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Der Israelit · 1906-01-04 · 1 (4.1.1906) · p. Seite 16

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
1 (4.1.1906)
Date
1906-01-04
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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kJlr. 1. *fit« Hl. Trr ,^gratln. 4. ^aiiiuv >!->»,. also im erftf» ג eil de» *atte» erzählt wird, da» *imion mit Vater und Mutter zusammen ging, wird im zweiten Teil gemeldet, das; *imson allein da» Begegnis mit dem soweit batte. '.,lud) V. ׳> derichiet, dan *imsou seine» Eltern nicht» von dem Begegni» erzählt bade, *ie waren also nicht dadei. Wie in biete *chwierigkeii zu löten ״ :W arti n 'VI ose» W jener. v >1't0i»iiz Ten ׳ וצקN' bei der Nfuinonbvfrkünbigung schlief!«!! die einen mit 5״5 ו!:לר::: so lautet auch der Tert in den meinen *iddnrim die andere» mit ר£1לח רי. da die» btcdet laut 2r. B rachot צ7יו.א! ווי in. b» behaupten viele, da» רב־ם ici ein ewig revrodnzierier Trncktelilcr. Ich wäre dankbar für ge»!. Mitteilung, »׳eiche» die richtige t/eteart in. Koller r'eniderg. Israel DeutKbs Briefe an flbrabam Mubr. Israel Deutsch <ged. 2. April 18•*), ge st. 7. Juni 18Tv5) lebte in einer sehr bewegten Zeit. 15s war die Zeit der Nabbtnrrversammlungen, die Sturm und Drangperiobe der Reform. Die Gesetzestreuen waren gering an Zahl und wagten sich nur schüchtern an die Bekämpfung der wort und tatkräftigen Gegner. Israel Deutsch stand mitten in der Bewegung und er griff die Gelegenheit, sich darüber auszusprechen, gern und überall da. wo er kraft seines Amtes als Rabbiner sich hierzu betusen fühlte. Aber auch im Kreise seiner freunde sprach er seine Ueberzeugung offen und unverblümt aus. Zu diesen gehörte be sonders Abraham Muhr in Pleß, ein hochgebildeter Kaufmann, der, mit den religiösen Zeitereignissen aufs engste vertraut, einen nicht gewöhnlichen Fond von jüdischem Wissen besaß, trotzdem aber in religiöser Beziehung nicht recht mit sich fertig wurde. 20 war ihm die Belehrung, die ibm Israel Deutsch, der strenggläubige durch jüdisches wie profanes Wissen hervorragende Freund zuteil werden ließ, sehr wert voll. Die Briefe, die Deutlich an feinen Freund richtete und die um so größeren Ansvruck ans Be achtung verdtenen, je ivrnigct sie für dir Oeffentlich feit bestimmt waren, umfassen einen Zeitraum von 10 Iakren bis kurz vor dem Ableben Muhrs; sie ünd die rückhaltlose trauliche Aussprache eines Freundes und geben ein treues farbenreiches Bild der Zeit, 1״. der sie geschrieben wurden. Die sind von den Brüdern Deutschs nach fei״em Tode in einer Schrift verössenllicht worden, die ע •”«•־אי— betitelt ist und heute zu den Seltenheiten des Büchermarktes gekört. Wir glauben deshalb unfern Lesern eine willkommene Gabe zu bieten, wenn wir sie mit den interessanten Briefen bekannt macken und alsdann nock einiges Ungedruckte aus dem Nachlasse des großen Manne; anfügen. I. B« nt den. am 2 amu» ”•'.»7. < M %\ttli 1ל1:י>. 2 ehr we r t h e r Freund! 