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Der Israelit · 1906-01-18 · 3 (18.1.1906) · p. Seite 7

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
3 (18.1.1906)
Date
1906-01-18
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Ri t.!ד. Januar I‘.hw;.?ft ^»rattii Appell mit üb1»t*en EnipsinPnnge״ anboren lourPe. wie eine chinesische Proklamaiio» und eint päpstliche JerennaPe Wie Heft über die Anschauungen des Jeschurun redakteurs, dem er sein Auch einsandte, urteilt, sc denken heute viele seiner Nachfolger, zum Teil, weil sie den frankfurter Hirsch so wenig verstehen, wie ihn .Heß v'istand, zu!» Lei! aber auch deshalb, weil sie sich von der Heil!.- und Werbekraft dieses ״super naturalistischen" Standpunktes wenig Erfolg ver sprechen. Sic sagen es nur nicht immer,!veil man heute gewohnt ist. zur Opposition nur wie zu einem letzten Rettungsmittel zu greifen, wenn alle Der mittlungSversuche gründlich versagt haben. Har man doch einige Male schon Anlauf genommen, den frankfurter Hirsch für die von Hef; vertretene Richtung in Anspruch zu nehmen, ohne zu ahnen, daß der Zionismus selbst seinerseits bereits in seinem ersten Wortführer der frankfurter Orthodoxie die Kameradschaft gekündigt hatte. Wie wenig Heß in der Gedanlenivelt dieser Orthodoxie heimisch war, springt sofort in die Augen. Griind sicher kann man die realen Grundlagen ihres Svstems nicht verkennen, als wenn man ihre Wurzeln jen seits des mit Bernunft und Welterfahrenheit Erkennbaren eingegraven wähnt. Aber der entschiedene Protest gegen die Auffaflung der jüdischen Geschichte als eines geistigen LebensprozeffeS und einer öden fortentwickelung dogmatischer Gedankenreihen verleitete Heß, wie noch heute die forterhalter seiner reinnationalcn Ideen, zu der durchaus un- »viffenschaftlichen Hypoihese einer Aerquickung des lebendigen Judentums mit außcrjüdischen Religions snstemen, und zur Annahme, daß nur aus einer ver zweifelten Reaktion heraus, nur!m bewußten Wider-- sprach mit der Äernnnft ein vor den Augen aller Welt sich in glücklicher freiheit und geistiger Regsamkeit abspielcndes, gesehestreues, jüdische» Volksleben zu denken sei. Den Luxemburger Hirsch hat der erste deutsch Zionist glücklich gezeichnet, den frankfurter nickt.' Und doch hat Moses Heß mit dieser verfehlten Portraitierung eines unserer Größten sich ein unleugbares Aerdienst erworben, das noch heute, und heute eigentlich erst recht, ihm. öffentlich zuertannt lverden muß. Mit der Objektivität des gänzlich unpolitischen Gelehrten entbüsit er uns in den zitierten Sätzen die innersten Regungen eines rein nationalen jüdischen Bewußtseins und stellt nicht ohne billigen Spott die Schranke aus. deren wir uns erst in den lebten Jahren deutlich bewußt werden sollten. Diese Sätze enthalten bereits eine ortbodoxe Resolution gegen den Zionismus in allen formen im Keim, und daß sie nicht schon vor vierzig fahren ihre Hülle gesprengt, liegt vielleicht daran, daß man damals mit Resolutionen sparsamer war. wohl aber doch hauptsächlich an der kurzen Lebens frist, die den Heß'schen Gedanken vergönnt war. Denn Moses Heß war eine Eintagsfliege, die für ein paar Stunden den deutschen Affimilationsjuden um die