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Der Israelit · 1906-02-08 · 6 (8.2.1906) · p. Seite 12

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
6 (8.2.1906)
Date
1906-02-08
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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Wt 4. ©fite 12. Der Israelit. 25. Januar 1906 letzte Titel über die ,Erbfolge" in Betracht, der mit dem bekann'en tkottrsspruch an die Töchter de- צלסחד «IV. Buch Mos Kap. XXVII) deg'nnt. Dr. Trieb«, ein katholischer Theolog, hat sich mit der Lex D«i bereit» in seiner — unnicht bekannten — HabilttationSfchrist befaßt > 1!U)2). — v)n den vorliegenden,Studien", dir da« ,Imprimatur" de« Freiburger Erzbischofs erhalle» haben, beabsichtigt er, ,dir tür eine» Sanonifttn wichtig« Frage ז» behandeln, ob und inwieweit die Le» Hei al» eine Quelle des späteren kanonischen Rechts angesprochen werden könne". — Au» dem vorliegenden ersten Heft ist noch in keiner Weise zu rninebmen, ob der Verfasser zu einem pofitiven Ergebnis uns dünkt «in solches nicht wahrscheinlich kommen wird. Was der Verfasser hier gibt, ist ber Versuch einer Darstellung der «beschichte des römischen Strafrecht» im Anschluß an die Titelordnung der Lex l>ei. Die ersten drei Titel der Lex Dei betreffen Tötungsdslikte. Körperverletzung und Verbrechen gegen Sklaven, und Triebs beschästigt «ich demgemäß mit der Ent Wicklung dieser Deliktsarten bei den Römern. Man hat dabei allerdings aus Schritt und Tritt de» Eindruck, daß diese Aussätze der ,Lex Hei" um dir durchaus nicht logische — Disposition enlnedmen. im Uebrigen richtiger al» .ctudien zur «beschichte des römischen Strafrechts" bezeich net wurden. Al» solche sind ne übrigens nicht durchaus einwandssrei. Ti« Methode der Analogieschlüsse au» anderen »idogernlanischen Rechte» ist z. B. manchmal recht bedenklich, ^sudem leide» die juristisch begrifflichen Auseinandersetzungen vielfach an niangelnder M larbett und Präzision Hier ist der Theologe dem Siois nicht gewachsen. Daß er auch die Sprache nicht besonders meistert, empfindet der Leser nur gar zu oft. Sprachliche Verstöße enthalt das Buch in Menge ..Deutsche Sprach schwere Sprach", auch tür manchen deutschen llniverütätsdozente». St. PurimqueU» geilessen aus der ,Jeder von Salomo» Eoldichmidt: Perlag von A. woldichmidt, Ham j durg Ein uiiiNlcres Büchlein ist der PurimqueU. das keine höheren Ansprüche!teilt, das aber »n sprudelnder Laune ge schriebe» ist. c^ciellfchaslen, die Stofs für eine Purimaus tüdrunq wünschen, sei cs bestens emptohlen. ״ Rriofo W• M, VW»« V«, MLP ■ ■ * ■ * an RbraDam Mudr. Beulhen, am 8. Sivan 7>5!W. ,1. Juni l->:i>). Sehr iverrher freund! Irdr schriftliche Unterhaltung, die sich nur über das Alltägliche erhebt, kenn uns einigermaßen von der Notwendigkeit einer ,)7:-חח שבצל »ח überzeugen. Vnn *n»r K^TK «ז?ייו *.י* •» k *! — *7 * י־ “•* J »*•y » »v*•»* Vk 11111 ‘VVtUV •i nicht imstande sind, uns deutlich und klar euszu drücken, so daß der Leser ganz dasjenige fühle, was wir beim Schreiben sagen wollten. So bin auch ich — wahrscheinlich durch meine Schuld — im letzten Schreiben unrecht verstanden worden, und habe mir dadurch so manche Borwürfe zugezogen. Ich habe G—6 Zeitschrift gelesen und lese auch die Zeitung des Iudenthums, kenne daher die anmaßenden, jhc'.lS lächerlichen und ungestümen Forderungen der jetzigen