Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 5 (1.2.1906)
- Date
- 1906-02-01
- Page
- Seite 16 (sequence 18)
- Language
- German
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Nr. 5. Seit* 16. Stx Israelit. 1 ,־Vebtuar 0*06. Früh wollen wir deshalb mit den Vorbereitungen beginnen, um das Pesochfest würdig zu empfangen. Wohl ist uns das Pesachopfrr genommen, jenes Spfer, daö einst für jeden Familienkreis am 14. Nisan am Nachmittage dargebracht wurde. Sein Fehlen erinnert uns in jedem Jahre von neuem an den Aerlust unseres HeiligtumeS, mit dem uns so viel des Idealen dahingesunken ist. Aber umso fester wollen wir das halten, was unS geblieben ist! Denn find auch die סעדי אל die räumlichen Stätten der Gottesgegenwart auf Erden verbrannt, bte ם ועדים die zeitlichen Momente find uns geblieben, ״die von Feindeshand unerreichbar, das Volk mit hinaus ׳ns Exil begleiteten und dem vereinzeltsten Juden in geistiger Gern einsam ieit mit allen seinen über die Erde hin zerstreuten Brüdern Wochen. Tage »nd Stunden der Vereinigung mit Gott und der unsichtbar vereinten Gesamtheit bringen." Pesach ist solche Einrichtung in hervorragendem Sinne. Vor allem erfordert da das Ehomezverbot unsere Aufmerksamkeit. Ist es doch ein ewiges Denkmal für die wunderbare Befreiung von dem ägyptischen Joche, die so schnell kam. das, unsere Väter in jener ״Nacht der Hut" nicht mehr Zeit fanden, ihren Brotteig säuern zu lassen. So ist das Ehomez Verbot für alle Geschlechter das laut tündende Denkmal geblieben, daß die Aefreiungsstunde das Volk unerwartet traf, dafi das Werk der Befreiung nicht eine Heldentat des Volkes gewesen, seine Führer hoben die Freiheit ihm nicht gebracht. Gegen ihren eigenen Willen wurde fie im Augenblick ihnen aufgedrängt durch den Sieg der Allmacht über Pharao »nd Aegypten. Kein Ehomez darf darum am Pesach sich in nute- .׳>!. Besttze befinden. Von dein Augenblicke an. da einst die Zeit des Pesachopsers herannahtc. bis die Sterne nah dem Iktiten Tage des Festes die Nacht er* st.cknrn, ist jeder Gedanke an eine selbstgeschaffene Siellung in der Geschichte zu bannen aus unseren Herzen. Was gilt nun als Ebomez? Alles von den fünf Getreidearten, Weizen. Gerste, Dinkel. Hafer, Roggen, vas durch Master zum Säuern gekommen ist, sowie auch alles, in das Ehomez hineingemischt ist. z. B. Brot. Vier. Getreidespiritus, sowie auch Mehl, das nicht sorgfältig vor dem Naßwerden geschützt wurde. Nach altem Minhag esten wir am Pesach auch keine Hiilsensrüchte. Reis und ähnliches. Ist man irgendwie im Zweifel, ob eine Sach« Ehomez ist, so erkundige man sich rechtzeitig bei einem gewistenbat'en, gesetzeskundige» Manne. Ihn frage man auch um Rat. was man mit größeren Mengen von Ehomez vor Pesach tun must, damit fie nicht am Feste noch im Besitze eines Jude» sind. Denn alles Ehomez, das am Pesach sich in unserem Besitze be- *רלדדד, unO müßte verbrannt werden. Geräte, in welche währenb des Jahres Ehomezspeisen oder Getränke bineinkamen. dürfen am Pesach nicht zum Esten, Trinken oder Kochen benutzt werden. Metallene Ge .׳.,() .: 4 .״.*ר׳;•ייtt.» /!*. 1. .* * M.v v» m u U1UU1 Will i — IC IC tU||U, U»UL»CUl - lUllll man jedoch 24 Stunden nach ihrer letzten Benutzung in kochendes Master bineinhalten. Wenn solch: unmittelbar mit dem Feuer in Berührung kamen, so glühe man sie. bis Funten sprühen. Dann darf man sie am Pesach benutzen. Andere Geräte schaffe man sich zu Pesach besonders an. Tischwäsche für Pesach darf man nicht mit Getreidestärte oder anderem Ehomezhaltigen tränken: man benütze hierzu Kar tosfelstärke oder ähnliches. Will man Wäsche, die man nicht am Pesach beim Esten benutzt, mit Ehomezstärke Härten, so must man ,S 20 Tage vor dem Feste!un. Ueberhaupt darf man in den letzten 20 Tagen vor stesach n!ch»2!!