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Der Israelit · 1906-02-01 · 5 (1.2.1906) · p. Seite 7

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
5 (1.2.1906)
Date
1906-02-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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cfUf ז Ar 1. Februar llKtti, her Zögen, so wäre beiden Seiten ein Dienst geleistet. So würben ein jüdischer Bäcker und ein Wurstmacher sehr gut vorwärts kommen. Ferner ist ein jüdisches Basthaus, verbunden mit Spezerei- und Kohlengrschäft, jetzt zu verkaufen und würde einem tüchtigen, jungverheirateten Mann die besten Aussichten für ׳ein Fortkommen eröffnen. Lu jeder näheren Auskunft ist der Unterzeichnete gern bereit. Moritz G o t t h e i m c r. Oe st erreich-Ungarn Wien, 28. Jan. Heute traf vom Ministerium des Inner» die Genehmigung des Vereins ״Schlaum Hoir" und seiner Statuten, denen zufolge auch Filialen des Vereines in allen Kronländern der berr. Monarchie errichtet werden können, bei dem provisorischen Vorstände, zu Händen des Herrn Wolf Pappe»i>eii>i, rin. Infolge dieser Erlangung kiner offiziellen legalen Basis haben sich viele tatkräftige Herren zur energischen Propaganda für diesen Verein erboten. Alle diejenigen, welche Erez Jisroel selbst besucht haben, oder wenigstens in reger Korrespondenz mit den dortigen Kreisen stehen, wissen, wie notwendig die Gründung und Ausdehnung eines Vereines, wie der Schlaum Hoir ist, welcher auf streng opthodorer Grundlage und unter der Jurisdiktion der dortigen Rabbonim das Ziel verfolgt, es dahin zu bringen, dasi alle dortigen Angelegenheiten in streng gesehestreuer Weise geführt werden. Der Verein Schlaum Hoir, welcher seinem Namen Staatswohl entsprechend nicht nur für unser gelobtes Land segensreich wirten, sondern auch die speziellen Interessen der dortigen Bürger der verschiedenen europäischen Staaten im Auge behalten will, ist zunächst in Ungarn für die ungarischen Israeliten Palästinas, in Oesterreich für die dortigen österreichischen Juden gegründet und wünscht, dast, in derselben Weise in allen rändern Lweigdereine für die im heiligen Lande lebenden Bürger desselben tätig seien und Delegierte aller Schlaum Hoir-Vereine der betreffenden Ländern aif periodischen Kongressen eine Gemeinsamkeit der Aktion zu erreichen streben. —ד יאש—"ך דצע־ •א—.־ ט;א דא־*\ W i t »18 .־. Jan. Der Vorstand der Oester reichisch israelitischen Union hat in einer unter Zu- Ziehung einer Reihe von Vertrauensmännern abgekaltenen Vollversammlung vom 10. d. die in einigen Kreisen der jüdischen Bevölkerung aufgetauchte Bewegung für die Schaffung einer jüdischen Autonomie und einer jüdischen Wahlkurie in Beratung gezogen und mit Stimmeneinhelligkeit sich in fccftiTTsrntcytctr c 3 f ת cn!f eine politische Sonderstellung der Juden in Oester reich erklärt.!N u f! I a n d. Perersburg, 2״. Jan. In letzter Woche hat sich der M!n׳sterrc1t mehrfach mit der Judensrage beschäftigt, wobei Graf Witte die Aufhebung des Ansiedelungsrat,ons und völlige Gleichberechtigung der Juden mit den.übrigen Staatsbürgern anstrebte. jedoch auch hierbei auf die Ansicht stieß, dast eine radikale Lösung der Judenfrage der Rcichsdumä übertragen werden muffe. Der Ministerrat erkannte das jedoch für möglich an. die Erweiterung der Liste kleiner Flecke״ Anstedelunas>-׳v7ns. in de״:.. Juden das Wohnrecht gestattet wird, fort Zusehen. Dementsprechend veröffentlicht der .,Regierungsboke" heute eine weitere Liste von Ortschäften aus dem Lande, in denen die Juden unbe kelligt ivohnen dürfen. Austcrdem hält der Minister׳ rat es für möglich, bedeutende Erleichterungen für indische Kaufleuie und Hanblunasreisende zu verwirklichen. Petersburg. 