Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1906-01-18 · 3 (18.1.1906) · p. Seite 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
3 (18.1.1906)
Date
1906-01-18
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2446951-9543451-9886664--0062-7374577
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

seüe II '.,i'r;1. . 1t Januar 1 4«»*יi. für die Bewertung der einzelnen Momente des sit, lick religiösen Lebens schaffen. Wir gestehen. es ist nach bundenjähriger Geschichte des systematischen Ncligionsunlcrrichtes ganz enormen Schwierigteiten unterworfen, gegen den Slrom zu schwimmen. und die im folgenden enthaltenen Borschläge setzen e,n ideales Material an Lehrlräflen voraus, mir wir es ober gottlob in viel höherrm Umfange besitzen, als es hässliche Auswüchse törichter Polemik des jüngsten Jahres vermuten lassen. Und wenn erst einmal die Erkenntnis gesiegt haben wird, dass die jüdische Schule eine Fachschule ist, die ein Können, und zwar das höchste Können, die Kunst des religiösen Lebens zu vermitteln bat, dann >vird man wahrhaftig fein; Seit mehr haben zu Ouisquilien, dann wird wieder die Zeit kommen, in der jeder jüdische Lehrer ס•*־־ ד־יא־ד im besten Sinne des Wortes zu sein als den höchsten Stolz seines Berufes erachten und als עב־־ די einen Markstein in der jüdischen Geschichte bezeichnen wird. «Fortsetzung folgt.»!»1, friimi iiiiil A»sM>W rinn üditttnk im ssrdrtndnsrtzrn in gehobenen Neligionoschnle« und Prnvarandieo. l Tliema: Ter erste ־Absatz der Aedufcha i»1 sog. siebe» gebetnir das Beuiabrssest und de» Periolmunaslag. Lebrbuck,: 101 .3 סדו־ ש־פה א2ה. Bo» kssortsetzuiig. deiner B. ־TVolss-Aurick, Betrachte» wir nun den li reu Tao Bekenntnis. >V0t und ׳Nachübenetzeut V : Wie tauten die ernrn Worte ׳ sckt: Wie wir an erkenne». L. : Womit baden wir cs also jetzt t» tun? sch. : Btil einem Anerkenntnis oder Bekenntnis. i!. : Was bekenne» wir znnäckitl 2 ׳tb : Tan «"ott Herrscktail 'JJiarfn und starke besitzt. i!.: Was bekennen wir aufterbcin noch" 3c*0.: Taft «in u.'anie gefürchtet wird. M. : Was kann >^otk zufolge die« anerkannten Umstände gewabren ׳ sckt.: Tie Bitte. M. Wiederhole diese! «Tamil >>! d«e Verbindung zwischen Teil l u. II hergestellt«. b'.i Was bedeutet , l^otl beützt Herricktait Macht und stärke? «ch.: Er ist allmächtig A. <011 יי i st a l ln׳ a ckt tg. M : glicht ohne «^r»»d sind für diese Eigenschaft :1 Aus driicke gewählt: zuerst die Herrschaft. 4 : Wer übt die Herrschaft aus" sch.: Ter Herr L: Welches Nechl sieht den, Herrn vermöge der Herr schaslyi" 3rl).: Tas tK tritt zu bese>tlen M. : Tas. tltecktl zu befehlen und den Befehlen Geltung zu verfchanen. sieht den, «rdifche» Z27r oft nur in beschränkten« Masse z». Wodurch wird denn in den »»einen Staaten das Aechl zu befehlen eingeschränkt" sch: T urch die bandesgesetze. V.: Wo dieses der Zall isi. fehlt dem Herrscher die a l l g c m e > n e M a ch l b e f u g n 1 s Welchem Herrscher fe»lt diese natürlich nicht" sckt.:׳Tem göttlichen Herrscher. L.. Tiefe unumschränkte Bi acht befug n is «Sones nennen wir?ע «v. T:y entschieden, fest sein.