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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1868-01-01 · 1868 · p. Seite 7

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1868
Date
1868-01-01
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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Die Ueberzeugungen, die er früher mit so großer Entschiedenheit geltend gemacht hatte, bekannte er stets rückhaltlos. So namentlich auch in den Vorlesungen über die neuere Geschichte des Judenthums, die er im Winter 1856/57 vor einer großen Anzahl von Zuhörern hielt. In denselben hat er es aber auch ausgesprochen, daß erden Versuch zur Stiftung einer Reformgenossenschaft im ursprünglichen Sinne nur noch als eine der Vergangenheit angehörende geschichtliche Thatsache betrachtete. Bis zum Sommer des Jahres 1866, der eine so gewaltige Veränderung allervaterländischen Verhältnisse brachte, hat Stern bekanntlich auch an den politischen Zeitbewegungen einen mehr oder minder thätigen Antheil genommen. Für die deutsche Sache, für das Werk der nationalen Einigung trat er mit warmer Begeisterung, mit Muth und Entschiedenheit ein. Wie verschieden man auch über diese seine Thätigkeit urtheilen möge, auf die wir selbstverständlich hier nicht weiter eingehcn, so wird man doch gerne sein Lcht patriotisches Streben anerkennen.*) Auch seinen Eifer für die Förderung des hiesigen Geineinwesens bewies er bei verschiedenen Anlässen, besonders aber als Mitglied des „gesetzgebenden Körpers," in den er wiederholt gewählt wurde. Durch seine praktische Thätigkeit immer mehr von den streng wissenschaftlichen Arbeiten abgezogen, ist Stern, mehr der augenblicklichen Veranlassung folgend, ein anregender Schriftsteller für den größer» Kreis der Gebildeten geworden. Wie seine zahlreichen Zuhörer sich durch seine mündlichen Vorträge erhoben fühlten, so haben auch seine Schriften, die zum großen Thcile aus denselben hervorgingen und noch den lebendigen Geist des gesprochenen Wortes athmen, einen dankbaren Leserkreis gefunden. Seine im Drucke erschienenen schwungvollen Vorlesungen über die neuere deutsche Geschichte, bei -deuen er es nicht an fleißigen Vorstudien fehlen ließ, enthalten eine Reihe anziehender Bilder, deren Ton und Färbung dem Gegenstände entspricht. Indem er sich der Strömung und Richtung der Zeit hingab, begegnete er immer der Stimmung seiner Zuhörer und Leser und wußte dieselbe festzuhalten und zu steigern. Durch geschickte Auswahl, durch passende Gruppirung und sinnige Verbindung, durch übersichtliche Abrundung und — was die mündliche Rede betrisst — durch die meisterhafte Weise des Vortrags wußte er mit der Erzählung geschichtlicher Thatsachen einen Gesammteindruck hervorzubringen, der dem eines dichterischen Werkes ähnlich ist. Er *) Die Richtung, die er verfolgte, zeigt sich am deutlichsten in seiner Schrift: Habsburg und Hohenzollern. Oesterreich und Preußen in ihrem Vcrhältniß zu Deutschland und zu den Interessen der deutschen Nation. (Berlin 1860.)

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