26. Jon. Wie d׳ie Petersbürg!: Zriung ״Nascba Shisn" vom 29. Dezember v. I. mitten: ^das Blatt ist mittlerweile ׳,r.ierdrückl nwa.'nj, haben die russischtN Aatis:..arten ein neues Mittel d:r Aufreizung gegen die Juden enrvrckt. in׳ dem st: ei. en ,Ausruf eines Rabbiners an s::7: Glaubensae-.affen an das jüdische Volk" verbreiten. Dieser, natürlich gesuchte. Aufruf sei in einer staatlichen Druckerei gebrüht und fordere die Juden aus.?er Israelit_ dadurch die Ehristen zu schädigen, das; sie sich alles Goldes bemächtigen, wie die Juden denn auch schon in Pari», London. Berlin. Amsterdam, Hamburg. Rom, Neapel usw. Hrrrrn der Finanzlage seien. Ferner müsttcn die Juden große Güter aufkaufen. um die Macht de» christlichen Grundbesitzes vrach zulegen. Da die christliche Kirche einer der gefähr lichsten Feinde der Juden sei. so seien diele der pflichtet, an der Verringerung des Einflusses der Kirche zu arbeiten und all ihre Kräfte auszuwenden. um den die christliche Konfeffion ausübenden in telligenten Klaffen die Ideen der Freisinnigieit und des Sleplizismus beizubringen. Der Staatsämter sollen sich die Juden bemächtigen, in einslustreiche christliche Familien hineinheiraten, zu Geliebten Ehristinv.ei! nehmen und die Vrcffe kaufen ufrv. K i s ch i n e >v . 2t. Jan. In Kischinew haben während des Wafferweihfestes neue antisemitische Ausschreitungen stattgefunden. Im Marktflecken O.liew wurde — wie gemeldei wird - der ivohlhabende Jude Kuvsek'uann mit Familie in furcht barst.r Weite gemartert und beraubt, die einzige Tochter wnrde von Rowdies weqgeschleppt. In Süd beffarabien dauern die antisemitischen Erzeffe fvrt. Judenhäuser!verden in Brand gesteckt, die Behörden lehnen es ab. Truppen zum Schutze der Juden zu schicken. Der rerroriomuo des jüdifcheu •Krbeirerbiiuvea. «Von unserem Korrelvondeiue».» Warschau, 20. Jan. Was dem jüdischen Volte in seinem langen Goluih Leidvolles zugestosten ist, hat sich in den Blättern der jüdischen Geistes geschichte mit glänzenden Lettern eingeschrieben. Aus dem Blute seiner Märthrer hat es allezeit wie der Alias, der Mutier Erde berührt, neue Kraft zur Bewahrung seiner Heiliqiümer gewvnUlN. In seinem Blute lebte es. An der tausendfachen Bewährung dieser qe schichtlichen Tatsache könnten auch wir uns trösten, die wir mit unsren Augen die Zeiten des finsteren Mittelalters haben wieder aufleben und Tausende der Glieder unsres Voltes dem Mordstahl des Feindes haben zum Opfer fallen sehen, der Hoffnung könnten wir leben, dasi bas Blut unsrer Brüder nicht nutzlos vergoffen sei, dasi aus ihm aufgehen werde eine Saat des Segens für uns und die kommenden Geschlechter, wenn nicht zur selben Zeit sich eine Strömung in der Mitte unsres Volkes aufdringlich wie nie vorder bemerkbar machte, die all das. wofür unsere Väter, wofür unsere Brüder litten und starben, mit wildem Ungestüm niederzureisien sucht. Was unsere Feinde nicht vermögen, was unter ihrer Hand!ich immer in das Gegenteil verkehrte den Kindern des eigenen Stammes ist es ein leichtes.סד־־ב־ך ד—ב- •ס־ •צא־• Der Allgemeine jüdische Arbeiterb u n d in Rußland, kurzweg der ״Bund" genannt, hat schon seit einer Reihe von Jahren den Mutter booen des jüdischen Geisteslebens zu unterwublcn gestrebt, in der Gegcnwart aber, in den Stürmen der Revolution, errichtet er sein furchtbares Regiment wilder und rücksichtsloser als je zuvor. Die Assimilation war der Abfall ״von o b e n". Sie ging von den materiell besser gestellten jüdischen Kreisen ans, denen an ibrem Glück nichts zu fehlen schien, u'z di» vollkommene Verbrüderung mit der christlichen Umgebung u״d die sich darum beeilten. alle Schranken niedcrzureisien, die sie dieser Tie Arbeit des sozialdemokratischen ״Bundes" aber ist der Abfall ״von unten", von der Grundlage des Volksbaues aus. sie erfasst die Massen, denen sie mit ihrer gewissenlosen Propaganda in ihrem Elend die paradiesijchen Bilder des Zukunftsstaates vorhin! ur.o den klaren Blick raubt. Daher ist der ״Bund" viel gefährlicher alt die Assimilationsbestrebunaen, dshrr sehen wir in ihm den schlimmsten Feind, den das Judentum je gehabt hat. E: beschränkt sich nicht darauf, auch in die jüdische Bevölkerung, die bisher als ein Ganze? dage standen halie. in der es zwar Arme und Reiche, nicht aber die von der tozirlistischrn Tdeorie geschafsenen Gegensätze von Bourgeoisie und Proletariat gab, — c*“K כל •שיאל war nie eine Phrase — den Klossenkamvf bineinzutraqen: er siebt wohl dass dies: Tendenz nicht ,um Ziele gelangt, solange die jüdischen Jteale noch leben. die. wie nirgends sonst, unter unseren russischen Brüdern, ohne Unter schied der sozialen Stellung, eine PUegeslätte ge funden hatten. Seine Heiligtümer must man dem Volte rauben, das Vertrauen aus den Höchsten, de: es auch im Elend stark erhielt, muss, man in ihm er töten, wenn es dann bar alles dessen, was ihm sonst Trost gespendet, aller Hoffnung bar. mit leerem Blicke auf den Trümmecn des Thora Geiste« niedergelunken ist, dann — das ist das Ealiül des ״Bundes" — ist die Zeit aekommen da untere Ernte reift. Dorum do.be» die Männer vom Bund dem Bätererbe ׳!nver jvhnlichen .