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Der Israelit · 1906-01-04 · 1 (4.1.1906) · p. Seite 28

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
1 (4.1.1906)
Date
1906-01-04
Page
Seite 28 (sequence 31)
Language
German
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“Jlr 1. Leite 2«. Ter ^»raelit. 4 Januar. 1!hh> >n der Mondverhüllung am 0"v. Ta nrht man eben diese »luten im sterbegewand und hält dafür, daß auch das Judentum dieses Äusseheii bade, daß auch sein Wesen kein anderes sei, als das anderer Kreise, in denen nur schwache und kranke sich aus i^oti besinnen, nur dann, wenn der Tod 1ie an da» Bergäiigltche alles T iesseiiigen erinnerl und die dunkle Nacht der Seiten ne ihrer Ohnmacht dcwußi werden läßt. Und auf diese falsche Borstetlnng baut man nun das ganze tUebaute der Scheinbeweise und derBersiihriniqsrcde auf und zeigt, daß die jüdische ״Religion" drum ebenso zerfallen 1»uß, wie all die andere» ״Religionen" sich überlebt baten. Tod ist nur eine Auslösung der >traste, eine natürliche .Körper entwickelung, Zurücteiliwickelmig des Stoffes, .und überirdische Tinge baden dabei keine Macht und ״Religio»" ist somib etwas, was,dem Stande der bciiiigcn ErkennlillS nicht mebf entsprichi. »Za, wer das »Zubeiiiui» auch Noch '?ZN רייס .bei bei teil» Pollmondschein in Feflesgeivand üebl, wer mit seineni Frenteustrauße alle Miimte und slaliigkeiic», Berus und Lebensstellung l^otk geweilil, wer vor alle!» in seiner suka Hütte blolt als Lchiitzer und schirmer, Spender und seguer seines bebend erkannt bat, der die St reift des '!11 teilt um•? fürs beben kennt, bei dem die Juden nur freudige heilere Beobachter göttlicher Pstichlen sind, und das Judentni» ein Bollwerk aus Mizwod steinen gegen den Annnri» des bebens und die seindliche Macht der tNeschille, ein ST.iieU der Freude und der.Heiterkeit darstcllt 1 der vermag zu am Worten mid zu zeigen, wie entfernt alle Erkennt»!-? noch von der Höbe des ,Judentums ist, wie Bruchstück und Richtigkeit die aefchaffenen drücken der .Hinnanilül und Sozialität als schwanke Rohre knicken, wenn man sich dräut stützen will, lind wie ne alle die siegliastigkeit siirs beben nicht zu spenden vermöge», die das Indem»»! ans ewig unversiegbarer Onelle seines Wissens und ,Könnens schöpil. Ter freilich würde nicht betört, so aber o des Aeriniten, de» ,»an in Unkenntnis seiner bebensbekingiuig gelassen und ohne -Herz für seine eigenste bebensseele er muß glauben, was ibm prablerinh von sremder seile »iitgeteilt wird und in verführt! «Jerliennilg folgt.« vom CiMcfte zum?arttag des zehnten Monats. .Tie Ehanukalichte׳. sind verloschen. Verklungen sind die weihevollen Predigten, die das feierliche Licht der rleinen Flämmchen salbungsvoll dellteten, in leereä Nichts versunken all der zauberhafte Nimbus, der die wahre Ehanuiatkee meisterhaft zu versckileiern vesilmmt war. Ach, wäre es batet geblieben: o daß die bimiiein ihr??euer auf alle diejenigen übertragen Härte, di: ihnen bei ihrem Anblick die unerschütterlichen und unwandelbar bleibenden Wahrheiten abzulauschui gedachten. Aber leider gibt es nur wenige, die sie Fcstestage in wahrem Pflichtbewußtsein ge׳ bankenvoll verleben. Nur in den Herzen der verschwindend kleinen Anzahl, welchen alle im jüdischen Leben uns entgegeutrelende Seiten besonderer Be siiinmung von heiligem lernst getragenen Momente!׳.nd. lodert noch m.t unverminderter Glut und ungeschwächter Wärme die Begeisterung für die Ideale des Judentums. Diese wenigen Personen empfangen mit jedem wiederkehrenden Ehanuka von neuem Er keuchtung ihres Geistes zur richtigen Erkenntnis der an sie herantrctenden Zeitverhälnisse. Für die Be tätigung der so gewonnenen oder gestärkten fräste bietet sich denn auch bald eine günstige Gelegenheit im 10. Teweth. der den Anfang der Reihe der die Tempelzerstörung bettauerndcn Fasttage bildet. Gälte es nur, uns die Umstände ins Gedächtnis zu rückzurusen, untet denen die Zertrümmerung des Heiligtums sich vollzog, dann wäre der 0. Aw Denk mal genug, um eindringlicher als ״den gefallenen Krieaern dankbar gewidmeten" Ttandsäulen aus Erz und Eilen eS vermögen, immer wieder die geschichtlichcn Tatsachen auszufrischen, welche den ׳.in umgänglichen Sturz des südischen Staates veranlaßten. Aber unsere Ehachvmim lassen Verständnisvoll die einzelnen Epochen an unserem geistigen Auge vorübrrziehen und uns an verschiedenen Abschnitten Halt macken, um die durch die Betrachtung hervor gerufenen Eindrücke unverlierbar in uns wachzu halten, zeigen uns. daß ein .