>!> Ehonrez Herrichten, ivav »um am Feste im Hause behält, ^arum gebe man von Purim an auch keine Bücher zum Buchbinder, wenn man nicht sicher weist, daß sie mit solchem Klebestosf gebunden :rnrden. der kein Ehomez enthält. — Aus denselben fünf tsietreidearten, die so leicht zu Elwutez werorn rönnen, wüsten die Mazzaus, die ungesäuerten Brote hergeslellt werden Gewöhnlich nimmt man für sie Weizen. Nach dem Gebote der Tauro sind wir nur am ersten Abend des Festes dazu oerpslichtei. ein Stück Mazzoh in der Größe eines kalben Eies zu estrn. nach der Anordnung unserer Wersen gilt die Perpslichtung für die beiden ersten Abende, dr: beiden Sebrlul'riidr. Mil Mazzob soviel wie e־n ייזייי•^ E! an;?dem dieser beiden Abende erfüllen wir bereits diese Pflicht. Auster diesen Zeiten brauchen wir am Pesach keine Mazzoh zu effen. Wollen wir aber im Laufe der acht Pesachtage Brot genießen, so muß es ungesäuertes, Mazzo, sein. Schwer ist es. Mazzaus in richtiger Weise herzustellen. Bor allem gehört große Gewissenhaftigkeit dazu, sie vor demChomezwerden zu schützen. Daher fertige man Mazzaus nur an. wenn man alle Vorschriften hierfür genaN kennt, und man darf Mazzaus nur von solchen Bäckern nehmen, von deren Gewissenhaftigteit und Gesetzesknnde in an fest überzeugt ist. oder die unter Aufsicht eines streng zuverlässigen Rabbiners st ehe n. Aber auch bei Mazzaus aus ganz sicherer Quelle ist es nötig, fie vor Erev Pesach genau anzusehen, ob nicht etwa eiste Mazzoh zum Teil nicht ausgebacken oder übergeschlagen ist. oder eine Luftblase von der Größe einer Haselnuß hat: denn solche Stellen miisten rechtzeitig ansgebrochen und beseitigt werden, da man fürchten muß. daß fie etwas gesäuert, also Ehomez, sind. Soweit die Vorbereitungen für Pesach, an die wir schon lange vor dem Feste denken müsten. Mit den Vorsch׳׳ften für das Fest selbst denken wir uns so Gott will zu beschäftigen, wenn die Tage des Festes der Halmreife näher gerückt sein werden. Jetzt wollten wir nur im Anschluß an Parschast, Bau, die »ns mitten im Winter schon an das schöne Besreiungsfest im Frühling erinnert hat, der schon jetzt zu erfüllenden Pslichten gedenken. €ine antike Photograph!: eines modernen Jünglings. lFragmente am' de« Lprüche« Salomo«*.) (Fortsetzung.) 21 2:1 ״So batte sie feine Zuneigung erwirkt dnrch die Worrsülle ibrer Belebrung. 1 urck> die Glätte ihrer i.'it׳l׳e!t verleite! ne ihn ..Er aebt ihr nach ganz plötzlich n׳ie ein C(b«, der zur Schlachtbank gebt lind wie eine Schlange zur Belehrung des Schwankenden ..Bis zerteilt der Pfeil!eine l'ebev; wie der Bvget Zur Schlinge eilt und nicht weist, dast es mit (1^«,tiiSii' iriiirn 5*« Es ist das Schinstwvrt des stapilels, tvelches das Un glnck des Verrührte» schildert und daran ichliesttich die Er inalniung knüpft, die Lehre der Erfahrung anznnebnien. San Wort לקה in natürlich hier ironisch gebraucht. Es bezeichnet die nherlieierte Lehre, hier natürlich ״ ל״חהihre 1üu11>b,~ wir rS drc VclkSiNUiid »uch »rbitilichi. C ie Iveist also etnerieus ..doktrinär" ihre Worte ״Ivissenschasttich" .;״ begründen, kann auch dieselben dnrch die Fori» mundgerecht