« «tze fetzt aber, es wäre einem Herrscher diese Machtbefugnis ein geräumt, so läftl es sich denken, das! der Wille dieses Macht babers dennoch nicht zur Aussübrung käme. Woran könnte das liegen" sch. Taran, das! diesem Herrscher nicht ge ,lügend Machtmittel zn «Gebote sieben tk.: An solchen Machtmitteln fehlt es Gott sicherlich ttichl, alle Wese» der Himmels » Erdenwelt sind עשה דברו Vollstrecker seines Willens. Tiefe Machttulle bezeichnen wir mit בבודה Was bekennen wir also mit den drei genannten Ausdrücken" -dt.: Taft Gott allmächtig isi" il.: Was kann er demnach erfüllen" sch: Tie voran gegangene Bille Zusammenfassen und Anicktreiben: Wir bekennen, da« «äott die Bitte erfüllen kan», weil er allmächtig isi. B. Alle Wefen sind zur Aufnahme der Zolles׳ e r k e n n l n i s befähigt. V. : Wir kommen zum scktlu««atze: Tci» Aame u. s. w. Welche Wesen dabei, wir nach der gegebenen «E rklärung unter 72 2ה שב ד»ה zu versieben" sch.: Tie Menschen. 4.; Hier nun dürfen wir den Begriff 2דא und ברוא־ם uirtji ,»ehr «o eng als bisher fassen: denn wenn nach der vorgctragenen und begründeten Bitte sich Zeit und Umstände entsprechend andern, dann verlieren selbst die 22עש־ ihren gegenwärtigen ssbarakler und haben Anspruch, de» בריא־ם zuqezäblt zu werken Auf wen haben wir demnach hier den Ausdruck 72 2ה שב דאה zu beziehen" sch.: Auf alle jgefen ohne Ausnahme. 4.: Was wird hier nun von alle» Geichöpscn bekannt" erb : Taft Lottes Name gefürchtet wird _Ter Zsraei»_ 1׳ Was in dabei vora»»znse«e» " sch Taft Alle die Zadtgke» bade». סי׳ייtt zu erke»»en V.: Taft alle Menickien diese Zähigkeit besitzen, kabr ihr bereit» n» der Aeligionsttunde gelernt, da« sie aber auch dieselben in »nserem sinne gebrauchen werden, hat schon der Prophet Zereinias verknndet. «l. Xap :tl :iti. Von de» Tieren haben w«r gebort. das! sie ursprünglich mit einer ähnliche» Zadigkeil ausgerüstet waren, und diese nur infolge der erste» sünbe ringebnftt bade». Wan» werde» aber die Tiere diese Zähigkeit wodl wieder erballen können" sch : Wen» der Zluch von ibuen genomine» wird kl Ties wird geschehen, wein«, wie schon oben bemerkt worden isi. ,ene glückliche Zeit komme» wird, von »velcher der Prophet Ze'aia grweissagt da! ,eie werden nicht schaden und nicht verletzen auf nieinein ganzen heiligen Berge, denn Erkenntnis «Zolles ivird die Erde tuUen. wie die «Gewässer des Meeres Tiefe bedecke» “ kl : Wozu sind alto alle Weien befähigt ' 2111.: «Sott zu erkennen V ׳.'«־ ׳as bekennen wir somit im echlnftsatze" Beginne wie vorhin! ,Ter k'ebrer zeigt auf den zuletzt angefchriebenen satz.» 2ch.. Wir bekennen, da« *־,'ctt unsere Bitte erfülle» kan», weil alle Wesen zur GolleSerkennlnis befähigt sind «Wird niedergeschrieben.> Tie lsrgebnissaize siebe» nuu an der Wandtafel, de« k'ebrer lasse sie nach Zeitlegung des Ueberjetzcuc in ein be solideres Heftchen eintragcn. lt TeN. lind io niogesi Tn Ebre geben, o Herr Teinei» Volke. Lob denen, die Tick, sureliten, und Hossnung denen, die Tickt suchen. und ein sreies Wort denen, die aus T ich harren Zreude Teinem Lande und Wonne Teincr statt Hervoriprosse» des Horns dem Tavid. Teinein Tiener und Anordnung einer Leuchte kür den 2oltn Ziichais bald in niit'eren Tagen! Entwurf. I Gi»leil1m>z: .siurze Wiederholung des in der vorigen 2l»»de diirchgeiionimenen sluckes. H Aussübrung: Ter zweite Absatz der sieduscha t^inschaliung culhält: A eine Bitte für Zsraels Volk, t^s wird erbeten: l. Anerkennung der besonderen «lottangehorigkeit Israels, 1׳. Anerkennung der richtigen Verehrungsweise Zsraels. Anerkennung iemes Heiligliuns und 4. Anerkennung seiner wettbeglückcndc» Aeligion: 6. eine Bitte für Zsraels Land, k^s wird erbeten: .!. der selbständige Besitz des Landes. 