׳in: --ri* wenn er durch die Schwer: unserer Vergehungen bedingt ist, noch lange keinen IT. Tamus bringen m u ß und sicher nicht eine Quelle des Unheils geworden wäre, loenn Rückkehr zur Thora die Fäden zerrissen hätte, die nun einmal zwischen dem 10. Teweth und - 10. TamuS. bedeutungsvollen Tagen, gesponnen sind, '-eisen uns mit schlagenden Tatsachen darauf hin, dah die richtige Würdigung der am 17. Tamus gepredigten Lebten das Eintreten eines 9. Aw mit 'all dem Fluch und Jammer für alle Zeit verhindert hätte. Und so, wie es damals in unsere eigene Hand gegeben war. jene traurigen Begebenheiten in den Abgrund von Menschenaugen nicht sichtbarer Meerestiefe zu versenken, so steht eS auch heute in unserer Macht, di: Bande zu zerschneiden, mit denen wir uns, unsere Bestimmung vergessend, in liebevoller Hingabe mit den Götzen der Eigenliebe und des irdischen Ge׳ nuffes verknüpft haben.׳ Wir könnten, wenn wir diese beiden herrschsüchtigen Tyrannen in unserer Brust bezwingen, und dadurch die Lehren des 10. Teweth als fruchtbringende Saat in unseren Herzen und unseren Gedanken aufgehen ließen, mit dem Augenblicke unserer Sinnesänderung und Tatenordnung eine Zeit ungetrübten Glückes und ungehemmten Fortschritts für ganz Israel eröffnen. In der Lösung dieser Aufgäbe unterstützt uns vorzüglich die Ehanutaidce, indem sie uns den einheitlichen Gesichtspunkt Vorhalten will, von ivelchein aus der Jude alle Verhältnisse des Lebens beurteilen soll. Wer ihrem Lichtscheine Aufmerksamkeit geschenkt hat, dem ist es zum Bewußtsein gekommen, das; das Judentum Menschen verlangt, die mit der ganzen Stärke ihres Willens, mit allen Teilen ihres Strebens und Wollen? bemüht sind, dem göttlichen Sittengesetze den Tribut der Anerkennung zu zollen und keine Faser ihrer menschlichen Beziehungen in den Treust eines anderen Prinzips zu stellen. Leuchtet uns so auf der einen Seite in tellen Strahlen das flammende Beispiel dafür entgegen, daß das Judentum nur durch seine mannhaften, ihr ganze? Ich ihm unterstellenden Pertretet verteidigt wird, so erfahren wir auf der ankeren Seite die betrübende Tatsache, daß das Heiligtum nur aus dem Grunde ein Wert der Zerstörung wurde, ׳veil eben der weitaus größte Teil der zu seinem Schuhe berufenen Männer nur ihre sogenannten rein religiösen Interessen dort hinein verschanzten, und ihre sozialen Berhältnisie von anderen Mächten teliiminen ließen. Besäßen wir heute noch einen solchen Erziehungsbau par Excellence, wie ibn der Tempel darstellte, — die Zerstörung desselben wäre wieder, oder besser gesagt, noch immer eine Forderung der Notwendigteil. Mehr denn se ist der 10. Teweth ein betzerzigenswerter Weckruf, die am Ehmtuka gezündete Flamme in unsere Gedanken und in die Regungen unseres Herzens hineinleuchten zu lassen und zu prüfen, o? d׳ese denn mit den uns in der Thora zur Lebensaufgäbe gemachten Pflichten vollkommctl übereinstimmen. Möge dieser Tag unserer Zeit erneut das Bewußtsein gegenwärtig halten, daß nur in der llebereinstimmting unseres Seins und Lebens mit den Forderungen des göttlichen Willens das Heil liegt; daß wir nur, mit dem Brustschilde der Gesetzesetsiillung gewappnet, den Gefahren Trutz bieten können, die in der Gegenwart die jüdische Welt so vielfach bedrohen. Ulitteilungen aus den!?ereinen. Am 17. Dezember 1005 fand in Eöln zum Jahresabschluß die Borstandssitzung des ״Bereins für die jüdischen Interessen Rheinlands" statt. Verschiedene Hindcrungsgrunde machten es zur Zeit unmöglich, noch im Winter eine Generalversammlunz stattfindcn zu lassen, die nach dem Statut nicht unbedingt alljährlich anberaumt zu werden braucht. Ter Vorsitzende erstattete Bericht über di: Tätigkeit des Vereins tm abgelaufenen Jahr. Im Vordergründe stand das neue Unternehmen des Ver׳ eins, die Herausgabe eines Organs. Die zur B^r senduug gelangten fünf Hefte des ״Jüdischen Volksfreundes" wurden, wie aus dem Leserkreise vielfach bezeugt wurde, allenthalben