Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1906-01-04 · 1 (4.1.1906) · p. Seite 27

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
1 (4.1.1906)
Date
1906-01-04
Page
Seite 27 (sequence 30)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2446951-9543451-9886642--0028-7374545
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

4 Januar lim*; Ttr!»rariu *f*tf 27 '.'ir I Foscph und scine Brüder waren von ihrem V«ter der aramäischen Umqebuny ״abgerungen" mit ollen Mitteln jüdischer Berterdiqunq der Erziebunsi und des Vorbildes. Tie waren zu Ehetralteren er stärkt, die sich im Bewußtsein ihres sittlichen Könnens in ihrem Hirtenttttel unveraleichlicd hoher fühlten, als die hoben Staatsknechte in Pelz und Gold ver brämtem Nock egvhtischer Livre. Sir waren sich in ihrem Geistesleben ihrer Bedeutung für ihre und der Menschbeil Zukunft wohl beivnßt. In gerechter Würdigung ihrer iriedlichen Ausgabe verschmähten sie Ehrenffellen in einem Staat, ׳n dem blutiges Kriegshandwerk die erste Rolle spielt. Joseph aber trotte in seiner Stellung die innere Hohlheit und sittliche Verkommenheit der egvptikchen ״Kultur siaaies" zur Genüge kennen gelernt und, der Wahr beit die Glue gebend, sebnte er üch um des sittlichen Wohles seiner Kinder willen nicht nach dauernder Verbindung mit diesem Land. Gr und seine Brüder wollten zum Heile ihres Volkes und zum Segen der Allgemeinheit ihre Eigenart unter allen Umständen sich wahren und betonten mit allem?lachd r u $ d i c -U l u s t, die trennt, und sicherten sich und ihrer Zukunst nur s o allein den Frieden und eine gesegnete Entwickelung. vpkerlehrein Ser Schule. R. Assi sagt: Warum beginnen die Kinder in der Schule mit der ״Lehre der Priester" «mit dem dritten Buch Moses) und beginnen nickt mit der Schöpfunggeschickffc? Weil das Kindergemüt rein ist und die Opferlehrc zur reinen Ethik führt, druin sollen die Reinen kommen und sich mit dem Reinen beschästigen." nc י־ד,־א יב־.> Wir können noch manches von unseren Weisen lernen; ja sogar pädagogisch, systematisch und metho׳ dologisch können sie unsere Lehrmeister sein. Wir haben eS natürlich nicht mit solchen zu tun. denen die Opfer ein Grauen sind, ein Bericht aus altersgrauer Vorzeit, bei besten Lektüre die Nerven des zwanzigsten Jahrhunderts schier zerspringen. und die Schamröte in die rasierten Wangen neig!, ein Bericht über die unreife Vorstellung eines Gottesbewußtseins, das erst aus dem Schrecken bluidürftiger Wildheit in unseren Tagen in die erhabene Idee der Alliebe sich gewandelt: sondern mit all'n denen wollen wir uns unterhalten, denen die Thora das von Gott geofsenbarte Gesetz ist, das seine Ver- Kindlichkeit nie verliert. deffen Opferlelwe auch dereinst wieder zur Geltung kommen wird, lvenn wir die Zeiten des Goluth überwunden haben weiden. An alle die wollen wir uns wenden, denen Gott den Inbegriff aller Ewigkeit barstcllt. deffen WeKn un veränderlich ist und dessen Forderungen die gleichen bleiben. Wohl wiffen auch wir. daß die hervorragenden Decisoren die Gesetze, deren Ausführung für die Diaspora teils nicht verlangt wird, teils nicht zu läßig ist. nicht bearkitet Iwbtn, sie wollten aber da. mit keineswegs deren sittliche Bedeutung für unser Leben herabgewürdigt misten. Kennen wir doch ge rade n>. Bezug auf die Opserlehre den Ausspruch, daß die Beschäftigung mit ihr ihrer Erfüllung ileichkomint. Wir bedauern es daher