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Der Israelit · 1906-02-08 · 6 (8.2.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
6 (8.2.1906)
Date
1906-02-08
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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crans m ED-G. Rabbi Jakob Jofcbona זצ״ל. «rrv סני. R«bbi«»r z« #r«Rff1trt a. M. Zu feinem!50. Todestage. (H Sdjeujat.) iörr;זהיז Raddi Jakob Josua? Biele von den jenigcn. welche sich in seine Schriften vertiefen und feinen hohen Gedankenslug anstannen, würden di״ Antwort schuldig bleiben, wenn diese!?rage vnver mittelt an sie heranträte. Das ist eine jüdische Eigentümlichkeit, über dem Werk den Meister, über dem Gedicht den Dichter und über der Wissenschaft Len einzelnen Gelehrten zu vergessen, der sie bereichert und ausgcbaut hat. In ausserjüdiscben Kreisen treffen wir den vollendeten Gegensatz. Dort begnügt man sich nicht mit den klastischen Erzeugnissen in -Oferntur und Kunst, sondern tritt auch den Autoren näher und macht ihr Leben, ihr Schaffen, ihre ganze Entwicklung'zum Gegenstand eines Studiums, das in seiner Emsigkeit in das kleinste dringt und nich: selten bis zur Kleinlichkeit ausartct. Beideist ungemein charakteristisch. Weil die Schöpfungen der ausserjüdifchrn Klassiker Erzeugnisse und direkter Ausfluss ihrer Individualität sind, muss man diese kennen, um jene zu verstehen. Und weil der Gegenstand, der unsere jüdischen Klassiker beschäftigt, ein gegebener scststehender, von Zeit und Raum, von Indwidualnäf und Persönlichkeit vollständig unab hängige! ist, deshalb kann Eharakter, Perlon und ׳elbst der beste Name der einzelnen Geisteshelden immerbin zurücktreten, ohne dass das Verständnis und die volle Würdigung ihrer Leistungen davon der'niruchtigt oder auch nur berührt Wird. Deshalb numdert sich dos Goiieswori, wenn man nach den Namen seiner Sendboten, die irrelos und ohne Ab weichung in seinem Dienste stehen, auch nur fragen inochte. Deshalb gibt es z. B. für den Dichter des Liedes, aus besten Schwingen wir uns jeden Morgen zum cb׳r א־־ן erbeben, leinen grosseren Triumph, als dass sein Gebet so vollständig Gemeingut der jüdischen Diaspora geworden ist. dass sic über dem Gedicht den Dichter vergessen hat. Dielen, vielleicht den meisten ״cn denjenigen, welche von ."בע־1 הי1::־" :77ל an bis zum מן *:-דש und טדי זהב hinab die dort nikdergelegten Geistei-schätze sich angeeignet baden und sie beherrschen, isi der Name de- Bersassers siemd, oder doch nicht sehr geläufig. Den *r־״' •:c kennt jeder, der irgend welchen Anspruch auf .Kenntniö des Talmud und seinen Ertlärrrn mattst. Aber dass der Perkasser dieses gefeierten Riesenwerkes der frankfurter Nabdm-r Nabdi Jakob Josua ist. das ׳st vielen vielleicht nur dadurch etwas geläufiger, weil der Bersasser seinen Namen in demjenigen seines Werke? verewigt bat.') 1) Dir Wiffenfchaft. weich« di« in unterer heiligen Literat) nirdergelegten GeiftrSfchatzr ignvrirend. sich mehr rinrr Nome rlatur ibrrr Autoren »uwendet und sich dennoch dir liidifck Wiffenfchaft nr,״««'* nennt. Iflfet fetbi! auf dirfrr Ihr Tonrän» di« grwistendaflr Genauigkeit vermlfie»!. dir dri brn r« Wer wirilich jüdische Wissenschaft treibt, d. h. wer in altfränkischer Weise lernt, wem täglich, stiindlich. so oft er die Folianten aufschlägt, eine neue Gottesofsenbaliing wird, die täglich, stündlich das alte Gottesworr aus dem Reiz unvergänglicher Iugend^ris-che au«stattet, der überträgt, ohne es zu wissen oder zu wollen, diesen ewigen Jugendreiz des Goiteswortes auch auf seine Träger und Lehrer. Sie leben so greifbar vor uns in den Blüten ihres Lebens, welche sie uns in ihren Werken reichen, ihre Rippen bewegen sich noch >m Grabe, wenn ihre Wort! über unsere Lippen gehen, ihr Sinnen und Denken beeinflusst fortgesetzt so direkt und unmittelbar unser ganzes Geistes- und (ssemiitsleben, daß wir gar nicht an ihre Abgeschiedenbeit oder gar an ihre Deriäbrung glauben können. Daß der Pna Joschuah, der uns. vor einem schwierigen talmudischen Problem slebenb. ratend und aufklärend zur Seite Hebt, um uns spielend über unlösbar scheinende Schwierigfrifrn mit seinem Scharfsinne hinwegznhelfen. dass dieser Pna Joschuah schon seit 150 Jahren nicht mehr unter uns nxileit sollte, daran muss man erst geniahnt werden, wenn es einem zum Bewusstsein kommen soll. Am 16. Januar 1756 — genau am Todestage des Bne Ioscbiiah — kam der Vertrag von W c st m i n st e r zustande, welcher ein Bündnis zwischen Preussen und England besiegelte. Aber selbst der Historiker von Fach empfindet die Kluft der anderhalb Jahrhunderte, welche zwischen dieser be deutsamen