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Der Israelit · 1906-01-04 · 1 (4.1.1906) · p. Seite 24

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
1 (4.1.1906)
Date
1906-01-04
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German
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')h. 1. -seitc -!> Tev ^•fraelit. i. Januar 0"״» richt nur wenige Stunden eingeräumt, welche kaum ausreichen, die Jugend in die Bibel und die Propheten im Urlexle gelingend einzuführen, ihr die דינים, die Vorschriften des jüdischen Leben» beizubringen. geschweige denn das Talmudstudiui» gründlich zu betreiben- Die Rabbiner der'größercn Gemeinden sind häufig durch ihre Berufspflichten zu sehr beansprucht, um mehrere stunden täglich mit Anderen lernen zu können: da» Gleiche gilt von den in Schulanstalten wirkenden Lehrern. «tau» zn ׳Altona. Da sind nun die Klausen, wenn sie ihrer Bestimmung 77מיד ו7למד Nachkommen, ein wahrer Segen für die Gemeinden. in denen sic bestehen. Sowohl durch die täglichen öncntlichcn Vorträge, als auch hauptsächlich durch da» Lernen mit Einzelnen geben si! Jedem •!! jeder *^?!?(י!ח?י?!!, sich sm Talmud zu vcrvollkommncn. Die Stifter solcher >tlausen haben sich ein unvergängliches Denkmal gesetzt, denn ihr Segen wirkt für alle Seiten fort. Tie Klaus in Altona wurde im Jahre 1090 ge gründet, Es traten einige wackere, wohlhabende Männer zusammen, um für den berühmten Rabbi Zwi Hirsch Aschkenasi eine Stätte zu scharfen, wo er nach seinen zahlreichen Pilgerfahrten sich in Rübe dem Talmud- »tudiili» widmen könne. wie auch reich an Vermögen war er eine Zierde der deutschen Inden. Er errichtete ern Lehr- Hans für Rabbi Zwi Hirsch Aschkenasi. den er hoch verehrte, in jeder Hinsicht förderte und zartfühlend unterstützte. Sohn dieses Mosche Kohn, Mordcchai Kohn, gelangte später zu hohem Ansehen. Er reiste nach Indien, sammelte dort iminense Schätze, kehrte nach London zurück, wo er eine Stinagoge nach Hamburger Ritus gründete, die noch jetzt bestehende Hamburger Slmagoge. Mordcchai Kohn, auch Mordechai Hamburger genannt, war ein Schwiegersohn der berühmten Glückt von Hameln, lieber ihn handelt daS Werk כע צה רב. Sein Vater R. Mosche, der Gründer der Altonaer Klaus, starb 1700. Ter Ehacham Zwi wirkte 20 Jahre an der Klaus. Es sammelte sich bald eine zahlreiche Schülerzahl um ihn und die Klaus wurde der Mittelpunkt des jüdischgeistigen Lebens. Tcr Verfasser des Werkes דב־׳ הככים Rabbi Löb Pochowivcr isiebe über ihn Fürst und ׳e*כ7־לת ׳ Dembizcr» in seiner Vorrede berichtet: ״Als ich in Dentscbland weilte, um im Jahre 1092 mein 'Werk zu drucken, sand ich gastliche Ausiiahiiic und Unterslütziiiig in dem großen Lehr- Hause, die Klaus genannt, welche in Altona nahe z» Hamburg ist. In dieser Klause finden die Forscher der Gortcslehre יצי7הי בהא ומנירה Wohnung. Beleuchtung, Speise und Trank, auch in der )!acht erlöscht das Licht dort nicht. An der Spitze dieser Klaus steht der hochgelehrte R. Zwi Hirsch, ein Schwiegersohn des Tberrabbiners der Trei-Gcmeiuden, Rabbi Salonion MirlS Neumark." Der Ebacham Zwi ordnete au. daß in der Klaus inorgens nach dein Gebete eine Stelle au» T'nach vorgetragen und zwische!» dem Miucho- und Mariw- (Mebetc ein Abschnitt aus Mischnajoi mit allen Erklärungen klar und gründlich vorgelernt werde, wie dies siet» nach besten Kräften innegehaltcn wurde. Der Tisch worauf der Ehacham Zivi lernte, wird noch jetzt benützt. Die Klans ist zwar von der Hauptgcmeindc unabhängig, wird auch von ihr nicht subventioniert, trotzdem stand sie mit der Hanptgcmcinde stets im besten Eiiivcrnchnicii. Die Klausiniiagoge. welche sich an das Lehrhaus anschließt, richtete!ich immer!