Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 3 (1836)
- Issue
- 3 (3.1836)
- Date
- 1836-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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^MUWM.'jWDMM-MWWWWVWWWWWIVWWVW^MIHWWMWWWWW^'^WMWWW^WIMWMWWWW» 70 heit, ja in vieler Beziehung mit dem Augenblicke seiner Ge. burt schyn gelegt wird. Darum spricht der Prophet nicht: in der Ftnsterniß ist Gott mein Tag, sondern mein Licht; die Nacht wandelt Gott nicht plötzlich zum Tage, sondern er ist nur daS Licht, daünS die Nacht erhellt, und unS den Tag verspricht, der allmälig heraufstekgt. Diese Wahrheit aber, daß Gott Allesich allmälig entwickeln, und einen bestimmten, ruhigen Gang wandeln läßt, kann sehr fruchtbar für unS werden. Denn erstens bezeugt sie dieUnstatthaftkgkeit aAer Uebereilung, aller Eilfertigkeit, die mit einemmale auder Wurzel den ganzen Baum haben will. Zweitens weiset sie auf Geduld, Beharrlichkeit und Beschränkung unsrer Wünsche hin, daß wir nicht mit einemmale allen Druck und alles Leiden von unS abgeschüttelt haben wollen, sondern der Alles versöhnenden und heilenden Zeit^ harren. Drittenist eS der.wahre Trost, wenn unstr Wir. ken nicht gleich all' das Gedeihen, unser Streben nicht gleich Hll' den Erfolg hat, den wir wünschen und bezwecken. Der Säemann, meine Freunde, ist mehr als der Schnitter, denn jener arbeitet für die Zukunft, die er vielleicht nicht erlebt, dieser genießt die Frucht seiner Arbeit alsbald, und hat den Lohn seiner Mühe schon in Händen. — Dies ist es, was der R. Chaja im Allgemeinen meinte, und waS er nun imBesondern auf Israel anwandte. Israel, wandelnd und weilend in der Finsterniß der Unterdrückung, verjagt aus seiner Väter Sitzen, auS dem geweiheten Lande seiner Religion, gebeugt unter dem Joche der Nationen , die das Recht des Menschen nicht anerkennen, verfolgt, gehöhnt und gemartert, Israel, will R. Chaja sagen, Israel hat keine plötzliche Erlösung, keinß Erlösung wie ipit einem Schlhge, wie ein Blitz zu erwarten: sondern auch sei/w Finsternsß wird langsam übergehen in daS Licht vor der Morgenröthe, dann in die Morgenröthe selbst, und zuletzt in einen immer Hellern und Hellern Tag— seiye Feffeln werden langsam abgenomkien, da- Joch und die Bürds allmalig entladen, der gebeugte Rücken langsam aufgerichtet, die munden Arme und Füße allmälig U