Ohren summre und mit einer energisch;,! Handbcw-egnng von den glattrasierten Gesichtern abgeschüttelt, als der Abend seine Schatten senkte, ihr flügellahmes Dasein beschloß. So war auch das erste Rencontre zwischen Orthodoxie und Zionismus, ohne böses Blut zu machen, glücklich abgelaufen; spurlos verschwand ״Rom und Jerusalem" im Papier kul. des Jeschurun; der erste Zusammenstoß verlief ohne funken. Erst die Belvegungen der achtziger und ncunzigc: Jahre brachten die Idee des reinen Rationalisinus in fluß und dem Halbverschollenen dte Auferstehung. Dur* die Liefe zur Rübe. Betrachtung zu n2r פ׳ Von Rabbiaer Tr. Hermau» Klei» Kronstadt. Im erste׳- Bucke unserer Lehre wird uns die Erziehung einzelner Persönlichkeiten gezeigt: es wird uns durch die Schilderung einzelner kxrvörragender Gcsto'ten der jüdischen Vergangenheit der Weg gewiesen, den wir wandeln muffen, um als Sinzelmenschen die Höhe unserer LebenSbcstimmnng zu erreichen. Beredter und eindringlicher spricht nichts zu uns. als die Bücher der Geschichte. Gewaltiger und zwingender wird uns leine Wahrheit näher gebracht werden, als in jenen Rollen, die über vie Schicksale einzelner Menschen berichten. Und wer in ihnen mit ernstem Sinne, mit forschendem Blicke zu lesen versteht, dem wird sich manches Rätsel lösen, an dem die kurzsichtige Klugheit, die nur den gegen wärtigen Moment kennt und wie von einem duinpfen Banne umschloffen den Blick in die Weite nicht wagt, sich vergeblich abmüht, dem teilen sich die Wolken und Rebelhüllen, die auf seiner Zukunft ruhen? ibre unbekannten fernen rücken seinem ahnenden und suchenden Blicke näher und breiten sich lichtvoll unk übersichtlich vor ihm aus. Daruin führt uns die 2bora so häufig an dir denkwürdigen Stelle» dcr Vergangenheit zurück und begnügt sich, wo wir Lehre und Erörterung erwarten, uns Kunde zu bringen von Dingen, die gewesen sind, uns das Leben'großer Männer und edler frauen mit sprechender Anschau lichkeit vorzuführen, damit wir durch diesen An schauungsunterrichl erfahren, wie wir unser Leben zu gestalten haben, Ivenn wir ihm Gehalt Zweck und inneren sittlichen Wert verleihen wollen. Im zweiten Buche unserer Lehre dagegen wird uns die Erziehung des ganzen Volkes gc schildert. Das Voll wird uns in seinen Anfängen vorgeführt, wir belauschen das Keimen und Werden der Volksseele, die sich trotz des Druckes zu immer regerem Leben entwickelt. Der Gesamtwille pflegt sich unter normalen Verhälrniffen erst durch ein Leben in freiheit zu bilden, durch eine freie Betätigung und Entfaltung der Einzelkräfte, durch die Erfahr ung, wie diese fähigteiten und Kräfte wirken, durch ein sorgfältiges Abivägen der Vor und Nachteile, die »ür die Gesamlheil aus der Tätigkeit der Einzelnen resultieren. Hier aber können wir einen Gesamtwillen bcobackien zu einer Zeit, da das Volk noch kein an e.nigendcs Band hat. als die gemeinsame Ab stammuvg. y.1 einer Zeit, da es iür seine fädiakeiten kein anderes Betätigungsgebiet hat. als die Stoppelfelocr EapptenZ: wir vernehmen das Rauschen der gewaliigen Schwingen der jüdischen Volksseele zu einer Ze.t, it dcr sich das Volk über seine Zusammen gebör'׳gke,t kaum klar bewußt war. Der führer sieh! sich bri