Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 3 (1836)
- Issue
- 3 (3.1836)
- Date
- 1836-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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69 im Thore deS Königs, hernach steht: L^.Ti '277Y n-r öD,7r Haman nahm daS königliche Kleid und Roß, und bekleidete den Mordechai (6, 11.); und wiederum Mordechai kehrte zurück zum Thore deö Königs (V. 12.). Aber bald heißt es Mordechai ging aus von dem Könige in königlicher Kleidung (8, 15.) und endlich: nyyM den Juden aber war Licht und FrLude, Wonne und Ehre gekommen. (V. 16.) I. Ihr findet, meine Freunde,, in diesen Worten deS Rabbi Chaja viele Weisheit. Zuerst das Allgemeine: Gott in seiner Natur wie in seiner Vorsehung geht allmälig, entwikkelnd zu Werke; da geschieht kein Sprung, kein plötzlicher Wechsel, kein schneller Uehergang, sondern wie die Nacht in den Tag erst durch Dämmerung und Morgenröthe übergeht, wie der Winter in den Frühling, die Kälte in dse Wärme durch tausend Abstufungen tritt — also führet auch Gott die Schicksale der. Völker und Menschen allmälig von einer Stufe zur andern. Zwar könnet ihr hierbei bemerken, wie allerdings bisweilen ein plötzlicher Wechselfall einzutreten scheint, plötzlich in das Leben der Tod, in das Glück yaS Unglück Hereinbricht, aber daS ist nur scheinbar, nur äußerlich. AlledleS war schon längst vorbereitet, längst lagen hie Keime der Gegenwart in der Vergangenheit, nur unserm irdischen Blicks blieb eS verborgen, bis es im Geheimen reif geworden, urplötzlich in die Wirklichkeit tritt, s In der Blüthe unsrer Tage tragen wir schon die Keime des TodeS mit uNS herum- Unter der Schneehülle des Winters ruhet schon die Saat für den kommenden Frühling; und die Revolutionen ^d Schicksale der Völker entspringen auS lange verborgenen Ursachen— so wie der Grund zum ganzen Hicke deS einzelnen Menschen schon in her frühesten Kind-