Etappe zum welthistorischen Ereignis des siebenjährigen Krieges und unserer Gegenwart klafft. Diese Entfernung und Entfremdung, die sonst ein Zeitraum von 150 Jahren bedeutet, muß man an irgend einem Beispiel der allgemeinen Geschichte veranschaulichen, b»r.n dem Fachmann der jüdischen Wissenschaft ist sie fremd, wenn ihn sein Studium zum Leben und den Schriften eines Geisteshelden führt, der wie der Pnc Jehoschua vor anderthalb Jahrhunderten lebte und wirkte. Dieses Leben und Wirken unterscheidet sich nur tvenig von demjenigen zahlreicher Zeit- und Schick-׳ salsgenossen. Die Nachrichten darüber sind überaus spärlich und nur aus gelegentlichen Aeusserungen und Bemerkungen in den zeitgenössischen Schriften und besonders aus denjenigen des Autors zu schövsen. Heber Geburtsort und Geburtsjahr fehlt es an jeder positiven Angabe?) Als seine Lehrer nennt er selber Rabbi Zewi Hirsch und Rabbi Moscheh Pinchas Eharis aus Lemberg?) Er war zuerst Lehrer, Leiter der Jeschiba, Vorsteher und Rabbiner zu Lemberg, dann in Lisko*). Berlin. Mess, und Frankfurt a. M. »chen Forschern der wirklichen jüdischen Wistenfchaft als srlbstverständliche BorauSfrtzung gilt. — So nrnnt rinrr ibrrr Hauptvrrtrrtrr. (griff!, b«n Hridrn unjxrrr Darstellung Jakob Joschua Falk- Dirsr Beifügung brruh» auf rinrr Berw-ch»Iung mit Rabbi Jrha'chua Falk, dem Brrfaffrr de« nmn rwm, brr all Rabbinrr oon Lrmdrrg vor RX) Jahren lrbt« trr starb Tyr). Drr Frankfurter Rabbinrr Jakob Josua hat drn Namen Falk In den van ihm erbaltrnrn Unterschriften »i« geführt und dirfrr wird auch nicht von drn IritgenoNen gebraucht. 2) *rät nimmt dir Heit um 1780 al» dl« drr Geburt an: er hätte dann rm Alter von -0. 78 Jahren errricht: abrr dirsr Er ist der Verfasser mehrerer gross angelegter Werte, von welchen jedoch nur seine Novellen zum Talmud und ein Kommentar zu einigen Kapiteln des Tur CHöschen Mischpat unter dem Titel: •:c ~t: סככירות להלכה c;c ידדשע אטי דפרי im Druck erschienen sind. Der inneren Anlage dieses Werkes und seiner Eharakterisierung möge die Geschichte seiner Em stehung vorangel^n, wie sie der Verfasser selber in der Borreve zu dem zuerst erschienenen Bande aus פס י כידבד;, ני^י* ,קדליגין Rabbi Jakob Joschua hatte sich nie mit der Absicht getragen, die Früchte seiner tiefen Talmud forschung, durch die er seine unzähligen Schüler und Hörer hinriss, dem Druck zu übergeben. Da erfolgt״ plötzlich in Lemberg, am 3. Kislew des Jahres 463 (1703). alum den Rabbi eben der große Kreis seiner Schüler versammelt war, um. an dessen Lippen hängend, seine Belehrung hinzunehmen, eine furcht bare Pulverexplosion durch Entzündung einer Meng׳ grosser Pulverfässer. Infolge drssen erbebte der Boden, die höchsten, festesten Gebäude wurden iv einen! Augenblick in ihren Grundvesten erschüttert und fielen in Trümmer zusammen. Unter den Trümmern wurde eine ungezählte Menge von Men scheu lebendig begraben; von den jüdischen Ein wohnern allein fanden 36 Personen ihren Tod unter den Trümmcrn. Die eigene Frau, deren Eltern und Großvater, sowie eine Lievlingstochter verloren bei der Katastrophe ihr Leben. Der Rabbi selbst wurde aus ver Höhe in die Tiefe geschlendert und von nach stürzendem Schutt und Gebälk lebendig begraben. Nachdem die erste Erschütterung vorüber war und der in die Tiefe Geworfene etwa eine viertel Stunde in seiner hoffnungslosen Lage verbracht hatte, bildeten die Rettungsversuche der in grosser Menge auf den Häuptern der Verschütteten herumtretenden Massen eine so grosse neue Gefahr für die Unglück lichen, dass tatsächlich durch diese Rettungsversuche mehr Leute getötet wurden, als durch die Explosion selbst. Damals sprach Rabbi Jakob Joschua das Ge lübde aus, wenn ihm Gott wieder das Leben schenke, ihn ungefährdet wieder das Licht der Welt werde schauen lassen, wenn ihm wieder ein neues Heim mit einem grossen SchiilerkreiS ersteben werde, dann wolle er sein ganzes Leben dem tiefgründigen Studium des Talmud und der Poskim weihen und seine Forschungen durch den Truck zum Gemeingut der jüdischen Gesamtheit machen. Kaum hatte er dieses Gelübde ausgesprochen, alsich ihm ״>;!!en unter dem ikm verschüttenden Schutt und Gerolle durch Gottes Wundermacht ein Weg bahnte, ans dem er ohne Schaden und ohne jede Der- Annahme ist durch keine Beleg« beqrstndel. — Sr fchrint ln Lewbrrg oder besten Nähe geboren zu sein. »> -re »u nv. 4) Unter drn oonR.J.J. bekleideten RabbinatSstten finde ich Li »ko nur in dem febr zuverläfstgen Derk 0'קנח ם*םר Anm.7l4 erwähnt. In den Quellenschriften fand ich nur di« vier andern Gemeinden aufgrzählt.

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