seiner ersten Sendung einem Volke gegen über, einem Volke mit scharf ausgeprägter Eigenart, einen! Volte, das sich derskn bewußt ist, was es will, das seine Wünsche und Hoffnungen hegt, an deren Verwirklichung es selbständig arbeiten will. Die Sorge des führers, daß das Volk von seinem Gotte vielleicht nichts mehr wiffe, die alten Verheißungen schon längst vergeffen und die alten Hoffnungen schon längst begraben habe, erweist sich als unbegründet. Ein Ruf genügt, um das latente feuer der .nossuung und Zuversicht, die das Volk in seinem tiefen Unglück aufr-ckt gehalten haben, in Helle flammen zu ver wandeln, und das Volk jubelt seinem führer zu, der nun als Repräsentant des Volkes, als die Verkörker ung deS Gesamtwillens vor den König tritt, um seinen Genoffen die freiheit zu erwirken. Doch das Werk der Befreiung stößt aus ungeahnte Schwierig leiten. Das erste Austreten des führers ist nicht nur erfolglos, sondern hat eine kür das unter schwerem Joch seufzende Volk geradezu niederschmetternde Wendung zur folge. Die ohnehin harte Arbeit wird noch wesentlich verschärft. Der führer klagt nun ״ .•בא• בא־.• א־* ם־ע־ ל־ב־ —״ רעבSeit ich z׳.: Pharao gekonimen, um in deinem Namen zu reden, hat er dem Volke noch Uebleres zugesügt. Darauf aber wird ihm die Antwort: ד.־ ־.־א־ אש־ .אעש־ לש־ע־ ״Jetzt siehst Du. was ich dem Pharao tun werde!" In diesen Worten wird dem jüdischen Volte eine Wahrheit offenbart, von solch siegreich tröstender Kraft, daß eS allen Schmerz un? alle Oual. die ihm die Zukunft noch brachte, geduldig, ja sogar mit einem Gefühl der freude ertragen konnte. Es ist dies die Wahrheit, der später der Prophet ׳r• die Worte lieh: -ב• אב באיב באב־:• ך2שה עלי:׳ 7- בא ״Solltest du uns verachten? Dazu zürnst du zu sehr." Den man verachtet, schlägt man nicht, den man seinem Schicksale überlasten will, züchtigt man nicht. Der göttliche Zorn, besten Geisel wir verspüren, ist uns Gewähr, daß wir nicht verworfen sind, daß die Leiden, die uns treffen, nur Zweck haben, uns zu läutern, uns durch das Unglück den Weg zum Glücke finden zu lassen, uns durch den Jammer und das Weh für die freude zu erziehen, uns durch die Ovalen und dos Elend für den Wohlstand re!f werden zu laffen, und» durch die liete zur Höhe zu führen. _Leite; ־שב־־\ב -:-.ב Ich tröstete und erfreute sie durch ihren Kummer, denn dieser Kummer oewies ihnen, daß meine Hand ihre Geschicke regelt, daß. wenn sie gezüchtigt werden, dies nur zu ihrem Wöhle geschieht nur geschieht, um sie auf den Pfad der Wahrheit, von dein sie abgeir«, zurückzufübren. -ב־ ־ב די*א ׳:בי—:. Er züchtigk Völker, nur um sie zurecht zulveisen. Dieien göttlichen Zorn preist der Propher Jesaias als dasjenige, was dem 'Volke Halt geben wird in seinem Wandern in der Wüste der Völler, und wenn auch Israel unter t*<m unmittelbaren Ein druck der über es hereii brechenden Leiden nur Laute der Klage hören läßt, io wird doch der lag kommen, an dem es den Sinn dieser Leiden erlassen wird, er kennen wird, daß die dunkle Rächt nur dazu gedient dal. um de» Hellen und schönen Tag vorzubereiten. אב־ה ביש ־.!־•א אמ־ך - ב• א:ש־. בי-. Und an jen'm loa!־ wird Israel sprechen: Ich dante Dir, Gott, daß Du gezürnt hast, denn dieser Zorn gab mir!