Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 5 (1.2.1906)
- Date
- 1906-02-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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I ,־yfbriuu litt»; Tfr GtanDtlfracifn weicht unsere Auffassung zuweilen ganz bedeutend vou der Rurigen ab man denke nur an die Frage der Errichtung von Bezirksrabbinaten! —Da aber der Verband die gesamte Tätigkeit der ׳.üdifchen Lehrer, ja sogar ihr jüdisches Denken und Fühlen beeinflussen kann, war es ge radezu widersinnig, wenn gesehestreue Männer ihre Vertretung ׳n die Hände derjenigen legten, die zum allergrößten Teile in religiöser Beziehung auf ganz anderem Boden standen, teilweise sogar erbitterte Gegner des gesetzestreuen Judentums waren. (Fortsetzung folgt.)!Met ult KziiWi fiarr lürlijsSit ics i5ratliliid)fn!Krlieiai1$unlrrTid1t9. Bo» Phineuch. (:V Fortsetzung. Xod) kehren wir nach dieser Abschweifung zum Thema zurück. Gewiß stellt jede Aeußerung des religiöser Lebens, in Tat. Gedanke oder Empfindung eine Be ziehung zu Gott dar. Was nun liegt dem Kinde am nächsten? Auf welcher Grundlage hat eS zum ersten Male in seinem Leben eine solche Beziehung spontan hergestellt? Was bringt es in die Schule an der artigen Beziehungen mit? Sicher wohl das Gebet. Denn cs mag hier in Parenthese bemerkt werden, daß auch in den religiös-treuesten Häusern die Erfüllung einer anderen ־•v;: wie beispielsweise der Sabbat, in der Seele des Kinde» nicht solche innigen, oder sagen wir direkten Beziehungen zu Gott hervorzurufen vermag, wie das Gebet. Denn schon das Kind trag: in sein liebet eine persönliche Note. So ergibt sich denn schon nach dem Grundgesetze der Association als erste Sachgruppe des systematischen Religions- Unterrichts die Darstellung der unmittelbaren Beziehungen zu Gott in der Besprechung des Gebeies. Hier darf getrost mit dem Wesen des Gebetes ringe setzt werden, so paradox er auch klingt: ganz zwang loS entwickelt sich daraus das Verständnis der Hauptgebiete der sog. Eigenschaften Gottes. Denn Allmacht. Allgüte. AllweiSheit sind Voraussetzungen im Gemiite deS Betenden, und jeder Jachmann wird zu gestehen, daß er bei geschickter Benutzung dieser Ahnungen im kindlichen Gemüte, natürlich im Nahmen der kindlichen Ausdrucksweise, sehr schölte Erfolge erzielen kann. GS kommt ja gar nicht daraus an, daß ein Kind die Terminologie der Attributenlehre beherrscht. Zwei Erfahrungen eines ״Inspektors" mögen das Gesagte illustrieren. Er fragte in zwei ver'chieoenen Ktudc» des dritten Schuljahres: Na, was weißt Du denn vom lieben Gott? Darauf das erste frank und frei: Na, er kann halt alles! Das zweite hingegen (es war ein Mädchen) im vollen Elan des Prüfungseifers: Er ist der absolute Geist. Das zweite hatte gediegenen ״systematischen Religionsunterricht" erhalten! — J׳t nun so in den allgemeinsten Umrissen das Wesen des Gebetes dem Stinte gegeben, — bei der Besprechung der Bußgebete ist vollkommene Gelegenheit, die Grundlehre von שב־ ידגש (vergeltender Gerechtiqkeit) zu entwickeln — dann kann gleichzeitig in Anknüpfung an Bekanntes die Form des Gebetes dazu benutzt werden, um dem Kinde eine Ahnung der Offenbarungsidee zu geben (Gott selbst hat unü gesagt, in welcher Weise wir mit ihm sprechen sollen). Mühelos ergibt sich daraus die Notwendigkeit, das Wesen der Tradition dem Kinde nahezulegen: es schadet gar nichts, wenn ihm hierbei die Mutter, die ihm allabendlich dasselbe Nachtgebct vorgesagt hat. als direkte Nachfolgerin des Propheten erscheint. Korrespondenz mit dem Pensum des Uebersrhens muß späterer Besprechung dieses Punktes Vorbehalten werden. (Es ist selbstverständlich, daß getrost den Kindern bei dieser Gtlegenbeit die wicbtiasten Vorschristen über Gebet; und Verhalten im Gotteshaus mitgeteilt werden: man betrachte nur ein Kind, wie stolz es ist. wenn ihm positives Willen auf diesem Gebiet zur Seite siebt!) Indem nun in Fortsetzung dieses Themas aus die Formen des Gebetes bei besonderen Gelegenheiten, ich meine Sabbat- und Friertage, überglgrirfen wird, ergibt sich der Uebergang aus die zlveite Sachgruppe des systematischen Religionsunterrichtes, die