׳vast geschworen, unversöhnlichen Haß denen, die ihnen bei dieser Zerstörunqsarbeii hemmend in den Weg treten. Die nichts wissen wollen von v,m nllrin selig machenden Dogma des Atheismus und Matcrialismus. verfolgen sie mit allen Mitteln der Gewalr. Sie dringen in die Snnagogen ein und verwandeln den Gottesdienst in politische Bersammlungen, die niemand verlassen darf. Die lonale jüdische Bevölkerung ist in ihren Beihäusern und Botte hainidrasch keinen Augenblick mehr sicher. Es ist soweit gekommen, dasi in großen Gemeinden die Shnagogenvorstände sich genötigt sahen. die Synagogen zu schließen, um üe vor Entweih u»g und Schändung zu bewahren! Entsetzliche Blasphemien kommen vor. die dem noch nicht ganz Verwilderten das Blut in den Adern erstarren machen. Der Terrorismus des Bundes über steigt alle Vorstellungen. Al? nach den Pogromen ein allgemeine! Fasttag stattsand und alle Läden ge schloffen waren, trieben die ״!otcn Blusen" die Leute aus den Svnagogen und zwangen sie die Läden zu öffnen, da dieser Tag nicht ein Taa der Trauer, sondern ein Jomtow sei. In lehler Zeit hat sich der Bund mit fanatischem Eifer auf die Propaganda unter der Schuljugend in den öffentlichen Lchranstaltcn. besonders aber in den ״״•כ, den Tal iuudthoraschulen und .ש•:•־• geworfen, und hier richtet er wahrhaft schreckliche Berh'kr u n g e n an. To ist in dem Bund der fürchterlichste aller Flüche ״*7 כ—.ך :;•ך "-'־ד :״.׳;׳כc לך־ ־ע־ •rer ע: א— •ד:׳־ 'א־- zur lebendigen Wahrheit ge worden. In eine ganz neue Phase droht die Massen- Herrschaft des Bundes neuerdings dadurch zu ireien. dasi ei sich zionistisch vermummt, d. b. entgegen seiner bisherigen antinationalen Taitik sich aus den Baden einet jüdisch nationalen Autonomie stellt, uni da durch seinem gefährlichsten Feinde, dem Zionismus, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Zu welchen neuen Konstellationen dieser politische Farbenioechsel führen wird, läßt sich im Augenblick noch nicht über f.C_ ICtflU on.ff--- CUllll FTI'IWIVIUI £(llil VCUCUtCl CI jedenfalls nicht. Hoffen wir, dass, wenn wieder weniger stürmische Zeiten kommen, auch der Bund seine Rolle ausgespielt haben wird. Inzwischen wollen wir jedoch nicht vergessen, dasi der Bund nicht ein :•-•: ש• ist. daß er vielmeb! zum großen T:.l 1in - freilich nicht g'wclltes P׳:du1t der Methode ist. nach welcher i!1 den letzie-, Jahrzrlmleu die russischen Juden von der zarisck'n Regierung behandelt worden sind. Nicht nur das Blut der von den Holigans Ermordeten fällt auf ihr Haupt. England. L o n b o n . 27. Jan. Nachdem der Wahllamvs für das neue Parlament als nahezu lerndet betrachtet werden kann, ist es von Interesse, das Resultat für die im Felde ar wesenen israelitischen Kandidaten zu d:r»»i.w1en. Die Anzahl der Israeliten, welche '!ch diesmal um einen Sitz im Unterbause bewarben, war höber als je zuvor, nämlich ztveiunddreisiia, welche sich ln fast gleichmäßigem Zahlenverhältnfsse als Anhänger der liberalen oder konservativen Partei präsentierten. In einigen Wahlbezirken hotien die Wähle: nur ,Wischen zwei jüdischen Kandidaten zu entscheiden. TaS Resultat in den 31 Wahlkreisen, wo Juden kandidierten (ein:: ist freiwilltq zuriickgetreten», ist nun dahin entschieden, dasi sechszehn siegreich aus der Wahl hervorqegangrn sine,. Iw '-sten Parlamente war das jüdische Element mit zwü'f Sitzen vertreten. Ihre Inhaber meldeten, sich sämtlich zur Wiederwahl: eigentümlicherweise ׳edo-ch sind alle diejenigen, welche :׳.׳> der Angelegenheit der Fremocr.bill offen ooer

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