Reformer. Wenn daher von Reform die Rede ist. wird mir immer der wahre Gesichtspunkt verrückt: unwillkührlich glaube ich, jenen frechen Anstchten b« segnen zu müssen, was aber natürlich zu Ähren be scheiden?» Forderungen gar nicht paßt, und so muß allerdings Unverständlichkeit die unausbleibliche Folge sein. Ich will daher nur mein voriges Schreiben tu richtigen. und ich hoffe, daß wir dann beinahe ganz einverstanven sein werden. Ich fange da an. wo sich Ihr letztes, geehrtes Schreiben endiget, weil mich jener mir gemachte Bor׳ wurf am schwersten trifft. Ich habe nämlich gesagt, daß heutzutage, wo alle Kirchenmacht unter Juden aushört, auch das ע־־בית nicht mehr verbindlich sei. Dem widersprechen Sie feierlich, und glauben mit Mendelssohn, KilchiNwacht bestehe nur im Belehren, ע-בש hingegen im Bewußtsein, daß Niemand für sich allein tuaenhaft sein könne u. s. w. Fern sei es von mir. so lieblos zu denken, und Zwang der Belehrung vorzuzkichnen; vielmehr halte ich es für Pflicht, aus iede nur mögliche Weise, zumal durch sanfte Zurechtweisung, das Seelenheil unserer Neben- Menschen zu fördern. Wie schön erklärt בעל בינח cStיעודב:'* ב־צ—, דד ד־ב• א,,* נס וו״:״ ״ ,Soll Gott an den Wegen des Mannes Wohlgefallen haben, so muß er auch seine zGotteS» Feinde mit ihm 1) Mündliche Lebre, Tradition. « ־'^ "» Der«, reli'i'.pff Bortraae e»U»altend. a. 5t. B'arlat) Elrga. Rabbiner iu Benrdiu im 1«. Jahrhundert. 3) Vrov. Ifi. 7. aursöhnen." Aber von Belehrung kann jenicht die Rede sein. Leuten gegenüber, die mit dem Doctordiplom die Allwissenheit erwerben, die jeden Orthoboxen für eselsdumm halten, und welche sich nicht entblöden, die Ausübung des Ceremoniells dem מדבם und Mendelssohns, als Jrrthum, zu gute zu halten. Unter solche,« Umständen könnte nur offene Fehde und bitterer Haß die verdiente Erwiderung sein. 4)ד.לא סשנאיך ה׳ אשנא 'סתק-סם־ך אוזקושס. Da aber Haß und Erbitterung nicht mehr bessern können, so sind wir davon entbunden, können gleichgültig hören und sehen, ohne uns in Streit einlassen zu müssen; das ist es. was ich eigentlich sagen wollte. Mendelssohns Meinung von Kirchrnmacht ist nach dem Talmud gewiß nicht die richtige, so sinnreich er sich auch aus der Schlinge windet. Es hat seine Nichtigkeit, daß religiöse Gesinnungne nicht erzwungen werden können, daß ferner Handlungen, ohne religiöse Gesinnung, keinen Wert haben: aber schon ein Alter sagt, der Mensch ist ein Gewohnheits thier, will und kann sich nicht von Gewohnheiten ohne Noth lossagen: man überzeugt sich aber schioer von Dingen, die unseren Interessen, Gewohnheiten und Vergnügungen entgegenstehen. Hierzulande wird man von Hunderten gewiß neunzig überzeugen können, daß Diebstahl und Raub ungerecht sind: dies würde aber dem Cook nicht so leicht geworden sein, wenn er den Insulanern Otaheiti's. durch lleberzeugung das Stehlen hätte abgewöhnen wollen. Die Kirchen^ .lucht soll also nur Handlungen unterdrücken, welc.'e, »venn sie zur Gewohnheit werden, dadurch die Ucdrrzeugung erschweren und verhindern; die Ueber- ״׳..gung selbst aber kann nur durch Belehrung erzielt werden. Es kann zugegeben werden, daß der Miß. brauch der Kirckenmackt sehr schädlich ist, ja schädlicher. als der Nutzen, der je durch Kirchrnmacht zu erwarten steht: dies jedoch rechtfertigt deswegen nickt die aosoluie Abschaffung jeder Kirchenmachi. Auch der Mißbrauch der Gifte