׳je Sicherheit, daß ich nicht verworfen bin, daß einst die .־seit nahen müffe ,::יבב אשך י־,״ da sich der Zorn wendet und dieses Bewußtsein tröstete mich. Diese Wahrheit nun ist es, die Gon unterem ersten Lehrec offenbarte, als er an der Möglichkeit der Befreiung verzweifelnd das Wort des Vorwurf; gegen den Ewigen erhebt. -ע־.־ ־.יא lautete dir Antwort. Jctzt kannst du sehen, was ich dem Pharao tun will: daran, daß ich dem Volke noch Leid zusügen laste, kannst du erkennen, daß ich es nicht ui Grunde gehen lasten will. Die Leiden, dir ich dem Volke ge sandt, sind nur das Mittel, wodurch es für seine B.׳ stimmung gerüstet werden soll. Sinnig geben un sere Weisen diesem Gedanken Worte, indem sie den Grund für den Anfang des Vefrciungsliedes mit dem Wörtchen אי in der 'Versündigung Moschest« sturch die Worte ש־ע־ S» שאד בא־.׳ zu finden glauben. In der latsache daß Pharao nach dem ersten Auftreten des Befreiers das Volk noch härter bedrückte,!!egen die Keime teS Befreiunqsliedes. Das א״ ־-ע:• ver bür2i fcs* *י׳ייס!* א* ידד? stählen und stärken gegen alle Anfeindungen; uns trösten, wenn düstere Schatten unheildrohend und verderdenkündend über uns schweben. aus die Nackt folgt der lag. die Schatten weichen vor den bellen Strahlen der Sonne: von der liefe führt der Wcg -ur Höbe' EM Tic inbaitsreichen Worte de» Legen». den Jakob ׳CMC» -ebne» erteilt, icbUent Me Libra TP Hai*. 1!׳. mit Pem ל.,". ah ״r־y ראש אש־ דדי־ *די א׳נ-י־־ ־גיד. lind Pie; 111. was ihr Vater »t tbiteu ge'prochen umP womit er sie gesegnetRa* den Worten des Midraich heim es hier ״i*l ׳•עבד sondern אב־הס. NM ann>deuten, das au* Mose», der sich edeniaUs um das Volk Israel den Namen אב oerPient bat. dasselbe in ab»11*er form iegnei, werde, wie es dort bei«! מאה הביכה Zuglei* wollte an* Jakob seinen Löbuen mittcilen, daß die Erfüllung des Legen» zur Vorausietmng den Enipiang der ־אה ההורה bade. Wie in Per Regel die Gedanken des Midraich in dem ^betreffenden Verse angedenlei sind, >'o mag au* bier der Latsieil אש־ רדי ר־י am die Be׳eble bii'westen. von deren Ansinbrnng er dir Ertüllung seines Lege:!» abhängig mach!-־, und in denen er die Gr»ndprtnc1p!en des später;» emiangenden Wefctw* ausdrückte. Rotieren Annchlust über die von Jakob seinen Löhnen erteilten Ermahnungen gibt uns au* der Midraich cur ■stelle ״ רעשי כניו לי כז כאש־ צייUnd seine Lohne laten ibt» so, w.e er lbnen belobten־. Ra* der Erklärung unserer Westen waren es drei Pllichten, die er ihnen aaiertegte: Verbot des Götzendienstes und der Entweibung des göttlichen RamenS. sowie die Vollstebunq seiner Bestattung. .Hierin dürften wir wobl die Grundpfeiler des zur Erdalrung der Weltalls nötigen Gekeyes הורה עבירה ענדייה חסו״ס erkennen. I urch energische .Zurückweisung des ägyptischen GöyendlenNe» sollten die Löhne Jakods den Grund legen mr,ה״*!־. deren erste und wichtigste Psticht אנכי י־ א יהיה לך. deren erste Bedingung Pie cittKbiePcne Bekämpfung des •*0«׳!*!ernte» :"^,ב : "vv sein »müte. ferner sollte durch ebrnirchtspolle scheu vor Entweibung de» gättlüben Rauten». dem Aiistpruche עדר אה ה‘ די~אה teniäy. die Grnndlaae u> dem später zu ״otl

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