miiielbarrn Bez i e h u n g e n zu Gott. ES ist mir wohl bewußt, daß dieser Ausdruck nicht ganz korrekt ist, allein er entspricht den oben bereits skizzierten Anschauungen im Kinde selbst. Und hier ist es Aufgabe des Unter richts, ohne philosophierendes Eingehen auf עדי« dem Kinde für jcde praktische Betätigung des religiösen LcbenS die Beziehung zu Gott zu geben. Es bedarf dazu ncben den in der ersten Sachgruppe bereits entwickelten Ideen nur noch der Idee des Ge horsams, wozu eine Anknüpfung an den Traditions gedanken am angemessensten erscheint. Hier hätte dann auch das A und O alles syste matischen Religionsunterrichts einzusetzen, nämlich schonend den! Kinde die Klarheit darüber zu ver Mitteln, daß es de» ölen bertgtrn Un'erschied zwischen mittelbaren und u»mittelbaren Bczichungen zu Gott nicht gibt, sondern daß jeder Augenblick von gleichem Werte für dieK Beziehungen ist das wäre im Herbert'schen Sinne Erwe-kung des religiösen In keresses xaTtgoxr,••. DaS ergäbe rein formell den Abschluß der Lehre vom Gkbet, das damit zugleich auch seine richtige Stellung im Kompler der religiösen Borschristen als vorbereitendes Moment bezw. als Eröffnung der Beziehung zu (Sott erbalt. An diesem slunkte angelangt, könnte nun hfr Lehrer psycho logisch mit associerenden Hilicn ebenso zur Behänd luug der ..Pflichten gegen die Nebenmensch'n" «Be Zeichnung nach alter «Gruppierung» wie auch!׳! den an das 1. Gebot sich anschließenden Gruppen übergehen. Immerhin wä^e das letztere vorzuziehen, weil auch hier, abgesehen von den Beziehungen der Liebe zu den Eltern, daS Kind mehr mitbringt. Man kann ferner für die Bcsprcch...ag von Sabbat und Festtagen täglich an Bekanntes aus dem Unterricht in ver biblischen Geschichte anknüpfen: pädagogisch richtiger crscheint eS jrdoch, wenn hier als Uebergang ein Gc danke aus der Lehre vom Geberc nochmals aufgeiaßt ,vird und zwar der von der Echörung des lötebetes und der darin enthaltenen Allmacht Gottes. Als sicht barstes Zeichen der letzteren wird die Schöpfung dar gestellt, hierdurch ist der Uebergang zum Sabbat gegeben. Da ist nun die beste Gelegenheit gegeben, dem Kinde das zu vermitteln. Inas die Religion Uber Wesen' und Bestimmung des Menschen lehrt, wenn nur auch die positiven Seiten des Sabbatgebetes gebübrend in das reckte Lickt gesetzt werden. Aus o^r Darlegung der körverlichen und seelischen Seite des Menschen ergibt sich einerseits (und hier kann man dem Kinde gegenüber gar nicht ausführlich genug sein), die Besprechung all der Dinge, die als Aeußerungen der physischen Tätigseit untersagt, andererseits die Pflege des geistigen Lebens, die geboten ist. Man schließt die Besprechung des Sabbat ain besten loicdcrr:״ *~ii dem Gedanken, von v,m fi, ciusgina mit der aus der Lehre vom Gebete bereits bekannten Idee des Bertrauens. das sich hinsichtlich des Sabbat insbesondere in der Enthaltung vom Erwerb zeigt, entwickelt hierbei die nur des Weckens bedürftige Idee von der Allgüte Gottes und führt hierbei dir Erwähnung des Sabbat bei der Speisung durch das Manna an. Dieä führt ungezwungen aus das bei dem Auszug aus Aegypten bewährte Eingreifen der Vorsehung und die daran erinnernden Feste. Hier, ja sogar nur hier, ist der Platz, dem Kinde eine Ahnung dessen beizubringen. was die jüdische Religion unter dem Messiasqedankcn zusamincnfaßt. (So ״unsystematisch" dies im ersten Augenblick erscheinen mag, ist es doch u. a. der Weg, den Größen vergangener Tage bei der Abfassung der Gebete für diese?eiten eingeschlagen haben, den das Kind, falls es gar schon die Hagadoh für die Sederabende überseht hat, eigentlich sogar schon kennt. Es muß eben bet Prüfung oieses Vorschlags stets wieder da» vorausgesetzt werden. waS der Besprechung dieses Kapitels als Einleitung voranaing: es ist ein Bruch mit dem alten, sagen wir es offen, sterilen System, freilich fehlte unserem Vorschlag noch der literarische Ausdruck, das offizielle Lehrbuch. Man wende auch nicht ein, daß bei diesem ganzen Modus Fremdartiges mit einander verknüpft worden, denn erstens sind bei jeder :שרי: nur die Jdcen entwickelt, die sich spontan aus ihr ergeben, zweitens