machen, dnrch die Platte ihrer Rede weist ne z» berücken. Und wahrend der Jüngling bei ihren Worten nachdenklich dagestanden war. זאב-': tatst plötzlich ihn in der Wallung per Leidenschail der Instinkt ihr zu folgen, »nb io gehl er ihr willenlos nach, bei» stcher» lob entaeaen. Das ist das Naturgesetz Wo .störperkra»! allein wirkt, geht ne dem Tob entgegen, nnb wo die Triebe der Verführung die Be weggrunde der Me»!chenhandtung bilden, da tragen sie ietdst das fliitt in ׳ich. das dem Schivachen, der zweiselt. den Tod bringעבם .׳ Schlange, wie aus der ככילתא zn II 15, 22 ersichtlich, gr. £/<״• Tie Bedeutung ״Fustselsel" für Jei :1. 16 ist u'tiKuüiru aus oem Znianiinenhang gevtldei. Tas tut recht erzeugt ietdst seinen Racher. Und so sehr untetlicgt er wrein Bann, dast der Pfeil, den »e an׳ thn abgefchnellt, seine Leber zerteil! כבד כיעם Tie Leder ist das Srgan der Zntückwetjnug des Unliebsamen, das hei dem siul.chen Menschen identisch ist mit dem Unstttlichen Tiber der Pfeil fi'lebvi Ber'ührnngszunge» machen die Leber unfähig zu nmkiioniere». bas Schlechte wirb gt». bas einznichrankenbe Liaturliche wird tn seiner Unbe'chraiikiheit zum Erstrebens werten, von Gott Gewollte» Tie Leibenickian dtkner! den Moralkober, und die sittlichen Begriffe werben völlig »nt wertet. Et» Halt kann nicht mehr zugernsen werden. Tenn, wo ein Enlschlust durch die Begierde veranlastt ist. folgt dte Ausführung au! dem Fitste. Wo zwischen Wille und Tat noch Erwägung liegt, da ist ja Bernnns! und nietet Gelüste das Lehensprinzip Toch dte Leidenschaft ist tnistig und stürzt am ihr Ziel wie der Vogel ahnungslos tn die Schlinge. jJst bet diesem natürlichen Zusammenhang eine Um stelluna der beiden Safthatften von V 2:1 »>׳»>,, Solche storreltnren verraten die Schikelligkett »n Urteil, bevor man den! Ten gerecht geworden 24-27. ״So hört denn, Sohne, auf mich und lauschet den Worten meine« Munde». Nicht abweichen zu ihren Wegen soll Tein Herz. Mögest Tn nicht irren au! ihren selbslgewählten Pfaden. Tenn zahlreich und die Turchhohneu. die ne in Frühgeburt gezeugt. Und Schweigende waren all' ihre Erschlagenen Wege zum Scheol sind ihr Haus, Tie hinabführen zu den Stammen! des Todes. Nach der herrlichen dramatischen Schilderung l in Pen ersten Versen des stebenten stapilels > des Zweisiergemnies. seines Stampfe« und Unlerliegens verfehlt der Sprtichdichter nicht, die Mahnung an die Zuhörer, die unter dem tiefen Eindrücke seiner Worte stehen, an.zuknnpsen. Und zwar lenkt er die Aufmerksamkeit auf!eine Erfahrung ׳2פעו די und אמר• 2׳■ Ter erste Schritt must vermieden werden, lieber haupl nichi אל דרכיה zu ihren Wegen hin darf das Herz gelenkt werden, das;שסו Abweichen vom rechten Weg mit dem sehnsüchtigen Hang zum Unrichtigen, i» bas erste : bas Verlangen, diese sittlichen, b. b. unsittlichen Wege zn den!einigen zu machen, die freie Ungehundenheir. ist der erste Anlast znm taliächlichen Abfall, eine irrige Erkenntnis ist erst die nachmalige Beschönigung des längst im Herzen voll togenen Schrittes, der, als er beschlossen ivurde. an alles andere eher, als an eine philosophische Forschung anknüpsle. Tie ״!elbüaeinäblten“ und selbsterdachten Pfade sind dann aUerdtngs die htnznlreiende geistige Verirrung, die der!'in lichen!olgl. Ten folgenden Satz persuchien wir in der Ueberl'etznng nach der Auffassung unserer חז־ל in Sola 22 a und Abod. Sora >2 b wiederzngehen. Li ach der Erklärung Naschis z. St. hedeule הפיל hier eine Frühgeburt, ivie in der Mischnah'prache hänsig. גפל das .zu früh ״verlorene. ' au! die Well gebrachte stind kommt ja schon Pf. 58.!' vor. עצם hier im Sinne ..zndrücken" Jeעצם־ם 15 ,1:1: .'