sehr, wenn wir when. wß in den Lehrxensen die Opfergesetzgebung so selten;u finden ist. noch mehr, wenn sie aus den Lehr ,lauen, in denen sie einmal enthalten war. ganz oder eilweise gestrichen wird. Wir leisten u. O. damit licht nur kr Schule und den Schülern keinen Dienst, 'andern — was das Schlimmere ist wir leisten ׳er Anschauung Vorschub, die aus ganz anderen. b?t• versuchen M-Kiven dasselbe tut. Zwar b r a u A t ׳זר aleiche Tat noch nicht dasselbe zu s e I N , 1 e ) o r f aber häufig, besonders bei so br-kl-n Punkt « ruch nickt dasselbe »s-b-inen können. Totsochluch rber nehmen wir der jüdischen z-chule Abs tzung Kr Opferlehre vom Unternchtsplan em Moment für »en ethischen Unterricht, den s r e a I l e. n vor allen Schulen voraus hat und der. richtig --ewurdtg and gehandhabt. durch seinen Erfolg R. Aff! zu dem einleitend angeführten Ausruf veranlasten niußte. Heule ,ft es doch durch den Penka teuchkommentar von Rabbiner Hirsch jedem Lehrer möglich, sich in den Geist der Opferlehre einzu arbeiten, selbst wenn die Ausdildtingranstalten ihn nichl damit vertraut gemacht batten. Wir sind auch überzeug. daß der Bund gesetzestreuer Lehrer Deutschland» gern bas Seinige dazu tun wird, die Anschaffung des Kommentars d>-n Kollegin zu erleichtern. Da sollte man es doch einmal für der Mühe wert kalten. systematisch in den Geist und die Bedeutung de» Opferdienstes, an den doch zudem unser tägli.ches (VtM angegliederk wurde, einzudringen zu versuchen. Das praktische Resultat der Anwendung und Verwendung des ethischen G; Haltes der Opfer im Unterricht ergäbe sich dann von selbst. Ja, mehr als die Leknsmoral. geradezu sein Leben dankt unser Volk der Erziebung durch die Opfer. Unser Dasein ist das Aequivalent linsenr Opsersreudigkeit. Wären wir nicht stets bereit ge ivrsen, Gut und Blut für die Thora kinzugeben. wir wären schon längst in den Völkern ans und untergc gangen. Mit Kampf haben wir unser Judentum uns erhalten, mit Aufopferung es uns erkauft, lvährcnb wir es als billige Ware für teuer Geld sckr oft hätten verkaufen können, um uns Hab und Gut. Leib und Leben. Haus und Hof zu erkalten. Wo durch anders wären tvir aber zu solch todesmutiger Bereitwilligkeit gelangt, wenn uns nickt tagtäglich die Opferung nickt als Unglück, sondern als Glück durch dir Tat zum Bemnsitsein gebracht worden iväre. 7=״ =־Aus Deiner Ovscrung empfange Leben" dieses Wort ist das jüdische Daseinsprinzip geblieben, das kim ersten Blutstrovfen, den das .Kind schon vor erwachendem Bewußt׳ sein zur Ehre der Thora kingibt, ikm fürs Leben mitgegeben wird. Die Opsersreudigkeit, die Isak zeigte, wirkt in jedem seiner Enkel, vor ׳alscker Lebensauffassung ״schützend", noch heute fort. Ein Opfer bei der Volksgründung, ein Opfer der Grsamtheit des Morgens, ein Opfer der Gesamtheit des Nachmittags macht diese Opfersäbigkeit zum Kleinod des jüdischen Volkes, ja zum Talismann. zum Erbalter des Judentums in der Iudenkik, zum Lebens retter des Voltes für die Taurob. Alle Scheiterhaufen der Geschichte, alle Brandschatzungen und Verfolg ungen, aller Neid und aller Haß. die für das jüdische Volk bereit waren, künden lam die Wirkungen, die die Ovfergesetzgebung im Lekn auf Iahrtausenve hinaus ausgeübt bat. Aus der Betätigung im Leben folgt bas Vorhandensein des hokn. unerreichten und durch keinen Ersatz zu erreichenden ethischen Wertes des Opfers in seinem Wesen. Wie vieles, das mit