Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 1 (4.1.1906)
- Date
- 1906-01-04
- Page
- Seite 18 (sequence 18)
- Language
- German
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Rr. 1. Seite 1*. Ter Israelit. I '\rttlllrtV I ‘.יי Mi. I.1 Biblische Geschichte in ihrem ganzen Umfange steht als notwendige TiSziplin allenthalben unbestritten da, auch seit ältesten Zeiten, denn wenn sie auch nicht als selbständiges Fach gelehrt wurde, so wurde doch sicher anläßlich der Bibelleltüre Kenntnis der Tatsachen vermittelt. Als Mittelpunkt dieser Disziplin iväre die Offenbarung aufzufasien, so daß sich von oem Standpunkte einer pragmatischen GeschichtSauffassung aus — v. v. — folgende Einteilung ergäbe: I. Vorbereitung auf die Offenbarung. n) Gr folqlosigkcit der vorabrahanntischrn Offenbarungen; l>» Vorbereitende Erziehung am Hause und Volke Abrahams. II. Die Offenbarung. 11!. Wie hat das jüdische Volt den bei der Offenbarung erhaltenen Auftrag erfüllt? < Mission des jüdischen Volkes). Auf die einzelnen Schuljahre ergäbe sich folgende Stoffverteilung: 1. Schuljahr: Bis Abraham lercl.» 2. ״ Josef; 3. ״ Offenbarunci; 4. .. >fua; 5. ״ Solomo (incl.»; 6. ״ zum babylonischen Exil: 7. ״ Daniel, Esther, Esra Rehemia. schaffen. Wie in einzelnen Männern, sodann im ganzen Volke der theokratische Grundgedanke sieghaft durchbricht, lehrt das Pensum des 7. Schuljahres, das gleichzeitig bei näherem Gingehen auf die dies׳ bezüglichen Gdikte der Perserkönige gelehrt iverden kann, daß (wie es die Grundbedingung des endgültigen Sieges des Offenbarungsgedankens ist» auch Andersgläubige die Bedeutung des Volkes Israel für die ganze Menschheit ahnten. Endlich ist ein Abschluß gegeben durch die Tatsache der Kanonisier ung der heiligen Schrift, der > lui ta der Offenbarung. Soviel zur Rechtfertigung der obigen Einteilung der Pensen. lFortsetzung folgt » Ifrl, ünliBUtf!סחו MsUmß ein« AhWdk im 8kdklidn!kt!k» in gehobenen Religion««skt,״len und PräparanDien. I. Thema: Ter evite '.Hbiau der MeDufeba im sag. Sieben gebet für das '.Aeniadrsfest und den Versölmungstag. Der Fachmann lvitd alsbald erkennen, daß auch in den Lehrstoffen für die einzelnen Klassen gewisse Einheiten in Erscheinung!reten. in welchen die biblische Geschichte sich als Issesinnungsstoff charakteri sirrt; dieser Umstand erklärt dir selbst mit Rücksicht auf die Altersstufe scheinbar ungleichmäßige Verteilung der Ouanten. Der Stoff für das erste Jahr lehrt, abgesehen von den in oer Schöpfung gegebenen Aeußerungen des göttlichen Wesens, die Eriolglosigteit der vocabrahamitischen Offenbarungen. Tie in dieser Richtung gegebenen Mitteilungen der heiligen Schrift müßten deshalb etwas kräftiger hervor?,ebobcn werden, Zm zweiten Schuljahr folgt die Darstellung der unmittelbaren Beziehungen zu Gott, welche die Geschichte der Patriarchen bestimmen und ihrem ganzen Familienleben das Gevrä.v neben. Zu diesem Zweck müssen diejenigen Eigenschaften der Patriarchen besonders geschildert werden, welche, in ihren Euleln sich wiederholend, dieselben als besonders prädis voniert für Träger des Offenbarungsgedankens erscheinen lassen. Es folgt sodann als Gruppe für sich die Zeit, in der die Familie zum Volke erstellend eine mebr als zweihundertjährige Geschichte erfährt, welche mit Rotwendigkeil aus ein außerhalb des Ge- .