überwiegt jeden zu erwartenden Nutzen derselben: deswegen hat man nicht den Gebrauch der Gifte aus der Medizin verbannt. ערביה übrigens ist, meines Erachtens, sehr einfach Die Pflicht, das moralische, wie das physisch« Heil unserer Nebenmenschen nach Kräften zu fördern, so viel Gutes als möglich zu veranlassen. Böses aber zu verhindern. Die Berabsäumung dieser Pflicht wird uns zur eigenen Schuld angerechnet. Sie glauben ferner, daß ich meine Behauptung ldaß Zeremonialgesehe die Hauptabsicht der Offenbarung sind) nicht ernstlich verteidigen werde. Warum nicht? Ich sagte nicht, daß jene das Wesentliche der Religion ausmachen; aber sie bedurften am n«eisten der Offenbarung, da sic nicht wie die ewigen moralischen Pflichten durch Bernunftschlüsse zu ermitteln sind. Daß sie nicht in den עש״-. חדבייה enthalten sind, das thut nichts. Die ganze übrige תירה ist eben so gut Offenbarung, wie die "עש־ר. ה־בי•־ und die הויח in Summa enthält gewiß gegen eine einzige Moralpflicht zehn ceremonielle. Und was könnte Göthe einwenden, der andere עש—. —ביות als die bekannten annehmen will — nämlich 2. Buch Mosis 34, 16—25 —- welche größtentheils ceremoniell sind? — Was übrigens Ihre Klagen über Vcrnachläst'igung des öffentlichen «Gottesdienstes, über Aberglauben und geistloses Handeln anlangt, so sind Ihre Klagen leider nur allzugerecht, und unter der Bedingung, welche Sie vorausschicken: ״Sie fordern vom Rabbiner und Talmndisten keine Dispense von irgend einem Ge- oder Verbot," will ich gern jeden Verbesseru n g s -. wenn auch nicht R e f o r m s plan unterschreiben. (Reform ist ein sehr uneigentlicber Nusdruck. Das Judenthum bedarf keiner Reform: und kann auch eine solche nur durch Gott selbst, den ersten Gesetzgeber erfolgen; Verbesserung. Belebung und Begeisterung allein thut uns Noth). Aber leider 4)!ללחה אי rr —בא בניס ע־ דש. Es fehlt zu unserer Wiedergeburt ein tüchtiger Geburtshelfer wie -ישיב נדב;- u. drgl. Unsere großen Männer, voll achter Frömmigkeit und talmudischer Gelehrsamkeit, sind befangen, furchtsam und steif; unsere Reformer aber verdienen unser Zutrauen nicht: ihnen können wir uns nicht in die Arme werfen. Sie wollen, was sie uns mit der einen Hand geben, mit der andern zehn- 4) Vs. 139. 21 ™י""“ 5) 3fU37. 3. fach wiedernkhmen, sie wollen das Judenthum auf die Synagoge beschränken, außer ihr aber nichts da von wissen, sie verläumden das Judenthum und die Judenheit unverschämt, heucheln Frömmigkeit in Liturgie und Eultusformen, treten das übrige Ge setz aber niit Füßen. — Wer am Sabbath andächtig der Orgel und Predigt zuhört. כל העושה בו מלאכה 6) יומת aber, gestützt auf abgeschmackte Hypothesen für unverbindlich hält, von dem heißt es: ם* בקש זאת 7) נדדכם יסש חציי Kurz auf die meisten jetzigen Rformer findet jener Spruch des Propheten Än tvendung, ")הסתר־ש־ב והפטה~ם א־בליבש־ תחדד u. s. w. Ich bin den Verbesserungen nicht abhold: aber ein an erkannt frommer, ächt jüdisch religiöser Mann muß die Reform leiten, wenn sie uns Heil bringen soll; wir müssen die Zeit abwarten — על נד לכו לחשוק — Das Axiom: כל הכוס־ בעיו יכו ist ursprünglich aus dem ב^יי zu finden 9)ילקוט ם׳ שלח רסז קיצה. Ihre Ansicht von נלות ist sehr herrlich, und scheint mit חוחי חדל zu correspondiren, welche sagen:יא ככלי ,0)־ש-אל לב•; חא־נדד. אלא ב־י ש־־ובש־ עליחס גרש kann aber deswegen immer als Strafe dienen. Darin liegt ja die