Erschlaffung der Menschheit auf dem Wege nach der Erfüllung ihter Bestimmung in den alleinigen Besitz des Judentums überaegangen ist, ist auch das Opfer Ausfluß eines rein menschlichen Bedürfniffes. D׳e ersten Söhne der Menschen bringen schon Opfer. Wenn wir auch im Umgang des modernen Lebens davon sprechen, daß für eine Wobltat. die wir empfangen, der Dank in Worten nicht auereicht, ja. wir uns darnach sehnen, ihn ktätigen zu können, so hakn wir damit das Empfinden, das die Beding- »ng!eder Opferung ausmacht. Nichts anderes bezweckt Abraham mit der Opferung des Widders, den er, seiner Begcisterung für das Gotteswort genügend, an Stelle des ihm verwehrten Opfers feines Sohnes aus den Altar des Gehorsams legen darf, zum Zeichen dafür, daß er seine Kraft und sein Blut in den Dienst des göttlichen Befehles zu stellen freudig gewillt ist. All die Opfer der Gesamtheit und der Einzelprrson. bedeuten sie etwas anderes, als was in dem Wort zusammengesaßt ist, mit dem die Thora das Ovser bezeichnet?!7t; Annäherung an Gott! Die Erklärung dieses Begriffes ist em Tbema. an das die jüdische Auftastung von der Beziebuna de» Menschen zu seinem Gott angeknüpft werben kann. Dies Wort allein ist der lauteste Protest gegen jede Gleichstellung des jüdischen Opfers mit dem Heid- Nischen, gegen jede Behauptung, das Opfer der Tbora sei anderen Kulten entlehnt. Dies Work allein besagt schon, daß die Aussiihcung des Gesetzes, wenn Israel einen Tempel hat. auch in Zeiten humanster Tierschuhbestrrbunaen nur dann aush'ören kann, wenn die Forderung an den Menschen nicht mehr gilt, . Gottes Nähe anzustreben". Nicht 711-pbringen wir, kein ״Geschenk" spenden wir der Gottheit, um s e dadurch in unseren Willen zu zwingen, wir Eatilina einen Dolch der von ihin verehrten höheren Macht weihen koniiie, um sich dadurch ihre Unterstützung bei einem kabsichtigtenMorde zu sickern: wir können dem, ״besten ist die Erde und war sie füllet", überhaupt nichts schenken, das Streben. Ihm gleich zu werden, ״heilig sollt ibr sein," ist die einzige Forderung, der wir nachzukommen hakn, wir lösen diese Ausgabe, indem wir den görtlichen Willen erfüllen. Unsere Tat gestaltet rückwirkend unser Wesen, daß es in dem ,*קיב und durch das י־ב kraft des Willen-, sich Gott zu näbern, Gott wirtlich näher kommt. (Fortsetzung folgt.) Eine antike Photographie eines modernen Jünglings. <Fragme«!» «t 11«• de« 2t>rii<bra Salerno«*.) ,lortictzung an» Nr. de» l. Jahrgang«.» 11; 17. Mit Lpreilc» bähe ich mein Bell geschmndt, Her ge» eil! vom Ilechnverk Aeguvien», Beivrengl bade ich me»! vager Mit Mmrbe, Aloe .. 1«««<)׳" In Ieiaj!!>. 2 und :1 ׳« die ,llachsarbeu Aeguvien« gezeichnet. Ter I-tach« wach» >n einzelnen Lienget». die nichl wie z. B Er»»e« 1» Büscheln vorrommeu. c״N -גלהצי באה־ו יא־נ: ב יער,ו עיר נע" ,lind,« ist wobt daher da« Tmnbol der Lklbnincht!!! רג״ך Unter אטין wird wobt hier ebenfalls ,!lach« verstanden sei» A» ei» Wetdengesteckt baden wir bei einem begneme» ttager doch wobt nichl zu denken. Ei» »''oflcdit in אטין in der Berivandiscbast mit ט;א jeden,»lls. T>1« in es »u». was den ,zuiigliiig den r'edensweg nntcr »euer veiinng bonniingsirendig anireie» lägt. Er ift irob vo» der ״ewigen Nn d'ichtnabme" a» andere bekrön zu sein, ״ Zunächst bat der ׳Mensch für sich zu sorge»." Und das wird er mm. Nein egotntich wird er bandet», den» damit ״tomnn man am weiteste»" T»eses agvrnisdie lladisgesjnnnst wird die .Unlerlage" sur seine ״:Hube" l» der Zutun,t bitde». Und diese« ganze itebni, das er «egt rur c^rnndnng einer ״gencheriei! Eriüenz״ beginnen kann, »ach dem e׳׳ nch glinklich von aller ״Aorurleilen" be freit Kai. in ja a»d> viel geiiiiyrcicher, angenebmer, dusnger Er kann anch ״Tnn״ m» sich verbreile». die Laton» neben ibi» one». kurz jefti ist er ״se»> bera»«". 