Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
- Volume
- 1868
- Date
- 1868-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 10)
- Language
- German
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■** 8 ** strebte dabei nach einer eben so wahrheitsgetreuen als lebendigen Darstellung, wie sie dem von ihm verfolgten Zwecke entsprach. Seine letzte Schrift auf diesem Gebiete, seine „Deutsche Geschichte im Zeitalter der französischen Revolution, 1786—1815" (Leipzig 1865) kann auch Lehrern, die diesen Zeitraum zu behandeln haben, zur Benutzung empfohlen werden und verdient allgemeine Verbreitung.*) Auch bei seinen pädagogischen Schriften hatte er einen größern Leserkreis im Auge.**) Nach dem Beispiele seines Vorgängers, behandelte er in den jährlichen Einladungsschriften nicht einzelne didaktische und ähnliche Fragen, die nur unter Schulmännern besprochen werden, oder etwa speziell wissenschaftliche Gegenstände, sondern benutzte dieselben, um die Schule mit den Familien in Verbindung zu setzen, richtige Ansichten über die Erziehung und über die Aufgabe des Unterrichts zu verbreiten und sich mit den Berussgenossen über das zu erstrebende Ziel zu verständigen. Eben deshalb aber wurden diese in gemeinfaßlicher und doch gehobener Sprache geschriebenen Schulschriften sowohl von hiesigen und auswärtigen Fachniännern als von Gebildeten aller Stände mit großem Interesse gelesen. Mit besonderer Vorliebe ging Stern in seinen Einladungsschriften ***) auf Fragen der sittlichen Bildung ein. Neben der Pflege der Ehrerbietung in dem kindlichen Gemüthe, forderte er besonders die Gewöhnung an ein streng pflichtmäßiges Verhalten. In diesem Sinne betrachtete er die Schule als eine sittliche Gemeinschaft, die vermöge ihrer Einrichtung und durch die an den Schüler zu stellenden Anforderungen ganz besonders geeignet ist, erziehlich zu wirken und schon durch ihr Dasein und durch ihr *) Früher von ihm erschienene geschichtliche Schriften (von den religionsgcschichtlichcn abgesehen) sind: 1) Geschichte des deutschen Volks in den Jahren 1848 und 1849. In 12 Vortrügen (gehalten zu Berlin). Berlin 1850. 2) Die Zeitgenossen.,Geschichte der Gegenwart in vergleichenden Biographien. Zwei Thcile. Berlin 1852. 3) Stein und sein Zeitalter. Ein Bruchstück aus der Geschichte Preußens und Deutschlands in den Jahren 1804 und 1815. Leipzig 1855. Die neue Auflage des Rotteck- Wclker'schcn Staatslexikons enthält von ihm (außer zwei ans Juden bezüglichen Artikeln) die geschichtlichen Artikel: „Julirevolution/' „Louis Philipp," „Restauration" und „Rheinbund." **) Außer den jährlichen Schnlprogrammcn, besitzen wir von ihm eine lesenswerthc Schrift über „die häusliche Erziehung" (Leipzig 1867), die aus seinen im Winter 1864/5 gehaltenen Vorlesungen hervorgegangen ist. ***) Wir lassen hier ein Verzeichniß derselben in chronologischer Ordnung folgen: 1) Was die Schule erstrebt. 1856. (In den Schulnachrichten hat Stern zugleich einen kurzen Abriß seines früheren Lebens und Wirkens gegeben.) 2) Erziehung zur Pflichttreue. 1857. 3) Die Elemente der sittlichen Erziehung: Allgemein menschliche, religiöse, nationale und Berufsbildung. 1858. 4) Der