4׳. die Wiederkehr der «׳lotiesinajes.'at nack, Zer!>ialetn: 0. eine Bitte für Zsraels Z ü r si e 11. t.r׳s wird erbelrn: I. Macht und Würde für den eiiisiigci! Herrscher, 4. Zortbesiebc» seines «Geschlechts HI echluft: Zuiainmeilsasse». ־rlufführung. — Zweite ttuterriektSstnude. sie beginnt mit der lleberseizung des vorigen eliickes, dann folgt eine kurze Befragung. L.: Wie haben w!r das übersetzte «Nebels!ück eingete!!! " Lch.: Z» eine Bitte und ein Bekenntnis. L.: Welches isi der Znbalt der Bitte " Welches der Znball des Bekenntniffes" L.: Wir konime» nun zu»! 4. Absage, den ich setzt ilbersegen will. Höret z» und merket auch die 2telle». bei welchen ich «ine längere Pause eintrcte» lasse! ־י« Lehrer übersetze und lasse bei de» in der lleberseizung des Tertes mit bez. etellrn die Pause eintreten L.: Wie oft habe ich die anqeküiidigle Pause eintreten lassen" 2>ch.: Zweimal. L. :Au» wie viel Teilen besieht nun ivohl diese Bille" 2ch : Aus drei Teilen 2ie werden genannt und übersetzt. L.: Zn der vorige» stunde hatten wir es auch mit einer Bitte zu tun. Aus wen bezog sich diese vor «siott ausgesprochene Bitte" sch.: Auf alle Wesen. L.. Hier isi nun der Areis enger gezogen. Uebrrsetz» den erste» Teil noch einmal'. L.: Auf wen bezieht sich diessr erste Teil " sch : Auf Zsraels Volk. Ter Lehrer lasse nun den zweite» Teil bis י־ע־רד über setze» L.: Auf was bezieht sich der zweite Teil? sch.: Auf Z»raels Land «.Endlich wird bis zu»! Schlüsse übersetzt. L.: Auf wen bezieht sich der dritte Teilk sch.: Auf Zsraels Zürsien L.: Betrachten wir zunächst den I. Teil. A. die Bitte i« Beziehung auf Israels Bolk. L.: Wie viele Ausdrucke konnnei: hier für Israel vor und wie beiften sie'k sch.: Vier Ausdrucke: sie deine»: «1חי־ש7*» ,־ראוך*» ,עם־ך und «•2־1־71־2 לך. L.: Was wird für diese erbeten: «>חקיה'» ,הה7ה2» .722־ und «4פהחיז פה L: Was für Begrissr sind da» 1ede»i»al7 sch: SINN verwandte Beqrisse «Zortsetzung folgt.» Hbtrännige.*׳ Von Hauptlehrer Neusi ui Aurich. Erhebend ist der Anblick einer von einkeitlichert «leiste durckivekten Bersaminlung ssleichges,unter, daqleicke. hohe Ziel erstrebender Amtsgenossen. In der Pereinigunc, erivächst auch dem Berzaqten und Aengsklicken die .ikrast uno der Mut. An de!׳: Stärkeren und Nedegeivaltigen rafft er sich zu neue׳ Hoffnung, zu neuem «kaitipfe empor; aus den vielen, onst planlos verlausenden Wässerchen entsteht ein Strom, dem auch Berge eine Gasse öffnen müssen. Sei die Zahl noch io klein, tvenn die Bereinigung von einer hohen Idee ehrlich erfüllt ist. so ist sie stark. Darum sagt Hillel: Sondere dich nicht von der Ge meinde! ״Nicht dem Einzelnen, der tssesamtheit Kat Gott seine ühera zur Bererbung an alle Iolgc geschlechter übergeben, darum hat jeder «.