׳.-ähnlichen liegendes Eingreifen der Vorsehung hin weist׳ der teleologische Grundzug der Weltgeschichte muß bier betont werden und schließlich zur Offenbarung selbst überleiten. Diele ganze Epoibe ist also eine Frage mir der einen Anrwort. «Auch hier übrigens müßten die mir bekannten Lehrbücher ein׳ Äenderung der Darstellung erfahren, in welcher die oben skizzierten Momente mehr zum Ausdruck ge langen.. Das Pensum des 4. Schuljahres gibt eine Schilderung des Fdeals einer Theokratie mit allen Versuchen, es zu verdunkeln: religiöse Motive be stimmen -ruck im Einzelnen jeden Tag der Volksgeschichre, das Volk selbst zeigt sich als geschlossene Einheil mir Organisarionen für das materielle und das ioeelle Leben, eine Vermählung des Offenbar ungsgedankens mir der Alltäglichkeit. Eine weitere Stufe der Bewährung des eriteren zeigt die Periode Fosuas und der Richter, die Berührung mit anderen Völkern, das Auftauchen anderer Fdeale und den Kamvf des Ofsenbarungsideals mit denselben: der Abschluß «David und Salomo» scheint den Tieg der letzteren zu verkünden, der Tempel erscheint als neues, sichtbares Zeichen der Tbeokralie. Für das Volk als Ganzes hingegen s-beint das Pensum des letzten Schuljahres die Unvereinbarkeit politischer Asviratio nen mit dem Osfendarungsideal darzutundos Vordrängen der ersteren blendet das Volk . während das letztere in einigen Königen, hauptsächlich aber in den Propheten seine Vorkämpfer findet. Diele abcr wiederum sind in ihrer absoluten Abbänaigkeil von der sinaitischen Offenbarung charakterisiert. D.rS Eril selbst weist aus die Notwendigkeit hin, der Be- Währung d«S OfsenbarungsgedankenS unter geänderten Verhältnissen neue, dem Aufenthalt in der Wüst« analoge Vorbedingung zu seiner Bewährung zu br Veln־l1״H'■ 2 רדיד שפח א״ח. I«>l. Po» *.׳einer B. Wolss-Auricki Text. 20 mögen Tu den» gebe» Tente Fnrctn. o Herr unser «Soll »ber alte Teilte Werke und Teiltet! Schrecke» über alles, was T» geschaffen hilft, bannt Tich furchten alle Werke »nb nett »ieberwerte» vor T ir alle Eefckiöpse. n»b bannt »e alle iduicneit Ei» Bündnis, Teilte» Wille» z» mit mir ganzem Herze» ׳. wie wir es atterketnten, o Herr unter l'Unt. basz die Herrschaft vor T ir nt, Macht in T einer Hand mtb Starke in T enter Rechten, mtb bas, Tein ׳Raine gefürchtet wirb bet allem, schassen bau. was •t tt ge genau Darauf, wie ich übersetze, merkt Euch auch bie Stelle bet welcher ich eine längere Panse eintieten!affe! Ter t'ebrer übersetzt nun ונכן חן פחדך bis znni Schluß bes ersten Absatzes »nb läßt dabei nach dem Worte 27z׳ eine längere Paine cintrcten. Rach Dem llebersetzen er kündigt er sich nach dieser Stelle und fährt bann fort: L.: 'Ans wie vielen Hauptteilen besteht also dieser Ab tatzt Sch.: Ans zwei Hauptteilen. *׳.: Wie lauten bie zwei ersten Worte des ersten Teils t Sch.: ״ ובבן חןlind so gieb!" 1,' - W-׳s >»ag liier wobt der erüe Teil enthalten' Teuft nnr an bie Form des Wortes ״gieb!", welche hier