haben Versuche gezeigt, daß nie Kinder bei richtiger Behandlung sogar die eben skizzierten ״Begleitaedanken" sehr hübsch und fast selbständig entwickelten. drittens endlich ist der Unterschied gar nicht so groß, der zwischen den allen ״Svstem" und dem Vorschlag dieser Zeilen be- Leite n Nr 7. steht; das alle ״System" stellt die Idee ,Gebet. Glaubensartikel, KatechismuSparagraph» an et Spitze und gibt im besten Fall die שרי: aU: Illustration, wir aber möchten Vorschlägen, die evss die religiöse 'Vorschrift für die Praxis, an die Spitze zu stellen und allenfalls die Idee daran zu fnirfen — eigentlich also der alte Kampf zwischen Analyse und Synthese. Wenn das Wort nicht zu kühn wäre, möchte man die Forderung aufstellen, auch der syn: matische Religionsunterricht muß Anschauungsunter richt werden. Jedenfalls ist der Persuch deS Schiveißes der Edlen wert!) Hat man nun an die Besprechung der drei Pilgerfrste von ihrem Pflichtenkreise das Walten Gottes in der Geschickte genügend dargestellt. >aun folgt de- Hinweis auf die י•«:*׳, auf das Ein greifen der Vorsehung in das Leben der Einzelnen und damit dir Besprechung der :נדם :״»ד•, der im großen und ganzen von geschichtlichen Beziehungen unabhängigen Feste des neuen Jahres und des Ver söhnungstages. Sünde (allenfalls können hier die Fasttage vchandelt werden), Buße, Verzeihung und — die Lehre von der Auferstehung sind hier die ״be gleitenden Ideen". Die Lehre vom ״Fasten" am Brr söhnungstag ist der Anknüpfungspunkt für all die jenigen religiösen Vorschriften, welche eine Ent behrung irgend einer Art im Grfolae haben in Hin sicht auf den Genuß. Es ist nun zwar in der vorhergehenden Aus führung absichtlich eine Einteilung nach Schuljahren vermieden, allein soviel dürfte sich ergeben, daß man bei dieser Entwicklung an dieser Stellt ungefähr bei dem 0. oder H. Schuljahr angelangt ist. ES entspricht deshalb dem Grade des kindlichen Anschauunqsver inögens. wenn man vorläufig mit dem Versöhnung!? tag als dein Krönungsgedanten des Ganzen, die os׳'en kundigen Beziehungen zu Gott vorläutrg!w'.irßt und auf das Kapitel von den Beziehungen zu den Menschen (im alten System ״Pflichten gegen die Nebenmenschen") übergeht. Es ist klar, daß die Lehre von Versöhnung erwünschten llebrrqanqspunkt bietet und ebenso klar, daß bei diesem Anschluß alle sozialen Pflichten als religiöse gezeichnet werden müssen und können. Bei Besprechung der einzelnen Gebete ergibt sich die Möglichkeit einer Entwicklung der Begrifft «Eigentum und Ehre und erst aus der Darlraung ver letzteren eine Erklärung der Bedeutung des Wortes, und hiermit eine Besprechung der im dritten Gebot cnthaltenen Borschristen. die ja in der Lehre vom Eide, bezw. in dem Hinweis auf das Anwendnngsgebot desselben ebensosehr Beziehungen zu den Men schen wie zu Goit involvieren. Endlich ist hieran ein nochmaliges Zuriickgreifen auf das neunte Gebot gegeben, indem in dem Kind der Bear?(( bm» Eides leistiing mit dem gewöhnlichen Ort desselben, dem Gericht, verknüpft ist: damit ist das Wesen der ftaat licken Organisation in den Unterricht eingrsührt und es ergibt sich mit Leichtigkeit eine Darstellung dessen, was die Religion über Bürgerpflichten lehrt. Hiermit wäre das Pensum abzuschlirßen, bevor die Schule das Kind in das Leben entläßt. Eine Wiederholung in erweiterten Dolksschnlen gibt dann Gelegenheit zur Ausfüllung einiger Lücken, so nameutlich der ein reiferes Alter voraussetzenden ״Pflichte» gegen sich selbst". (Fortsetzung folgt.)!nt. (Sinnt[ di) kliMm!« dm ftkwiir ii (MrtitrrMn i» gehobene» Reltgio»«»sch»le» «»V Präp«r«»vie» l. Thema: Ter erste Absatz der Keduscha im sog Lied«» gebet rür da« Reujahrsteii nnd den Bersöbnunqstag Lehrbuch: POH PCV "101 3 סי. ®03) 1י. ffortfrtun«» Lehrer B. Wolss-Aurich l. Israel» besondere «Hottangehörigkeil. V.: Was wird »ueril erdeten? 2d). : כביד (?btt. i.׳.: AÜr wen wird sie erdeten? Lch.: לעבד für Tein Volk l׳.: Wer in darunter zu verstehen? Sdj.: Israel *.׳ : ,Zn diesem Wfbtit beim es aber adnchlluh nicht ,",srael", sondern ״Tein Bott". Aus welches Wort ift hier der Ra!ddruck zu!egen ' 3ch ׳ Aui da» Wort ,Tein".