gut ausgenommen; auch Tendenz und Form fanden allgemeinen Anklang. Wenn auch das geringe Vermögen des Vereins durch die Drucklegung des Schriftchens stark in Anspruch genommen wurde, so war es doch der Verwaltung des Rendanten, Herrn S. Hanauer in Euskirchen, gelungen, den Kassabestand am Schlüsse deS Jahres trotz der zahlreich geleisteten Subventionen und der Kosten für gute jüdische Bücher, die zur Verteilung gelangten, auf die vorjährige Höhe mit nur geringer Differenz zurückzubringen. Besonders haben wtr für eine hochherzige Spende von 500 Mk. zu danken, die Frl. Jenny Horn in Eöln im An׳ denken an ihre leider allzufrüh verstorbenen Eltern stiftete. Die Tätigkeit des Rabbiners innerhalb der Gemeinden dir sich dem Verein — 2*1 ein der Zahl — angeschlossen haben, nahm auch in diesem Jahre ihren ruhigen Verlaus. Fast an jedem Sonntag und an nichtjüdischen Feiertagen werden in den Synagogen de? Bezirkes Vorträge gehalten. Im besten Einklang mit den Herren Lehrern wird für eine Berliefung des jüdts ch e n Unterrichts in den Neligionsschulen Sorge getragen. An den Wochentagen erfolgt die Inspektion in den Schlachthäusern. Es mehren sich die Gemeinden, welche die Notwendigieit einer ernsten Handhabung der Schechitah schon aus Gründen der Abwehr einer G: g e n a g i t a t i o n erfenuen. Auch die Restaurationen, die vom Verein?- rabbinake beaufsichtigt werden, sowie die Fabriken, welche unter Aussicht des Rabbiners ihre Fabrikate ׳:־: Herstellen, , müssen besticht werden. Auch die Leitung der Neubauten und Ansbrsserung von Ritiialbädern müssen fei 1 örtlich übernommen werden. Zum ersten Mal war in einem Badeort in Neuenahr, für koschere Verpflegung unter Aufsicht des Rabbi nates gesorgt. Es wäre sehr wünschenswert, wenn das Publikum derartiges Streben mehr unterstiiheu würde. Die Leistungen können nur durch die Unterstützung wachsen, die die Gesamtheit ihnen angedeihen laß:. Es wurde mitaeteilt, daß auch in diesem Jahr: ein: Mazzohbäckerei unter Aufsicht des Vereinsravbinales steht, sodaß die Konsumenten, die bisher alles für Mazzoh ansahtn, was Mazzobsorm hatte, ausmert sam wurden, daß io viele Gesetze bei der Mazzohbereitung zu beachten sind, daß nur durch Anweisung und Beaufsichtigung durch einen Kundigen die Garantie ׳ür eine religionsgesetzlich -inwandsfreie Mazzoh geboten wird. Mehrere ׳.usammenliegende Städte werken durch vom Verein bestellte Schächfer mit Koscherfleisch versorgt, und wo es dem Verein gelungen ist, di: eine oder die andere Institution zu schussr». keystallisi.rtcn sich kleiner: Gottesdienste ׳׳׳!.׳ dieselbe, wenn an den betreffenden Orten die dort befindlichen Svnagogengememden Reformen eingeführt haben. Da drei Mitglieder des Vorstandes staiutengemäß au? dem Amt ausschieden, mußte eine Neu wähl vorgenommen werden. Die ausscheidenden Herren wurden durch Akklamation wiedergcwähl:. Es setzt sich somit der Vorstand aus folgenden Herren zusammen: M. L. Munk Eöln, Vorsitzender. I. B. Ionas-M. Gladbach, stellverlr. Vorsitzender, S. Hanauer Euskirchen, Rendant, Dr. mcd. Ochs-Eöln, stellverlr. Rendant, Benno Hiri'ch-Eöln, Schriftführet. S. Eohn-Mülheim a. d. Ruhr, A. Bär- Ahrweiler. H. Kaufmann Eschweiler, Jot. Alerander- Vallendar, Lehrer Berlmger Illingen, I. B. Eahen- Geilenkirchen. Nach dreijähriger Tätigkeit weisi der Verein, wo er seine Hebel an zusetzen hat und hat die Mittel kennen gelernt, die am geeianetsten erscheinen, zu den Zielen zu gelanaen. die die gegebenen sind: die Kenntnis oom Geseh und seine Erfüllung zu ver breiten. Ter Verein vermeidet es. in der Oerfentlichkeit von sich reden zu machen und sein Wirken ist im Verborgenen. Möge es ihm gelingen, sein Hoch zi»l zu erreichen. Mögen alle die, welchen die Treue zum Geseh am Herzen liegt, sein Wollen tlnterstützen. ideell und materiell seinen Weg ihm ebnen. Geräuschlos aber fruchtbringend fließt sein Lebensstrom durch Raum und Zeit dahin, bis seine Wasser sich ergießen in das Meer der Erkenntnis, die die Erde erfüllet, wenn ihre Bewohner reif gelvorden sind, das Ziel des Lebens zu verstehen uno die Mittel seiner Ausgestaltung zu begreifen im Lichte her Thora, im Glanze der Menfchheitserlösung״ V

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