20 eben böre ick. daß Jemand aus Pleß hier ist und bald wieder wegreifet: ich schreibe daher in großer Eile und erwarte von Ihrer Fret׳nd7chatt. das2 ׳ie entschuldigen, ivenn der Inhalt und dir Form diefes Brieses nicht die Regeln der Wohlanständig keit beobachten. Ich habe schon lange, lange nichts von Ihnen gehört. Sollten 2ie stolz geworden fein? - Rein, ich will lieber glauben, 2ie sind reich geworden. — Man glaubt doch so gern, was man sebültchst wünscht. Wenn 2ie mir diesmal nickt antworten, so werde ick in der Meinung bestärkt, daß außerordent licke Glückssälle das Andenken Ihrer Freunde ver "rängt haben, und ein ד— צ־ק weiß gewöhnlich, beglückte Freunde auszusuchen: ich komme Ihnen bann, stehenden Fußes, nach Pleß. mit ofsenen Armen und weit offenen Händen. — Gott erhalte 2ie. lote es wünscht, Ihr ansrichtiger Freund I. Deutsch. Bentl'fii. a», 11 2tirt>vi :»r.*•«*.!10. Cttobev lsi 2ebr werther Freund! Diesmal habe ich mit meiner Drohung, wie zu sagen pslegt, den Ragel aus den Stopf getro und es fteut mich, die Ueberzeugung erlangt zu hc daß f,e auch ein •:־.־ -— find, als ׳: ־:;׳■■ I ich 2ie schon lange, tvenn anders ein,יד דצ־ל•: unter die Rubrik 1 ־ב:ןj zu zählen ist. Der Rabbiner von H— war acht Tage bei mir, und hat Ihrer oft erwähnt. Ihr Urteil über die Art, wie er א:יי ודל: erklärt, kann immer möglich sein; dock glaube ick wahrscheinlicher, dies dem Zeitgeiste zuzuschretbeti, da man geneigt ist, alles geistige aufzufasien; und so kann es nicht fehlen, daß man in Uebertreibung verfällt. Zu den Zeiten des צ ־שב א ] soll man in dieses Extrem verfallen sein, wodurch der berühmte Brief de- 'ו׳ יועידז דפ;־נ veranlaßt worden. Es ist aber über- Haupt dem;״ש! nicht um die wahre Exegese zu thun, er bemüht sich vielmehr, dasjenige, was er seinen Zuhörern einschärfen will, dadurch zu sanktionieren, daß er es פרי דר־ש:: oder ב־ביי וז ל zu finden, oder hineinzulegen sucht. Diese Ansicht ist unver lenS׳c>r וישי דו:: zu segeo: wenigstens ist dies meine Maxime; der ,ר״ש׳ versieht sich daher nickt immer ^11 dev Folgen seiner Gregese, da er voraus setztידי *י:••* .-:ר יצא ׳: Bei diese: Gelegenheit sagen Sie ein gewichtiges und vielumsasikitdeL Wort, nämlich: ,.>eder Irrthum ist bester als eine Verknöcherung." Das wäre unaeführ so viel als: ״Fieberhitze, wäre die Krankheit nach so gefährlich, ist doch immcr bester als verjährter Blödsinn." Ist auch hier, wie dort, das Bernunstorgan krank, so kann doch hier bald die Krisis eintreten, und schnelle Besterung erfolgen, was dort nicht zu erwarten steht. Ich gebe dieses zu, was die Persönlichkeit der Kranttn betrifft; jedoch in Betracht der Umgebung dürfe vielleicht das Gegevtheil b.׳ hauptet werden: da muß der Grad der Anstellung er wogen werden. Daß auch Irrthum nützlich werden kann, sagt schon Akf.delssohn in scinem Ieruialem. Irrthum nämlich veranlaßt Rachdenken und Forschen: die Wahrheit brich! sich endlich Bahn durch das dunkle Labnrinth. und stekt um so fester aus sichern! Grunde. Dies haben ichon früher ודל gesagt: Aber auch hier, wie überall, finden Unterschiede statt. Derjenige, der ernstlich nach Wahrheit strebt, auf Irrwege aeräth. seiner irrigen Ueberzeugung ge mäß handelt, und dadurch Unrecht begebt, ist er auch nicht zu rechtfertigen, (denn es bleibt immer an maßend, wenn man seiner eigenen schwachen Ucberzeugung willen, das einmal Tanctionirte und Fest stehende vernacblästigt» so ist er doch zu entschuldigen, und verdient unsere Nachsicht. Ganz anders aber verhält es sich, wenn man aus Sinnlichkeit oder Be quemlichkeit, das Heilige mit Füßen tritt, und die Ueberzeugung erst nachholt, wenn man mit Sovkis men Handlungen zu rechtfertigen fucht, die man leichtsinnig übt. weil sie unseren Leidenschasten zusagen. Da ist's nickt Irrthum. sondern böser Muth- Wille. 