״inzelnr, o l a n g e sich feine Gemeinde a l e echte, treue Trägerin und Pslegeriri der Thora bcioädrt. in Gesinnung, Wort und Tat sich seiner Gemeinde anzuschliefzen und alle ihre Lasten und Aufgaben hingebungsvoll mitzu tnigen." «S. N. Hirsch.» Israel wird niemals die Stunde der Erlösung schlagen, ivenn sie nicht alle eine Ginheit bilde». «Midrasch.» Bisher ivar es die Losung Israels: Gott ist wahr und ft ine Lehre ist wahr. Iür diejenigen, die anders dachten und hz׳!ndeltrn, hat Iesaias das Wort zieprägt: ־ ב־re־e דב: Sie sind von mir abqesallen; ir sind mir abtrünnig geworden. Abtrünnige nennt mau die Pflichtver gessenen, die Treulosen, die es über sich vermögen, um ihres Borteils oder ihrer Bequemlichkeit willen ich dem Dienste einer hohen Idee zu entziehen, nicht mitzutragen an den Lasten der Allgemeinheit, nicht mitzukampfen gegen den gemeinsamen Ieind und ihre eigenen Sündenlvege zu gelten. Wie mit der Gemeinde, so verhält es sich mit jeder Bereinigung, die einem hehren Ziele nachstrebt. Aber wohlverstanden! Die Idee, die die Ber einigung verwirklichen will, muss des Itampfes auch wert, muss mit de׳» Ziele des Individuums wie der Gesamtheit übereinstimmend sein! Die Weg« zum Ziele, die Mittel zum Zwecke müssen gerade und ehr lich, lauter und wahrhaftig sein. Der IkorpSgeist an sich, wie er in den Tlerbindungen der Studenten, der Offiziere, der Logen zutage tritt, jenes Mitgehen durch dick und dünn, jenes Draufgehen auch bei innerem Widerspruche, ist nicht mehr ethisch, wird nicht von Hillel verlangt, ist eines Lehrers, der zur Wahrhaftigkeit und Gewissenhaftigkeit erzielten soll, unwürdig. Darum haben meine Ireunde und Kollegen in Nordwestdeutschland, die sich als jüdische Lehrer fühlen, die in jüdischen Gemeinden die Jugend zum praktischen, nickt bloss Phraseniiidenlttm, zu Mizwsth und tfhukkim nach der für sie unverbrüchlich wahrcn Lehre Moses erziehen sollen, als wahrhaftige Männer die einzig richtige Konse quenz gezogcn und sind aus dem Verbände aus getreten, als sie, nach langem Kampfe, die Hoffnung aufgeben mussten, die Ziele des Berbandrs würden mit denen des von ihnen vertretenen gesehestreuen Judentums übereinstimmen. Sie mussten aus treten. Ich gehörte nicht zum Vereine der Lehrer in den Rabbinatrn Bremen, Emden und Oldenburg. Ich bin schon vor mehreren Jahren aus ihm geschieden, ,veil er nickt, wie ich es beantragte, sofort energisch Stellung genommen, als der Schriftleiter des Berbandsorgans einen von mir hockgeschätzten Nabdiner, einen wahren sfreund der Ledrer und der Schule, in gehässiger Weise angriff. Und die Ausgetretenen werden von einem ״so ziemlich am Ende seiner amtlichen und ausseramt lichrn Wirksamkeit" stehenden jüdischen Lehrer ge» wisse Abtrünnige in Nordwesten qenaint. Abtrünnige, weil sie es gegen eine überwältigende Mehrheit gewagt haben, der Katze die Schelle um zuhängen; weil sie zuerst aller Vertuschung. Trübung und Lüge gegenüber es ausgesprochen haben, dass •) In einer der jüngsirn Nummern der .Biärler kür Krliehuna und Unterricht־, batte Herr Lehrer Brand»«« - Odern »la in einem Artikel .»orp»«»tsr erwache", d«r antriessschen Üoil»«en ,-ewlll» Abtrünni«>k im Nordivetten־ «enannt. L»m. >. Red.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.