1^ 2״ .״Memm doch, wir wolle» Viebe »1 volle» ,zuge» geilieyeil dis zui» Vtorgen lind jauchze» in gegenieiliger Hiiigcbnng. 2.c1tn der ׳.׳.׳«an» in mrot zu *mm«, «Sr in auf Wegen gegangen in die lerne. Ei» Bnndel Lilber bat er »iitgeiiommen, Ern c»»1 Tag der Nlondverbiillmig kebrl er be»>: ms Hans. Ader »och eiwas anders in es. was de» Jüngling zur 2>e1!deru1ig seiner Annchle» ״berechligi." fam nch Vas denn überbaiipl beweiken. was da als sennebende Wabrbeil über lieterier iSeichichie >b>» geboie» wird 7 Haben wir denn für all die Perbeismnge». tur da» eiiblicbe Ziel des Iudenmm» eine i^ewabr^ Ldieme» nch die Aerbalinine nichl ganz aiiders z» enlwideln, verläfu das Zuvriiiiini »ich! eine immer grossere Anzabl seiner Lobne. wird das »kieietz nicht tag '.aglid, mebr vertanen '1 Erweist es »ch nicht völlig nnbaltbar in ״nivderiien Perbalttttnen f" ״Tie Zen gebt vorwdn».״ ״wer am Alten!׳astet bleibt zurud". Was sollen wir da ans einen '»,'orgen bonen. denen Aiikiinst unwalrrsdieinlich tn Mag sein, hast er kommt. Zedeniall» nehmen wir ״sicheres vor Uiisid'eeem" Al» zu dem Morgen bin «der בער dentltch die Wabrbett erkenitcit lagt und st« sdtetdet von der vuge» werden wir die 2lnn«b!:t!tchke>tcu der cSegen wart geniesten und in Jubel uns ergeben darüber, bast wir die Zeit begreifen t::׳.d d!e Zeit uns zu idren Trägern er koren. אהביס Mebrzabl, weil die א!־;בה beiderseitig אהב it. הבה mit t»dtv1d».,ltnere»k>em ״ אsich btnqebe»" Taruni aber wirkt gerade dieses Wort der Aersubrung, weil e» von der -ene ansgebi. die selbst zur Neachtiing der lieber lieferniig vervklichiet wäre, die aber diese sremd« Lebensan sidit zu der ibrtgen gemacht bat und darin s,ch bestärkt wabnt. weil ne iLanbedr.!"!>׳» den א"2 2לה2ה nicht im mnersten streue die Wabrbeti vertreten siebt, wett Mach! und t^Ind stet» aus der dem Indentnut abgewandlen seile änsterlich zn lrinmvbteren scheint und der Nechlssor derer seines Eeietze» aus ,fernen Wegen" abwesend zu »ein scheint. Er ist zurudgeblteben hinter dem Fortschritt, den der Zeitgeist gemacht bat l'ltdu ירחק der ist tn die lerne gegangen, sondern "!“!ב!ר von der lerne her ist er neben geblieben. Und einen leider allzu berechtigten «chetngrtmd habe» diese Brnreier der eu!grgcngesc>i!en!ltichtung aller dtnqs sur nch. ״t^att lebt man mebr in seinem Volk und al» er e» verliest, da bat er da» lautr« 3-ilber utttgenommen. das noch eine deutliche, unverkennbare llrage hatte." ׳״Münzgeld" ist ntch! mehr vorbanven. Es ist ״abgegriffen durch die vielen Hände, durch die es ging". Man vermistt d« Besttmmtktt und T entltchkrtt derer, dte nch sur die geprägk« Vttiuze de» Iudeniitms ansgeben und darum dann »tan »« nicht für ״bare Münze »ebineii". Und wo da» Zutrauen zur Aechibeit und Wabrbett seblt, da kann dtesetd« auch nicht wirken. Man siebt eben vielfach auch in den Ikretsen, wo man andere» erwarten wüte, das ItldentuM und «hott nnr etnniüt im Iabr lle»nkeb»«n tn diesen Wr«f*. יי0 הכסא? 15881130

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.