2olcher Irrthum führt schwerlich zu lieberzeugung. da man nur überzeugt sein will von dem jenigen, oas sich mit den gewohnten Handlungen verträgt. Ünd Letzteres ist der Fall der südd'Utfchen :י;־::׳ &). Ich habe nur ein Heft der 'stscheu Zeitschrift gelesen, und weiß genug. Beguemlichkeit. ungebundene Freiheit. Neuerungssucht und de! alberne Drang alles nachzuässen, sind die Motive ihres Treibens, und nun wird Alles aufgeboten. das Heilige lächerlich zu machen. Hier sieht man Un glauben mit Fanatismus. der Waffe des Aber glaubens: mit der Fackel der Aufklärung will man das ergrauet« ehrwürdige Gebäude der Religion in Asche legen, und auf dessen Schutthaufen ein wo deines Iudenthum aussührcn, ein Iudenthum. daeigentlich nichts anderes als ein schlecht korrigirtcs Ehristenthum, ohne Ehristus und Apostel, ist. Man sagt sich von der Tradition los, aber des Buchstäbliche ist noch viel zu uncomod, man maßt sich!) דח ל דיבנן finfr bor b!c illabbium fürchtet, יהי: דיבנן filier b'v bl« :Hnbbtiier liebt. Ausdrücke. b e im lolimib vorfom nf» נ״־ד צדק miirtlid) :!Ie'lgio1»,vei'er. NabbinatStitel üb ick i» rifinfn iSeineinden. in gröbere» ba>ür :ד V>n-al :ר::י ober;::-. 2 «'::•”An aiigobuch'taben N. *. b.'il. *cbcUimci bev SleborctS, «in bockbfrübmtfr Rabbiner de«!:!.Tzobrbiinbfrt» in Pa-f-Iona, trat mit vllickbrnck g«Am bif rationmisnslbf Nickt:mg im Srklürfn b«r Bibel, mrlcbe!ick zu seiner Zeit in ber Vrovenre fimbanb. auf. 3) ר■ •דעי’ דז::•:׳ R. ^tebaia -avenin, aus Betier». ber berübinte BersaNer be» .Beckiert Llam" verthe bigte seine Land»- teute in einer Lck.'ist. die er b in R. 2■ b. A. zukanbte. Diele *cknft ist «,»ba'ten m ben RecktSgutackten de» Leiitern Nr. 41א. 4> cflittln 4:i. I. D. D. f>) Wortlviel :י::י Nabbinen :ר;י ::י tcklinune Kinder. D. T. daher die Autorität an, Reltgionsgesetze abzufchafsrn. und zwar auf Grund eben jener Tradition, der man alle und jede Autorität avgesprochen. Ich hoffe übrigens, daß auch dieser Sturm glücklich voriitfr gehen wird, und zwar gründe ich meine Hoffnung auf die Ohnmacht und politische Unwichtigkeil rer Juden. Wo es nur beim Federkrieg bleibt, da wird endlich im Kramladen und in der .Hökerbude die Jede geordnet; das Kriegsvolk geht hier auseinander, und wird zum Eivildienstc verwendet; nur dann, wei.n das 2chwerdt der Feder Nachdruck geben kann, da reihet sich Mann an Mann; Haß. Neid. Herrschsucht und dasämmtliche Heer der Leidenschaft, alliirt mit Religionsmeinungen, erweitern den geringen Spalt immer mehr und mehr, blutiger Kampf und ewige Trennung sind die unvermeidlichen Folgen: Parteien hingegen, in Ketten der Ohnmacht geschmiedet, wer den niemals gefährlich, einen dreißigjährigen Krieg haben wir Gottlob von dieser Reformation ntck't zu befürchten; und wenn unsere Regierung ferner, wie bisher, den jüdischen Eultus unbeachtet läßt, so werden hoffentlich die jetzigen Zeitcreigniste aus uns nur geringen Einfluß über. Schwäche also ist's, was unsere Religion erhalten wird. In dieser Beziehung erklärte ick längst jenen schwierigen Bers in Kohelet: א; —: -:.