׳ ist eine pass. Form und ist zusammen zu steilen mir חרטסים אמצים ערכים beim also wörtlich ״verschlossen." Tie Welsen erklären nun ב• רבים חללים הפילה זה ח׳ח שיא הגיע להוראה ופיח־־,!עצם־ ס כל היג־ה זה ח* ח שהגיע להוראה ואיגי מורה und zeigen mit diesem wahrheiisliesen U1׳t־i׳v1, icic iiv m t׳ut* '־ouiiuili'iiiv c׳vv •iCIICv U«ld!eines Z n s a m m e n h a nges eingedrnngen und, und wie ne vor allem die btbl. ״Schriftsteller" »ich! aus Interesse an einem alten Gedankenkreise lesen, sondern wie sie unser hl. Schrifttum für das Leben leien und dnrch die Brille der Bergan gen heil historisch die!׳legen wart de greisen lernen. In dieser historischen Auffassung des Lehens und der Geichichle. der Gestaltung unserer und aller Zeiten, ist freilich Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft kein tlegensav,. da ist das eine getreue Forisithrnng des andern tuu> jenes die Bediugnna znm Leben dieies. Llli nnb jung, Z,eit nnb Vorzeit ergänzen sich nnb wirken einheitlich zusammen denn beides sind die Faktoren der das Leben gestattenden Geschichte. Liur wo Jugend und Alter in (Legensalz zu einander treten, wo sie sich entgegen!virken oder nur eine negative Tätigkeit, die nicht gestört toird, unternommen wird, da steht eine gedeihliche Weilerentwickelung in Frage. Wo die Jugend vorlaut dem Gesetz den Rücken kehrt, nnb das Aller schweigsam den Abfall mil ansieht, wo die Jugend stürmend und bas Alter schlaff, da hat ׳ich »och stets die Selbstvernichtung gellend gemacht. Tas aber ist zumeist der Fehler, der de», Jnde׳ ׳»!׳«׳׳bge neigten Jugend, dast sie ein festes Urteil zn haben gtaubk, obwohl sie »och nicht befähigt und nicht berufen ist, zn lehren, nnb bas! sie mit diesen! Urteil nicht znrückhält. bis die Erkenntnis einer Frage zum Abschlny gekonstnen, und diese Frage nach allen Seilen geprüft ist. Ter Zweifel wird als Resultat verkündet, und er sollte dock! tvohl der \kü\. ^uiuVCtu) Uiib vi£ 1׳it iüimi welche הפילה ganz den! Geist dieser Bergangeiiheil und Gegen wart ausetnanderreiyendeu Weltanschauung entsprechend, zu früh an das Tageslicht mil der ^!fenbarnng ihres vSeistes lehens treten. Aber ne tragen nicht allein die Schuld ועצמים כל הרגיה diejenigen, die dazu schweigen, und a l l ihre Erschlagene» Linr zahlreich sind die Jünger, die seihst ihren sittlichen Tod durch ihr Verhalten per schuldet an allen Erschlagenen aber tragen die Schuld diejenigen, die geschwiegen, haben. Tas bezieht sich dann auf beit ת*ח שהגיע להוראה ואיגו פורה. Es Münte dann freilich eigentlich heinen קורגיו und nicht החגיו, ob damit gesagt fein lotl, day lolche, die de!» Treiben eines היה ולא ידוייי לדיי־»ר־, ומורך." schweigend znseh:::.;;u; dütülii schweigen, weil ne bereits selbst הרוגים sind das wagen »»,מ nur יזוומי-יו־י׳ anzndenten. Tenn einen fchmerzlicher; Vor wurt und schwere Verdächligung würde der Sprnchdichter damit ausiprechen, über dessen Berechtigung nur der eine Urteil hat. der כחי כליוה ולב ist T ie Wege, die >nm שאול zur tiefsten W>m innerer Zerrissenheit führen, zur Gruft des ״Fragens" und Zweiteln«, dorthin wo man überall nur Fragezeichen steht, bas nnb die bunkelsten .stammen, des Todes. Briefkasten. Wemfi»bf Marxloh: Tnrch den 3 .Vorsitzenden Herr» Ni ori >z Men er für das nii's. Hiliswerk Nt/l I:Z.—