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Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main · 1868-01-01 · 1868 · p. Seite 5

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Journal
Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Real- und Volksschule der Israelitischen Gemeinde zu Frankfurt am Main
Volume
1868
Date
1868-01-01
Page
Seite 5 (sequence 7)
Language
German
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■ä- 5 --£■ gegründete und bis dahin geleitete Elziehungsanstalt. Dabei beschäftigte er sich fortwährend mit wissenschaftlichen Arbeiten*) und betheiligte sich lebhaft an gemeinnützigen Bestrebungen. Am einflußreichsten wirkte er durch seine Vorlesungen über „die Aufgabe des Judenthums und der Juden in der Gegenwart," die er im November 1844 eröffnete. „Diese Vorlesungen waren," wie er selbst sagte, „ein Produkt der Zeit und führten dem Hörer sein eigenes, dunkel empfundenes Bedürfniß in lebendiger Gestaltung vor die Seele. Die Person und die Darstellung des Redners stellte vor die unmittelbare Anschauung des Hörers das Bild einer thatsächlich bereits vollbrachten Versöhnung zwischen den scheinbaren Gegensätzen eines Lebens, das nicht minder im Judenthum, wie in der Gegenwart wurzelte."**) Nach langer Erstarrung war in der jüdischen Gemeinde Berlins eine tiefer gehende Bewegung entstanden. Stern's begeisternde Vorträge waren ein Allsdruck derselben, indem sie „an den Tag brachten..., welche Sympathien, Wünsche und Forderungen... in der Brust der Gemeinde schluinnierten und zu erwachen begannen."***) „Am 15. Febrliar 1845" — wir bedienen uns wieder seiner eigenen Worte — „wurden die Vorlesungen geschlosseil und in den ersten Tagen des März begannen bereits in engeren Kreisen die Berathlingen über die Mittel und Wege, die gn einer Vereinigung im Sinne derselben führen köniltcn." Einige Männer, die von warmem religiösen! Sinne erfüllt waren und der väterlichen Religivll mit treuer Liebe anhingen, die aber in der herkömmlichen Forrn derselben keine Befriedigung gefunden und, wie viele Gleichgesinnte, sich deshalb in den wichtigsten Angelegenheiten der Gemeinde lange theilnahmlos verhalten hatten, traten mit Stern zusammen, uin in *) Besonders im Gebiete der Sprachwissenschaft. Im Drucke sind von ihm erschienen: Vorläufige Grundlegung zn einer Sprachphilosophie (Berlin 1835). Allgemeine Grammatik (Berlin 1840). Das chinesische Zahlwort (Vorgctragen in der Orientalisten-Vcrsammluug zn Dresden im Herbst 1844 und abgedruckt in den Verhandlungen derselben). — Ein beinahe vollständiges Verzeichniß der Schriften Stern's ist einem Nekrologe desselben von 1)r. Oelsncr („Mittheilungen an die Mitglieder des Vereins für Geschichte und Alterthum in Frankfurt a. M.," Band 3, Nro. 3) bcigegebeu. **) Geschichte des Judenthums von Mendelssohn bis auf die Gegenwart (Frankfurt a. M. 1857), Seite 283 s. ***) Holdheim, „Geschichte der Entstehung und Entwicklung der jüdischen Reformgemeinde in Berlin," S. 18. Wir verweisen auch im Uebrigen auf diese Schrift (Berlin 1857) und auf die Darstellung Stern's in der erwähnten „Geschichte des Jndenthums u. s. w." — Im Namen der Reformgcmeinde hat ihm Herr vr. Immanuel Ritter einen Nachruf gewidmet, der in der Wochenschrift: „Die Gegenwart," Nro. 21 des ersten Jahrganges (1867) abgedruckt ist.

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