-.ל •עלד עריך :קידך א- ר.;ח כי :»פא י;יח וצאי: גד־ל•:: (» Jeder Mensch hegt nämlich, mehr oder weniger, den Wnnjch, dev Kreis 'einer (stewalt zu erweitern; er gesteht sich aber nicht, daß dies Herrschsucht sei. er überredet sich vielmehr, er wolle nur seinen Wirkungskreis auSdehnen, um desto mehr Gutes und Nützlichewtrk-n und schaffen zu können. Tie Erfahrung aber lehrt, daß nur Wenige von ihrer Gewalt den gehörigen Gebrauch machen, öfter wird sie gemißbraucht. oder wenigstens vernachlässigt und nutzlos verschwendet: je größer daher die Gewalt und die Mittel Edles zu wirken, desto größer auch die Bürde der Verantwortlickkeit und die Gefahr, sich solche zuzuziehen. ..Bemächtigt sich deiner .Herrscherlust, laß lieber deine Stellung nicht: denn Schwäche entledigt von großen Fehltritten;" < :•־פא wie ־פ־ von ד.־פא ). Dank sei es daher der Vorsehung, daß sie uns Gewa'j und Macht versagte, der Herr weiß am Besten, was uns Noth thut. Ich merke eben, daß ich viel geschwatzt und Ihnen den Kopf warm gemacht. Es bewährt sich auch hier אין ובי צ־ב יצא כתך :־יכה* : ר:־י ודל. . Ein mehr als fünfzig Meilen entfernter Streit veranlaßt, daß i-b einem Freunde lästig werde; doch die .־.-:-:ו naben heran, sie können diese רבי :א־:־, י:•־ ן שי: (7אובד 'ein. — Von ber Universal Kirchenzeitung bade ich das erste Oluartal gelesen: wie ich höre, soll die'e Zeitung von der Eenfur verboten sein. So weit war der Brief fertig gleich einige Tage nach Emvsana Ihres werthen lebten Schreibens: weil ich aber die Antwort meines Bruders ׳!!gleich mil'chicken wollte, wein Btudet aber v'.clseitig verhindert wurde, verzögerte sich's bis heme. Länger aber wollte ich nicht warten. Kommt mein Brief auch nicht mehr in den י:׳ ו.שיבד an, so soll er doch ivenigstens (.ר״: ו־״־סה ״ an Ort und Stelle sein, so können בו־ז שי >־בה• noch etwas nützen. Gott erhalte Sie! Mit Wünschen ״־. ״צr verharret Ihr Sie hochschätzender I. Deutsch. ii> .»£>!>, 10. 4 7) Zum Verständnis dieser Stelle biene: ״ ׳:•"[ •גל <יו:דiViben der Liede־ werden im Tal in und Ver. 5,. I) svlcke Leiden genannt, ivelcke die Vorsehung manckmal bem öromme» nicht zur *träfe schickt, sondern um seine Umgebung jenseits reich zu lohnen. Hier bezeichnet der Verfasser die Lnngeiveile. die sein Brief ver- Ursachen tonnte, al« ״Leiden der Liede.־ weit sie von einem liebenden (trennbe Herrührei׳., und meint, der (trennd möge sie .כ־:־1 :או־.:ד d. h. mit tfrgebmia tragen, und diese Ergebung tonnte ihm in den Buhtagen 111« Buhe zu statte» kommen. 8) Die Absendung de» Briese« ivar verfvätet; der Verfasser beeilt sich jedoch, ihn noch vor Halchanabrabba zu besorge», weil die Kabbalisten bieten Tag noch mit der Verhöhnung der Sünden in Beziehung bringe», und ihn r.i-rr, גדי nennen, d. h. .Dag be«. endgültigen ilrtheile,־ und so dürfte Bus!« noch nnhlich sein. iFortsetzung folgt.)

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