in der Pebentnng: ״Tu mögen geben" steht: Sch.: Eine Bitte. \!.: Wie lauten bie zwei ersten Worte des zweiten Teilst Sch: שידידי "ZZ ״wie wir anerkennen." Was enthielt also der zweite Teilt Sch.: Ein -An erkenntnis ober Bekenntnis. V.: Betrachten wir zunächst den ersten Teil: I. Teil. Die Bitte. Ter Lehrer übersetzt diesen Teil noch einmal nnd läßt den ober die fähigsten Schüler nach übersetzen. A. T ie eigentliche Bitte L. Worin befiehl die eigentliche Bitte ' Sch.: t'V möge feine Furcht tntb feilten Schrecken über teilte E-eschopfe ver breiten. L: Tiefes in in zivet scheinbar gleichen Sätze» ausge brückt. Wie beißen siet Sch.: antwortet mit bet, Tertes Worten nnd fetzt an die richtige Stelle. erstens, zweitens. L.: Wie lauten die sinuverwanbten Wertet Sch.. t—- , Sch. Entwurf. I Einleitung: Tie erneu drei Segenssprüche der ..Tesilla " nn allgemeinen. II Ansfnkrtina: Ter erste Ab'atz der stebufcha Einschaltnng enthält: A eilte Bitte. Tiefe bestellt a. ans der eigentlichen Bitte, die baliin gebt:!. baß alle unvernünsttgen mtb i. baß alle vernünftigen Eefchöpfe von dem Ta fein nnd Walten des Schöpfers überzeugt werben mögen. t>. ans dem Zweck der Bitte, damit I alle Eefchöpfe fich dem Schöpfer unterwersen nnd \! mit einnnber «sg, Bündnis schließen: B ein B e k e n tt! 11 i s Wir bekennen, baß Eott die unter A gen. Bitte er füllen kann. a. weil Er allmächtig ist und t.. weil Er den Eeschöpsen die entsprechenben Fähig ketten verliehen bat. III Schluß: Mithin,,item»!־,־eit der Ergebnisse ׳Tlnsfiibrnnq. — Erste ÜbungSttunde. Bet Beginn der ttnterrichtsstunbe liegt bas Lehrbuch geschlossen vor den Schülern. Lebrer: Zbr alle kennt die שסגר. עש~ה! Was beißt יש' Schiller: Achtzehn L.: Warum wirb bas l^ebetstück so genannt? Sch.: Weil es ursprünglich IS בדכיח enthielt L.: Wie wirb die auch sonst noch genannt! Sch.: ,חפיר. L.: Wie viele ירסח enthalt bie Tenlla für Sabbat und Festtage t Sch.: Sieben ביבי־. L Wie wirb die Tenlla für diese Tage darum auch schlechtweg genannt י' Sch : ';ZT r״. L.: Wie werben die ברכיח der חפיה eingeteilt? Sch.: Zn Vorder Mittel und Schluß נרביח. L.: Wieviel Vorder ביייח bat bie חפ״ה und wie heißen net Schüler: Trei, sie beißen: אביח, גבורוח, קדשיח. L.: Wie beginnt und wie schließt Die הדשה? Sch.: Sie beginnt אחה?;חיש und schließt הא' הקדוש Anin.; An der Fraaestellung der leßten Sätze nehme niemand Anttoß, wer gegen die Stellung einer Toppelfrage ist, löte diese in zwei einfache Fragen auf. Auch ist zu bemerken. Daß auf jede Frage Die Antwort in einem vollständigen Satze erfolgt. L.: An den הנייאיס er ist die »eduscha Durch eine Einschaltung (ק־ או״כהא) verlängert Wir wollen beute den ersten Absatz Dieser Einschaltung übersetzen Schlagt 3. 101 int Eebetduche auf! Achtet ••־rrs!"שביא־,- .