugen, wie ich mich den Worten der Wahrheit fügen und sie als teuerste Krone schätzen wollte. Sollte ich das Glück ljaben. meine anderen Werke berauszugeben, so will ich diesem Manne darin meine Anerkennung öffentlich aussprechen und in einem besonders zu druckenden Anhang darlegen, so und so war meine Auffastung, und so und so hat mich der Gelehrte .... widerlegt. Was ich gesagt habe, war irrig. Dder sollte ich auf die gegen mich erhobenen Bedeuten etwas erwidern können, so will ich es mit aller Ausfübrlichkeit tun. Haben doch unsere Weisen, gesegnet sei ibr Andenken, schon gesagt: Wie es kein Korn ohne Stroh gibt, so gibt es keinen Denkenden, dei nicht dem Irrtum unterworfen wäre, und Gott ver langt das Herz!" Was seinen Kommentar vor vielen anderen auszeichnet, ist die Tiefe der Auffassung, die Gründlich ')Berichtigung. Durch »in Ver,'eben hat sich in Nr. di» irrige Bemerkung eingeschlichen, daß außer dem «eburi tabr auch der Geburtsort unsere» Autor« unbekannt sei. T «eburtlort ist Ara kau. Drmnach ist dies» Angabe und I Note 2 zu berichtigen. keit der Behandlung und der Scharfsinn bei Lösung der schwierigsten Probleme, verbunden mit einer Einfachheit und Klarheit der Diktion, die jedem, mii dem Gegenstand Bertrauten, ohne weiteres vrrständ lich ist. Er verbindet die Gründlichkeit des ס־ז״ש־א mit dem Scharfsinn des סדרים שישף ohne ihren dunklen Lapidarstyl, deflen Enträtselung oft so schwer ist. wie die Schwierigkeit, die er beseitigen möchte. Er schreibt nicht, um zu schreiben, noch weniger, um zu glänzen, sondern lediglich um vorhandene Schwierig leiten zu beseitigen. Er bricht seinen Kommentar mitten im Traktat ab, wenn er findet, daß ein anderer Erklärer ihn bereits genügend beleuchtet ha!.') Findet er nachträglich, daß einer der großen Alt mcister dieselbe originelle Erklärung einer schwierigen Stelle wie er selber gibt, so kann seine Bescheidenheit kaum Worte finden, um die Freude darüber aus zndrücken.') Be-n dem Werke פכי יהושע erschienen nur die z.ver erstcn Bände bei Lebzeiten des Verfassers. Der erste Band, während er das Rabbinat in Metz, und der zweite, als er das Frankfurter Rabbinat be kleidete. Er hat noch zahlreiche andere Schriften V,:« —: Jti __. — ...״v ־,״'!«O‘׳ v1v vuv||U1uun um tue 11 MUU uuti deren Nerblcib wohl nichts bekannt iss. Es möge hier ein Verzeichnis dieser unedierien Schriften folgen, soweit sie sich aus seinen veröffentlichten Werten und aus Aeußerungen zeitgenössischer Autoren fest stellen lassen. 1. Einen Kommentar zur Thora.") 2. Borträge agadischen und halachischen Inhaltes.'- 8. Kommentar מ־ת עני zu .׳-.סבי ע־־ב־ז •:־ה •בם״־) 4. Kommentar zum Tur Choschen Mischpat?) -הבא- בהן י' ך.קונ:ז־ב בי*ל גדיל **per בפקא .rt ('-'."■:סיס ע:־; א דאת־א .7 (10.שאליה ותש־בית .3 Eine ausgedreiteke literarische Tätigkeit ent faltete er in dem bekannten Streite zwischen Rabbi Ionatan Eibeschütz und Rabbi Jakob Emden, in dem er für letzteren Partei nahm. Auch seine Söhne haben die Thoraivissenschaft durch wertvolle Beiträge bereichert und haben sämtlich als Rabbiner in großen Gemeinden fungiert.") בגי על בסב־.