׳.och den Minchagiin der Hai.vlstinagoge, ע״: יצ:״ת בנהה ׳הי״אל. In der traurigen Zeit des Streite» zwischen Rabbi Jonathan Eibeuichüv und R. Jakob Emden standen die drei Hauptklausncr R. Bendit Mann. R. Löb London. ,R. Moses Falk an der Seite Eibcnschiitz' nur R. Ljer-Hildcsheim. ein Verwandler Emden», schloß sich diesem au. Als 177!» ein feiger Augrist von einem auontimen Gegner gegen Rabbi Raphael Eohu in dem Weike Mazpe Iakiel erfolgte, waren es die Hamburger und Altonaer Klausner, welche einmütig für die Elire ihres Sberrabbiners cintratcn und den Verfasser der schändlichen Broschüre in den Bann erklärten. (Landshnt ת ילדות אניצי יצב Seite 90.) Die Anzahl der Klanfncr war nicht imincr dieselbe. Manchesmal waren cs 4, öster auch nur 4 oder 2. je nach den Zeitvcrhältnisfeu. Während der Hamburger Belagerung 1714 mußten auch einige Klausner der alt - ucncn Klaus aus Hamburg stüchtcn. Altona önuetc bekanntlich gastlich seine Tore, um die Flächtlinge aufziliiebmeu. Auch die Klau» gewährte 4 Hamburger Klausnern, R. Gniupel Hildesheimer. R. Bär bar Iuiva und R. Kalman Halevi, eine wöchei.tlichc llutcrstüvuiig mit der Berechtigung abwechselnd in der Klaus vorzuirageu. Rach der Trennung HamburgS von Altona erlaubten es die finaiizicllen Mittel nichr, einen Cberrabbiner in Altona anzustcllcii. In Jacob (»oben. Altona. Rabbi Zvi Aschkenasi selbst berichtet in der'Vor rede zu seine» Responsen ,.Ehacham Zwi" über die Gründung diese» Lehrhause» folgendermäßeii:" ״יבהמ7הי -ה בנה 7׳ בי־ ויהע אה- אבדני יה.- -.-:ער במ-ם נאמ:היא בית מרד־צג הגדול איצ-ה-ם "ני•“ In seiner Barmhcrz gkcil erbaute mir Äon ein Hans und errichtete nur ein Zelt, die» ist unser großes 2ehrhauS. Der eigentliche Urheber der Klaus ist dort nicht ermähnt, lieber ihn gibt uns der Sohn des Ehacham Zwi, Rabbi Jakob Emden, and) Iahe; genannt, näheren Ausschluß. In Mcgila» Leser Seite berichtet Emden: Der Vorstchcr R. Mosche, Sohn des Löduich Kolm, desien Vorfahren zu den Grendern der Gemeinde Altona zählten, lernic in feiner Jugend in Polen bei dem beruh»:״,, Rabbi He'chl. :'!eich an Wiüeu der Zmiichenzeir versah Rabbi. Mcnaä ein Vien dl Frank'urler. Großvater des Rabbiner Samsoi. Raphael Hirsch in Frankiurt die Funktion eine» ׳א:״ר Vorsitzenden de» jüdischen Äcrichic», und lehrte jauch uuentgt'.tlich in der Klans. Als die Han׳.- burger Mlnufuer nach Hamburg znrückkehrcn durften, wählte die Klaus vrovisorisch vier Gelehrte, R. Jakob Schochct. R. Gamliel, R. Löb Frank und R. Pesaeh Eohu, bis eine endgültige Regelung der Gemeinde »latlfand. Und zwar einigte sich im Jahre 171 «i die hochdeutsche Gemeinde mit der Klaus, einen Hauptklansner anzustellen, welcher alle Rabbinatsfnnklioueil versehen könne, und wnrde^Rabbi Akiwa O'■ - W erthei »1 e r aus Rtoisliuzen gewählt, l72:1 ivurde er zum Tberrabbiner von Altona