Allweisheit, vom Bösen den möglichst wohlthätigsten Nutzen zu ziehen, und zwar nicht ge rade als Strafe für die Sünden unserer Voreltern, sondern weil wir nicht Verdienste genug haben, die Erlösung, die jetzt ein wahres Wunderwerk wäre, herbeizuführen. Mir könnten vielleicht, wenn wir es verdient hätten, als Muster dastehen, daß die wahre Religion Ruhe und Glück ihren Bekennern verschaffe, und diese, selbst i!n höchsten Glück, sich gleich bleiben, nicht in Uebermuth, Ausgelassenheit und deren Folgen verfallen: da wir aber das Glück nicht verdient haben, so müssen wir, zur Ehre Gottes, durch verdiente Leiden seinen Namen verherrlichen, und nach Ihrer Meinung, d׳e Absicht Gottes erfüllen. Die angeregte Stelle im re ־שיבם הל' עב־ש verdient gelesen zu »vrrven, vesonvers --הלכה ני. Sie werden wenigstens sehen, man muß gerade nickt unsinnig sein, uin die dort ausgestellten Ideen zu haben, sondern man kann so vernünftig sein, wie רנדבם und doch der Toleranz eine Grenze sehen. — Noch Manches, ja noch Vieles hätte ick zu schreiben: aber während ich dies schreibe, erfahre ick, daß ick vielleicht künftige Woche in Pleß zur חתונח sein werde. In diesem Falle werde ich Ihnen dies Schreiben selbst überreichen, und das klebrige mündlich ergänzcn. Leben Sie wohl! Genehmigen 1feit d«e Versicherung meiner Hochachtung, als Ihr wahrer Freund I. Deutsch. (i) 2. B. M 35, 2. 7) Jes. 1. 12. 8) des. UN. 17. 9) Soll beifee» •. רמז ודכמיח 10) Pekaaüm 87. 2. 2eit ungefähr dreißig Jahren lese ich in meiner Ke meinde am Sabbath die Sidra vor. SlelS ist mir aufgefallen, daß in manchen Cbumoschim das Work ב״ in dem Satze 'בך י"! ישי' ויי mit Rebiab und in manchen Ebumoschim mir «*e.scvajim bezeichnet ist. Sogar die Ebumoschim aus ein und demselben Perlage, z. B. dem Rödel hrimer, zeigen diese Disserenzen. Kann ein Mafforet mir sagen, welches Tonzeichen das richtige ist? Kantor L. . . . Tic Frage: ob im Iehi Rozaun beider Neumondsverkündigung der Tert Tbefilalb Raw oder Tbefilath Rabbim beizubebalten sei, glaube ich dahin beantworten zu können, daß weder Tbefilath Raw, noch Thefilath Rabbim gesagt werden sollte. Im Talmud Iernschalmi Sabbat lss'l, ist verboten, am Sabbat für Parnosso ein Erbet zu verrichten. Auf «•«)rund dieses Jeruschalmi haben viele diese Tbefilath Raw am Sabbat zu verrichten untersagt, weil darin (Cf**'«**« via«•#******«♦ zur obigen Stelle). Da wir aber doch auch das Gebet Iekum Purkon, in welchem wir auch für Parnosso bitten, an jedem Labbat verrichten, so ist es klar, daß blos der Iochid nicht am Sabbat für Panossath Iochid beten soll, hingegen Rabbim auch am Sabbat für Parnossath Rabbim ein Gebet verrichten. Demzufolge wurde die Thefilatb Raw kür!שיח כששברכין ו־וחוחש beibehalten, weil hier nicht für den Einzelnen Pannssso erfleht wird, sondern für den Klall Jisroel. Die Worte רבים n'CH מבית wurden im Druck hiuzugefügt. nicht um fie beim Verrichten der Thefllatb Raw zu sagen, sondern dloS um den Betenden darauf hinzuweisen, daß roenn auch sonst verboten ist, am Sabbat für Parnosso ein Geber zu verrichten, doch ein Gebet für Parnossath Rabbim erlaubt ist, wie es ja auch gestattet ist להכריז אבדה וציב׳ הרבים au. Sabbat. Vergleiche ביה יוסף א״ח ם״ שםיא und Sidur Hammhogim z« Sabbat dt"0 'וסי 'D 'וירק אשר סי ca lernen Schlick, Bezirksrabbiner, Karczag.

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