א סיכה יי8 לולב הגדול: אחי ז.ת הניע ליה׳ ס׳ ,׳ בסיגיות יעי׳ס נזה ד.£רר והרחיב הביאור זפירש״י-בפות תמייס יהחוספ׳ ושים-. דפוסי,יס ומפישיס לערך חבשים הסיס יב; אינו בדין שיניף ךייהזור• ע־י ול״א־י“ ריר ־«■־חי רי »-ח רויתירזות יזיוחדית ירי•. So bricht er überhaupt bei, Eomm. zu מם׳ סו:ה bei fot (3. mit der Begründung ab: לפי שראיתי בחדושי ה־־םנ״א דל שהא־י־ מאוד בהלכות הללו ו־א הניח כמעם מקום יהי-גדר לסן קגר־*• ואס ישא' מעם דולל־ מבאן עד סוו- הדסבתא דעת• לבאי בין שא־ רקום־ שלי אייה •אחד ימים ר־ים שכתבתי כ־,.,ר.-: ס:־י סי־• ם ק דבנילו־. ,2 איסת״ע מילתא שהוצרבתי לעיי; בל• הרוקד דל. ושס מצאתי את שארבה נפשי בעני; עשית אלפי ס בב־ בס•־ ניב ממש, על הדרך שבת בחי בא; ולא חסיתי ימי; ושמאי* ונתתי שמחה ,גדולה בלבי ממש ביוב מועד בידיאת המגילה שלבית• לבוי; "דעת הנדויי בעל רותח ויל שזבה -׳־היק ואוי׳ בר מזל" אנא ירא מיל־א וידעתי ב•1, ספק שדביי התוס, בא; יצאי מפי קדוש .של בעל הרוקח בעצמו שדיה ביב* דכמי התוספות בנודע 3) Erwähnt von seinem Sahne Arie Lab Rabbiner d« Hannover, i» der Avvrobativn -הסכמה» Zu11 1״t Zh. de« פנ״י C Ebenso »cm R ch- I. D.Asulni in סי מ^ערסת ספרים unter פ:י יהחסע 4) Wiederholt ermähnt in פניי לסיבה דף ביה 5) Diese» Werk kündigt der Vers, in der Vorrede.,»in (. Bande an. — Der Komm, zu עירוב; ונרה ist niemals erschienen, von יבמות nur eine N-nlinseite in den ריקומיס des .חלק ד מסי פניי ח׳ד מם׳ פניי ז,,ה (<ו findet sich nur der Kommentar zu ם" יים bis סי' מ־נ. die סי' פיג סיה ופיח. Ter Kommentar erstreckte sich aber ohne Pweisel auch ans andere leite des Tnr choschen Mischpai. In פניי לנים״; רף סיג wird eine bes. Abhandlung zu ,חימ סי׳ ני mit den Worten erwähnte •מבואר אצלי באייכות כקונטרס שחברתי בעני; השליש בדיני ממוני סחים סי :'ז. 7) Erwabnt .פניי לסוכה דף י’ח ודף נ־א א) Eitirt סנ׳י לכתובות ד* י־נ לקידושי; דף כיב ורף סיהיוקונטיס אה־ו; ’לבתובות דף סי די• •י ב דף י־ד ו״גם"; דף ב׳.!» Erwähnt in der Vorrede znin l. Bd. u. in;קינמרס אתרו לגיטץ דף ב׳. 10) Erivahiit auf dem Titelblatt לסי פני׳ ח'נ ferner .פניי "כתובות ד" ייג ב ב ב־ג ס In den שו־ת שב יעקב ח־א findet sich תשובה מיח »j,, lebhafter Wechsel von שדת mit unserem Autor, xin lener Leit, in der man mit Erteilung von Titeln und Würdcn noch nicht so freigebig ivar. spiegelt die blöke Anrede die Hoch- »chtnng und Berrhrung wieder, welche zeitgemäße Autoritäten Rabbi Jakob ösoschua entgegenbrachten. Sir lautete אל הר הכור ונבעת הלבונה מימיני לב חכס חכמתו בהה; תרונה נבר דבולה ביי דמנו יהד ממנו סיבה מבשר צדק בקהל יב דורש ישינה היד. אויה ידידי מחיי הרב הגאו; המפורסם מקשה' ומסרק סותי וברנד. זק; ויושב בישיבה מרבה חכמה וניגר. אב׳ר ור־מ כש ה מהור־ר •ושי! נוו ׳»•ר ■באיר החמה וה״בנד. Eine andere zeitgenössische Eelebrität Rabbi Joseph Stein» Hardt in Oiirtö eitirt in seinen שרות זכרו; יוסף ח' אה״ ע תשו׳ גי Stellen au* 0׳ פני יהושע, um sie für eine zu tressende Entscheidung zu' oeriverten. noch bei Lebzeiten R. Jakob Joschua׳«. 11) l. RabbiArteh Löb nach dem Tode seine*Vater* Leiter der Jeschiba zu Frankfurt a.MLpäter in Hannover verfaßte Novellen zum größten Teil de* Talmud« unter dem Titel ני אריח», ferner rrv unter dem Titel "באור יש-א und ססי בחינת עולם al*