und Schleswig- Holstein ernannt, blieb aber dennoch Klausner, bis er 1744 von zivei jüngeren Kräften, R. I. Holländer und R. I. Kohn, abgelöst wurde. So lange die Drei-Gemeinden vereint waren, wurde in Altona zum "בית ד tzum jüdischen Gerichte» je ein Dajon au» Altona, Hamburg oder Wandsbcck zugezoge». ')!ach der Auflösung der Geineindcn-Tiipelaliauz gehörten zum ב״ד in Altona der Sbcrrabbiner und zwei Klausner, welche als Dajanim fnngicrlcn. Der in diesem Jahre verstorbene Rabbi Ickcf Kohn, welcher 7.4 Jahre Klausner war, war der letzte Assessor des jüdischen Gerichtes. Während der ganzen Zeit des Bestehens der KlauS, über 200 Jahre, wirkten die Klausner im friedlichen Einvernehmen mit dem jeweiligen Sberrobb'.ner ידנד•- תירה :-!־:אדירה. z,,r (»rhnlnma 7זחו Verbreitung unseres kostbarsten Gutes, der תירה ה7;דויצה. Männer mit ruhmvollen Rainen erlaiiglen in der Altvnaer Ehacham Zwi-Klan» ihre talmiidische Ausbildung und rühmteu sich, Zöglinge derselben zn sein. Beispielsweise R. Samnel Elka». Verfasser der Responfen 7מתיה יצמיא. gedruckt Altona >749. R. Jakob Emden, der in der Klaus מיצניות bei seinem Vater lernte (siehe Vorrede) נייר יקציעה — Benjamin Stadt- Hagen. Verfasser des מנהת ידידה, gedruckt 1707 Altona. Iüdel Rüben Engel, Verfasser de» אמ- בינה, gedruckt Altona I77!>. Mordcchai Schuabcr, genannt Professor Lcvhsohu. Verfasser des ה־ת מגהה ב7ולה. gedruckt Altona 1799, welcher ans Dankbarkeit gegen die Klaus derselben seine ganze Bibliothek schenkte. Aus lctzteici Zeit sei erwähnt R. Samson Rafael Hirsch, der in seiner Jugend bei R. Gamliel Talnind lernte, ebenso Professor Salinen Frensdorf in Hanuover nnd Dr. Esricl Hildesheimer bei Ickew Eohu. Reben der Ehacham Zwi-Klaus eristicrt in Altona auch eine portngicsische Klaus, deren Titel ״Abraham Snmbel Ieschiiva" lautet. Ter Vater des Stifter» hieß Samuel Sninbel. Er war Finanziiiinistiw in Marokko unter Mulei Saliman. )!ach dem Tode seines königlichen Gönners im Jahre 1742 gcwauiien seine ')leider nnd Feinde am Hose die Sberhand, und er iiiußte aus Marokko flüchte». Er kam nach Altona nnd nahm hier seinen Wohnsitz. Sein Sohn Abraham Suiitbcl war kinderlos. Er beriet sich mit R. Jakob Ettlingcr, wie er am zweckmäßigsten sein Vermögen verwenden solle und bcstimiiite schließlich testamentarisch, daß sein ganzes Vermögen, fast eine halbe Million, zur Errichtung zweier בתי מדרשית oerwendcr werde, damit sein Namc an eine Stätte geknüpft fei, wo da» Kottcsworl für ewige Zeiten gelernt und gelehrt werde. Ein Lehrhau» sollte in seiner Geburtsstadt in Marokko, nnd eine» in Altona errichtet werden. >744 starb Abraham Sninbel und 17.74, nach Erledigung aller Formalitäten, wurden die beiden Lehrhänser ins Leben gerufen. Es sollten in der Altonaer Klan»! Talmide Ehachomim aus Marokko, und wenn dies nicht wohl möglich sei, aus Altona angeslellt iverdcii. Die ansangs ans Marokko berufenen Klansner konnten sich in Altona nicht akklimatisieren. Rur R. Bcnjamin Eohil^ ließ sich in Altona daueriid nieder. Er wurde ein Schwager de» jüngst vcrslorbeue» R. Ickef Kohn. Rach seinem Tode wurden nebst seinem Sohne noch 4 Klausner nach Altona gewählt, welche zur Zeit in derselben lernen.

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