בזעש-ך ~c. Von welchem Worte stammt פחדך? Sch.: Von פהד Furcht. L: Wie beißt das Stannnwort von איכיחך א־2ה Schrecken. L.: Wie mögen «ich beide Ausdrücke zu einander ver halten t אידה ist ein stärkerer Erab der Furcht als ה״:. L.: Es liegt (,:er alfo eine Steigerung int Ansbiucke vor. Rkerkt Euch dies! L.: Wie lienu die Wurzel von ׳ Sdt. שה> tun, machen, wirken L.: Von ivelchet» Worte kommt שבראה ' Sch.: Von ברא schassen. '.'111111,: Tie Erttnbbebeutnng beider Tätigkeitswörter zu entwickeln, bürste zu viel Fett rauben, es ist biiriim besser, der Lehrer gibt sie gleich selber. L : Tas Wort ב~א beißt erschaffen, b.!1. ans dem Rickits ins Tafein rufen: שיה> dagegen beißt machen, dem geschassenen Stoss die Form geben, ihm seinen Platz an weiien!>. Rafckii zu I. Rk. I. 7t. An die beiden v-Zrt.nb beDeutungen aber hat der Verfasser dieses oleletstücks nicht gedacht. Fch will nun versnckien, Euch den Eebankettgang desselben klar zu machen. Zn der heiligen Schrift wird uns erzählt, baß der Herr am >7 Sckiöpfnngstage die Land tiere nnd den Rkenschen getchanen Aber bet der Lckiopsung der Landtiere überließ es <^ctt gleichsam der Erbe, diese Eefchöpse liervorznbringen (וחיצא הארץ nnd bie Schritt bezeichnet Darauf den Schöpsungsakt mit L'p'1 v. עיצה die Form geben. T ieie Wesen werben darum 2׳z2"<׳ genannt. Bei der Schöptung des '.'Reitsckie» hingegen beißt es: E>ott sprach: ״Wir wollen einen Menschen schassen!" gleichsam als habe der Schöpfer selbst Hand ans Werk gelegt, und nun wählt die Schrift den Ausdruck 1 רבדא Vers 71!־ von ברא. Trum werben bie Menschen ברואיב bevorzugte Weien genannt. Worin mag nun wohl der bei. Vorzug des Rkenschen vor dem Tiere bestehen t Sck,.: Ter Rienickt hat eine vernünstige Seele. L. : Fn welchen Wefen gehören bentnach die 2-ב״'א ' Sch.: Fn den vernünstigen. L.: Zu welchen Weser, werben aber die 2'Z'P!2 ge hören t Sch.: Zn den unvernünstigen. L.: Was wirb in diesem Webete für bie 2שי> - er beten t Sch. : l''ett möge פחד über sie verbreiten L.: Was wirb aber für die ברי-אים erbeten t Sch.: Taß איביה über ne komme. L.: א'2ח ist indes, wie wir bereits gehört haben, ein höherer Erab von Furcht als פחד. Ter därunb mag sein, baß es beim Tiere nur einer schwächeren göttlichen Ein wirknng bedarf, um es ans Den rechten Weg zu bringen, während der '.'Rensch gar oft trotz besserer Ueberzeugung aus schlechten Pfaden bebarrt nnd nnr durch die Schrecken des Allerhöchsten zur Einsicht und Umkehr bewogen w rb. Was setzt aber bas Wefübl der Furcht nnd des Schreckens immer voraus t Sch.: Einen i^egenstanb, vor dem man sich fürchtet. L.: Wer toll hier OiegenstanD der Furcht fein t Ter Schöpfer. L.: Wovon müssen demnach alle Wesen überzeugt sein? Sch.: Vom T asein Lottes. L.: Taß aber alle Wesen, also auch die Tiere diese Ueberzeugung einmal besessen haben, lehrt Die Geschichte vom sog. Sünbensall. Tie Schlange sagt ausbrücktich: ״Hat OV wirklich gesagt." Was dürfen wir insbesondere auch für die Tiere erhoffen und erbitten? Sch.: Taß sie vom Tasein und Walten des Schöpfers wieder überzeugt werben mögen. L.: Welches ist somit Der Znbalt Der eigentlichen Bitte? Sch.: Wir bitten, baß alle Wesen von dem Tasein und Walten (Lottes überzengt werben mögen. ,Anm. Tiefer Satz kann als Ergebnis an dir Wand tatet geschrieben werden., B Ter Zweck Der Bitte oder Die Begründung Ter Lebrer übersetze nun von רידאוך bis שלס und lasse das Stück von den Schülern wiederholen. L.: Ueben'etze noch einmal Das erste Wort! Sch.: ו״דאיך Tamit Tick, fürchten